Und noch einen Schritt weiter - so wie ich maskiere und mich Menschen gegenüber gebe, lüge ich vermutlich auch. Weil ich jedem genau das zeige, was ich zeigen will. Aber das hat jetzt so seine Gründe und gehört auch zu mir, insoferne bin ich das eben und ich finde das auch nicht als lügen…
Aber ja alles Maskieren könnte jemand so sehen. Mir aber wurst.
Ich habe schon verdammt oft gelogen. Nicht aus Boshaftigkeit. Wie schon erwähnt, tatsächlich aus Scham und weil ich nicht unfähig wirken wollte. Auf der Arbeit tue ich das allerdings nicht.
Aber im privaten. Oft bei Dingen, die ich vielleicht machen/anfangen wollte. Außer mit einer möglichen Enttäuschung, sind meine Mitmenschen aber bisher nie davon betroffen gewesen bzw hatte mein Lügen keine negativen Auswirkungen auf sie. Dann könnte ich es wiederum nicht.
Oh was ich noch vermute, was da auch noch reinspielen könnte ist vielleicht ein eingeschränkter passiver Wortschatz, dass schränkt wiederum die Ausdrucksmöglichkeiten ein, wird dann vielleicht als Übertreiben oder sogar Lügen bewertet. Geht Kindern bestimmt öfters so und manchen Erwachsenen.
Edit: Bsp. Wenn man nur „Schlimm Schlimm“ oder „alles gut“ kennt ( Wortschatz), vielleicht auch nur so Wahrnehmen kann warum auch immer z.B. unteranderem Alexithymie, dann gehts einem auch quasi immer nur „Schlimm Schlimm“ oder „alles gut“.
Passiert autistischen Menschen wohl öfters bei Ärzten hatte ich gelesen, kommt bestimmt auch bei ADHS vor, Kontinuum und so.
Ich meinte das auch nicht als Vorwurf. Aber wenn Oma sich als “Weihnachtsmann” verkleidet und dann auch so genannt wird, was ist das anderes als gelogen?
Das Kind im Bauch… ja kann man natürlich mit “passiert, wenn Mama und Papa sich lieb haben” kindgerecht erklären. Wenn der / die 5jährige dann aber wissen will, warum Mama und Papa sich nicht immer liebhaben (Frau ist ja nicht dauernd schwanger) wird’s schon schwieriger. Und ja, zu dieser “Logik” sind auch 5jährige fähig.
Wie gesagt, kein Vorwurf, wer da etwas schummelt bei der Wahrheit.
@Schröder
Nein, da ist gar nichts schwierig. Mein Kind habe ich komplett aufgeklärt. Es hat mich gefragt, wie das Kind in den Bauch kommt und ich habe alles beantwortet, wie es gefragt hat. Klar sage ich nicht so etwas unsinniges wie „wenn sich ein Mann und eine Frau lieb haben“ - das ist doch keine Erklärung.
Und bei uns hat sich nie jemand verkleidet. So etwas finde ich unnötig. Das Christkind ist etwas magisches
Hmm, also wo es quasi den Geschlechtsakt beschrieben haben wollte, 6, glaube ich.
Aber das tut ja wenig zur Sache. Man kann das doch in jedem Alter erklären.
Mal ehrlich, das ist gar nichts schlimmes. Ich habe immer so weit geantwortet, wie das Kind es wissen wollte. Davor haben wir auch schon mal drüber gesprochen. Aber da ging es eher drum, wie das Baby aus dem Bauch kommt - da habe ich natürlich auch biologisch korrekt geantwortet.
Also ich persönlich würde tatsächlich nur in der absoluten Not Lügen, heisst nur wenn ich dadurch das Leben meiner Kinder oder anderen Menschen die ich liebe retten könnte, denn ansonsten bin ich durch meine eigenen und sehr persönlichen Lebenserfahrungen gegenüber Menschen die Lügner/innen sind sowas von dermassen traumatisiert, und das seit ich ein kleines Kind gewesen bin, und ich deshalb, heisst wegen all diesen Lügen die ich miterleben musste, und dies sogar ausgerechnet von den Menschen denen man als Kind eigentlich vertrauen „könnten müsste“, dass ich vor lauter Verachtung gegenüber von sämtlichen Lügnern/innen im allgemeinen, für den Rest meines gesamten Lebens niemals mehr als jemals nur meine tiefste Verachtung solchen Menschen gegenüber spüren kann, und zwar so eine bodenlose und unbeschreibliche Verachtung, dass ich dafür keine passenden Worte finde.
