ADHS in der Landkarte des Geistes

Wurde mir zugeschickt, habs noch nicht gelesen, aber ich lege es mal hier ab:


Bildquelle und Artikel: <LINK_TEXT text=„https://www.spektrum.de/news/die-wurzel … obal-de-DE“>Psychische Störungen : Die Wurzeln psychischer Krankheit - Spektrum der Wissenschaft</LINK_TEXT>

edit: gibt es hier keine Möglichkeit die Abmessung eines Bildes zu beeinflussen?

Spannend.
Ich lese immer, dass AD(H)S mit Autismusspektrumsstörungen erhebliche genetische Übereinstimmungen hat - das passt für mich auch.
Die Grafik deckt sich damit gar nicht…
Hatte zuletzt mit einem Artikel von Stephan Schleim zu kämpfen, der in Spektrum.de erschienen war. Der machte mich auch ziemlich ratlos bis unglücklich…

Viele Grüße

UlBre

(Hey, schön, von Dir wieder zu lesen, K. :slight_smile:)

Ich finde die Idee, so eine Graphik zu erstellen, klasse.

Allerdings finde ich es überraschend, daß Essstörungen hier als wenig naheliegend dargestellt werden.

Das deckt sich nicht mit dem, was ich als Laie so im Allgemeinen und hier im Forum gelesen habe. Da ich so einen Fall ADHS plus Esstörung in meinem Umfeld vermute, hatte ich mir die Konnection gemerkt…

Aber das ist aus meinem Munde natürlich nicht sachlich hartes Wissen…

Es wird auch nicht recht klar, woher die Grafik stammt. Der Text spricht von einer Studie aus 2009, die Bildquellenangaben von 2 Quellen aus 2018 und 2020…

Interessant finde ich nochmal die Verbindung von ADHS zu PTBS und umgekehrt.

Bei der PTBS liegt es ja auch noch daran wovon diese ausgelöst wurde .
Die kann dir ja mal eben Durch so Ein Ereigniss ins Leben hauen ,

ADHS steht auf der Landkarte an folgendem Platz: im Zentrum

Ich hab es alles schon mal ausgeführt hier <URL url="59% Häufigkeit von ADHS in der stationären Psychiatrie laut Studie text=„viewtopic.php?f=7&t=124“>59% Häufigkeit von ADHS in der stationären Psychiatrie laut Studie

Laut deines Hinweises aber im Zentrum der Hirnentwicklungsstörungen , hier geht es ja auch um psychische Störungen

Nicht nur im Zentrum der Hirnentwicklungsstörungen, sondern der Psychiatrie insgesamt. Ob der Anteil von ADHS jetzt 50% der Patienten dort ausmacht oder eher „nur“ 30%…selbst bei letzterem ist ADHS immer noch das Zentrum, quantitativ und insgesamt…

Kleines Update zur genetischen Überlappung der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen, von heute: <LINK_TEXT text=„https://www.spektrum.de/news/psychiatri … en/1744392“>Psychiatrische Diagnosen - Spektrum der Wissenschaft</LINK_TEXT>

Oje. Und was wird dann aus den Tiefenpsychologen, wenn das stimmt? :wink:

Nicht nur heutzutage quasi bizarr anmutende Modeerscheinungen im Verlauf der Geschichte von Psychiatrie und Psychotherapie wie Ödipus-Komplex, Phallus-Angst (nicht ADHS ist eine Modeerscheinung, sondern die teils „komischen“ Aspekte der Lehren von Freud sind eine, wenn auch seit 1900 recht lange dauernde, Modeerscheinung) gehören in die Mottenkiste, auch viele der entsprechenden Therapeuten gehören ob ihrer oftmals großartigen Verdienste, also „Verdienste“, um das Seelenheil ihrer Patienten in den wohlverdienten Ruhestand bzw. die wohlverdiente Privatinsolvenz bzw. zum Pfandflaschen-Sammeln in einem sorgenfreien Lebensabend.

Soll nicht heißen, dass Tiefenpsychologie und Psychoanalyse insgesamt für die Tonne wären, da sind auch viele gute Dinge dabei. Was jedoch diverse tiefenpsychologisch ausgerichtete Therapeuten in den letzten 50 bis 100 Jahren schon so alles angerichtet haben, we will not forget, we will not forgive, expect us.

Kleine Anekdote, Neuhaus hat mir mal gesagt, Freud wär selber einer (mit ADHS) gewesen :ok_hand:

Krass. Und mir hat Siggi gesagt, Neuhaus sei selber eine (mit Penisneid) gewesen :idea:

Cassiopeia

P. S. : Bin ja schon etwas länger auf diesem Planeten und konnte seinerzeit die ein oder andere Pfeifenlaenge mit ihm plaudern.

Update, in dem Fall zum bei Bipolarer Störung sehr häufigen „komorbiden“ Vorhandensein von ADHS <LINK_TEXT text=„https://www.psychiatrictimes.com/view/a … -treatment“>ADHD in Patients With Bipolar Disorder: Genetics, Diagnosis, and Treatment</LINK_TEXT>

Wobei für mich die Frage wäre, wie viele Fehldiagnosen unter den Bipolaren sind, die eigentlich „nur“ ADHS haben - inklusive der emotionalen Dysregulation, die wie eine bipolare Störung aussehen kann.

Das gilt auch für andere psychiatrische Diagnosen wie Narzissmus, wie Piero Rossi ausführt:

„Für viele, gerade auch prominente ADHSler stellt sich das Leben häufig wie ein Wettkampf oder eine Bühne dar. Solange sie Erfolge und Anerkennung haben, scheint auch die Stimmung blendend, nach aussen geradezu ‚euphorisch‘ zu sein. Im Inneren erleben sie sich aber als traurig bzw. erschöpft. Diese Menschen wirken dann ständig auf der Suche nach Reizen, weil sie die äußere Stimulation brauchen, um eine emotionale Anregung zu haben. Dies wiederum wird häufig mit Narzissmus gleichgesetzt, was aber unzutreffend ist“.

Man muss sich einfach mal die schillernsten Figuren der letzten paar TV-Jahrzehnte ansehen…

Halt ich für eher unwahrscheinlich.
Bipolar wechselt sehr viel langsamer zwischen Phasen, selbst beim rapid-cycling merkt man schon, dass jemand mindestens mehrere Tage in einer Phase ist, bevor das wieder wechselt, während es bei AD(H)S anlassbezogen hin und her gehen kann.

Meine Freundin hat ihre Stimmungsschwankungen gefühlt 5 mal pro Tag. Das ist Affektlabilität oder emotionale Instabilität bei ADHS. Bei Bipolarer Störung dagegen dauert die manische Phase Wochen und wie UlBre schon geschrieben hat, selbst bei Rapid Cycling hält die manische Phase mindesten mehrere Tage bis 1 oder 2 Wochen an. Dann bei Bipolarer Störung dazwischen die depressive Phase (die Manie ist das Feuer, die Depression die Asche), die dauert noch länger. Bei Bipolar II ist die manische Phase meist nur relativ schwach ausgeprägt, die depressive Phase steht in der Wahrnehmung im Vordergrund. ADHS und Bipolare Störung als Komorbidität, Kurt Cobain ist so ein Beispiel, wo beides vorhanden war.

Ja, das ist schon klar.

Aber viele haben ja auch über die Jahre mehrere Diagnosen von verschiedenen Ärzten angesammelt. Und da ist ja gängige Praxis, dass Patienten jeweils in die Schublade einsortiert werden, die am besten passt, auch wenn es nicht 100%ig hinkommt. Dies ist mW bei ADHS häufig der Fall, da ADHS bei Erwachsenen bei vielen Psychiatern immer noch nicht angekommen ist.

Das ist ja auch nicht meine Idee, sondern eine Info, die ich aus dem Netz habe. Weiß natürlich spontan nicht mehr genau woher…

Ich fand das noch mal Interresant
<LINK_TEXT text=„https://www.neurologen-und-psychiater-i … heitsbild/“>Bipolare Erkrankung: Krankheitsbild - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org</LINK_TEXT>
wieviel so an Symptomen sich auf dem ersten Blick mit ADHS überschneiden

Ich denke auch ein wichtiges Indiz ist , das Bipolar bei Kindern nicht so häufig auftritt und ADHS ja schon seit der Kindheit in der Regel sichtbar vorhanden war. Hab mal Bipolar und Kinder geggoglet
<LINK_TEXT text=„https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/g … erkrankung“>https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-kindern/psychische-erkrankungen-bei-kindern-und-jugendlichen/bipolare-störung-bei-kindern-und-jugendlichen-manisch-depressive-erkrankung</LINK_TEXT>

fand denn Satz noch mal sehr aussagend

[size=85]Interessant fand ich auf der Seite noch folgende „Diagnose“ Depression und Launenfehlregulationsstörung bei Kindern und Jugendlichen <LINK_TEXT text=„https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/g … 2592487_de“>Depression und Launenfehlregulationsstörung bei Kindern und Jugendlichen - Gesundheitsprobleme von Kindern - MSD Manual Ausgabe für Patienten</LINK_TEXT>[/size]

Und klar ist die Dauer ist mit ein Indiz der beiden Phasen. Bei uns viele äußerliche Faktoren schnell mal das eine oder andere ablösen können.
Also wenn mich gerade ein ereigniss z.B auf der Arbeit Depressiv gemacht hat und ich lese dann eine coole Idee hier im Forum , kan es schon reichen mich wieder zu motivieren.
Dann sind die meisten mit der Diagnose ADHS erstens erleichtert wenn sie sich darüber endlich verstehen und dann oft ja motiviert was zu ändern.
In der Mansichen Phase wird die die Diagnose Bipolar wohl häufig nicht angenommen werden, weil ja alles „gut“ ist .

Also wenn Bipolar und ADHS kormobid , dann echt nicht so einfach das direkt zu erfassen. Zeigt mal wieder wie wichtig die Kindheitsanamnese ist.

In der Tat. Des Weiteren gibt es neben Bipolar II Störung, wo die Euphorie, Hyperaktivität und auch Affektlabilität in der hypomanen Phase (die manische Phase bei Bipolar II ist eher subtil, daher spricht man von hypomaner Phase, wogegen die depressive Phase meist vollumfänglich vorhanden ist.) noch die Zyklothymie, sozusagen Bipolare Störung in subklinischer Ausprägung. Nun sickert zwar die wahre quantitative Dimension von ADHS bei der Zunft der Psychiater immer mehr durch, aber trotzdem wurde und nach wie vor wird massenhaft ADHS nicht erkannt und als Bipolar II oder Zyklothymie fehl gedeutet bzw. ich meine eher, ADHS generell unterdiagnostiziert (Das Umgekehrte passiert natürlich auch, aber im Ausmaß an Fehldiagnostik und Unterdiagnostik viel seltener als ADHS unterdiagnostiziert wird.).

PS: Neben der Zyklothymie gibt es noch die Dysthymie, die wiederum was ganz anderes ist. Im Verlauf der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass immer dann, wenn Dysthymie, also schwach ausgeprägte depressive Symptome über einen längeren Zeitraum, vorhanden ist, ADHS als Ursache oder Faktor dafür hochwahrscheinlich ist…