ADHS möglich ? Test Ergebnisse IQ Test ein Hinweis?

Hallo ,

ich bin noch recht neu in der Materie , auch wenn ich mich schon längere Zeit mit dem Thema beschäftigte , da meiner Meinung nach bei meiner Tochter einiges passen würde . Zu dem wäre es gut , wenn vielleicht jemand Ahnung von der Interpretation von IQ Test Ergebnissen hat , denn da fällt ja etwas aus bzgl erster und zweiter Test .

Also folgendes :slight_smile:

meine Tochter ist ein unheimlich pfiffiges und wissbegieriges Mädchen . Schon als Kleinkind ist sie in der Kita und beim Kinderarzt etc. als sprachlich unheimlich weit aufgefallen . Mit 5 Jahren hatte sie sich dann das Lesen selbst angeeignet und unheimlich gerne , viel und gut gelesen .

Durch die Grundschule ist sie so durchgeflogen , ohne auch nur eine Sekunde zu Hause was machen zu müssen , fernab von Hausaufgaben .Der Wechsel aufs Gymnasium lief super ab und sie kommt super mit und die ersten Noten sind auch alle 1-2.

So schön und gut , allerdings leidet sie auch seit dem Kleinkind Alter unter einer Schwäche der Impulskontrolle. Sie steigert sich unheimlich rein , wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung läuft . Das zeigte sich auch zeitweise in unglaublichen Wutanfällen, aus denen sie kaum den Ausstieg fand .

Allerdings ausschließlich im familiäreren Umfeld . In der Schule und bei Freunden und in der Öffentlichkeit, ist sie unheimlich angepasst und maskiert in geradezu Perfektion . Dadurch wird sie überall als sehr wohlerzogenes , liebes , beliebtes , pfiffiges Mädchen beschrieben . Ist sehr beliebt , hat viele Freunde . Der Bericht ihrer Lehrerin liest sich wie ein Chat Gpt Code : beschreibe ein kluges , höfliches , soziales Mädchen :sweat_smile:. Und zu Hause fallen dann die Masken und es kann gehörig knallen .

Mit 5 stellte ich sie deshalb das erste Mal beil Psychologen vor und mit 10 Jahren erneut .

Wir wurden ohne eine Diagnose entlassen . Es wurde zwei mal ein IQ Test gemacht , der unterschiedlich ausfiel. Der Psychiater allerdings sagte, dass die Tests gut zusammenpassen und plausibel sind es sowieso nur Mindestwerte wären .

Liegt es an dem Arbeitsgedächtnis , dass Test zwei vom Gesamtwert so abweicht? Und wäre das ein Hinweis , dass eine ADHS Komponente möglich wäre ?

Die Anfälle sind schon sehr anstregend für sie und für uns alle . Aber ich vermute , dass sie so gut maskiert, dass da deshalb nichts offizielles diagnostiziert wird .

Die Test Ergebnisse

Lebensalter: 5;08 Jahre, Zeichenalter: 6;08 Jahre

WPPSI-III (Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence- Third Edition): (Test

wurde reifungsbedingt an zwei Terminen durchgeführt):

Gesamt-IQ:122 überdurchschnittlich

Verbalteil-IQ:

118 überdurchschnittlich

Handlungsteil-IQ:

123 überdurchschnittlich

Verarbeitungsgeschwindigkeit-IQ:

122 überdurchschnittlich

Allgemeine Sprachskala-IQ:

110 durchschnittlich
Verhaltensbeobachtung: Ausgesprochen motiviert, keine Hinweise auf Konzentrations-

, macht ausdauernd mit, motorisch ruhig, freut sich über Erfolge , versteht Aufgabenstellungen sofort.

Test 2:

Leistungsdiagnostischer Befund:

Kognitive Leistungsüberprüfung mittels WISC-V:

Gesamt-IQ (G-IQ): 110 ~ durchschnittlich

Index Sprachverständnis (SV): 118 ~ überdurchschnittlich Index Visuell-Räumliche Verarbeitung (VRV):

119 ~ überdurchschnittlich

Index Fluides Schlussfolgern (FS): 112 ~ durchschnittlich Index Arbeitsgedächtnis (AGD): 94 ~ durchschnittlich Index Verarbeitungsgeschwindigkeit (VG): 119 ~ überdurchschnittlich

Leistungsprofilanalyse Subtestebene:

Individuelle Stärke: Symbol-Suche

Hat jemand vielleicht Erfahrungen und einen ähnlichen Verlauf ? Würde mich sehr freuen über Antworten :blush:

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Hallo @Sanshi90 und herzlich willkommen,

deine Tochter hat den „Nachteil“ dass sie nicht auf den Kopf gefallen ist und dass sie sich gut außer Haus verstellen kann. Eigentlich ein Riesenvorteil, aber nicht wenn man eine ADHS-Diagnose bekommen möchte.

