Adhs oder HSP

Hallo zusammem,

bin neu hier und stell mich mal kurz vor.

Ich bin männlich, Migrantenkind, Ende 30 und bin ein hochsensibler Mensch. War früher als Kind eher der schüchterne und introvertierte Typ. Bin ich zwar heut in fremder Gesellschaft immer noch, aber unter Freunden oder Kollegen blühe ich auf und bin sehr humorvoll, gesprächig…

In der Schule hatte ich eigentlich keine Probleme mit Konzentration. War bis zur 6. Klasse immer einer der Besten. Mathe, Sport, Grammatik, Rechtschreibung sehr gut. Ab der 7.Klasse nach dem Gang aufs Gymnasium wurden meine Noten schlechter und ging am Ende mit einem schulischen Teil des Fachabiturs von der Schule ab. Habe leidenschaftlich Fussball gespielt bis ins Erwachsenealter.

Als Kind war ich nicht vergesslich, aber etwas impulsiv und bin heute immer noch. Aber in der Öffentlichkeit weniger, eher innerhalb der Familie. Vergesslich bin ich auch mal, Handy , Schlüssel oder EC Karte verlegen etc.

Bin ein ungedulgider Mensch. Grübeln gehört zu meiner „Lieblingsbeschäftigung“. Auch wenn ich mit Freunden am Reden bin, bin ich kurz mit den Blicken ganz woanders und denke vor mich hin. Die Freunde bemerken das natürlich gleich und fragen lächelnd, wo ich denn gerade wieder bin.

Termine vergesse ich eigentlich kaum. Lege viel Wert auf Ordnung, Hygiene etc. Als Chaotisch würde ich mich nicht bezeichnen.

Meine Frage lautet, ob man als Adhsler unbedingt auch chaotisch sein muss ? Denn viele meiner Symptome passen bis auf das Chaotische.

Danke schonmal für eure Antworten.

Hallo,
herzlich willkommen hier im Forum!
Ich denke, du passt schon gut hier hin.
Lies einfach mal etwas hier mit… und natürlich bei Adxs.org
Alles Gute!

Hallo und herzlich Willkommen. Lies dich hier mal in Ruhe ein und hab dann einen guten Austausch.

LG Murmel

Hallo Khan,

herzlich willkommen im ADXS-Forum! :smiley:

Mal abgesehen davon, in welche „Schublade“ du eingeordnet wirst, fehlt mir jetzt das Problem, das du hast.

Denn eine Störung hat man ja nur, wenn etwas stört. :wink:

Ich will hier keineswegs behaupten, dass du kein Recht auf eine Störung hättest, und will dir nicht einreden dass es dir gut geht.

Nur aus deinem Text geht das nicht sehr hervor. Ist ja auch schwierig, denn wir alle gewöhnen uns ja auch an Dinge, mit denen wir schon lange leben, und wenn wir dann davon erzählen, hört es sich vielleicht harmloser an als es eigentlich ist.

Viele Grüße
Falschparker

Hallo nochmal und danke für eure Begrüßung.

Eigentlich fühl ich mich nicht gestört, auch wenn ich oft denke, dass ich anders bin oder anders fühle als die Anderen.

Aber es interessiert mich brennend, ob es bei mir nur die Hochsensibilität ist oder doch eine vlt abgeschwächte ?Form von Adhs.

Hallo und herzlich Willkommen Kahn,

man kann auch beides haben :wink:

"Gestört! fühle ich mich in dem Sinne auch nicht, aber vom ADHS im Alltag schon manchmal sehr gestört, oder ich habe etwas gestört.

Man kann beides haben und trotzdem so weit gut durchs Leben kommen.

Die Diagnose dient ja letztendlich dazu, Zugang zu Therapie und Medikamente zu bekommen, oder auch bei größerer Einschränkung eine Behinderung eingetragen zu bekommen.

Du kannst bei ADXS.org ja mal die Tests machen

aber es spricht ja auch überhaupt nichts dagegen, wenn man keine offizielle Diagnose hat und nur Anätze von beidem, sich hier auszutauschen und Rat zu holen.

Wer weiß vielleicht hast du auch die ein oder andere Strategie entwickelt von der man noch was lernen kann.

