ADHS-I im Kindheitsfragebogen nicht erkannt oder doch etwas anderes?

Hallo Nea

Diese Fragebögen sind ein Witz - dies sagt selbst der Spezialist für AD(H)S von meiner Tochter. Sobald ein Kind in der Schule keine Lernschwierigkeiten hat ( intelligent) oder als Kind pflegeleicht und eher verträumt war, fallen sie bei den Tests raus. Beiden meiner Kinder ist das so passiert. Sohn in der 3. Klasse abgeklärt mit negativem Befund, dann mit 17 endlich positiv.

Kennst du die homepage helga-simchen.info? Find ich sehr informativ.

Ich bin ehrlich gesagt auch sehr am überlegen, ob ich es habe…keine Schulleistungs- und Konzentrationsprobleme, dafür einiges Anderes, was darauf deuten könnte, hmmm. Schulmedizinische Fragebogen kann ich aber in meinem Fall vergessen.

LG Schwimmerin

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Hallo Schwimmerin,

schreibst du von Kinderfragebögen? Dann gehört das nicht hierhin. Möchtest du nur deinen Frust loswerden? Was soll das jemandem helfen, der nach Möglichkeiten sucht, um Klarheit für sich zu finden. Ich finde deinen Beitrag total demotivierend.

Meine Rede war vom Fragenkatalog für Erwachsene. DIVA/DMS, wurs-k, HASE, ASRS und Fremdbewertung und noch einiges mehr. Das ist meine Psychologin alles mit mir gründlich durchgegangen. Meinst du das mit “schulmedizinisch”?

Woher weißt du, dass du in deinem Fall “schulmedizinische Fragenbögen” total vergessen kannst? Oder glaubst Du das nur?

Obwohl ich als Kind total unauffällig war, hab ich auch mit den Erwachsenenfragebögen dennoch die Diagnose bekommen. Also in meinem Fall total hilfreich.

Leider hat das System meinen letzten Kommentar nicht zugeordnet. Ich probiere es noch mal.

hallo Iwan

Tut mir leid wenn ich dich demotiviert habe. Ja ich meinte die normalen Fragebogen, die Eltern, Schule und die Kinder ausfüllen müssen.

Es ist leider Tatsache, dass ganz viele Kinder und auch Erwachsene genau wegen diesen Fragebögen nicht richtig diagnostiziert werden und darum jahrelang unter Folgestörungen wie Depression, Angst- und Panikstörungen weiterleiden und nicht richtig therapiert oder sogar falsch therapiert werden.

Daher sind diese Tests bei gewissen Menschen, wo die “typischen Symptome” in der Kindheit nicht da waren, nicht aussagekräftig, bzw. wird kein AD(H)S diagnostiziert, obwohl es da ist.

Liebe Grüsse

Hallo Schwimmerin,

ich bin nicht demotiviert. Ich denke dabei an die vielen anderen ADHS-Menschen, die hier Orientierung suchen. Und dann solche wenig hilfreichen Texte finden. Was sollen die mit negativen Kommentare anfangen? Sich vom Suchen nach Diagnosestellung abhalten lassen?

Kann es sein, dass du meinen Beitrag nur halb gelesen hast. Meine Fragen sind unbeantwortet.

Ich wiederhole sie nochmal:
Meine Rede war vom Fragenkatalog für Erwachsene. DIVA/DMS, wurs-k, HASE, ASRS und Fremdbewertung und noch einiges mehr. Das ist meine Psychologin alles mit mir gründlich durchgegangen. Meinst du das mit “schulmedizinisch”?

Woher weißt du, dass du in deinem Fall “schulmedizinische Fragenbögen” total vergessen kannst? Oder glaubst Du das nur?

In meiner Kindheit bin ich unentdeckt geblieben, weil ich unbewusst gut kompensiert und maskiert hatte. Nichtsdestotrotz habe ich mit diesen Fragebögen zu ADHS-Diagnose gekommen.

Seit der ICD-11 ist ADHS offiziell und ausdrücklich auch bei Erwachsenen diagnostizierbar, ohne dass der Nachweis einer Diagnose im Kindesalter zwingend erforderlich ist (obwohl Symptome aus der Kindheit weiterhin berücksichtigt werden), sagt mein ChatGpt.

Ich denke, du hast es gut gemeint, aber nicht bedacht, was dein Text bei Menschen, die Orientierung suchen, bewirken wird.

Hallo Iwan

Zu deinen Fragen: ich kenne die Fragebögen für Erwachsene nicht, nur die von Kindern – in der CH heissen sie Conners-Fragebogen. Wie ich oben geschrieben habe, sind meine Kinder 2 x wegen diesen Fragebogen «durchgefallen» und beide Kinder hatten deshalb einen langen Leidensweg.