Es geht mir nicht um “schlimm”. Natürlich kann man alles korrekt erklären, aber wo ich Schwierigkeiten sehe: Was passiert, wenn Kind seine neuen Erkenntnisse etwa im Kindergarten mit den anderen teilt. Etwa die Sache mit dem Weihnachtsmann. Klar kann man auch einem 4jährigen sagen, dass es den gar nicht gibt. Nur wenn dann im Kindergarten Wunschzettel an ihn “geschrieben” (also besser gemalt) werden, und Junior platzt damit heraus, da nicht mitzumachen, weil es den gar nicht gibt… schwierig. Da könnte Kind auch schnell mal zum Außenseiter werden.
Gleiches gilt bei der präzisen Beschreibung des Geschlechtsakts zwecks Zeugung für 6jährige. Zumal die Weitergabe der Infos von Kind zu Kind evt. etwas fehlerbehaftet sein könnte.
Es ist nicht immer von Vorteil für Kinder, mehr zu wissen als Gleichaltrige. Mit dem Durchschnitt zu schwimmen halte ich da manchmal (nicht immer) für sinnvoller.
Ich glaube Kinder im Kindergartenalter, die zu Hause erzählt bekommen, dass es den Weihnachtsmann gibt, glauben das auch noch, wenn ein anderes Kind erzählt, dass es ihn nicht gibt.
Aber ich habe unserem Kind auch nur aus familiärem Gruppendruck vom Nikolaus und dem Christkind erzählt. Heute ist es zwar schon so gross dass es eigentlich weiss, dass es das alles nicht gibt, aber es will es einfach glauben. Mein Kind findet das alles einfach mega toll! Bin also froh, habe ich da mitgemacht.
Aufklärung finde ich auch nicht so kompliziert. Mein Kind weiss schon seit etwa Kindergarten wie das funktioniert. Hatten auch ein Kinderbuch ausgeliehen, wo das noch erklärt wurde. Ich glaube kaum, dass mein Kind das den anderen erzählt hat, weil es das nicht so interessant fand. Es konnte aber super erklären, wie es funktioniert. Allerdings hat mein Kind immer die Vorstellung, dass Spermien das allerkleinste ist und hat das gerne als Referenz für kleine Dinge genommen. Das gab dann sehr witzige Aussagen im ÖV. Ich wüsste nicht wieso das irgendjemandem Schaden sollte, auch wenn die Kinder miteinander darüber sprechen.
Habe im Kindergarten und der Schule (1.-3. Klasse) auch nie Gespräche von Kindern mitbekommen, welche bedenklich waren, wenn es um Aufklärung geht.
Ganz oft habe ich aber schon mitbekommen oder von anderen Lehrpersonen gehört, dass Kinder Squidgameszenen nachspielen wollten im Kindergarten (4 -6 Jahre alte Kinder) und als Bestrafung einander schlugen… Finde Gewaltdarstellungen im Vergleich zu Zeugungsbeschreibungen um einiges schlimmer.
Was ich aber im Kontext zur Sexualität als problematisch sehe, ist wenn Primarkinder schon Pornos schauen, und gar nicht verstehen können, dass das kein normaler Sex ist, der gezeigt wird. Natürlich auch ganz schlimm, wenn der Akt mit Gewalt kombiniert wird…
Also wenn mein Kind andere aufklären sollte, habe ich damit jetzt ehrlich gesagt kein Problem.
Wüsste nicht, wo da ein Problem sein sollte. Problem sehe ich eher in so missverständlichem Wischi-Waschi a la „wenn Mama und Papa sich lieb haben“. So etwas widerstrebt mir ehrlich gesagt schon total.
Wegen Christkind/Weihnachtsmann - wir haben immer erklärt, dass es ein großes Weihnachtsgeheimnis gibt. An sich klappt das gut. Wir halten da uns auch insoferne dran, dass wir immer so bisschen geheimnisvoll sprechen, obwohl wir alle Bescheid wissen. Sprich obwohl hier alle wissen, dass es kein Christkind gibt, reden wir weiterhin vom Christkind. Die Kinder mögen das und ich ehrlich gesagt auch.
Eine Tochter von einer Bekannten ist mal nach Hause gegangen und sagte zu ihrer Mutter das ihre Freundin gelogen hat. Nachdem meine Bekannte nachfragte wieso, musste sie erklären, dass die Freundin nicht wirklich gelogen hat. Sie hat ihr einfach erklärt, wie das mit den Babys funktioniert. Meine Bekannte hat ihrer Tochter aber erklärt, dass sie und ihre Schwester von dem Papi mit dem Zauberstab in Mamis Bauch gezaubert wurde. Naja so ungefähr stimmts ja schon, aber das fände ich als Kind auch verwirrender als die richtige Antwort.
