Fakten über Elvanse, die mir nicht bewusst waren (längere HWZ, negative Wirkung bei Unterdosierung, schmale therapeutische Breite, Steady state und die Folgen)

Durch meine eigenen Erfahrungen, die Erfahrungen und Erklärungen von anderen sowie die Beschäftigung mit der Literatur und auch mit den Inhalten der Seiten von ADxS.org - und natürlich auch meiner beruflichen Auseinandersetzung mit pharmakologischen Themen - sind mir nach und nach Dinge bezüglich Elvanse klar geworden, die ich anfangs nicht wusste oder aufm Schirm hatte.

Vielleicht sind meine Überlegungen auch für andere hilfreich - oder vielleicht gibts noch andere Aspekte, die ich noch nicht so auf dem Schirm habe?

Vor allem die längere Halbwertszeit als bei MPH und die für mich (vielleicht individuell) schmalere Breite haben Auswirkungen, die ich zuvor nicht bedacht hatte. Sowie die möglichen negativen Wirkungen durch eine zu geringe Dosis.

1. Unterdosierung kann sehr unangenehm sein und teilweise unangenehme Wirkungen verursachen, welche man ohne das Medikament nicht hat.

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*Mein eigener erster Versuch der Eindosierung mit Elvanse ist deshalb leider sehr unglücklich verlaufen - besonders, weil ich mich nicht an die empfohlene Initialdosis von 30 mg gehalten hatte. Ich dachte, niedriger und kleinschrittiger zu dosieren wäre „sicherer“ - das war leider ein Trugschluss.
*zuletzt thematisiert in diesem Thread:

Elvanse - Recht starke Nebenwirkungen obwohl nur 10mg - #13 von Justine

meine Geschichte - wie der Versuch mit niedrigen Dosierungen negative Folgen hatte

Ich begann mit einer Dosierung von 10 mg – und tatsächlich nahm ich die Wirkung schon am ersten Tag sehr positiv wahr! Am zweiten Tag allerdings bereits nicht mehr. Auch 15 mg und 20 mg waren nicht angenehm. Ich wurde eher müde, konnte jedoch trotzdem nachts schlecht schlafen. Hatte Albträume, Ängste, fühle mich depressiv. Dann bin ich von 20 mg direkt auf 30 mg gegangen. Der erste Tag mit 30 mg war dann wieder angenehm! Dann wurde es allerdings wieder sehr unangenehm. Ich wollte es trotzdem durchziehen, eine Woche 30 mg! Es war schrecklich. Vor allem hatte ich furchtbare emotionale Symptome. Nach der Woche habe ich aufgegeben, ich konnte nicht mehr.

Dann hatte ich wieder viel im Forum und auf der Seite von ADxS gelesen. Ich las auch, dass es Betroffene gab die nur 3 mg am Tag benötigten. Nach einigen Tagen Pause dachte ich, das könnte Ich nochmal versuchen!

Und? Diese Minidosis von 3 mg war schlimmer als alles was ich vorher versucht hatte!! Und die unangenehme Wirkung hielt bis zum nächsten Mittag. Da war mir klar – wenn ich schon eine so kleine Dosis nicht vertrage – müssten höhere Dosierungen noch wesentlich schlimmer sein. Für mich war klar, Elvanse ist unberechenbar und auf jeden Fall nicht mein Medikament.

Im Laufe des Jahres habe ich mich auch aufgrund meiner Ausbildung mit der Pharmakokinetik von Sympathomimetika beschäftigt und mir wurde klar, das subtherapeutische Dosierungen doch sehr negative Auswirkungen haben können.

Im Oktober startete ich einen neuen Versuch mit den empfohlenen Dosierungen. 30 mg Initialdosis, kurz steigerte ich erst auf 40 mg, dann auf 50 mg. Einen Vorteil hatte ich erst mit 50 mg. Dann blieb ich eine Weile bei 60 mg und bin aktuell bei 70 mg. Durch eine Ergänzung mit Attentin bin ich ganz gut abgedeckt.

The End of the Lied bzw mein Fazit: der in der Fachinformation empfohlene Weg mit den zugelassenen Dosierungen ist „sicherer“!

  • „Unterdosierung“ ist individuell - für den einen kann 30 mg schon eine Überdosierung bedeuten, für den anderen sind 50 mg eine Unterdosierung
  • Unterdosierung kann zu negativen Effekten führen - muss aber nicht! Viele haben scheinbar gar keine negativen Effekte sondern „nur“ eine ausreichende Symptomkontrolle. Vermutlich gilt das sogar für die meisten? Ich weiss es nicht.
  • (individuell) subtherapeutischen Dosierungen können paradox wirken

2. Elvanse hat eine deutlich längere Halbwertszeit als MPH mit wichtigen Auswirkungen:

  • MPH hat eine HWZ von 2-4 Stunden, Lisdexamfetamin hat eine HWZ von 1 Stunde - da LDX allerdings zu Dexamfetamin umgewandelt wird und Dexamfetamin eine HWZ von 10-13 -Stunden hat ist die relevant!
    *“Etwas von Elvanse wirkt noch 2-3 Tage - Relevanz der HWZ
Erklärung, warum Elvanse noch am nächsten und übernächsten Tag nachwirkt

Schon bei meinem ersten Eindosierungsversuch mit besonders kleinen Dosierungen hatte ich das Gefühl, dass am nächsten Morgen nach Einnahme - also nach 24 Stunden immer noch etwas wirkt. Ich dachte erst - kann doch nicht sein, solange wirkt Elvanse ja gar nicht. Ich hatte aber nicht bedacht, das die HWZ soooo lange ist. Das heißt natürlich, dass Elvanse erst nach ca 3 Tagen aus dem Körper eliminiert ist und so lange auch noch „etwas“ wirken kann. Wenn man wie ich, besonders sensibel auch auf kleine Dosierungen reagiert bedeutet dies - man befindet sich 3 Tage im Rebound mit sehr unangenehmen Wirkungen.

  • steady State erst nach 3-5 Tagen - dauert viel länger als bei MPH - das muss man während der Eindosierung berücksichtigen!
Erklärung zum Konzept der HWZ und Steady State

*Hier hatte ich dies schon erklärt. Das Prinzip Halbwertszeit und steady state - hab’s gerade woanders erklärt, falls es nicht so klar ist:

Da muss man erstmal verstehen was die Halbwertszeit ist:

Wenn die Halbwertszeit eines Medikaments 11 Stunden beträgt: Nach 11 Stunden bleibt die Hälfte des ursprünglichen Wirkstoffs im Körper. Nach weiteren 11 Stunden bleibt wiederum die Hälfte der verbliebenen Menge übrig. Das setzt sich fort, sodass nach 22 Stunden etwa ein Viertel des ursprünglichen Wirkstoffs im Körper ist.

Der „steady state“ ist der Punkt, an dem die Menge des aufgenommenen Medikaments stabil bleibt, weil die Aufnahme und der Abbau im Körper ausgeglichen sind.

Bei Elvanse dauert es etwa 3-5 Tage, bis der „steady state“ erreicht ist. Das bedeutet, dass nach dieser Zeit die Menge des Medikaments im Körper stabil bleibt, und es seine volle Wirkung entfaltet.

Bildlich lässt er sich mit einem Brunnen veranschaulichen, dem pro Zeiteinheit dieselbe Menge Wasser zugeführt wird, die ihn durch den Abfluss verlässt. Das Wasserniveau bleibt dabei immer gleich. Man spricht von einem Fliessgleichgewicht. Die Wirkstoffaufnahme entspricht im Steady-State der Wirkstoffelimination.

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Steady-State

steady state im Video erklärt

Dieser Text wird ausgeblendet

3. LDX (Elvanse) lässt sich nicht so einfach pausieren wie MPH und deshalb auch nicht so gut nur bei Bedarf nehmen.

  • Das ergibt sich ebenfalls aus der längeren Halbwertszeit!
  • Dies bedeutet, das es nicht so einfach ist, Elvanse zu pausieren. Wenn man Elvanse pausiert, hängt man oft 2-3 Tage in den Seilen, bevor mal wieder „die alte ist“, da Elvanse eben auch so lange benötigt, bis es abgebaut ist und die niedrige Konzentration quasi ein verlängerter Rebound ist. Es ist allerdings individuell, ob man dies spürt oder nicht.
Thread zum Thema Elvanse pausieren

Stimulanzien (Elvanse, MPH) am Wochenende pausieren (zur Vermeidung von Toleranzentwicklung?)- Erfahrungen

4. Elvanse kann individuell eine schmale therapeutische Breite haben.

  • Das bedeutet, 5 - 10 mg mehr oder weniger kann einen relevanten Unterschied machen
  • Wenn man auf „zu wenig“ oder „zu viel“ negativ reagiert ist das sehr wichtig.
  • Basierend auf den Ergebnissen der Zulassungsstudien für LDX liegt die therapeutische Breite, innhalb derer die meisten Patienten eine wirksame und gut verträgliche Dosis finden, zwischen 30 u. 70 mg/d. Da „die meisten“ aber nicht alle sind - gibt es individuell auch Betroffene die da drunter oder drüber liegen.
  • Die Dosis Wirkungsbeziehung verläuft nicht linear und ist individuell. So kann man mit einer niedrigen Dosierung NW oder Wirkungen haben, die man mit höherer Dosierung nicht mehr hat und umgekehrt.

5. Wie kann man überhaupt Nebenwirkungen differenzieren - ob diese durch eine Unterdosierung oder Überdosierung verursacht werden?

  • Durch „try and error“
  • durch den Austausch mit anderen! Und sehr hilfreich waren für mich auch immer die Beschreibungen der Symptome von anderen - da mir auch häufig die richtigen Worte fehlen.
Zum Beispiel in diesem Thread (es wäre hilfreich, wenn auch noch andere dort ihre Symptome ordentlich aufschreiben):

https://adhs-forum.adxs.org/t/elvanse-symptome-bei-ueber-oder-unterdosierung-sortiert-und-strukturiert/16390?u=justine

6. Überlegungen / Ideen, warum Stimulanzien überhaupt UAW (unerwünschte Arzneimittelwirkungen) verursachen können, wenn sie „zu niedrig“ sind - also im subtherapeutischen Bereich:

Mich beschäftigt dieses Thema jetzt schon eine Weile - ich beschäftige mich auch beruflich mit anderen Sympahtomimetika und habe auch Apotheker dazu befragt. Vielleicht finden sich noch andere, bessere Antworten? Auch hier hatte ich schon mal danach gefragt.

Nicht Lineare Pharmakodynamik / unzureichende Neurotransmitter-Regulation / dosisabhängige Wirkungen an den Rezeptoren

Bei Stimulanz (gilt auch bei anderen Medikamenten) ist die Beziehung zwischen Dosis und Wirkung nicht immer linear. LDX wirkt, in dem ich sie Konzentration von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn erhöht. Eine subtherapeutische Dosis könnte unzureichend sein um das neurochemische Ungleichgewicht, das bei ADHS vorliegt, effektiv zu korrigieren. Das kann zu einer unvollständigen Stimulation führen, die die Symptome von ADHS nicht angemessen behandelt und stattdessen aber zu unangenehmen Empfindungen führt.

Individuelle Sensitivität und Rezeptor Pharmakologie

Menschen können eine unterschiedliche Sensitivität gegenüber Stimulanzien haben. Bei einigen kann eine geringe Dosis schon eine überschießende Reaktion in bestimmten Neurotransmitter Systemen auszulösen.

Paradoxe Reaktionen

Niedrige Dosen von Stimulanzien können zu paradoxen Reaktionen führen. Die Reaktionen sind nicht vollständig verstanden, können auf die Komplexe Interaktion von Neurotransmitter zurückgeführt werden. Bei mir: zu wenig macht mich müde - etwas mehr macht dann wach.

Anpassung - Rezeptor - Sensitivierung

Bei der Eindosierung / Titration von LDX kann eine niedrige Dosis eine Anpassungphase auslösen, in der der Körper beginnt, sich an das Medikament zu gewöhnen. Diese Anpassung kann bei subtherapeutischen Dosen unvollständig sein und zu stärkeren Nebenwirkungen führen.

Seiteneffekte durch subtherapeutischen Dosierungen aufgrund von Gegenregulation

UAW nennt man auch Seiteneffekte. Der Körper beginnt auch schon bei geringeren Dosierungen mit einer Gegenregulation, die aber durch die zu geringe Dosis nicht mehr kompensiert werden kann. Würde man in höherer Dosierung einsteigen wären diese Seiteneffekte überlagert und die Wirkung würde überwiegen.

Weil es in der Literatur und in den Studien kaum dokumentiert ist, das eine individuell subtherapeutische Dosis zu unangenehmen Wirkungen führen kann - dieses Wissen meiner Meinung nach aber für Betroffene während der Eindosierung sehr wichtig ist - habe ich eine Umfrage forumuliert mittels google Formular.

Hoffe, die Antworten können auch anderen helfen. Und weiter hoffe ich, ich habe sie sinnvoll formuliert:

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Ich kann an der Umfrage nicht teilnehmen, mein Arzt ist immer nach oben, nur einmal kurz zurück, dass war aber wegen psychosomatischen Symptomen, wenn ich mich richtig erinnere. Herzklopfen, Werte waren aber alle völlig ok.
und bei den 2x30 gabs eigentlich kaum Veränderung, war auch, meine ich, Psychosomatisch.

30/60/50(2 Monate)/60/2x30( 2Wochen)/60/70 bis heute. Nehme Elvanse seit April 23.

Meine Erfahrung ist, je höher die Dosis, umso besser ging es mir. Natürlich immer wieder höhen und tiefen, die kamen aber alle wegen der Psyche und das Medikament hat mich überhaupt erst Therapierbar gemacht.

Relevant ist, ob du durch eine Dosierung, welche zu niedrig ist unangenehme Effekte spürst, die du mit einer höheren Dosierung nicht hast.

Also mit der Unterdosierung hättest du dann eher keinen Vorteil durch das Medikament sondern im Gegenteil - einen Nachteil.

Mir macht runterdosieren Angst. :smiley: Daher werde ich das nicht probieren, es sei denn mein Arzt wird mir sagen wir probieren das jetzt mal.

Bei mir sind das mit großer Wahrscheinlichkeit halt keine NW gewesen sondern psychosomatische Dinge, die Therapiert werden/ wurden. Ich bin auch abends mittlerweile recht ausgeglichen wenn das Medikament rausgeht. Konzentration und Impulsivität halt, damit kann ich umgehen.

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Stark :ok_hand:t2:

Diese Einklapp-Ausklapp Dinger lassen sich super lesen, finde ich :+1:t2:

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Ich dachte, ich probiere das mal aus - obs dann vielleicht übersichtlicher wird :sweat_smile:

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Die große Preisfrage ist auch - ob man es überhaupt immer so richtig differenzieren kann - also auch, ob man eine negative Wirkung durch „Unterdosierung“ hat .

