Vielen Dank für deine Antwort, @MrsADHS ![]()
Zur Einnahmezeit:
Die Einnahmezeit von Elvanse hängt tatsächlich mit meinen Schlafproblemen stark zusammen. Idealerweise stehe ich um 7 Uhr auf und nehme dann Elvanse. Ich habe aber selbst dann Schlafprobleme, bin dann sehr lange wach und wenn ich am nächsten Tag keinen festen Termin habe, ignoriere ich meine Wecker und schlafe ich länger. Dann stehe ich erst zwischen 10 und 12 Uhr, in Extremfällen um 14 Uhr auf.
Da geht der Teufelskreis dann natürlich weiter. Mittlerweile wäge ich dann ab, ob ich an dem betreffenden Tag überhaupt Elvanse nehme (z.B. wenn schon 14 Uhr ist) oder ich nehme dann teilweise weniger (z.B. 20-25 mg), in der Hoffnung, abends besser schlafen zu können, was in der Regel aber auch nicht wirklich klappt.
Mir ist bewusst, dass das gerade mit dem Steady State von Elvanse richtig doof ist, aber irgendwie muss ich mit der konkreten Situation einen Umgang finden. Das ist auch ein Grund, warum ich mir vorstellen kann, dass MPH in meiner Situation besser sein könnte (wobei ich noch nicht so tief im Thema MPH drin bin und ich nur ein paar Mal mitbekommen habe, dass es wohl keinen Steady State hat). Auch, dass MPH in der Regel eine kürzere Wirkdauer hat, käme mir so gesehen sehr entgegen und ich könnte dann vielleicht „flexibler“ auf solche Situationen reagieren (?).
Wie schon gesagt, ich habe in den letzten Monaten sehr versucht, das Schlafthema in den Griff zu kriegen, aber es klappt einfach nicht.
Zum Thema Essen:
Die Essensprobleme waren bei jeder Dosis gleich vorhanden. Vor allem kriege ich nichts runter, wobei ich mir teilweise auch die Zeit nicht nehme, wenn ich gerade im Hyperfokus an etwas arbeite. Hauptproblem ist aber das nichts runterkriegen. Ich habe zwar ein Hungergefühl, aber ich habe einfach Null Appetit. Auch wenn ich dann etwas zu Essen vor mir habe, bekomme ich kaum etwas runter. Es ist dann keine Seltenheit, dass ich bis 16 Uhr nichts esse. Appetit habe ich erst abends (so ab 18-20 Uhr, das variiert). Ich frühstücke in der Regel nichts und war auch vor der Medikation keine große Frühstückerin. Wenn ich um 7 Uhr aufgestanden bin, habe ich erst gegen 11/12 Uhr etwas gegessen.
Genug zu essen war vor der Medikation übrigens nie ein Thema bei mir. In den letzten Jahren war ich eher am oberen Ende des Normalgewichts (BMI bei etwa 24), jetzt bin ich in einem sehr normalen Bereich (aktueller BMI: 22).
Zum Thema Psychotherapie:
Aktuell bin ich nicht in Psychotherapie und habe es momentan auch nicht vor, sofern ich nicht einen Platz bei einem Therapeuten bekomme, der sich explizit mit ADHS auskennt. Da habe ich schon die Hand voll Therapeuten in meiner größeren Umgebung abtelefoniert und nicht mal einen Wartelisteplatz ergattert. Das wird also erst mal nichts.
Ich war vor meiner Diagnose bei mehreren psychotherapeutischen Angeboten, inkl. einem Jahr Verhaltenstherapie. Das hat mir alles nicht nur nichts gebracht, sondern am Ende eher noch geschadet: ich habe irgendwann gemerkt, dass meine Therapeutin mit ihrem Latein am Ende war und auch nicht mehr weiter wusste, was dazu führte, dass ich mir die Frage stellte, wie kaputt ich doch sein muss, dass mir nichtmal eine Psychotherapeutin weiterhelfen kann (die immerhin ein Studium, Psychotherapeutenausbildung und jahrzehntelange Berufserfahrung hat - wer soll mir dann noch helfen können?). Das hat mich erst richtig verzweifeln lassen. Danach hat es nochmal ein Jahr lang gedauert, bis meine Psychiaterin dann endlich auf die Idee kam, dass ich keine Depressionen, sondern ADHS haben könnte.
Da ich außerdem sehr viele Bücher zu psychischen Themen lese, konnte die mir nichts neues sagen, was ich nicht schon wusste. Insofern werde ich mich mit Büchern (und dem Forum) weiter mit den Themen beschäftigen.
Und Danke für den Tipp mit dem Ritalin – ich informiere mich gerade in Richtung MPH und das ist auf jedenfall ein guter Hinweis ![]()