ADHS-Symptome mit Elvanse - Überdosierung, Unterdosierung oder andere Ursachen?

Hallo zusammen,

aktuell bin ich in der Eindosierung von Elvanse. Seit dem 08.12.25 nehme ich 20 mg, vom 25.12. bis 04.01. habe ich etwa 10 Tage lang 40 mg genommen und nehme seit dem 05.01. wieder 20 mg, nachdem ich bei 40 mg massive Schlafprobleme hatte. Bei dem Termin zur Medikation meinte meine Psychiaterin, sie würde mir beim nächsten Termin vermutlich 30 mg verschreiben. Dieser Termin ist nun in einer Woche.

Ich bin gerade sehr unschlüssig, ob eine höhere Dosis als 20 mg wirklich besser ist oder vielleicht sogar eine niedrigere. Ich wäre für den nächsten Termin gerne gut vorbereitet, um das mit der Psychiaterin sinnvoll besprechen zu können. Dazu wäre ich für euren Input dankbar.

Vorab: Grundsätzlich hat sich mit Elvanse schon einiges in meinem Leben verbessert, auch wenn sich das folgende wahrscheinlich anders liest.

Positive Veränderungen mit Elvanse:

  • Besseres Anfangen von Aufgaben
  • Besseres reinkommen in den Hyperfokus bei Aufgaben (=> gleichzeitig auch negativ, denn wenn der Hyperfokus sich auf nicht sinnvolle Sachen richtet, komme ich ebenso schlecht wieder raus)

Negative Veränderungen mit Elvanse, die ich vorher nicht oder nicht so ausgeprägt hatte:

  • Erhöhte Wut/Impulsivität: Kleinigkeiten können mich innerlich zum explodieren bringen, zum Teil lasse ich das auch raus, auch an anderen (also dass ich sogar fremde Leute anschnauze, was ich sonst niemals tun würde)
  • Vermehrte „Schusseligkeit“, z.B. denke ich ein Wort und schreibe ein anderes. Beim Mails schreiben muss ich drei Mal Korrektur lesen und dabei Fehler berichtigen, die ich sonst noch nie bei mir gesehen habe.
  • Vermehrte Sprunghaftigkeit: wenn ich gerade etwas mache, fällt mir währenddessen plötzlich ein anderes To-do ein, was ich dann unbedingt jetzt sofort machen muss.
  • Unpünktlichkeit: Ich bin auch unpünktlicher geworden, weil ich zwar weiß, wann ich los muss und bis zu einem gewissen Punkt auch immer gut im Zeitplan bin, aber dann kommt plötzlich Idee x, die ich „nur mal kurz“ mache, und schon bin ich wieder in dieser Hektik drin.

Also insgesamt eigentlich recht typische ADHS-Symptome, die ich vor Elvanse zwar auch hatte, aber nicht so extrem wie jetzt.

Andererseits bin ich mir unsicher, ob es wirklich am Elvanse selbst liegt:

  • Meine ADHS- Diagnose ist noch relativ frisch und ich beschäftige mich seitdem sehr viel mit ADHS. Ich kann mir gut vorstellen, dass mir dieses Verhalten jetzt nur viel mehr auffällt als vor der Diagnose. Vielleicht maskiere ich auch weniger?
  • Mit Elvanse spüre ich zwar Hunger, aber habe aber gar kein Appetit. Häufig nehme ich die erste Mahlzeit erst 5 bis 8 Stunden nach der Einnahme von Elvanse ein. Ich weiß, das ist alles andere als optimal, aber ich bekomme vorher einfach kaum etwas runter. Könnte das auch zu leichterer Reizbarkeit/Wutausbrüchen führen, aber auch zu „Schusseligkeit“?

Daher bin ich über eure Einschätzungen dankbar, ob sich das nach Über-/Unterdosierung anhört oder eher nach anderen Ursachen als Elvanse.

Hi,

klingt für mich nicht nach optimaler Dosierung… leider kann ich dir nicht sagen ob 30 oder 10 mg zunächst besser sein könnten. Ich habe hier eben einen interessanten Beitrag von @SneedleDeeDoo gelesen, vielleicht hilft der auch für dich weiter?

Ich habe in meiner eigenen Eindosierung mit 20mg gestartet und wöchentlich um 10mg erhöht, hatte sehr interessante Phänomene von anfangs ok zu zwischendrin schrecklich zu jetzt ists gut mit 50mg aufgeteilt auf zwei Dosen 30/20mg im Abstand von 3-4 Stunden. Ich konnte definitiv feststellen, dass Kaffee einen sehr ungutes Effekt hat und würde unbedingt bei der Eindosierung auf Koffein jeglicher Art verzichten. Und essen ist mega wichtig. Ich kann bis zu vier Stunden nach Einnahme nicht essen (hatte morgens noch nie Hunger) aber wenn ich dann weiter nichts esse werde ich sehr gereizt. Also tu dir den Gefallen und sorg für dich…

Es ist halt wichtig sich gut zu versorgen mit trinken, essen, schlaf, pausen!!! Um feststellen zu können, wie es sich mit der derzeitigen Dosierung verhält. Dabei fand ich auch die Eindosierungshilfetabelle super wertvoll, um äußere Ursachen im Blick zu behalten.

Um wieviel Uhr nimmst du denn bzw. nahmst du die 40mg?

Ich glaube ich würde an deiner Stelle die 30 mg probieren, aber sie morgens nicht so spät (!) nehmen und auf all das oben beschriebene achten, sowie die Tabelle führen. Wenn das nach einer Woche nicht wirklich besser ist und vielleicht wieder schlafprobleme auftreten, vielleicht nochmal neu beginnen mit 10mg und langsam hochdosieren.

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Danke für die Antwort und deine Erfahrungen, das ist wirklich hilfreich! :slight_smile:

Koffein nehme ich nicht mehr zu mir, seit ich Elvanse einnehme - und das, obwohl ich vorher kompletter Koffein-Junkie war und es quasi auch Teil meiner Persönlichkeit war. Aber mit Elvanse “brauche” ich es auch nicht mehr, ich bin auch so wach.

Die Eindosierungshilfetabelle führe ich auch, außerdem beobachte ich zusätzlich noch meinen Zyklus nach NFP, um die Wirkung von Elvanse während des Zyklus besser beobachten zu können.

Bei den 40 mg war das so eine Sache… an den ersten drei Tagen habe ich 20 mg um 9 Uhr und 20 mg um 12.30 Uhr eingenommen, danach begannen meine extremen Schlafprobleme. Ab Tag vier bin ich zwischen 12.30 Uhr und 14 Uhr aufgewacht (früher ging es einfach wirklich nicht) und habe dann direkt 40 mg genommen.

Generell war frühes Aufstehen bei mir schon immer ein großes Problem. Das hat sich in den letzten Tagen aber sehr verbessert. Ich habe jetzt zu einem alten Trick gegriffen, der ohne Elvanse allerdings nicht wirklich langfristig geklappt hat: Eine Wecker-App, wo man zum Ausschalten des Alarms einen Barcode scannen muss, bei mir ist der Barcode im Badezimmer. Früher habe ich den Barcode gescannt und einfach wieder hingelegt, jetzt lege ich mich zwar wieder ins Bett, aber mache direkt meine Tageslichtlampe an und schau bisschen Quatsch auf YouTube, um entspannt in den Tag zu kommen. Um 7 Uhr klingelt der Wecker und gegen 8.30 Uhr starte ich dann so richtig in den Tag. Das klappt bis jetzt prima und ich habe die Hoffnung, dass diese Methode mit Elvanse längerfristig hält. So kann ich auch um 7 Uhr mein L-Thyroxin einnehmen und um 8 Uhr nehme ich dann meine 20mg Elvanse.