Dafür hat mir auch jemand gesagt, dass sie ewigs dachte, dass sie adoptiert sei. Denn als sie erfuhr wie Kinder gemacht werden, fand sie das so eklig und dachte, dass ihre Eltern sowas bestimmt nicht machen.
Um zum Thema zurück zukommen: Ich lüge bestimmt nicht mehr als der Durchschnitt. Ich würde in einer Prüfung niemals abschreiben und halte mich bei Spielen extrem an die Regeln. Vielleicht ab und an eine kleine Lüge um niemanden zu verletzen. Z.B nach der Geburt meiner Tochter war ich extrem hyper von den ganzen Hormonen und total euphorisch. Als ich im Spital meine Koffer packte um nach Hause zu gehen, kam per zu Fall eine Bekannte genau in mein Zimmer, die gerade gebärt hatte. Sie war fix und fertig und fragte mich ob ich nach der Geburt auch so kaputt war. Ich bestätige ihr das, weil sie so fix und fertig aussah und ich nicht glaubte, dass es ihr etwas geholfen hätte, wenn ich ihr gesagt hätte, dass ich danach voll aufgedreht war.
Ansonsten lüge ich echt wenig, nur manchmal verdreh ich was ausversehen und möchte das dann gerne wieder richtig stellen.
Ich kenne aber ein Kind, dass höchstwahrscheinlich ADHS hat. Das macht extrem viel Quatsch bei anderen und verletzt, oder beleidigt die anderen Kinder. Dann geht es zu den Eltern und den Lehrpersonen und behauptet, dass das was es selbst gemacht hat, das andere Kind gemacht hat. Also dieses Kind hat extreme Mühe damit bei der Wahrheit zu bleiben…
Also das mit dem Zauberstab - für mich total peinlich und nicht nachvollziehbar. Das fällt für mich klar unter Lügen. Die Wahrheit hat nicht annähernd so viel Pontential für eine entsprechende Blamage…
Klar andere finden das lustig, wenn das Kind das dann von sich gibt. Aber wie findet das das Kind?
Ehrlich, da nenne ich das Teil Penis und Dinge beim Namen. Und bevor ich so einen - sorry, in meinen Augen peinlichen - Stuss fabulieren anfange, sage ich lieber gar nichts. Man kann seinem Kind auch mal sagen, wenn man das jetzt gerade nicht erklären kann.
Mit so einer „Erklärung“ tut man in meinen Augen den Kindern nämlich keinen Gefallen. Kinder nehmen so etwas alles wörtlich und welches Bild haben wir alle bei „mit Zauberstab in den Bauch zaubern“ im Kopf? Sicher nicht annähernd das, worum es geht… Und alle Erwachsenen lachen sich kringelig - so etwas bekommen Kinder durchaus mit, meine ich…
Ich meine Aufklärung ist ja auch Prävention. Wer das nicht schafft, soll es anderen überlassen. Es gibt auch gute Filme oder Bücher dazu. Ist ja nicht viel dabei.
Und ich habe es wie Pippilotta gehalten - ehrlich beantwortet, was die Kinder fragen. Das Thema kommt meiner Meinung sowieso immer so auf, wie die Kinder gerade dafür bereit sind.
Und um die Kurve zum On Topic zu bekommen - Man muss den richtigen Grad zwischen Wahrheit beschönigen, sozialer Lüge, Notüge, und eine echten Lüge schon klar abgrenzen.
Und man sollte sich die Konsequenzen überlegen…
Und manches ist Vorbereitung. Man weiß ja, dass die Kinder irgendwann fragen. Dann sollte man echt wissen, was man antworten kann und möchte.
Ich persönlich finde biologisch korrekt beschriebene Vorgänge mit den richtigen Namen nicht peinlich. Man sollte das einfach mal versuchen.
Und ich bin echt eine Spießerin und alles andere als locker.
Geht mir genauso. Ich fand es auch etwas befremdlich, dass meine Bekannte das so erklärt hat, dass das Kind noch weniger weiss als zuvor. Fand es auch immer wichtig, dass meine Tochter die Dinge benennen kann. Deshalb habe ich häufig auch mehr erzählt, als sie gefragt hat, weil ich häufig dann auch ins Labern komme. Selbst bin ich auch sehr prüde, aber ich habe überhaupt keine Probleme, wenn andere ihre Sexualität offener ausleben, solange es für niemand anderen einschränkend oder übergriffig ist.