Es gibt genug, die sind haben sich irgendwie ganz gut durchs Leben geschlagen und die Schwierigkeiten kamen erst im mittlerem Erwachsenenalter wirklich zum ausdruck, weil nix mehr ging.

Ich glaube, wenn du noch drei Beiträge schreibst, werden weitere Forenbereiche für dich lesbar, dann empfehle ich dir auch die Suchfunktion zu Hochsensibilität etc…

Ja, das verstehe ich gut.

Dann bist du natürlich in einer besseren Situation als die, die unbedingt Hilfe suchen und nicht wissen wo und wie.

Aber: Das kann sich entwickeln! Wenn man sich an sich gewöhnt hat, weiß man auch nicht unbedingt wie es besser sein könnte.

An meiner ADHS störte mich die Unorganisiertheit und dass ich viel vergaß und im Beruf sehr ineffektiv gearbeitet habe, dafür suchte ich dringend Hilfe.

Die bekam ich auch, aber was ich gar nicht gesehen hatte (!!), war wie impulsiv und unausgeglichen ich war, und dass ich nicht ständig mit meiner Frau stritt, weil diese so schrecklich gewesen wäre, sondern weil ich so ein Rüpel war.

Das wurde durch die medikamentöse Behandlung quasi ungebeten auch viel besser. :smiley:

Was mich auch interessieren würde, ob durch die medikamentöse Behandlung auch die Vergesslichkeit und Unorganisierheit sich bessert ?

Das, was in der Selbsthilfeliteratur als Hochsensibilität bezeichnet wird, ist ja keine Krankheit oder Störung, sondern ähnelt eher einer Persönlichkeitsvariante, ebenso wie ADHS eine sein kann. Ich denke, da gibt es deutliche Überschneidungen, möglicherweise ist es einfach dasselbe.

Pathologisch wird es aber erst, wenn ein deutlicher Leidensdruck da ist, allerdings nur bei ADHS, da hochsensibel ja keine Diagnose ist.

Hast du denn einen Leidensdruck?

Das ist jetzt etwas lustig, es klingt so wie wenn Kinder sagen, ich will auch mal Bundeskanzler werden, aber dafür muss man ja Frau sein.

Wie ich oben schrieb, die Unorganisiertheit war was mich störte (und wofür ich begann Medikamente zu nehmen), die Impulsivität hatte ich nicht als Problem wahrgenommen.

Also, die Antwort ist natürlich ja.

Vergesslichkeit- ich muss immer noch Vieles im Kalender aufschreiben, aber mit Medikament lese ich wenigstens gelegentlich mal nach was ich aufgeschrieben habe.

Hallo Khan,

herzlich Willkommen von auch einem Frischling. Habe die Diagnose ADHS erst vor ca. drei Wochen bekommen, heute kam der Brief aus der ADHS-Ambulanz.

Da bin ich bei Dir. Ich bin quasi ein wandelnder Terminkalender und vergesse oder verbasle auch kaum Termine. Das war in meiner Jugend allerdings anders. Inzwischen erscheine ich zu jedem Termin oft viel zu früh und kann noch „Zeit absitzen“ (und ungeduldig sein :smiley: ) - aber ich hasse Unpünktlichkeit und was ich selber nicht haben kann, das will ich auch niemand anderem zumuten.
(Das wiederum kann mich sehr unter Druck setzen, wenn ich, trotz genügend Puffer, z. B. unvorhergesehen eeeeewig im Stau stehe und die Uhr unaufhörlich und sehr schnell gen Termin tickt.)

LG

@Schusselchen @Khan
Das, was ihr schildert, wird im Zusammenhang mit ADHS Überkompenstorische Selbstorganisation genannt, allerdings nur dann, wenn durch den Mehraufwand andere Bereiche vernachlässigt werden. Kommt übrigens gar nicht so selten vor…

By the way: Kürzlich erfuhr ich, dass offenbar in ADHS-Anamnesegesprächen häufiger die Frage vorkommt, ob man in der Lage sein, ein Adressbuch zu führen. Diese Frage kann ich definitiv mit nein beantworten. :lol: