Waren denn die Depressionen immer gleich intensiv?
Ich hatte vor der Diagnose ja doch weit über 10 Jahre unter starken Depressionen gelitten. Die waren aber schon in Phasen mal besser mal schlechter, im Rückblick hatte sich auch Überforderung, Meltdowns, Overloads etc. darauf ausgewirkt und ganz klar konnte man irgendwo hin hoffnungsvoll schauen oder war hoffnungslos in der Verzweiflung gefangen. Wenn ich in den Urlaub ging waren sie fast weg und auch die 3 Wochen vor den Urlauben und nach den Urlauben waren sie deutlich besser bis fast weg.
Wahrscheinlich geht es dir so viel besser weil du hoffnungsvoll auf eine Verbesserung/ gut Lösung schaust. Sowas wirkt eigentlich immer auch mit hinein.
Hast du zumindest aus deiner Einschätzung „nur“ Adhs Belastungsdepressionen? Oder meinst du du könntest noch andere Arten von Depressionen zusätzlich haben?
Adhs Überlastungsdepessionen sind eigentlich „normal“ und wenn ich das jetzt nicht falsch resümiere das das bei uns spätdiagnostizieren irgendwie bei uns allen ein treibender Motor war und deshalb ja auch oft alle möglichen Antidepressiva die so nicht oder nicht ausreichend wirkten eingestuft wurden.
Bei mir waren sie nicht sofort weg, aber ich war auch nicht über Nacht in Depressionen so entwickelt sich das auch erst mit und mit bei mir zurück und hat mehr als 1/2 Jahr gebraucht bis die Depressionen ganz weg waren. Aber was über 10 Jahre da ist verschwindet eben auch nicht direkt. Medikamente müssen wirken → daraufhin verschwindet für das Gehirn der Stress und die Überlastung wodurch das Gehirn hat Neurotransmitter und viele weitere synaptische Verknüpfungen anzulegen. Das kannst du dir vorstellen wie Straßen und Wegebau. Und wenn das Gehirn nur mit Ausbessern und Reparatur der Hauptstrecken beschäftigt bzw. überlastet ist hat es auch wenig Kapazitäten für neue und zusätzliche Wege zu bauen.
Dafür braucht es etwas Zeit obwohl bei Methylfinidat als Wirkstoff eine direkte Wirkung vorhanden ist Elvanse braucht für die Stable Wirkung 5 Tage möglichst zur gleichen Zeit (Eindosierung) den Steady-state aufgebaut hat.
Sollte Medikinet vorgeschlagen werden solltest du jetzt schon wissen, daß du vor der Einnahme für die Zeitverzögerung nur gut funktioniert wenn du eine vollwertige Mahlzeit(zwingenderforderlich) zu dir genommen hast und nach der Mahlzeit erst die Kapsel nimmst. vollwertige Mahlzeit => schwer verdauliche Kohlenhydrate + Protein (+Fett) damit der Magen lange beschäftigt ist. Je voller der Magen desto langsamer und gleichmäßig und desto länger wirkt wohl Medikinet.
Wenn du nicht frühstücken kannst dann das dem Arzt sagen und Medikinet eher ablehnen und um Ritalin und Generika bitten ggf. auch Concerta oder Kinecteen bitten.
Ich weiß nur nicht ob Kinecteen oder Concerta als allererstes Medikament geeignet ist weil es länger als Ritalin wirkt.
Nur Medikinet braucht erst die vollwertige Mahlzeit alles andere nicht. Bei den anderen Medikamenten kann man auch später essen.
Essen ist aber wichtig selbst wenn man keinen Hunger hat. Nicht zu essen kann sehr unangenehm sein und wird für Nebenwirkungen gehalten sind aber keine ist die Reaktion vom Körper weil er unterzuckert. Wahrscheinlich kennst du aber noch nicht wie es sich anfühlt wenn man unterzuckert.
Du wirst sehen mit ein wenig Übung wird das alles schon ganz gut werden. Einfach freudig ins Abenteuer stürzen 