Aber das Verstellen kostet unglaublich Kraft. Zu sagen, sie macht ja in der Schule keine Schwierigkeiten, finde ich zynisch.

Ihr Arbeitsgedächtnis ist zwar Mittrlmäßig aber aus den restlichen Ergibnissen fällt es schon raus. wenn sie a(u)dhs hast kann es tatsächlich sein das sie noch intelligenter ist

Hallo,

was ich zu den Tests recherchieren konnte: WPPSI-III und WISC-V lassen sich nur bedingt vergleichen, andere Verfahren, andere Normen, dazu je 5 bis 7 Punkte Schwankung. So weit liegen 122 und 110 also nicht auseinander.

Im WISC-V reichen ihre Werte von 94 (Arbeitsgedächtnis) bis 119, bei so einer Spanne sagt der Gesamt-IQ wenig aus. Frag mal nach dem „Allgemeinen Fähigkeitsindex“ (AFI), der rechnet das Arbeitsgedächtnis raus. Ich vermute, der läge deutlich höher.

Ein schwaches Arbeitsgedächtnis kommt bei ADHS öfter vor, beweist aber nichts. Das eigentliche Problem ist das Maskieren: Wer nur zu Hause explodiert, fällt durchs Diagnoseraster, gerade Mädchen. Such dir eine Stelle mit Erfahrung bei Mädchen und Hochbegabung und schreib die Ausbrüche vorher genau auf.

Auf ADxS.org gibt es dazu den Bereich „Hochbegabung und ADHS“.

Alles Gute euch.

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Eigentlich ist das doch ein Grund erleichtert zu sein, oder?
Dein Kind ist intelligent, die Qualitäten zeigen keine Ausreißer nach unten.

Um ihre Intelligenz mache ich mlr auch keine Sorgen . Selbst wenn der Test , warum auch immer , 85 ergeben hätte , wäre mir trotzdem Klar , dass sie gut dabei ist und das zeigen ja auch ihre schulischen Leistungen . Es ging eher darum , ob der Test ggf Hinweise noch in eine Richtung zeigt .

Denn zu Hause ist es echt nicht immer einfach und die impulsartigen Ausbrüche können echt spektakulär sein . In der Schule oder woanders würde sie niemals so ein Verhalten zeigen und hat es auch noch nie . Und klar , wenn der Psychiater so einen Bericht der Lehrerin liest und dann das Kind so im Test erlebt usw, dann noch ihre Zeugnisse usw , zeichnet das ja ein ganz ganz anderes Bild ab

Es war auch schon ein Kleinkind zB so , dass sie extrem auf Reize reagiert hat .

Sie hat eine 2 Jahre ältere Schwester , die auch eine gute Schülerin ist , aber ein ganz anderes „Nerven Kostüm hat . Mit meiner ersten Tochter konnte ich in ein Einkaufs Zentrum gehen und danach kam noch Besuch und sie hat geschlafen hat sich verhalten als wäre nie was passiert , bei Tochter 2 hätte so ein Tag dazu geführt , dass sie drei Tage komplett durch gewesen wäre mit stundenlangen schreien und sie hätte ne Woche kaum geschlafen .

Als Baby waren es die unermüdlichen Schrei Attacken , die einen verunsichert haben und ab Kleinkind Alter die Anfälle .

Aber woanders , in der Schule usw war sie immer unauffällig , restlos . In einer Kita Gruppe (unter 3) zeigte sich das Verhalten ebenfalls und die Kita holte sich Hilfe einer EZB . Nach Beobachtungen und Gesprächen mit der sozial. Pädagogin, gab es einen vorzeitigen Gruppen Wechsel in die über 3 Gruppe ( da war sie 2) und ab da war sie wieder unauffällig in ihrem Verhalten

Moin! :slight_smile:

Ich habe noch Nachfragen zu den durchgeführten Tests:
Wurde der erste Test mit fünf und der zweite Test dann später mit wievielen Jahren durchgeführt?

Es ist so, dass sich ein Kind im Alter von fünf Jahren noch sehr in der Entwicklung befindet und beispielsweise einen sog. Entwicklungsvorsprung ggü. gleichaltrigen Kindern zeigen kann. Dieser kann sich entweder verdichten in Richtung Hochbegabung oder aber noch von den Gleichaltrigen aufgeholt werden, so dass später kein Vorsprung mehr besteht.

