ADHS Medikamente und langsam verzweifelt!

Hallo, ich bin neu hier. Ich habe zwar schon vieles gelesen aber so richtig Hilfe gefunden habe ich nicht.

Mein Sohn 6 Jahre hat Mitte November mit Medikinet angefangen. Erstmal schien es so, dass es super anschlägt.

Zu Weihnachten lief dann auf einmal nicht gut mit ihm. Wir dachten es liegt einfach an der Aufregung aber sein Verhalten hörte nicht auf. Wir gingen dann notfallmäßig in die KJP. Dort sagte man, es ist ein Rebound vom Medikinet. Er wurde auf Kinecteen umgestellt. Das änderte Nichts, außer, dass er dann noch Schlafstörungen dazu bekam. Dann wurde Equasym probiert. Auch das wirkte nicht wirklich. Dann zuletzt jetzt Ritalin LA 20mg.

Sein Verhalten während der Einnahme war immer gut. Also er war konzentriert, das Liebste Kind der Welt. Aber morgens und wenn die Wirkung nachließ wurde er zu einem Monster. Er schlug uns Eltern und nicht nur einmal, nein, das ging so eine Stunde am Stück und Morgens direkt weiter. Er schreit das ganze Haus zusammen und lässt sich absolut nicht mehr beruhigen. Das geht solange bis er schläft. Dieses Verhalten gab es vor den Medikamenten überhaupt nicht. Hyperaktiv und unkonzentriert war er, aber nicht aggressiv. Das geht so weit, dass er absichtlich dort hin schlägt, wo es am meisten weh tut. Man kann nichts Mehr mit ihm Unternehmen.

Jetzt bei Ritalin finde ich es wieder ganz schlimm, zusätzlich ist mir aufgefallen, dass er während der Einnahme zu Nichts Lust hat und fast depressiv wirkt. Zudem hält es vllt 5 Stunden an, dann geht’s Wieder los mit Aggressione. Wir haben ihm zum Sport angemeldet, statt ausgepowert zu sein, ist er eher noch hyperaktiver und überdrehter?

Die KJP hilft überhaupt nicht. Die sagen nur, damit Müssen wir jetzt leben.

Er sagt auch, dass er eine Stimme im Kopf hat, die ihm sagt was er für böse Sachen machen soll. Ich weiß nicht in wie fern das nun wirklich eine Stimme ist oder er den Zustand mir so benennt. Dann sagt er selber, dass er es mag wenn er Ärger bekommt? Ich verstehe diese Situation nicht mehr. Ich möchte meinen Sohn zurück, wie er vor den Medikamenten war. Ich erkenne ihn nicht wieder.

Und ja wir haben die Medikamente schon abgesetzt, aber dann war er den ganzen Tag so wie oben beschrieben.

Wir haben bald einen Termin bei einer Kinder und Jugend Psychologin und Psychiaterin. Sie macht beides, aber ich weiß echt nicht weiter gerade. Das ist wirklich kein Zustand der so weiter gehen kann.

Vielen Dank für’s Lesen.

Oh je, das ist wirklich keine schöne Situation in der ihr da alle zusammen steckt.Die Aussage damit müsstet ihr jetzt leben ist ja wohl absolut unterirdisch. Die haben das Ausmaß wohl einfach nicht verstanden…
Ist er nur euch ggü. so aggressiv oder allgemein?
Leider fällt mir auch nicht viel ein, was hilfreich sein könnte.
Hoffentlich kann die Kinder und Jugendpsychiaterin das ein bisschen besser einordnen.
Falls ihr da nicht weiter kommt, wäre eine umfassende Diagnostik gut, notfalls stationär oder in der Tagesklinik, auch wenn´s schwerfällt.
Wenn das Verhalten tatsächlich „nur“ auf ADHS zurückzuführen ist, und andere Sachen ausgeschlossen werden können, wären vielleicht Spiegelmedikamente eine Option, z.B. Guanfacin oder Atomoxetin, um eine dauerhaftere Wirkung zu bekommen.
Ich wünsche euch viel Glück und viel Kraft :four_leaf_clover: :people_hugging:

Hey vielen Dank für deine Antwort. :face_holding_back_tears:

Darüber habe ich auch schon gelesen, Intuniv wäre vllt ja eine Idee.

Ich verstehe auch nicht, wie man sagen kann, kommen sie klar damit. Man kann eigentlich nichts mehr planen oder machen. Selbst Sport bringt nichts, danach ist er nur noch hyperaktiver und überreizter. Die einzige Hilfe die man bekommt ist, dass man das Kind mit promethazin ruhig stellen soll oder übers Wochenende in den Kindernotdienst, wenn wir das nicht aushalten können. Das ist ja gefährlich für uns und für ihn.

Er provoziert auch fremde Menschen sehr, was wirklich unangenehm ist.

Vor den Medikamenten gab es solch ein Verhalten nicht. Da haben wir Eltern uns gefragt, ob wir das überhaupt versuchen sollen, weil wir alles doch ziemlich gut in Griff hatten. Außer die Konzentration natürlich, da er bald eingeschult wird haben wir uns dafür entschieden. Ich bereue es sehr!