Und wegen der Essensprobleme habe ich auch eine Lösung gefunden: ich bereite mir abends schon für den nächsten Tag einen Smoothie mit Proteinpulver zu, den ich dann vormittag ganz gut runterkriege. Das Ding hat auch knapp 500 kcal, also auch ziemlich nahrhaft :slight_smile:

Mit diesen beiden Verbesserungen kann ich es mir auch wieder gut vorstellen, als nächstes 30mg Elvanse auszuprobieren. Ansonsten klingt die Idee auch sehr gut, mit 10 mg anzufangen und langsam hochzudosieren.

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Hm, ich verstehe nicht warum du nicht 40mg auf einmal genommen hast. Gab es da einen bestimmten Grund dafür?

Also ja, beim steigern halte ich die 10mg Schritte für das beste und denke das passt auch für die Mehrheit. Aber abgesehen davon, dass du nicht zuerst auf 30 mg gegangen bist, wieso gleich aufteilen?

Ich fand es für mich klar erst mal zu schauen wie es mir mit der einmaligen Einnahme geht, weil das teilen eigentlich off label use ist. Nachdem ich bei steigern mit morgendlicher Einnahme dann wusste wieviel für mich passt und wie lange die Wirkung anhält, nämlich nur bis 17/18 Uhr und da ich abends oft noch länger arbeiten muss, habe ich mich dann entschieden es mit gesplitteter Einnahme zu probieren. Aber da war die Dosis klar. D.h. erst Dosis finden, dann vielleicht Einnahme splitten oder auch nicht. Denn vielleicht braucht es das ja gar nicht.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich hierfür auch das OK meines damaligen Psychiaters, aber das ist ein anderes Thema.

Ich nehme morgens auch Schilddrüsenhormone, 30 Min später, so zwischen 7 und 8 Uhr nehme ich 30mg elvanse zu mir und ca. 3-4 Std. später und am besten VOR 12 Uhr die 20mg. Weil ich sonst auch nicht gut in den Schlaf komme.

Ich weiß, dass einige “Langschlafende” :laughing: Auch gute Erfahrungen damit gemacht haben, elvanse früh morgens im Halbschlaf einzunehmen und sich dann nochmal umdrehen. Damit sind sie beim aufstehen gleich gut dosiert (v.a. gut wenn man Kinder hat…) und durch die frühe Einnahme vermeidet man auch die Schlafprobleme.

Also nach dem was ich jetzt verstanden habe können deine jetzigen Probleme eher damit zu tun haben, dass Du unterdosiert bist. Ich würde die Eindosierung in 10er Schritten machen und auf 30mg gehen und die Einnahme früh morgens machen und erstmal nicht aufteilen, bis du weißt, wieviel es braucht.

Was war denn Deine Motivation gleich zu teilen?

Die Antwort ist schlicht und einfach, dass mir das meine Psychiaterin so gesagt hat. Sie hat mir Anfang Dezember eine Packung mit 20 mg-Kapseln verschrieben. Ich sollte mit 20 mg beginnen und gegen Ende des Jahres es mit zwei Kapseln versuchen, eine morgens und eine vormittags/mittags. Das habe ich genau so gemacht. Beim folgenden Termin (der am Montag ist) würde sie mir dann 30 mg verschreiben, wenn die 40 mg zu viel waren.

Bei dem Termin war ich noch sehr frisch im Thema ADHS und hatte von der Medikation selbst keine Ahnung (die sollte doch eigentlich der Facharzt haben :roll_eyes: ), deshalb wusste ich nicht, dass dieses Vorgehen eher unüblich ist und man Kapseln auch teilen kann. Hatte hierzu auch schon einen Thema erstellt ( Elvanse Eindosierung - Dosiserhöhung um mehr als 10 mg? ).

Bei meinem Termin am Montag möchte ich das aber ansprechen und nachfragen, ob ich die Kapseln auch teilen darf, um andere Dosierungen auszuprobieren.

Oooh! :roll_eyes:

Das ist ja spannend. Ich hätte gedacht zur Eindosierung erst mal nur einmalig nehmen… :thinking: Bevor man splittet. Wäre ja interessant, was Ihre Intention war… ?!

Man muss nur dann teilen wenn man mit 10 mg starten will, weil es diese Größe meines Wissens nicht gibt. Alle anderen Größen in 10mg Schritten kann man mit 20mg und 30mg kombiniert erzeugen. Also für die Eindosierung ist das das einfachste, beides zur Hand zu haben (2x20 =40 / 20+30 =50 usw.).

Ich habe mich bei meiner eigenen Eindosierung auch hier schlau gemacht was den Wirkverlauf angeht etc.

Vielleicht kennst du den Thread ja auch schon… ich meine irgendwo auch nochmal gelesen zu haben, warum neben off label Aspekt die einmaldosis bei Eindosierung Sinn ergibt.

Der hilft auch beim einordnen der Symptome finde ich

Für mich jedenfalls war es wichtig, erst mal zu schauen wieviel ich brauche bevor ich überlege, ob splitten für mich hilfreich sein könnte. :woman_shrugging:

Ich tippe mal darauf, dass sie mir einfach nur eine Packung verschreiben wollte, in diesem Fall eben eine Packung mit 20mg-Kapseln. Und weil ich nicht alle 1-2 Wochen einen Termin bei ihr habe, sollte ich wohl in der Zeit bis zum nächsten Termin mit der Dosis herumprobieren, wobei Kapsel teilen gar kein Thema war. So kommt mann dann auf die Idee, dass man auch mal zwei mal 20mg nehmen kann. So stelle ich mir jedenfalls vor, was sie sich dabei dachte.

Und daneben gehe ich davon aus, dass sie keine ADHS-Expertin ist, jedenfalls war sie auch nicht auf der Liste von ADxS. Ich würde morgen einfach mal nachfragen, ob sie mir beides verschreiben würde zur Eindosierung (also 20mg und 30 mg Kapseln) und falls sie das nicht möchte, ob ich Kapseln auch teilen dürfte.

Hallo @Fineless

Mir scheint, dass deine Psychiaterin Erfahrungen hat und weiß, dass die wenigsten mit einer einzelnen Dosierung für den ganzen Tag gut hinkommen. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Die zweite Dosis sollte möglichst nicht zu spät sein (bei mir vor 12),sonst kann es Schlafprobleme geben. Kommt halt drauf an, wie schnell dein Organismus den Wirkstoff verstoffwechsele. Ob die erste Dosis höher als die zweite sein sollte - meistens ja - kannst nur du für dich selbst durch Probieren herausfinden.

Eine Randbemerkung zum Off Label Use.

Medikamente durchlaufen einen Zulassungsprozess. Nur das was im Rahmen dieses zulassungsprozesses getestet wurde, dürfen die Hersteller auch in die Packungsbeilage schreiben. Und dürfen die Fachärztinnen eigentlich nur verordnen.

Folglich stehen bei all den Medikamenten, von denen die Hersteller behaupten, sie würden den ganzen Tag wirken, auch nur “einmal am Tag” Dosierungen drin. Es kann sein, dass es tatsächlich ADHS-Menschen gibt , wo das “einmal am Tag” zutrifft. Meine Erfahrung ist eine andere.

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Danke @Iwan , für deine spannende Perspektive! Darüber hatte ich noch nicht nachgedacht, dass sie vielleicht auch sehr gut weiß, was sie da macht :upside_down_face: Jetzt bin ich noch gespannter auf den Termin morgen und darauf, was sie sagt/verschreiben wird.

Kleines Update vom Termin heute: Die Psychiaterin hat heute derart ihre Inkompetenz bewiesen, dass ich mich intensiv nach einem anderen Arzt umsehen werde. Sie hat keine Ahnung von ADHS und Elvanse, was nicht nur blöd für mich ist, sondern auch gefährlich.

Ich kam gut vorbereitet an, um meine Anliegen vorzubringen und war guter Dinge.

