Hallo zusammen,
aktuell bin ich in der Eindosierung von Elvanse. Seit dem 08.12.25 nehme ich 20 mg, vom 25.12. bis 04.01. habe ich etwa 10 Tage lang 40 mg genommen und nehme seit dem 05.01. wieder 20 mg, nachdem ich bei 40 mg massive Schlafprobleme hatte. Bei dem Termin zur Medikation meinte meine Psychiaterin, sie würde mir beim nächsten Termin vermutlich 30 mg verschreiben. Dieser Termin ist nun in einer Woche.
Ich bin gerade sehr unschlüssig, ob eine höhere Dosis als 20 mg wirklich besser ist oder vielleicht sogar eine niedrigere. Ich wäre für den nächsten Termin gerne gut vorbereitet, um das mit der Psychiaterin sinnvoll besprechen zu können. Dazu wäre ich für euren Input dankbar.
Vorab: Grundsätzlich hat sich mit Elvanse schon einiges in meinem Leben verbessert, auch wenn sich das folgende wahrscheinlich anders liest.
Positive Veränderungen mit Elvanse:
- Besseres Anfangen von Aufgaben
- Besseres reinkommen in den Hyperfokus bei Aufgaben (=> gleichzeitig auch negativ, denn wenn der Hyperfokus sich auf nicht sinnvolle Sachen richtet, komme ich ebenso schlecht wieder raus)
Negative Veränderungen mit Elvanse, die ich vorher nicht oder nicht so ausgeprägt hatte:
- Erhöhte Wut/Impulsivität: Kleinigkeiten können mich innerlich zum explodieren bringen, zum Teil lasse ich das auch raus, auch an anderen (also dass ich sogar fremde Leute anschnauze, was ich sonst niemals tun würde)
- Vermehrte „Schusseligkeit“, z.B. denke ich ein Wort und schreibe ein anderes. Beim Mails schreiben muss ich drei Mal Korrektur lesen und dabei Fehler berichtigen, die ich sonst noch nie bei mir gesehen habe.
- Vermehrte Sprunghaftigkeit: wenn ich gerade etwas mache, fällt mir währenddessen plötzlich ein anderes To-do ein, was ich dann unbedingt jetzt sofort machen muss.
- Unpünktlichkeit: Ich bin auch unpünktlicher geworden, weil ich zwar weiß, wann ich los muss und bis zu einem gewissen Punkt auch immer gut im Zeitplan bin, aber dann kommt plötzlich Idee x, die ich „nur mal kurz“ mache, und schon bin ich wieder in dieser Hektik drin.
Also insgesamt eigentlich recht typische ADHS-Symptome, die ich vor Elvanse zwar auch hatte, aber nicht so extrem wie jetzt.
Andererseits bin ich mir unsicher, ob es wirklich am Elvanse selbst liegt:
- Meine ADHS- Diagnose ist noch relativ frisch und ich beschäftige mich seitdem sehr viel mit ADHS. Ich kann mir gut vorstellen, dass mir dieses Verhalten jetzt nur viel mehr auffällt als vor der Diagnose. Vielleicht maskiere ich auch weniger?
- Mit Elvanse spüre ich zwar Hunger, aber habe aber gar kein Appetit. Häufig nehme ich die erste Mahlzeit erst 5 bis 8 Stunden nach der Einnahme von Elvanse ein. Ich weiß, das ist alles andere als optimal, aber ich bekomme vorher einfach kaum etwas runter. Könnte das auch zu leichterer Reizbarkeit/Wutausbrüchen führen, aber auch zu „Schusseligkeit“?
Daher bin ich über eure Einschätzungen dankbar, ob sich das nach Über-/Unterdosierung anhört oder eher nach anderen Ursachen als Elvanse.