Also mehrere der Nebenwirkung im Beipackzettel klingen für mich erstmal nach meinem Leben ohne Mediaktion und Therapie :smiley:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Erwachsenen betreffen)
Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit, Angst oder Reizbarkeit,
ungewöhnliche Müdigkeit oder Unruhe,
• Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten oder Veränderungen
des Geschlechtstriebs,
Schwindelgefühl,
unkontrollierte fahrige Bewegungen, Zittern oder ungewöhnlich starke Aktivität,
8
schwer kontrollierbare, wiederkehrende Zuckungen in verschiedenen Körperbereichen
oder Wiederholen von Tönen oder Worten (Tics),
Stimmungsschwankungen,
Bluthochdruck oder beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie),
• Atemschwierigkeiten,
• Übelkeit oder Durchfall,
• Verstopfung,
• Gewichtsverlust,
übermäßiges Schwitzen,
Magenschmerzen,
Zähneknirschen.
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Erwachsenen betreffen)
übermäßiges Sprechen,
Niedergeschlagenheit, Angst, traurige oder bedrückte Stimmung (Dysphorie),
übermäßig gehobene oder erregte Stimmung (Euphorie),
übermäßiges Zupfen an der Haut,
• unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen des Körpers,
ungewöhnliche Schläfrigkeit,
• Juckreiz, Hautausschlag oder rote, juckende Quaddeln (Nesselausschlag, Urtikaria),
• verschwommenes Sehen,
• erhöhte Temperatur (Fieber),
• Erbrechen,
• metallischer Geschmack im Mund oder verändertes Geschmacksempfinden (Dysgeusie),
• kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope),
• Nasenbluten.

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Für mich selbst ist es immer deutlich, dass die Unterdosierung von Elvanse schuld an einer „Verschlimmerung“ ist - wenn die Symptomatik schlimmer wird, sobald die Wirkung von Elvanse einsetzt.

Bei mir ist es aktuell so - dass ich mich dann meist müde, wie in Watte fühle. Belämmert.
Vor der Einnahme war es aber besser. Und wenn ich dann noch was drauf tue - Elvanse oder Attentin - wird es wieder besser.

Bei sehr niedrigen Dosierungen war es aber nochmal viel schlimmer. 3 mg zum Beispiel - war ne Katastrophe, hat sogar zu einer schlechten Nacht gefühlt und selbst am Morgen danach -also nach 24 Stunden hatte ich noch immer ein furchtbares emotionales Gefühl in mir -welches ich vorher in meinem Leben noch nie hatte (ausser mit niedrigen Dosierungen Elvanse). Erst viel später ist mir klar geworden- das Elvanse ja aufgrund der längeren HWZ natürlich auch noch am nächsten Morgen wirken kann. Und die HWZ ist ja unabhängig von der Dosierung.

Das sind viele zum Teil vegetative Symptome die meist psychosomatisch aufgrund von Stress entstehen - das lässt sich nicht nur auf ADHS zurück führen.

Klingt für mich vor allem nach Traumafolgestörung.

Das kann alles mögliche sein, eben ausgelöst durch eine unbehandelte ADHS mit ASS, vielleicht sogar eine Akzentuierte ADHS und oder ASS, bei mir liegt vermutlich beides vor. Da ich aber laut Fachärztlicher Stellungnahme eine ADHS sicher habe und den V.a. ASS kann ich erstmal sagen, dass ich nur dies habe. Ich hatte sie dir ja gezeigt. Was anderes wurde mir bisher noch nicht Diagnostiziert und das sollte es, Denke ich, nach einem Jahr Behandlung, wenn denn es vorliegen sollte.

Unabhängig von der Diagnose - sind das dennoch zum großen Teil vegetative Symptome durch Stress.

Fällt mir dazu ein.

Wenn man 2 Entwicklungsstörungen hat vermutlich 3, ich nehme mal Tics dazu die habe ich auch. Dann ist die Welt vor meiner Haustür purer Stress. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und eben dieser Stress, Akzentuiert die ganze scheiße dann wieder. Soweit meine Theorie bzw. Elst beschreibt dies ja auch.

