ADHS und Panikattacken

Hallo,

ich schreibe hier, weil ich einige Dinge klären möchte und nicht genau weiß, wo ich darüber sprechen kann. Daher habe ich dieses Forum gefunden und hoffe auf Erfahrungen oder Meinungen von anderen Betroffenen.

Ich bin 23 Jahre alt, weiblich, und wurde mit 18 Jahren mit ADHS diagnostiziert. Zusätzlich habe ich die Diagnose einer mittelgradigen Angststörung und leichter Depressionen. Persönlich habe ich allerdings oft das Gefühl, dass diese Probleme zumindest teilweise mit meinem ADHS zusammenhängen.

Mein größtes Problem sind jedoch die Panikattacken. Ich habe sie bereits seit meinem 14. Lebensjahr, und sie schränken meinen Alltag teilweise stark ein. Sie sind nicht nur sehr beängstigend, sondern auch unglaublich anstrengend. Nach einer stärkeren Panikattacke brauche ich manchmal mehrere Tage, um mich wieder zu erholen und mich emotional zu stabilisieren.

Deshalb überlege ich aktuell, ob leichte Antidepressiva für mich sinnvoll sein könnten. Meine Psychiaterin hat schon mehrfach erwähnt, dass dies eine Möglichkeit wäre, wenn die Panikattacken mein Leben so stark beeinflussen.

Gleichzeitig habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Panikattacken immer schlimmer wurden oder überhaupt erst wieder aufgetreten sind, wenn ich Methylphenidat (ADHS-Medikamente) eingenommen habe. Methylphenidat scheint einfach nicht das Richtige für mich zu sein. Besonders der sogenannte „Crash“ am Abend macht mir sehr zu schaffen. Ich halte es meist nicht einmal länger als eine Woche aus, die Medikamente regelmäßig zu nehmen, weil ich die darauffolgenden Panikattacken sowie dieses unangenehme, entfremdete und erschöpfte Gefühl am Nachmittag, wenn die Wirkung nachlässt, kaum ertrage.

Deshalb beschäftigt mich auch die Frage, ob Elvanse eine Alternative für mich sein könnte. Ich habe aus meinem Umfeld sehr viel Positives darüber gehört und würde gerne wissen, ob hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat – insbesondere, wenn Methylphenidat nicht gut vertragen wurde.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit Panikattacken, Antidepressiva oder dem Wechsel von Methylphenidat zu Elvanse gemacht?

Vielen Dank fürs Lesen. :heart:

Du verallgemeinerst, heißt das, das du alle Methylfinidat Medikamente mit ihren Handelsnmen ausprobiert hast ( Medikinet, Ritalin, Concerta und Kinecteen)? Hast du dazu auch die Generika ausprobiert?

Nein, alle Methylphenidat-Präparate habe ich nicht ausprobiert. Bisher habe ich Ritalin 10 mg (unretardiert), Ritalin LA 20 mg, Methylphenidat 20 mg sowie Medikinet retard 20 mg ausprobiert. Außerdem hatte ich noch ein weiteres ADHS-Medikament, das kein Stimulans war, allerdings weiß ich leider nicht mehr, welches das genau war.

Bei den Methylphenidat-Präparaten hatte ich leider immer ähnliche Probleme, vor allem mit dem Wirkungsende bzw. dem Crash und den damit verbundenen Panikattacken. Deshalb bin ich mittlerweile etwas skeptisch gegenüber Methylphenidat und überlege, ob Elvanse für mich besser geeignet sein könnte.

Wobei ich sagen muss, dass Ritalin 10 mg unretardiert bisher am besten für mich funktioniert hat. Damit hatte ich die wenigsten Probleme und habe die Wirkung grundsätzlich als positiv erlebt. Schade finde ich nur, dass die Wirkung relativ kurz anhält und ich dadurch nicht den ganzen Tag davon profitieren kann. Genau deshalb probiere ich mich ja gerade durch verschiedene Medikamente, weil ich gerne eine Lösung finden würde, die länger wirkt, ohne dass ich am Ende des Tages diesen starken Crash oder verstärkte Panikattacken habe.

Verstehe ich es richtig , dass Methylphenidat während der Wirkung dir hilft und bei 10mg unret. Ritalin sogar gut ?

Würdest du es weiter nehmen wollen, wenn die Probleme am Ende nicht wären ?

Bei unretardiertem Ritalin vertrage ich die Wirkung eigentlich recht gut. Bei den retardierten Methylphenidat-Präparaten, die ich ausprobiert habe, bin ich zwar deutlich produktiver und komme schneller ins Handeln, aber ich stehe dabei auch ständig unter Spannung.

Es fühlt sich oft so an, als müsste ich diese innere Anspannung irgendwie abbauen, und das mache ich dann meistens durch ständiges Beschäftigtsein oder Produktivität. Dadurch schaffe ich zwar mehr als sonst, aber das Gefühl selbst ist für mich nicht angenehm. Auch für die Menschen um mich herum ist das nicht immer einfach, weil ich in diesen Phasen deutlich angespannter und schneller gereizt bin.

Deshalb würde ich wahrscheinlich nicht bei diesen Medikamenten bleiben wollen, selbst wenn sie mir dabei helfen, mehr zu schaffen. Dieses künstlich aufgeputschte Gefühl gefällt mir nicht. Besonders unangenehm finde ich, dass ich selbst dann, wenn ich eigentlich extrem müde bin, merke, wie mein Körper durch das Medikament daran gehindert wird, zur Ruhe zu kommen. Das fühlt sich für mich einfach nicht natürlich an.