Warum ich geschrieben habe war, weil ich finde, dass man auf diese Bögen nicht so viel Wert legen sollte und es schade wäre, wenn jemand aufgibt nach Antworten zu suchen, nur weil der Arzt nicht gut war oder die Tests. AD(H)S hat so viele Facetten und nach meiner Erfahrung können die meisten Psychologen die normal schulmedizinisch ausgebildet werden, dies nicht erkennen, nicht weil sie dumm sind, sondern dies in ihrer Ausbildung so gelernt haben. Nur so kann ich mir erklären, dass 4 total unterschiedliche Psychologen die Probleme meiner Kinder nicht erkannt haben, obwohl beide auf meinen Wunsch gründlich abgeklärt wurden.

Ich bin froh, wenn du schreibst, dass du es bei den Erwachsenen und den Fragebögen die du beschreibst nicht so siehst, das wäre ja sehr positiv. Ich wusste nicht, dass eine ADHS offiziell diagnostizierbar ist, ohne dass ein Nachweis einer Diagnose im Kindsalter erforderlich ist. Von meiner KK habe ich das Schreiben erhalten, dass sie die Medikamente nur bezahlen, wenn dies gegeben ist. Aber ich bin da noch ganz unerfahren - was meine Abklärung betrifft stehe ich noch ganz am Anfang.

LG

Hallo Schwimmerin,

ich verstehe deinen Frust über die Vergangenheit.

Für die Zukunft habe ich Mal Chatgpt gefragt und folgende Antwort bekommen:

Für dich viel Erfolg

Hier der Chatgpt text

Empfehlung:

Wenn du in der Schweiz eine Diagnose (z. B. ADHS) bekommst oder gebraucht wird für Versicherung/Leistungen:

Frag den/ die Diagnostiker: Welches Klassifikationssystem wird verwendet (ICD-10-GM oder ICD-11)?

Prüfe bei der Krankenkasse / Versicherung, ob die Diagnose nach dem verwendeten System anerkannt wird bzw. welche Anforderungen gelten.

Falls wichtig für z. B. Tarife oder Abrechnung, kann es sein, dass noch ICD-10-GM-Codes verwendet werden müssen.

Wenn du möchtest, kann ich spezifisch schauen, wie ADHS in der Schweiz gesetzlich/versicherungs­rechtlich anerkannt ist unter ICD-11 versus ICD-10, und wie das genau bei Leistungen/Schule/Arbeit aussieht. Möchtest du das?

Ich bin seit gestern diagnostiziert. Ich war echt misstrauisch geworden und hatte mich dazu durchgerungen zu fragen, ob die Besonderheiten bezgl. ADHS bei Mädchen und Frauen im Blick sind, eben wegen der zuerst mitgegebenen unsinnigen Fragebögen. Das wurde vom Doc bereitwillig angenommen und beantwortet: Ja, natürlich ist auch dieser Aspekt bekannt.

Den Ausschlag hat wohl jetzt das DIVA-5-Interview gegeben.

Fange in einer Woche mit Ritalin adult an.

Bin noch ein bisschen fassungslos. Ich war echt zu der Überzeugung gelangt, irgendwas anderes, ich hätte mich in eine fixe Idee hineingesteigert und sei verrückt. Es war so beruhigend zu erfahren, dass mein ursprünglicher Instinkt richtig lag.

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Ich hab mich in vielen von deinen Posts wiedergesehen (v.a. an den Zweifeln, dem unzureichenden Kindheitsfragebogen usw.), wie hattest du es denn dann geschafft, die Diagnose zu kriegen? Hast du bei deinem ursprünglichen Diagnostiker nochmal nachgefragt, ob man das nochmal aufgreifen könnte, oder hattest du eine Zweitmeinung eingeholt? Oder hattest du nie eine negative Diagnose erhalten, trotz unzureichenden Ergebnissen beim Wurs-K?

Hi Nea, meinst du mich?

Also ich war nie negativ diagnostiziert worden, es hat sich nur alles so unfassbar lange gezogen, unnötig lange.

  1. Termin im März: Interview, dann HASE und WURS-K mitbekommen sowie den Auftrag, einige Parameter einzuholen: MRT d. Schädels, EKG, Blutbild, Grundschulzeugnisse, vorhandene Arztbriefe meine psych. Vorerkrankungen betreffend.
  2. Termin im Juli: Die Tests wurden ausgewertet, da ich aber keine Zappelphilippa war, haben die nichts hergegeben, der Doc wollte ADHS aber auch nicht ausschließen. ERST DANN habe ich das DIVA-5-Interview mitgegeben bekommen, zum selbst Ausfüllen. In die Freifelder habe ich an einigen Stellen mal mehr, mal weniger eintragen können an Symptomen, die ich entweder im Laufe des letzten Jahres entwickelt hatte oder nach heutigem Wissensstand als relevant eingeschätzt habe. DIVA-5 ist ja viel ausführlicher, und da habe ich mich echt wiedererkannt. War auch irgendwie verbittert: Warum habe ich den nicht beim 1. Termin mitbekommen? Warum musste ich jetzt wieder 4 Monate warten?
  3. Termin vorgestern: Mit angeknackstem Vertrauen hin, aber auch dank dieses Forums schlauer und etwas selbstbewusster. DIVA-5 abgegeben, zusätzlich mal den großen ADHS-Selbsttest, der Doc hat ja wohl die nötige Kompetenz, einzuschätzen, ob er ihn mit berücksichtigen will oder nicht. Bevor ich wegen der Auswertung das Büro nochmal kurz verlassen sollte, habe ich mir ein Herz gefasst. Ich sagte zum Arzt, dass ich nicht an seiner Kompetenz zweifle und mir das auch nicht zustehe, ich bin nur Laiin. Aber wegen des sehr einseitigen WURS-K sei mein Vertrauen etwas angeknackst und dass ich Angst hätte, durch’s Raster zu fallen, was gerade bei Mädchen und Frauen durchaus eine reale Gefahr ist. Ich sagte, ich hätte nicht wahrgenommen, dass dieser Umstand bisher berücksichtigt worden sei. Der Arzt hat sich das angehört und mir dann erklärt, dass das sehr wohl bekannt ist und auch berücksichtigt wird, aber halt auch die Kindheit untersucht wird. Ich wollte nicht mehr nachhaken, es hätte mich wirklich interessiert, warum ich DIVA-5 trotzdem nicht schon zusammen mit dem anderen Kram bekommen habe, aber okay.