Am Anfang hat sie direkt kurz gefragt, ob Elvanse geholfen hat. Das habe ich bejaht, dass Elvanse mir beispielsweise hilft, Aufgaben anzufangen und konzentriert zu bleiben, 40 mg aber definitiv zu viel waren. Sie hat mich dann direkt unterbrochen, bevor ich mit meinen Nebenwirkungen von 20mg Elvanse anfangen konnte, und meinte, dann probieren wir es mit 30 mg.
Sie wollte mir dann 60 Stück der 30 mg Kapseln verschreiben. Da habe ich nachgefragt, was ich dann machen soll, wenn ich merke, dass mir 30 mg zu viel sind. Sie meinte dann nur grinsend, das wird nicht zu viel sein. Ich habe dann nochmal nachgefragt “… warum?” Sie hat dann schon mit den Augen gerollt und gemeint, sie schon soooo gestresst und müde vom Tag (um 15 Uhr), dass sie mir das ganz platt erkläre: 20 mg sei nur etwas für Kinder. Wer als Erwachsener nur 20 mg braucht, der habe kein ADHS bzw. so schwach, dass man keine Medikation brauche.

Das hat mich sehr schockiert, weil ich dadurch den Beweis hatte, dass sie gar keine Ahnung von ADHS und Elvanse hat. Die Frage nach dem Teilen von Kapseln habe ich dann direkt gestrichen.

Eine Nachfrage konnte ich mir aber nicht verkneifen: „Und wenn mir 20 mg Elvanse aber trotzdem helfen, besser zurecht zu kommen, und 30 mg zu viel sind?“ Da hat sie mich angeschaut und mich nach meiner Größe und Gewicht gefragt (bin eine kleine, schlanke Frau) und hat dann gemeint „Naaaa guuuut, dann machen wir es eben anders…“

Sie hat mir dann 30 Stück 20mg und 30 Stück 30mg Elvanse verschrieben. Der nächste Termin ist im April.

Am Schluss, nachdem sie mich schon aus dem Zimmer schicken wollte, habe ich noch angemerkt, dass ich einen höheren Ruhepuls von etwa 90 bpm habe, beim leichten Aufwärmen auch bei 180 war und ob ich das mal checken lassen soll. Sie meinte erst, nö, das sei ja normal bei Elvanse, das braucht man nicht nochmal prüfen.
Habe dann gesagt, dass man eigentlich vor Beginn der Medikation mit Elvanse ein EKG machen lässt, woraufhin sie recht laut wurde und meinte, dass man das aber nicht bei gesunden 30-Jährigen macht. Erst als ich dann meinte, dass ich in zwei Wochen ohnehin einen Termin bei meinem Hausarzt hatte, meinte sie, dass ich dann auch ein EKG machen lassen könne.

Bin dann insgesamt ziemlich geschockt rausgegangen. Übrigens, der Patient nach mir war so schnell wieder draußen, da habe ich mir gerade noch im Wartezimmer meine Jacke angezogen. Da hatte jemand heute Nachmittag wohl wirklich keine Lust mehr, ihre Arbeit sinnvoll zu verrichten.

Tja, und jetzt bin ich bisschen verzweifelt, weil ich wieder nach einem neuen Psychiater suchen darf und es schon schwierig war, sie zu finden.

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Ohje, das klingt sehr anstrengend und kommt mir sehr bekannt vor, leider… :roll_eyes:

Aber immerhin verschreibt sie Dir elvanse, damit meine ich du kannst dich ja zwischendurch mit Bitte um Ausstellung eines neuen Rezepts melden und in Ruhe weitersuchen, oder? Ich finde auch das wichtigste ist nicht mal eine Expertin zu finden, es wäre schon toll wenn ein respektvoller Austausch stattfindet und man sich nicht gegaslightet fühlt. Und mal schauen wie die 30 mg wirken. Drücke dir die Daumen!

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Seit dem 30.01. nehme ich jetzt 30 mg und bin damit grundsätzlich zufrieden. Besser als mit 20 mg, aber ich habe das Gefühl, dass noch Luft nach oben ist.