Und da kommt der Knackpunkt, wenn man Stress nicht richtig wahrnehmen kann durch Gefühlsblindheit z.B. wird es halt richtig garstig.

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Moment mal. Mit der Fernverdachtsdiagnose“Traumafolgestörung“ sollte man bedacht umgehen. Sowas fix jemanden in einem Forum öffentlich zu schreiben finde ich Grenzüberschreitend und arg triggernd. Oder zählt sowas wie Schutzraum hier nicht? Habe ich hier etwas vielleicht auch nur falsch verstanden? Passiert ja auch mal.

Mich würde total interessieren was passiert wäre, wenn du die niedrigen Dosen konstant länger als eine Woche genommen hättest. Sicherlich in der Vorstellung kaum zu ertragen aber manchmal pendelt es sich ja doch gut ein?
Jetzt bist du bei 70, trinkst dazu Kaffee und musst oft Attentin dazu nehmen. Die Wirkung ist immer noch nicht optimal. Für mich klingt das alles noch nicht ganz stimmig. Aber vielleicht weil ich selbst noch am finden bin. @UlBre hat mir da heute einen guten Denkanstoß gegeben als er mich auf meine Entzugsymptome begründet durch evtl. Überdosierung ansprach. Was wenn du nochmal pausierst Justine? Danach eine Dosis mal länger als eine oder zwei Wochen aushältst u d schaust was passiert. Bei vielen scheinen diese abartigen NW oder Unter/Überdosierungs Erscheinungen nach drei Wochen bis 2 -3 Monaten komplett zu geben. Ohne hin und her sowie Kaffee und Attentin. Hirnhopping.
Ich weiss…ADHS ist nicht geduldig und hält nicht gern aus. Selber Punkt bei mir. Wir müssen ja trotzdem arbeiten oder uns um Kinder kümmern und da darfs uns nicht so lange so dreckig gehen und dann versuchen wir einfach alles… von Leitfaden zu off label use🤝

Ich glaube nicht, dass sie dies so gemeint hat, ich würde es im übrigen auch nicht ausschließen, dass ich sowas habe. Ich kann mich an nicht so schöne Dinge in meiner Kindheit erinnern, die vermutlich für sowas schon ausreichen könnten.

Da ich aber zuweilen, der Meinung bin, dass ich aufgrund meiner vorhandenen, erkannten und Diagnostizierten Dingen, viele Sachen nicht ganz so richtig merke, fühle und auch verstehe ist es jetzt nicht schlimm für mich, eher ein Gefühl von „ist halt so“.

Aber du hast natürlich recht, man sollte mit sowas natürlich Vorsichtig sein.

Edit: Vielleicht wurde das eine oder andere bereits schon Therapiert, ich bekomm so manches nicht so wirklich mit, ich hatte mal Zeitweise gestottert in der Therapie und solche Dinge. Ich schließe nichts mehr aus… und schiebe auch ganz bestimmt nichts mehr auf evtl. Nebenwirkungen des Medikaments, da bin ich jetzt raus, ist alles nur noch reine Spekulation.

Ich vertraue meinen Behandelnden, mehr kann ich nicht mehr machen. Ich weiß genug von dem was mit mir los ist, dies habe ich mit Nachdruck auch meinen Behandelnden deutlich gemacht, hartnäckig wie ich bin und dann wurde aus Borderline und Sozialphobie auf einmal V.a. ASS, zusätzlich zu dem Gesicherten ADHS.

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Diagnosen stelle ich sowieso keine. „Klingt für mich“ schrieb ich - Traumafolgestörungen sind weit verbreitet bei den ADHSlern und können natürlich auch sekundär durch ADHS bedingt sein.

Ich wollte damit aber überhaupt nicht @schlingelprinz ein „Etikett“ umhängen :roll_eyes:.

Das war so mehr „laut gedacht“.

Finde aber auch tatsächlich interessant -

und logisch - das dies auch traumatisierend sein muss.

