ADHS-Medikation - Ritalin, Elvanse, Wirkung?

Hallo zusammen,
bei mir wurde vor einiger Zeit ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert. Beruflich komme ich gut voran, habe aber u. a. mit mangelnder Konzentration, Impulsivität, innerer Unruhe und einer fehlenden Work-Life-Balance zu kämpfen, was sich auch auf mein Privatleben auswirkt.

Ich nehme seit Kurzem Ritalin Adult (10 mg morgens, 10 mg mittags), kann die Wirkung aber noch schwer einordnen. Teilweise fühle ich mich „anders“, hatte auch schon eher unangenehme Nebenwirkungen und frage mich, ob sich mit der Medikation nicht nur problematische, sondern auch positive Eigenschaften verändern könnten.

Zudem habe ich gehört, dass Elvanse für manche besser funktioniert, wurde mir aber bisher nicht verschrieben.

Daher meine Fragen an euch:
Wie waren eure Erfahrungen mit Ritalin bzw. Elvanse?
Wie habt ihr die Wirkung beschrieben (Vorher/Nachher)?
Lieber mit oder ohne Medikation?
Welche Vor- und Nachteile habt ihr erlebt?

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte!

Ich bin noch am Eindosieren.

Habe mit Medikenet retard angefangen. Das ging leider gar nicht. Ich war absolut verplant, todesmüde und zu nichts zu gebrauchen. Trotz ganz niedriger Dosis. Un rebound am Nachmittag mit dem Gefühl “jetzt muss ich alles nachholen was den Tag nicht ging”. Ausserdem liegt mir Frühstücken einfach nicht.

Habe jetzt Lisdexamfetamin (Elvanse) und kommen damit bisher sehr sehr gut zurecht. Angefangen bei 20mg 30 Tage lang. Weniger geraucht, weniger social media, weniger ungeduldig. Jetzt erhöht auf 30mg, fühle mich ruhiger und ausgeglichener, eskaliere nicht so schnell, …

Allerdings muss ich meinen Blutdruck im Auge behalten.

Woher weißt du denn, dass 10 morgens, 10 mittags die richtige Dosis ist? Man testet doch verschiedene Dosen aus eigentlich?

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Ich nehme seit Juni 2025 Ritalin, angefangen bei 10 mg, inzwischen bin ich bei 30 mg morgens. Mir geht es super damit. Ab und zu habe ich einen schnelleren Herzschlag / Puls, aber nicht besorgniserregend. Ich musste mir frühstücken angewöhnen, aber das ging recht schnell. Mir geht es damit wunderbar, ich hab endlich wieder mehr Energie, kann mich mehr fokussieren und das Gedankenkarusell ist nicht mehr ganz so schlimm bzw kann ich es schneller stoppen.

Ich bin immer noch gesprächig, hab sehr viele Interessen und Projekte, finde Dinge nicht so schnell und solche Sachen. Aber es geht mir damit deutlich besser.

Du bist noch in der Eindosierung. Das kann 4-8 Wochen dauern. Gewöhnlich dosierst du langsam auf und findest erstmal deine richtige Dosis. Danach wird weiter geschaut und gegebenenfalls das Medikament gewechselt.

Ich habe mit Methylphenidat (auch zeitweise Ritalin) angefangen und kann es nur empfehlen.

Die Ärzte sind teilweise unterschiedlich in der Eindosierung. In der Regel hälst du deine Dosis mindestens 5-7 Tage bei, bevor du sie langsam erhöhst (auch hier wieder darauf achten 5-7 Tage 20-10 zu nehmen). Da halte dich bitte an die Anweisungen deines Arztes.

Die Vorzüge von Ritalin (MPH) sind, dass du individueller dosieren kannst. Ich habe an besonders langen Tagen eine dritte Dosis (30-20-10) genommen. Bei Elvanse ist das (meiner Erfahrung nach) nicht möglich.

Auch kann man Ritalin auch mal weg lassen. Das habe ich bei Elvanse auch schon, doch hier sprechen viele von einem Grundspiegel, der erst nach 3 Tagen erreicht ist und somit Pausen einen weniger sinnvoll erscheinen lassen.

Positiv bei Elvanse ist, dass es keine zweite Dosis gibt, die ich “vergessen” kann :sweat_smile: . Es ist wichtig, die Zweite Einnahme vor dem Wirkloch, der Medikamente, zu nehmen. Dazu kannst du dich hier im Forum noch schlau lesen :wink:

Ich finde sowohl Ritalin (MPH) als auch Elvanse gut.

Die Wirkung ist teilweise individuell. Es hat sich vieles verbessert und manches ist geblieben. Die Medikamente sind keine Wundermittel. Sie helfen mir, besser mit mir und meinem Umfeld umzugehen. Ich habe inzwischen Zeit gewonnen zwischen Aktion und Reaktion, dass heißt, ich bin Überlegter und weniger Impulsiv aber ich unterbreche immernoch :adxs_rolleyes:

Ich hatte mir mehr Motivation erhofft, da wurde ich eines besseren belehrt. Lust aufzuräumen habe ich immer noch nicht, aber wenn ich es mache, bleibe ich besser dabei und lasse mich weniger ablenken. Ich lerne mich besser zu Strukturieren und wenn es nicht klappt mir zu Verzeihen.

Ich möchte die Medikante nicht mehr missen, da sich meine Lebensqualität enorm gebessert hat. Aber es ist ein langer Weg bis dahin und bleibt ein Weg mit ADHS bis zum Ende.

Ich hatte bisher nur Methylphenidat, aber von verschiedenen Firmen, retardiert und unretardiert. Aktuell habe ich Methylphenidat-HCI-ratiopharm, und zum ersten Mal fühle ich mich, als würde ich Placebo nehmen. Davor hatte ich immer eine deutlich wahrnehmbare Wirkung. Und das, obwohl die Dosierung jetzt höher ist mit 18mg plus morgens noch 5mg unretardiert, davor hatte ich in letzter Zeit meistens 10mg retardiert plus 5 mg unretardiert genommen.
Elvanse habe ich nicht probiert, und werde erstmal herausfinden, welches MPH von welcher Firma am besten wirkt. Denn an sich war ich mit dem MPH bisher sehr zufrieden. Die von Ratiopharm sind wahrscheinlich eher an Kinecteen angelehnt, die entfalten die Wirkung langsamer, dafür länger. Aber heute hatte ich sogar mal die doppelte Dosis probiert, also 36mg und dafür die 5mg unretardiert weggelassen, und ich merke gar nichts. Es wundert mich, dass das so unterschiedlich sein kann.