Heute hatte ich allerdings einen sehr komischen Zustand: Um 8:45 Uhr habe ich Elvanse genommen, von 9:15 Uhr bis 15:30 Uhr hatte ich Frontalunterricht. Auch unter Elvanse kenne ich es, dass ich Tage habe, an denen ich mich gut konzentrieren kann, und manche Tage, an denen ich es einfach vergessen kann.
Heute hatte ich letzteres, aber in Extremform, wie ich es noch nicht kannte! Sowohl innerlich als auch körperlich war in so unruhig wie (gefühlt) noch nie.

Die innere Unruhe zeigte sich, indem ich z.B. alle zwei Minuten mein Mailpostfach auf dem Handy, die To-Do-Liste etc. prüfen „musste“. Also wirklich alle paar Minuten zwanghaft geprüft. Das hatte ich sonst nicht.

Körperlich habe ich entweder extrem mit den Füßen, Beinen und Fingern gewippt/gezappelt oder aber einfach minutenlang mit dem Kopf runter auf die Tischfläche „geschaut“ und nichts getan.

Nach einer Pause habe ich mich von der letzten Reihe nach ganz vorne gesetzt, um mich selbst zu „zwingen“, das Handy in der Tasche zu lassen. Da wurden dann die körperlichen Symptome stärker und ich hatte dann auch riesige Probleme, bis zum Ende des Unterrichts abzuwarten (leider mit Anwesenheitspflicht). Am liebsten wäre ich einfach aufgesprungen und gegangen. Mich hat es so fertig gemacht, sitzenbleiben zu müssen, dass ich dachte, ich bekomme das nicht hin.

Das ist vor allem deshalb so untypisch für mich, weil ich weniger der hyperaktiv-impulsive ADHSler bin, sondern eher der „verträumte“ ADHS-Typ.

Woran könnte das liegen?

Meine Herzfrequenz war übrigens den ganzen Unterricht über bei etwa 90 bis 100 bpm, teilweise noch drüber. Also auch relativ hoch, würde ich sagen. Letzte Woche war ich beim Arzt und hatte ein unauffälliges EKG und einen optimalen Blutdruck (120 zu 60) (beides etwa 60-90 min nach Einnahme von Elvanse).

Ein Tag ist nicht aussagekräftig.
Dafür gibts einfach zu viele mögliche Faktoren, die es auslösen könnten.

Jut ernähren, fein Entspannungspausen einlegen, auf juten Schlaf achten - weiter beobachten.

Sollten solche „Tics“ aber öfter vorkommen, dann passt wohl das Verhältnis zwischen Symptomlinderung und Nebenwirkungen nicht so ganz.

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Heute Nacht habe ich meine Periode bekommen. Ich schätze, damit ist ein Erklärungsansatz gefunden :sweat_smile:

Heute war auch ein emotional sehr schlimmer Tag, obwohl nicht schlimmes passiert ist. Zumindest war ich alleine zuhause, da konnte ich etwas besser damit umgehen. Bisher hatte ich keine so schlimmen Symptome um die Tage herum (bzw. vor 10 Jahren hatte ich mal PMS, aber schon lange nicht mehr).

Manche Frauen erhöhen die Elvanse-Dosis am Ende des Zyklus. Könnte es jetzt noch etwas bringen, wenn ich morgen die Dosis erhöhe? Eigentlich bin ich jetzt ganz am Anfang des neuen Zyklus. Ab morgen fahre ich auf eine Jugendfreizeit als Betreuerin mit, da wäre ich gerne emotional etwas „stabiler“.

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Wieder ein kleines Update:
Letzte Woche wurde bei mir ein Mangel an Vitamin B12 und D festgestellt. Das könnte auch ein paar dieser vermehrten ADHS-Symptome erklären, die ich im ersten Beitrag beschrieben habe. Vor allem die vermehrte Schusseligkeit und Vergesslichkeit. Jetzt supplementiere ich fleißig und bin schon gespannt, ob sich das verbessert.