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Mach dir keine Vorwürfe, ihr habt die Entscheidung für die Medikamente nicht leichtfertig getroffen, sondern um das Beste für euer Kind zu tun. Um ihm einen guten Start in der Schule zu ermöglichen und viele frustrierende Erfahrungen zu ersparen.
Das ist ein gutes Motiv und die jetzige Entwicklung konnte niemand voraussehen.
Ich wünsche euch weiterhin alles Liebe und viel Kraft! :people_hugging:

Hallo Liebe Mama

Vorweg: Leider kann ich auch nicht wirklich helfen. Ich selbst bin 24 Jahre alt und habe erst gerade mit Medikamenten begonnen. Die Nebenwirkung von starker Gerzeitheit habe ich bei mir ebenfalls bemerkt. Dass ich nicht gerade eine sehr dicke Haut habe, ist mir bekannt, aber so genervt, habe ich mich selbst nicht wiedererkannt.

Damit leben muss man ganz sicher nicht und diese Aussage ist alles andere als akzeptabel!

Es dauerte ganze zwei Jahre mit vielen gesundheitlichen Beschwerden und zahlreiche Arzttermine bis ich zu meiner Diagnose kam. Vielleicht kann ich euch davon etwas mitgeben:
Es ist immer sehr schwierig die direkte Ursache zu finden, aber es einfach hinzunehmen ist keine Option. Man sollte immer mehrere Faktoren im Blick haben. Natürlich können es auch einfach Nebenwirkungen vom falschen Medikament sein. Hat sich abgesehen von den Medikamenten sonst etwas für deinen Sohn geändert? Kinder sind sehr feinfühlig und reagieren oft empfindlich auf neue Lebensumstände, Verhaltensänderungen etc. Das zu hinterfragen ist natürlich Sache der Psychologin, aber könnte dir vielleicht auch etwas helfen. Noch viel wichtiger, falls ihr die Möglichkeit habt: Arztwechsel. Als ich mein Arzt gewechselt habe, hat sich mein Leben verändert! Es ist notwendig, dass man sich von der Ärztin/vom Arzt ernst genommen fühlt. Jeder Arzt hat jeweils ein etwas anderer Ansatz und demnach neue Kenntnisse. Mein Tipp aus eigener Erfahrung: Falls immer möglich, wählt eine weibliche Ärztin und wechselt den Arzt so lange, bis ihr wirklich zufrieden seid!

Oft ein zusammenhängendes Problem (oder vielleicht auch das Hauptproblem) bei AHDS ist das überreizte Nervensystem. Vielleicht finden ihr zur Regulation noch andere Ansätze.

Macht euch keine Vorwürfe! Fakt ist, es ist nicht einfach und ihr gibt euer Bestes!
Akzeptiert auf keinen Fall ein “damit muss man leben”. Es ist das MINIMUM, dass ein Arzt seine Patienten und ihre Probleme ernst nimmt und sich für eine gesundheitliche Verbesserung voll einsetzt und alles in seiner Macht stehende dafür tut und ausprobiert! Das ist sein Job! Deswegen wird man Arzt! Mamas sind eine Naturgewalt! Ihr rockt das! (So viel zu meiner Motivationsrede, aber von Herzen ernst gemeint :))

Ich glaube daran, dass ihr das schafft! Viel Kraft!

Wie lange habt ihrs denn ohne versucht?

Sicher dass die Dosis nicht zu hoch ist?

Dann wäre eine Möglichkeit, nach 4.5 Stunden eine kleinere Dosis nachzugeben (ca. 1/2 der ersten Dosis).

Nein, ganz sicher nicht!

5h ist eine Wirkdauer für Ritalin retardiert, die absolut im Rahmen ist. Deshalb gibt man meist noch eine weitere Dosis, so dass die Wirkung dann einsetzt, wenn die der ersten Gabe aufhört. Meist ist das spätesten 30 min vor Wirkende. Die Dosis nr 2 ist geringer als die erste. Auch bei 6jährigen ist nach 5h noch viel vom Tag übrig.
Wenn nochmal 5h Wirkdauer zu lange ist, dann kann man unretadiertes nehmen. Achtung 20mg Ritalin retard entsprechen 10mg unretadiert. Die 2. Dosis sokkte also niedriger sein z.B. 5mg. Aber auch hier muss man die ootimale Dosis individuell auftitrieren, wie bei der ersten Dosis des Tages auch.
Ziel ist auch den Rebound abzumildern.

Wie habt ihr die Dosisfindung durchgeführt? Und welche Dosierungen wurden von den verschiedenen Präparaten dann jeweils geteste und wie lange? Ein paar mehr Details dazu, wären hilfreich für alle, um ggf Empfehlungen oder Ideen beitragen zu können.

Und hab Mut, es ist noch nichts verloren. Manchmal braucht die Findung des passendes Medikaments einfach mehr Zeit. Ich hoffe, dass dir noch ein paar der Personen antworten, die Erfahrung mit Kindern haben.

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Wie wurde eindosiert? Welche Dosis wie lange wie oft am Tag?
Koffein (Cola) ist zu 100 % ausgeschlossen?
Hat er autistische Züge?

Oh je sehr herausfordernde Situation und die Aussage der Kjp mehr als unbefriedigend. In sehr seltenen Fällen, kann Ritalin, gerade bei Überdosierung, Psychosen auslösen. Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass dein Kind eventuell zu hoch dosiert ist oder die Art Wirkstoff tatsächlich nicht das richtige für dein Kind ist. Arzt wechsel und begleitete ein Dosierungen eines passenden Medikaments halte ich hier echt für sinnvoll. Eventuell sogar stationär.