ADHS und Asperger

Hallo,
Ich bin noch ganz neu und hab erst vor kurzem angefangen mich mit ADHS und Asperger auseinanderzusetzen.
Ich habe folgende Problematik:
Bei mir wurde mit 4 Jahren ADHS, eine Sozialverhaltensstörung und Hochbegabung diagnostiziert. Soweit so gut.
Ich war dort bei mehreren Ärzten aufgrund von einer Vermutung, dass etwas nicht mit mir stimmte (vom Kindergarten aus). Nachdem das ganze abgeschlossen war und Medikamente durchprobiert wurden, hatte ich dann mit 5 Jahren einfach keine Lust mehr. Ich musste ständig zu Ärzten und - naja ich war noch sehr klein und mir wurde alles zu viel.
Mittlerweile bin ich 18 Jahre alt. Hab mich mit diesen Diagnosen zufrieden gegeben gehabt.
Jedoch hab ich vor knapp 1 1/2 Jahren eine Therapie angefangen, mit einer Frau die sich mitunterm auf Kinder und Jugendliche mit ADHS spezialisiert hat.
Die ersten paar Stunden waren ja nur kennenlernen und Papierkram. In der 5. Stunde hat sie einen Tag vorher wohl die Notizen als auch die gesamte Diagnostik von meinen damaligen Ärzten erhalten (sie arbeitet auch im selben Krankenhaus wie sie. Wird später noch wichtig).
Also da waren wir. Mir ist gleich aufgefallen dass es nicht wie die davorigen Stunden war. Ich wurde von früher gefühlt ausgefragt. Daraufhin hab ich sie einfach gefragt, warum sie das mache. Sie meinte dann dass bei mir damals wohl sehr viele Anzeichen für das Asperger da waren, jedoch nichts diagnostiziert. Ich war natürlich total verwirrt, weil ich nichtmal wirklich wusste was Asperger ist. Sie meinte es sei fast wie aus dem Lehrbuch und sie wunderte sich warum da nicht weiter nachgehackt wurde. Danach war die Stunde im Endeffekt vorbei. Wir haben dann ausgemacht, dass sie mal nachfragt, was damals war, da sie persönlich auch im Nachgang leichte Anzeichen gemerkt hat.
Ich hab natürlich meine Mutter konfrontiert. Sie bestritt alles, jedoch meinte sie, ich hätte diese und jene Diagnosen noch bekommen, die summiert wohl auch Asperger abgeben (?). Wie gesagt, alles schon ziemlich komisch.
In der nächsten Stunde hat meine Therapeutin dann gemeint, dass die Ärzte diese Diagnose nicht geben wollten. Mehr nicht.
Dann meinte sie, dass das nicht ihr Fachbereich ist, daher sollte ich vielleicht doch zu einem, der dafür zuständig ist.
Nach ewig vielen Telefonaten wurde mir dann nur gesagt, dass in meinem Alter es fast unmöglich ist eine Diagnose zu bekommen, da es besonders bei den beiden Diagnosen problematisch sein kann. Irgendwas hieß es dass oft ADHS anfängt das Asperger zu verstecken?
Wie gesagt, ich kenne mich mit dieser ganzen Sache absolut nicht aus. Doch irgendwie klingt das unglaublich komisch für mich und ich weiß absolut nicht was jetzt.
Was haltet ihr davon?

PS: Meine Eltern meinten ich kann einfach auch nicht so krank im Kopf sein, dass ich Asperger auch noch haben könnte, ich hätte schon genug Zeug. So kenne ich meine Eltern aber auch absolut nicht, normalerweise sind sie total liebevoll. Ich hab da ein richtig komisches Gefühl dabei.
Aber ich hab ein bisschen mit Leuten bin beiden Diagnosen geredet und fand eigentlich wirklich, dass das ziemlich nach mir anhört. Auch dieses Zwiespaltartige (?) im Kopf ständig. So hab ich mein ganzes Leben schon einen genauen Tagesablauf, konnte mich aber nie dran halten. Das macht mich verrückt, gleichzeitig kann ich mir auch nicht vorstellen dass jeder Tag gleich aufgebaut ist. So mal ein kleineres Beispiel. Vielleicht rede ich mir auch einfach nur Sachen ein, weil alles so komisch klingt. Und ich werde Paranoid.

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Hallo und herzlich willkommen!
Leider erzählst du nicht viel von dir und wo genau deine Beschwerden liegen, um sich ein besseres Bild zu machen! Welche andere Diagnosen außer Adxs hast du noch?

Ob Adxs und ASS zusammen vorkommen, da streitet sich die Wissenschaft noch glaube ich. Oder es ist zumindest ein Wissenschaftlicher, von dem ich weiß, dass er dies absolut ausschließt.
In Realität gibt es aber zahlreiche Menschen mit Doppeldiagnosen, auch sehr viele User*innen hier im Forum.

Die Asperger Störung hat sehr viele Gesichter, daher Spektrum Störung. Daher muss ich gestehen, dass ich selbst nicht kapiere, wo genau der Unterschied zwischen Adxs und ASS liegt. Je mehr ich Berichte von Betroffenen lese, desto verwirrter bin ich eigentlich.

Es gibt leider noch keine Medikamente gegen diese Störung, aber gute Tools damit klar zu kommen und einigermaßen „normal“ damit leben zu können!

