ADHS Diagnostik sinnvoll?

Hallo zusammen,

ich, m(21), hege seit einem halben Jahr ungefähr den Verdacht, aufgrund seit jeheriger Auffälligkeiten, eventuell ADHS zu haben. Würde auch gerne eine Diagnostik bei mir durchführen lassen, wollte mir aber nochmal einen kleinen Rat einholen, damit ich eventuell nichts überstürze.

Woher kommen meine Vedenken?

So ziemlich hat das Ganze angefangen mit meiner Jobsuche (erster Job). Es lief halt so, dass ich über Monate oft keine Rückmeldung, geschweige denn eine Zusage erhalten habe, irgendwo anzufangen. Das hat bereits ziemlich an meinem Selbstwert genagt. Zusätzlich hatte ich dann immer wieder den Gedanken, ob dieser Weg überhaupt der Richtige für mich ist und ob ich nicht noch was anderes versuchen sollte. Ich denke deshalb bin ich dann auch sehr in Gedankenspiralen geraten, die lange Bestand hatten und sich auch auf andere Bereiche ausgedehnt hatten (wie eben hier, dass ich vielleicht ADHS habe) und dann auch eine depressive Phase eingeleitet haben. Bezüglich meinem Jobdilemma hab ich mich dann so intensiv mit möglichen Studiengängen und anderen Richtungen beschäftigt, dass ich eigentlich nicht wirklich zum Handeln gekommen bin oder eine rationale Entscheidung treffen konnte aus Angst vor der falschen Entscheidung (man muss anmerken, dass ich schon mal ein Studium abgebrochen habe und das nach 2 Monaten, da es mir gar nicht getaugt hat). Zusätzlich ertappe ich mich immer wieder dabei, das gleiche Thema von vorne durchzukauen (ob ich evtl. ADHS habe). Weiters hat mein mittlerweile neuer Job, indem ich nun fünf Monate arbeite, meine Vermutung noch mehr verstärkt. Das Arbeitsumfeld ist ziemlich komplex und man muss sich viele Dinge merken. Andererseits ist es auch so, dass ich mir auch einfachste Sachen, die ich schon ein bis zwei Mal erklärt bekommen habe, nicht langfristig merken kann. Bis auf Papierkram kann ich so gut wie gar nichts. Auch habe ich Schwierigkeiten dabei mir gesagtes im Bezug auf die Arbeit, also irgendwelche Informationen, zu merken. Dass ich stark prokrastiniere kann ich nicht unbedingt behaupten, bekomme aber auch nicht sonderlich viele Aufgaben, was auch zur Folge hat, dass ich an manchen Tagen viel weniger motiviert bin als an anderen.

Mir kommt das einfach alles komisch vor (das Unvermögen und viele Grübeln), da ich sonst in der Schule immer gut war. War in der Grundschule eigentlich unauffällig und hatte nie sonderliche Probleme mich zu konzentrieren (zumindest nach eigener Erinnerung und Erfahrungsberichten). Dasselbe gilt für die nächste Schulstufe. Das einzige was war, dass ich schnell frustriert war mit handwerklichen Dingen und viel Stimming betrieben habe (Nägelzupfen oder haare Wickeln bei langweiligen Aufgaben). Auch einen übermässigen Bewegungsdrang hatte ich nie wirklich. Die ersten Anzeichen kamen dann mit der Oberstufe in der 3. Klasse. Da ließ dann langsam die Motivation nach und ich konnte mich meist nie länger als 25 Minuten konzentrieren. Da kam dann aber die Pomodore-Methode oft zu gute. Hab viel aufgeschoben und immer erst einen Tag vorher gelernt, mit dem ich eigentlich gut gefahren bin. Dennoch hat mich die Prokrastination irgendwie belastet, da ich nie ohne Druck wieklich anfangen konnte. Besonders schwer war es in meiner Abschlussarbeit, was woll die schwierigsten zwei Monaten bisher waren, geplagt von Versagensangst und schlechter Emotionskontrolle. Dennoch konnte ich die Oberstufe mit einem sehr gutem Zeugnis abschließen.

Sonst lässt sich noch sagen, dass ich selber oft gerne Dinge verlege (Handy v.a). Dennoch hatte ich eigentlich nicht wirklich Probleme bei der Organisation und meine Eltern musste kaum hinter mir her organisieren, was das schulische betraf.

Ich würde mich sehr über eine erste Einschätzung einmal freuen und dankbar für jede Nachricht :slight_smile:

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Hast du dir schon deine Schulzeugnisse angeschaut und gescannt?

Du könntest mal hier die Fragebögen zur Hilfe nehmen und schauen ob es eine Tendenz zu ADHS ergibt.

Das ist eigentlich ein Muster, das typisch für Depression ist. Wurde das abgeklärt? Haben sich deine Lebensumstände in letzter Zeit verschlechtert?

Ich habe an meinem Arbeitsplatz viele neue Kollegen eingelernt, und da waren einige dabei, die sich so gefühlt „nichts“ merken konnten. Ich selbst habe mir am Anfang, als ich neu war, alles aufgeschrieben und zwei Ordner angelegt, wo ich alles Wissenswerte zu den Aufgaben und Arbeitsschritten abgelegt habe. Die andere Frage ist natürlich, ob dich die Arbeit interessiert, und auch, ob du im Moment noch irgendwelche anderen Belastungen hast.

Nach ADHS klingt es zunächst nicht, aber ich weiß nicht, ob die eigene Wahrnehmung und Erinnerung immer korrekt und vollständig ist, und die Schulleistung alleine ist auch wohl nicht so maßgeblich, weil manche mit hohem IQ einiges ausgleichen können, notenmäßig. Ist deinen Eltern oder sonst jemandem in deiner Kindheit etwas aufgefallen?

Das andere was du noch erwähnt hast, Angst vor falschen Entscheidungen und Grübeleien in Dauerschleife kann mit dem Selbstvertrauen zu tun haben, und das Selbstvertrauen kann ja aus ganz vielen Gründen nicht so groß sein. Oft spielen auch Erfahrungen aus der Kindheit eine Rolle, und sowas „vererbt“ sich auch (nicht nur genetisch).

Was erachtest du als unauffällig? Wenn du magst kannst ja ein Photo einstellen .

Selbst wenn man unauffällig ist kommt etwas wie „war sehr hilfsbereit“ (<- suche nach Beschäftigung und Bestätigung) Arbeitet bemüht , könnte aber schneller sein ( Langsamkeit aufgrund von Verarbeitungsgeschwindigkeit/ Arbeitsgedächtnis/Unaufmerksamkeit neben Gewissenhaftigkeit es gut machen zu wollen und Kompensation) " Muss mehr Zeit /Mühe aufwenden ( Huscht durch die Aufgaben um schnell fertig zu werden ) Flüchtigkeitsfehler. Besonders gut in einem Fach aber Schlecht im anderen. „Ist zurückgezogen; muss sich mehr einbringen“ (= Gedanken sind anderswo) Also muss durchaus nicht immer „klassenclown“ tendenzen im Zeugnis haben.

Was sagt ihr zu diesen Zeugnissen? - #4 von morri hier ist noch ein vergleich von Zeugnissen.

betagt oder begabt? Kenne ich mich aber nicht mit aus.