Hey ihr Lieben,
ich habe erst vor Kurzem meine ADHS-Diagnose bekommen. Eigentlich stand das Thema schon seit meiner Kindheit immer mal wieder im Raum, wurde aber nie wirklich weiterverfolgt und irgendwann war es einfach kein Thema mehr.
Jetzt, wo ich die Diagnose habe, fühlt sich das Ganze irgendwie ziemlich komisch an. Ich weiß natürlich, dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann und dass es nichts bringt, sich ständig zu fragen, was gewesen wäre. Trotzdem erwische ich mich gerade immer wieder bei dem Gedanken:
Was wäre gewesen, wenn ich das schon früher gewusst hätte?
Wäre manches in der Schule anders gelaufen? Hätte ich vielleicht studiert? Wäre ich beruflich und finanziell heute an einem ganz anderen Punkt? Wären manche Entscheidungen oder Lebensphasen vielleicht anders verlaufen, wenn ich damals schon gewusst hätte, warum mir bestimmte Dinge so schwerfallen, oder mein Kopf anders funktioniert als bei den „Normalos“ ?
Ich weiß, dass man darauf keine Antwort bekommen wird. Aber trotzdem beschäftigt mich das gerade ziemlich.
Gleichzeitig stehe ich jetzt vor dem nächsten Schritt: dem Thema Medikamente. Und davor habe ich ehrlich gesagt auch etwas Angst. Nicht unbedingt vor den Medikamenten selbst, sondern davor, dass sie mich als Mensch verändern könnten.
Ich möchte mich nicht plötzlich wie ein anderer Mensch fühlen oder das Gefühl haben, dass meine Persönlichkeit „wegmedikamentiert“ wird. Ich möchte einfach besser mit meinem Kopf klarkommen und die Dinge, die mir bisher schwergefallen sind, vielleicht etwas leichter schaffen.
Deshalb würde mich interessieren:
Wie habt ihr die Zeit nach eurer Diagnose erlebt?
Hattet ihr auch dieses „Was wäre gewesen, wenn ich das früher gewusst hätte?“-Gefühl?
Und wie war es für euch, mit einer Medikation anzufangen? Hattet ihr ähnliche Ängste bezüglich einer Wesens- oder Persönlichkeitsveränderung?
Ich würde mich wirklich über eure Erfahrungen freuen. ![]()