Ergebnis des Ganzen: Ja, er diagnostiziert ADHS bei mir, Hyperaktivität nur in Form von Impulsivität und moderater motorischer Unruhe. Mir fiel so ein Stein vom Herzen, so hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt: Erleichtert, ernst genommen zu werden. Weil, ich meine, ADHS bei Erwachsenen ist ja echt eher noch so ein Stiefkind der Medizin, und ich hatte selber den Verdacht entwickelt, recherchiert, mich vermeintlich reingesteigert…. ich dachte, nicht, dass ich jetzt noch den Arzt beeinflusst habe. Habe ihn tatsächlich gefragt, ob er sich sicher sei. :sweat_smile::face_with_peeking_eye: Weil er ist jetzt nicht der charismatischste Mensch unter der Sonne; er meinte es sicher freundlich, aber er hat einen Satz gesagt, der mich beunruhigt hat: “Sehen Sie, hat es doch noch geklappt mit der Diagnose.” Als hätte ich unbedingt ADHS diagnostiziert bekommen WOLLEN. Daher dann meine vorsichtige Frage, ob er sich sicher sei.

Am Ende sagte er noch “Dann ist es ja gut, dass Sie jetzt die positive Diagnose haben.” Darauf habe ich geantwortet: “Es ist gut, dass ich KLARHEIT habe, das wollte ich.” Also alles in allem fühle ich mich immer noch etwas mulmig. Schließlich weiß man doch, dass man sich nicht selbst disgnostizieren kann und soll. Das Auslöseszenario vor einem Jahr ist doch auch recht seltsam - Die neuen Symptome begannen bei mir ja nach der 2024-Hochsaison auf meiner Arbeit, die diesmal mengenmäßig heftig war, die mich aber diesmal nicht in einen Rückfall (Depression und Angst) gestürzt hat, sondern die ich relativ gut abgerissen habe. Nur, dass dieser hocheffiziente innerliche Katatrophenmodus irgendwie nicht mehr aufhörte und die Energie allmählich begann, mich aufzufressen.

Wenn man öfters Kopfschmerzen hat und nach ausführlicher Googlerecherche einen Gehirntumor diagnostiziert, wird ja auch hinterfragt. Und wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass man als Laie mit der Einschätzung richtig liegt?

Sorry, das war jetzt ein echter Schreiberguss. Grill mich bitte nicht, @Iwan , falls du den jetzt auch für nicht hilfreich hältst. ich entschuldige mich schon mal vorab.

Ich warte jetzt mal ab, wie das Ritalin wirken wird. Wenn es mich wider Erwarten aufpusht, habe ich wohl doch kein ADHS und mich in was reingesteigert.

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Hallo @lalupa,

Nein, du wirst nicht gegrillt. (Hab ich so einen rabiaten groben Eindruck gemacht?)

Ja, dein Schreiberguss war lang. Nicht zu lang für mich, sondern ausreichend lang, um deine Situation nach vollziehen zu können. Kann ich gut verstehen, dass du dich nicht um die Diagnose einer neurobiologischen Besonderheit gerissen hast.

Meine erste Reaktion auf meine Diagnose war Erleichterung. Viele Dinge in meiner Vergangenheit konnte ich mir dadurch erklären und in einem milderen Licht sehen. Die zweite Reaktion war ein leichtes Erschrecken. Das habe ich geerbt und es ist unheilbar. Lediglich mit Medikamenten lassen sich die Symptome zeitweise dämpfen. Also nehme ich welche. Sie helfen.

Wenn ich so manche Beiträge hier im Forum anschaue, kann ich nur dankbar sein, dass es mir so gut geht. Meine Diagnose hab ich (mit 3 Jahren Verspätung) problemlos bekommen, kann mit Medikamenten experimentieren und habe (von etwas höherem Blutdruck abgesehen) keinerlei unangenehme Nebenwirkungen.

Ich hoffe und wünsche dir, dass du mit positiven Erwartungen deinen Weg weiter gehst und dass es dir mit den Medikamenten mindestens genauso gut geht wie mir.

Liebe Grüße