Sprich: Je älter das Kind desto aussagekräftiger sind die IQ-Testwerte, ab ca. 12-14 Jahren sind sie dann normalerweise sehr stabil bis ins Erwachsenenalter. Was nicht heißt, dass nicht ein vierjähriges Kind mit IQ 140 getestet und mit 12 dann nochmal mit 142 getestet/„bestätigt“ wird. Einige Kinder- und Jugendlichenssychotherapeutinnen testen aber gerne erst ab dem (Ende) Grundschulalter, um einigermaßen brauchbare Ergebnisse zu erhalten.

Meistens kommen die Kinder, die leicht überdurchschnittlich begabt sind, am besten durch die Schule…

Liebe Grüße und alles Gute! :four_leaf_clover:

Der erste Test wurde mit 5,5 Jahren durchgeführt und der zweite Test mit 10 Jahren . Der Arzt bzw. Psychiater sagte , dass das super zusammen passe ..Ich hätte es mir vllt genauer erklären lassen sollen , aber weil meine Tochter bei dem Gespräch dabei war und absolut scharf darauf war den Wert zu erfahren , was sie aber nicht sollte , habe ich es nicht gemacht .

Ein weiterer Test wurde noch gemacht ( aber kein IQ Test ), mit folgenden Werten :slight_smile:

Leistungsdiagnostischer Befund:

Visuelle Wahrnehmungsentwicklungsüberprüfung (DTVP-3):

Generelle Visuelle Wahrnehmung: Standardwert: 117~ überdurchschnittlich

Visuomotorische Integration: Standardwert: 97 ~ durchschnittlich

Motorikreduzierte

visuelle Wahrnehmung:

Standardwert: 129~

überdurchschnittlich

Zusammenfassend erzielte XY demnach ein überdurchschnittliches Ergebnis. Keine

Hinweise für

"visuelle Wahrnehmungsentwicklungsdefizite fein-/graphomotorische Schwächen

Name habe ich rausgenommen

Ich habe mir sagen lassen, dass IQ Tests, deren Ergebnisse mehr als 23 Punkte auseinander liegen nicht standardmäßig ausgewertet werden dürfen.

Weil die Ergebnisse nicht zusammen passen.

Und da wären wir bei ADHS. Ein hoher IQ und eine geringe Fähigkeit Wissen abzurufen, zu verarbeiten und ordentlich wiederzugeben, sind ein deutliches Anzeichen für ADHS.

Es ist absolut frustrierend, wenn man sein Potential nicht nutzen kann.

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Bei mir lag das sooo weit auseinander xD xD.

ich hatte Arbeitsgedächtnis etc 76, und verbal etc 113 .

Ich merke jetzt schon mit Medis übrigens das ich jetzt Rechnungen und Überlegungen unter 1 Sekunde stattfinden und nicht ½ Minute brauchen.

( der online test fuers logik denken bei mensa gerade hatte 102 ,( bei der diagnostik hatte der Kram noch 83)

Muster eines ADHS-Profils.
Was mir bei deinen Werten aufgefallen ist, das AGD scheint etwas abzuweichen, nur im Verhältnis. Laut meinen Unterlagen kann das ein Hinweis auf eine Depression sein, aber man darf diese IQ-Tests niemals überbewerten.

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Ja ich mache mir einfach ein paar Gedanken .

Das sollte kein Wunsch sein nach Bestätigung , dasss sie ein cleveres Mädel ist , das weiß ich und das sagte auch der Psychiater usw ..egal welchen Wert sie da erreicht hätte , ob 80,100,120 oder 130. es ist klar , dass sie gut klar kommt mental . Ich denke , dass ihr realer IQ irgendwo da in der Mitte zwischen beiden Tests sein wird , vermutlich eher nicht 110, vllt aber auch nicht 122..vllt so 115 -117. Aber das spielt im Grunde ja auch keinerlei Rolle .

Aber …..

Ich mache mir für ihre Zukunft halt ein paar Gedanken :slight_smile:

1: wie viel Anstrengung kostet sie diese permanente Maskierung , fast den gesamten Tag ?

Das muss doch heftig sein und kann das nicht irgendwann Auswirkungen haben und dann echt zB Depressionen auslösen usw ?

2: sie wird älter ..Hormone knallen irgendwann . Wird sie es überhaupt schaffen diese Maske , die ihr ja den arsch im Alltag rettet , dauerhaft aufzusetzen ? Oder wird sie auch irgendwann Auffälligkeiten zeigen , außerhalb des privaten Umfeldes ?

3: geht durch diese Anstrengung ggf. wirklich Potential verloren und die könnte mehr erreichen ?

Das sind alles so Gedanken , die ich mir als Mutter mache . Weil halt die Differenz privates Umfeld und öffentlich geradezu spiegelverkehrt von ihrem Verhalten oft sind .

Da ist es mir im Grunde erstmal egal ob der IQ 110, 114, 118 oder 125 ist ..irgendwo da wird sie wohl sein . Aber ich mache mir einfach ein paar Sorgen , die aber nicht so ganz von Experten ernst genommen werden , weil sie eben so unfassbar pups unauffällig sich überall verhält

Hallo @Sanshi90

was Du über die Reizempfindlichkeit schreibst, ließ mich als erstes an Autismus denken. Seit dem Babyalter extrem reizoffen, draußen völlig unauffällig, und zu Hause kommt nach einem ganz normalen vollen Tag der Zusammenbruch. Das klingt weniger nach Wutausbrüchen als nach Meltdowns, also Entladung nach Überlastung. Gerade Mädchen passen sich draußen oft so perfekt an, daß es niemand merkt („Masking“).

Ich würde bei der Diagnostik ausdrücklich darum bitten, Autismus mit abzuklären. ADHS und Autismus kommen auch oft zusammen vor (AuDHS), das eine schließt das andere nicht aus. Am besten bei einer Stelle, die sich mit Mädchen auskennt.

Und schreib die Ausbrüche auf: Auslöser, Dauer, wie lange sie danach braucht, bis sie wieder bei sich ist. Das sagt mehr als jeder Lehrerbericht.

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Ich vermute tatsächlich auch , dass es was in dieser Richtung ist . Ggf so ein Mischbild.

Aber irgendwie so gut maskierend, dass sie durch sämtliche Raster fällt und nirgendwo genau reinpasst . Die ist halt nicht der Junge , der den Unterricht stört oder Figuren aufreiht usw . Absolut gar nicht .

Habt ihr Tipps für den Raum Münsterland ?

Wenn man die Berichte halt auch noch so liest , würde man meinen : mein Gott , dir Mutter hat doch einen Weg. Läuft doch wunderbar alles . Beliebt , pfiffig , gute Noten , viele Freunde , motorisch fit usw . Aber zu Hause kann es echt gehörig abgehen und das nicht erst seit gestern .

Noch aus dem Bericht zB:

Während der Untersuchung arbeitete xy motiviert, ausdauernd und konzentriert; ihr Arbeitstempo war überwiegend sehr hoch, bei einzelnen Aufgaben zeigte sie sich jedoch zögerlich und unsicher, obwohl sie diese inhaltlich gut bewältigen konnte.

Wir erlebten insgesamt ein wissbegieriges, pfiffiges und für ihr Alter recht weit entwickeltes Mädchen, das neugierig und aufgeschlossen mit der Therapeutin interagierte. Xy zeigte sich bezüglich ihrer Wutanfälle reflektiert und veränderungsmotiviert. Die Mutter erlebten wir als fürsorglich und in enger Beziehung zu xy.

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Ins Münsterland hab ich selbst keine Verbindungen, aber zwei Stellen hab ich gefunden:

Das Autismus-Therapiezentrum vom DRK Münster hat eine Liste mit Stellen für Autismus-Diagnostik bei Kindern, nach Postleitzahl sortiert:

Die Uniklinik Münster hat eine Spezialambulanz für Autismus in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Laut der Liste nimmt die aber nur Familien aus Münster selbst – das würd ich vorher telefonisch klären.

Was Du über die Berichte schreibst, ist genau das Problem: ein Kind, das draußen alles richtig macht, liefert den Fachleuten nichts, was sie sehen könnten. Deshalb würd ich bei der Anmeldung gleich sagen, daß es um Maskieren bei Mädchen geht und daß das Verhalten zu Hause der eigentliche Befund ist

Das kann jedenfalls niemand ausschließen. Ohne ADHS-Behandlung in die Pubertät kommen kann grandios schief gehen. Falsche Freund*innen, Mutproben, Drogen, Teenagerschwangerschaft. Zwischendurch geht sie einen Tag in der Woche in die Schule und schreibt weiter Einsen. Ich übertreibe jetzt, aber darauf ankommen lassen solltet ihr es nicht.

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