Hey,

erstmal willkommen im Forum.
Wie @allmighty schon sagte, wenn du magst, schreib doch ein bisschen mehr über dich und deine Eigenschaften/Schwierigkeiten. Selbstverständlich kann dir niemand hier im Forum eine Diagnose stellen, aber es kann, erfahrungsgemäß, schon hilfreich sein, sich selbst mal die Zeit zu nehmen, das auszuformulieren. Und vielleicht ergibt sich über den einen oder anderen Aspekt hier ein Austausch.
Wenn es dir wichtig ist, kannst du eine Diagnostikstelle kontaktieren, die auf AS (und im besten Fall ebenfalls auf AD(H)S) spezialisiert ist. In großen Städten sind das oft die Unikliniken. Allerdings musst du da auch mit recht langen Wartezeiten rechnen.

Wenn ich mich richtig erinnere, war es bis vor ein paar Jahren so, dass diese beiden Diagnosen einander gegenseitig ausschlossen. Heute ist das anders und sie können gleichzeitig vergeben werden. Es ist allerdings schwierig zu differenzieren, da sich einige Symptome überschneiden. Und es kann sein, dass sie sich gegenseitig „verdecken“ oder „gegeneinander spielen“. Du schreibst ja auch von einem Gefühl der Zwiespältigkeit.

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es ist äußerst schwierig zu erkennen, wenn beide Dinge zusammen auftreten.

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Dieser Text ist sehr treffend formuliert, finde ich. Danke für den Link.

@SarahD1512
Für mich klingt es ein wenig so, als wenn damals eine Asperger-Diagnose durch Bitten deiner Eltern verhindert werden sollte. Bestimmt war es damals gut gemeint, es sollte wahrscheinlich verhindern das Du vom „normalen Leben“ (Schule, Freunde, etc) ausgeschlossen wirst.
Vermutlich wirst Du es nie herausfinden, aber du solltest versuchen es in eine Schachtel zu legen und zu vergessen, sonst knabberst Du da noch die nächsten Jahrzehnte dran herum.
Kümmere Dich jetzt um „neue“ Diagnosen. :wink:

Bei mir ist ähnliches gelaufen: „Du warst ein ganz normales Kind, hör auf da nachzufragen!“
Habe trotzdem nachgefragt und im Endeffekt die Diagnose ADS erhalten. Damit kann ich leben, damit kann ich etwas anfangen, daran kann ich arbeiten. Der Rest liegt wieder in einer Schachtel…

Meinst du das mit der Schachtel wörtlich oder übertragen?
Mir hat in der Therapie wirklich jemand den Tipp gegeben, belastende Erinnerungen zu zeichnen und die Zeichnung in den Gefrierschrank zu legen oder in eine Kiste im Keller.

@schnuppi
Ich mache es nur gedanklich, kenne aber auch Leute die Zettel in echte Schachteln legen…

Ok.

Autismus kann immer diagnostiziert werden. Mit 18 bist du sogar noch sehr jung, viele bekommen diese Diagnose erst sehr viel später. Ich habe meine Diagnose mit 36 Jahren erhalten. Es ist also falsch, wenn dir jemand sagt, man könne in deinem Alter keine Diagnose bekommen.

Leider gibt es sehr sehr viele Menschen (besonders Ärzte und auch Menschen im medizinischen Bereich) die sich entweder garnicht mit Autismus auskennen, oder veraltete Ansichten haben.

Autismus kann oftmals eine Erklärung sein, weshalb man vorher sehr viele Einzeldiagnosen bekommen hat. Würde man alle Probleme eines Autisten als Einzeldiagnosen stellen, hätte jeder eine Liste mit 10-20 Diagnosen.
Ich habe mittlerweile viele Autisten kennen gelernt, die auch ADHS haben. Ich selber habe auch in 2 Monaten eine Diagnostik um festzustellen, ob ich auch ADHS habe (oder eben in der Form als ADS).

Du solltest dich nicht zu sehr auf „Asperger“ fokussieren. Dies ist eine spezielle kategorisierung innerhalb des Autismus, die ohnehin bald nicht mehr Diagnostiziert wird. Trotzdem hat sich dieser Begriff für alle Hochfunktionalen Autisten eingebürgert. Hochfunktionale Autisten sind alle Autisten, denen man es oftmals garnicht anmerkt, weil sie gelernt haben, trotzdem gut durchs Leben zu kommen.
Sobald es die neuen Richtlinien gibt, wird nur noch „Autismus-Spektrum-Störung“ Diagnostiziert, kein Asperger mehr.

Du solltest auf jeden Fall zu spezialisten gehen, wenn du diese Vermutung hast. Alle anderen Ärzte werden dich eher verwirren, da sie oft gefährliches Halbwissen oder sogar falsches Wissen haben. Ein Autismus-Spezialist wird dich auch sofort ernst nehmen, und nicht ausreden suchen, weshalb du kein Autist sein kannst, sondern nach hinweisen suchen, wieso du ein Autist sein könntest.

Allerdings ist es manchmal nicht so einfach, diese Spezialisten zu finden. Teilweise sind diese auch stark überlaufen und man muss lange auf einen Termin warten.

Ich bin in Hamburg im NPZ in Behandlung. Diese Klinik ist auf Autisten und ADHS spezialisiert, auch auf die Kombinationsdiagnostik. Etwas ähnliches wäre für dich auch ideal.

Falls du dich mehr mit Autismus auseinandersetzen willst, gibt es auch ein sehr gutes Autismus-Forum:
https://aspies.de/selbsthilfeforum/