Aber ich würde anderseits nie schreiben „Du hast bestimmt eine Traumafolgestörung“ - das würde ich auch total daneben finden.
Ist mir auch jetzt erst klar, das es so ankommen konnte.

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Du meinst die ganz niedrigen Dosen im Februar? Ne. Das war ja ein Albtraum. Hab ja dann immerhin genau aus dem Grund eine Woche 30 mg durchgehalten. Schrecklich war das.

Als ich im Oktober direkt mit 30 mg gestartet bin ging es!
Ich erkläre es mir so, dass ich mich im Februar durch die vorherigen niedrigen Dosierungen so sensibilisiert hatte - dass dann 30 mg auch schwierig waren.

Im Oktober ging es dann einigermaßen eine Woche mit 30 - aber auch nicht wirklich gut. Dann eine Woche 40 waren so lala - und erst mit 50 war es „ok“. Mir ist jetzt klar, das da meine individuelle therapeutische Breite erst beginnt.

Hatte einen Tag Pause und hab überlegt das durchzuziehen - und mich stört es sehr, dass man Elvanse eben nicht so flexibel pausieren kann.

Dadurch, dass ich so empfindlich auf niedrige Dosierungen Elvanse reagiere in Kombination mit der langen HWZ - würde es mir 2-3 Tage nicht gut gehen. Ich bin dann gleichzeitig müde, kann aber auch nicht schlafen.

Ich hatte doch die Dosierungen wochenlang stabil.

Überdosierungsnebenwirkungen hatte ich gar nicht - aber ich dümpelte trotzdem die ganze Zeit bei 60 mg rum - weil ich weiterhin Angst habe das es sonst zu viel ist.

Eben. Das geht überhaupt nicht.

Ich versuche es jetzt nochmal mit 70 mg oder vielleicht sogar mehr?

Wer weiss. Aber ein Schritt nachdem anderen.
Mit 70 mg Elvanse habe ich allerdings auch kein Attentin vermisst.

Mich nervt trotzdem die Unfreiheit bei Elvanse das nicht so flexibel pausieren zu können wie MPH.

Ist mir heute so richtig bewusst geworden! Deswegen hab ich das auch so aufgeschrieben. Vielen ist’s mit der HWZ und dem steady State ja gar nicht bewusst glaube ich.

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vielleicht ist es auch nicht gerade so förderlich, ständig in den Botenstoff Haushalt einzugreifen. Ein wenig Routine im Gehirn wär ja schon ganz gut, vor allem nach soviel Unbehandelten Jahren.

Nur so ein Gedanke

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Hey na cool!!! Das klingt gut mit den 70! Wusste garnicht das du eine Dosis länger genommen hattest🤮schlimme Zeiten hast du hinter dir mit Elvanse!
Mein Psychater (ADHS Spezielist also nicht der mit Pillshaming)hat mir zu Elvanse Methylpheni TAD(direkt von der Firma!!!) aufgeschrieben. Ich vertrage die Zusammensetzung von Medikinet nicht. Vielleicht ist das was zusätzlich für dich???
Leider macht mich Methyphenidat insgesamt ob retardiert oder nicht nur müde und depressiv bei jeder Dosis

Ich habe vorher MPH genommen und kenne das gut.

Also nur MPH, aber verschiedene Präparate kombiniert. Concerta, Ritalin adult und Ritalin unretardiert.

Alle MPH Präparate können unterschiedlich wirken! Aus meiner Sicht macht Medikinet adult die meisten Probleme - aber das ist nur meine Meinung. Auch aufgrund der Retardgalenik die vom ph Wert des Magens abhängig ist.

So konnte ich das gut steuern - hatte aber immer „nur“ eine subtile Wirkung.

Deshalb nochmal der Versuch mit LDX. Viele finden das ja besser.

Es gibt auch Leute die schwören auf die Kombination von LDX und MPH. Hab ich probiert, fand dann aber Attentin besser.

MPH wäre billiger.