Seit Montag (23.02.) habe ich nochmal 40 mg Elvanse ausprobiert, da ich mittlerweile sehr zuverlässig um 7 Uhr aufstehe. Ich bin damit einen Ticken zu sehr im Fokus drin, war aber ganz gut, weil ich in den Tagen davor sehr vieles liegen lassen musste. Also einiges läuft damit schon besser, aber ich bin wie im „Zombie-Modus“. Das heißt, ich arbeite/lerne 5 Stunden am Stück, ohne eine Pause machen zu wollen, ohne aufs Klo zu gehen etc. Wenn ich aufhören wollte, dachte ich mir „Ach, nur xy machst du noch kurz“ und so weiter…
Mit den 40 mg tu ich mich auch sehr schwer, früh bzw. rechtzeitig ins Bett zu gehen. Gar nicht mal, weil ich aufgeputscht wäre, sondern weil ich eben dies und jenes noch kurz machen möchte. Da muss ich noch eine gute Strategie finden, wie ich damit umgehen kann.

Und ich habe auch das Gefühl, dass ich zwar viel intensiver arbeite, aber nicht unbedingt effizient. Ich musste etwa einen Text schreiben. Dabei habe ich alles viel zu sehr zerdacht, und wenn ich dann etwas auf dem Papier hatte, bekam ich wieder Zweifel und warf alles mehrmals wieder um. Das hatte ich in den letzten Tagen mehr als sonst.

Trotzdem fühlt sich 40 mg gerade besser an als 30 mg. Bei 30 mg habe ich irgendwie nicht mehr viel positives gemerkt und auch wieder nichts auf die Reihe bekommen.

Vielleicht probiere ich in einer Woche noch 50 mg, um auszuschließen, dass es eine Unterdosierung sein könnte.

Um den Vergleich mal zu spüren, würde ich persönlich schon auch noch die 50mg für 1-2 Wochen testen.

Das wäre so eigentlich „wünschenswert“, um zu sehen, ob tatsächlich das Ende der Fahnenstange der vermeintlich optimalen therapeutischen Dosis erreicht ist und um den Unterschied zu fühlen, wie Überstimulation wieder in eine entgegengesetzte Wirkung kippt.

Stichwort: Inverted-U Prinzip

Für mich würden u.a. die folgenden Merkmale aussagen, ob zu viel / zu wenig.

Dauer-Hyperfokus ohne Selbststeuerung spricht für mich für zu viel. Wer weiß, ob - statt 50mg - 35mg passend wären :crossed_fingers:t2:

Findet man leider nur durch Ausprobieren heraus.

  • Dosis zu hoch / Überstimulation
    (passt zu deiner Beschreibung des Tagesverlaufs)

    • „Festkleben“ an Aufgaben, schwer Pausen zu machen/zu wechseln.
    • Mehr Perfektionismus, Grübeln, Detailschleifen statt Effizienz.
    • Schlaf wird nach hinten geschoben (auch ohne körperliche Nervosität).
    • Subjektiv: Fokus stark, aber „nicht mehr ich steuere, sondern es steuert mich“.

  • Dosis zu niedrig / Unterstimulation

    • Wenig bis kein spürbarer Nutzen, weiterhin Startprobleme/Ablenkbarkeit.
    • Eher Müdigkeit/Antriebslosigkeit, Wirkung „zu kurz/zu flach“.
    • Keine klare Verbesserung der Exekutivfunktionen im Alltag.

  • Optimale Dosis

    • Mehr Fokus und bessere kognitive Flexibilität (Pausen/Wechsel gelingen).
    • Alltagsfunktionen verbessern sich ohne anhaltende Schlafverschiebung.
    • Nebenwirkungen bleiben mild/beherrschbar.
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Das ist eine sehr schöne und übersichtliche Aufführung der Merkmale für Unter-/Über- und optimale Dosis. Vielen Dank! :slight_smile:

Mir ist noch eingefallen, dass ich zum ersten Mal Lisdexamfetamin AL statt Elvanse in der Apotheke bekommen habe, weil Elvanse nicht lieferbar war.
Ich werde wohl als nächstes 40 mg Lisdexamfetamin AL ausprobieren statt Elvanse, vielleicht vertrage ich das besser.
Je nachdem, wie das läuft, würde ich dann ggf. noch 50 mg und 35 mg ausprobieren.

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