ADHS-i und Schmerzen in den Sehnenansätzen

Hi !

Mein ADS wurde erst mit 40 diagnostiziert. Kurz danach zog ich mit meiner Frau zusammen und wurde Papa.

Der Stress nahm also extrem zu.

Schon vor der Geburt meiner Tochter hatte ich bemerkt, dass beim Sport meine Sehnenansätze immer weh tun. Das wurde schlimmer und ist jetzt - 3 Jahre später - nur noch mit Prednisolon (Cortison) zu bekämpfen. Schmerzmittel wirken fast nicht.

Ich habe in den letzten 3 Jahren sehr viel Diagnostik betrieben. Rheumatologie, Schmerzarzt, Neurologin, Orthopädie, diverse MRT Aufnahmen.

Keiner findet einen Grund.

Die Fakten bleiben aber:

  • Schmerzen in den Sehnenansätzen nach Sport
  • Jeden Morgen aufstehen mit Rückenschmerzen, die im Laufe des Tages besser werden
  • Prednisolon 20-15 mg helfen gut
  • Zusätzlich kommt noch, dass meine Muskeln in Füßen , Händen und Zunge nach starker Anspannung nicht mehr loslässt
  • Starke Erschöpfung ab Nachmittag

Vermutung:

Durch ADHS habe ich ständige Anspannung, die Entzündungen an den überreizten Sehnen auslösen

Jetzt meine Fragen:

  • Kennt das jemand?
  • Gibt es irgendwo in Deutschland einen Arzt, der ADHS mit daraus resultierenden Schmerzen kennt und behandelt?
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Frage: Nimmst du etwas gegen dein ADHS?

Ich kenne jedenfalls Schmerzen aller Art und überall im Körper ohne Befund - also psychosomatisch.
Mit der Behandlung durch Medikinet ist das besser geworden.

Direkt einen Arzt kenne ich nicht. Aber ich war in Buching/Halblech auf Reha, die sind auf alle möglichen Erkrankungen in der Richtung spezialisiert und haben auch einen „ADHS-Spezialisten“, auch wenn das nicht explizit auf der Website erwähnt wird.

Hi !

Ich nehme seit der Diagnose 2019 Elvanse - mit großem Erfolg.

Ich mache zusätzlich Neurofeedback (sehr hilfreich) und bin in Psychatherapie.

Damit hatte ich das erste Mal das Gefühl mein Leben im Griff zu haben.

Es sind bei mir halt nicht Schmerzen überall, sondern immer nach stärkerer Bewegung Schmerzen in den Sehnenansätzen der bewegten Muskeln.

Ich habe auch einen hohen Muskeltonus - wie geschrieben mit Schwierigkeiten einfach loszulassen.

Ich habe hier auf der Seite ja gelernt, dass dies mit ADHS nicht unüblich ist.

Schmerzen und ADHS sind ja scheinbar auch nicht unüblich, aber weder mein Psychiater, noch meine Schmerzärztin kennen diese Kombination.

Ich überlege jetzt in eine Psychosomatische Klinik zu gehen (2019 war ich in Bad Bramstedt). Aber es soll eine sein in der die Kombination ADHS und Schmerz bekannt ist.

Ich finde es auch spannend, dass Prednisolon als Einziges bei mir die Schmerzen dämpfen kann.

Ich habe im Rahmen der Rheuma Diagnostik auch MTX und Humira genommen, die beide nichts bewirkt haben.

Prednisolon wirkt ja auch auf den Dopamin Haushalt (neben der Entzündungshemmung) - ich kann halt nicht herausfinden, ob es nicht etwas anderes gibt, was mir helfen kann.

Cannabis wirkt bei mir sehr stark - ich esse Abends zum schmerzlosen Durchschlafen ca 0,2G unverarbeitete Blüten (etwas, was ja kaum Wirkung zeigen sollte), aber damit schlafe ich deutlich besser durch und wache nicht mit Schmerzen auf.

Das Prednisolon ist halt auf Dauer nicht gesund - und immer, wenn ich die Dosis langsam senke kommen Schmerzen und depressive Schübe.

Mit Kind, Partnerin, meinen Hobbies und Full-Time-Job bin ich aber im Alltag schon so gefordert, dass ich extrem Erschöpft bin und nicht allen gerecht werden kann.

Es ist wirklich deprimierend.

Hallo @SirAubrey ,

es gibt bei Youtube im Kanal ADHS 20+ einen Vortrag, der sich mit ADHS und körperlichen Komorbiditäten beschäftig. Schmerzen, z. B. durch Fibromyalgie, gehören unbedingt dazu. Ich bin gerade zu faul zum raussuchen des Links, solltest du aber finden können.

Hast du die Einnahme von Elvanse jemals pausiert und haben sich die Schmerzen verändert?

Hast du auch schon Osteopathie ausprobiert. ?

Ja ich habe pausiert und das Ergebnis ist noch mehr Überforderung. Aber kein Effekt auf die Schmerzen. Zumindest nicht nach 1-2 Tagen. Länger habe ich nicht pausiert, denn ich muss ja funktionieren (Kind, Job …)

Ich hatte mit Methylphendiat ein ähnliches Problem, d.h. Schmerzen in mehreren Gelenken, deren Ursache über Monate nicht gefunden wurde. Dass das MPH etwas damit zu tun hat, habe ich allerdings zufällig festgestellt als ich es zwei Wochen nicht genommen habe. Anschließend habe ich in den Beipackzettel geguckt.

Hat es ein Arzt bei dir denn mal in Erwägung gezogen?

Nein, bisher nicht.

Das lohnt mal zu testen!

Danke!

Ich habe das Sehnenproblem auch, aber schon viel länger, und ich hatte es schon, bevor ich mit MPH angefangen habe. Ich hatte auch die Vermutung, dass es von angespannter Muskulatur kommen könnte. Dehnen hilft manchmal, aber es kommt mir sonst meistens unberechenbar vor. Es tut ein paar Wochen weh, und irgendwann geht es weg, ohne dass ich weiß, warum es kam oder warum es ging. Ich hatte auch schon die Theorie, dass mein Körper zu wenig eigenes Cortisol produziert, und ich deshalb schnell Entzündungen bekomme, die dann übermäßig lange nicht mehr weggehen. Ich habe bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass Ärzte eine Hilfe sind. Also falls du dem Problem mal auf die Spur kommst, lass es mich wissen.

Ich habe Schmerzen seit 2 Jahren in der linken Armbeuge rechts, das kam allerdings bei mir vom übertrieben Rumgehantel damals. Manchmal ist es weg manchmal kommt es wieder, unter Medikation ist es aber besser. Anlaufschmerz mal mehr mal weniger Morgens sowieso.

Vielleicht hilft folgender Beitrag vom Winkler weiter. :+1:

:purple_circle: Noradrenalin – Schmerzhemmung auf Rückenmarksebene

  • Alpha-2A-Rezeptoren im Rückenmark hemmen die Weiterleitung von Schmerz
  • Bei chronischem Stress oder Dysregulation (wie bei ADHS/PTBS) funktioniert das oft nicht mehr
  • Noradrenalin wirkt hier wie ein „Spinales Schmerzpflaster“ – wenn es denn verfügbar ist

:red_circle: Glutamat – der Verstärker

  • Exzessives Glutamat = Schmerzverstärkung (z. B. bei Fibromyalgie)
  • Dysbalance in Glutamat-GABA kann das Schmerzgedächtnis chronifizieren