Hast du schon mal eine niedrigere Dosierung getestet . Z.B 5mg unretardiertes Ritalin?

Wie war die Dosis der anderen Medikamente ?

Vielleicht hast du noch nicht ganz die passende Dosis und Tagesabdeckung gefunden .

Mit unretardiertem kann zu den Retardierten oft einen Feinabgleich machen.

Ich hatte damals zu Beginn im Rebound auch so meine Probleme. Mit einer Tagesabdeckung bis in den Abend , bekamen wir das dann gut in den Griff.

Die ersten Wochen musste ich dadurch, weil ich mich ja noch in der Eindosierung befand und noch keine Tagesabdeckung möglich war .

Ich wusste dann ja , dass es im rebound doof wird und das es aus einer Nebenwirkung resultiert und im dem Sinne eine davon ausgelöste psychische Situation, die ansonsten nicht auftreten würde.

Mein Psychiater und Psychotherapeut haben mich unterstützt die Phase durchzuhalten. Die Medis halfen mir trotzdem irgendwie meine Ressourcen zu nutzen um mich aufzufangen, aber Energie ging natürlich voll bei drauf .

Kann natürlich bei dir komplett anders sein und Methylphenidat wirklich nicht so gut.

Elvanse wäre ja auch noch eine Möglichkeit. Aber da weißt du ja auch erst dann wenn du es nimmst , wie es bei dir anschlägt.

Danke für deine ausführliche Antwort und dass du deine Erfahrungen teilst.

5 mg unretardiertes Ritalin habe ich tatsächlich nie ausprobiert. Soweit ich mich erinnern kann, waren die meisten Präparate, die ich getestet habe, entweder 10 mg unretardiert oder 20 mg retardiert. Die genauen Dosierungen aller Medikamente weiß ich leider nicht mehr auswendig.

Es kann natürlich sein, dass ich noch nicht die richtige Dosis oder Kombination gefunden habe. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, dass mich vor allem die retardierten Präparate ziemlich stark unter Spannung setzen. Ich werde zwar produktiver und bekomme mehr erledigt, aber ich fühle mich dabei oft nicht wirklich wohl.

Was mich zusätzlich verunsichert, ist, dass ich schon vor der Medikation immer wieder Panikattacken hatte. Die sind also nicht erst durch die Medikamente entstanden. Allerdings hatte ich häufig das Gefühl, dass sie unter Methylphenidat oder besonders im Rebound stärker wurden oder leichter ausgelöst werden konnten.

Andererseits muss ich sagen, dass 10 mg unretardiertes Ritalin bei mir eigentlich ganz gut funktionieren. Deshalb denke ich mir manchmal, dass ich vielleicht einfach dabei bleiben sollte. Dann hätte ich zwar nicht den ganzen Tag eine Wirkung, könnte es aber gezielt in Situationen einsetzen, in denen ich es wirklich brauche, statt mich den ganzen Tag über angespannt oder künstlich aufgeputscht zu fühlen.

Elvanse interessiert mich trotzdem, weil ich von einigen Menschen gehört habe, dass sie damit weniger Anspannung oder einen weniger starken Rebound hatten. Aber natürlich weiß man erst nach dem Ausprobieren, wie man selbst darauf reagiert. Deswegen sammle ich gerade einfach Erfahrungen und Meinungen von anderen Betroffenen.

Ich finde man sollte nichts unversucht lassen, also wenn deine bisherigen Erfahrungen mit MPH eher mäßig waren bzw. du vermutest dass du dadurch Panikattacken bekommst, sollte man es ausprobieren.

Du solltest aber bedenken, dadurch das Elvanse ein Amphetamin ist mit entsprechender Wirkung aufs ZNS, könnten deine Ängste ggf. verstärkt werden während es wirkt, sodass du viel niedrigere Dosen benötigst um dich ranzutasten, als das üblich wäre.
Kann sich aber auch wieder legen je länger man das Medikament nimmt, oder auch gar kein Problem sein, vielleicht sogar auch Angstlösend wirken wenn man die ADHS besser unter Kontrolle hat und diese mitverantworlich für gewisse Ängst ist.
Besprichs mal mit deinem Arzt, der sollte sowas ja auf dem Schirm haben.
Ein Versuch ist es in jedem Fall Wert.
Da muss man dann auch schauen wie lang es dann wirkt, „beworben“ wird es ja mit einer ziemlich langen Wirkdauer von bis zu 14h, aber in der Praxis merken das die wenigsten, viele sind sogar eher Richtung 6h Wirkdauer.
Je nach dem wie du mit dem MPH bisher über den Tag gekommen bist, könnte es da vielleicht zu Schwierigkeiten kommen, wenn du das AMP zu schnell verstoffwechseln würdest und so Geschichten.
Aber das ist jetzt schon zu weit ausgeholt.

Du kannst ja mehrmals am Tag was nehmen ? So dass der Tag gut abgedeckt ist .

Man kann die Tablette ja teilen. Ansonsten hat nur Medikinet 5mg unretardiert oder 5mg Adult.

Tach Alina,

also ich habe zwar null Erfahrung mit Ritalin, Elvanse und anderen klassischen ADHS-Medikamenten - aber dafür mehr als genug Erfahrung mit Angststörungen und Panikattacken.
Gegen die nehme ich seit jetzt 25 Jahren das Antidepressivum Sertralin, und bin damit sehr zufrieden.

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Ich hab auch eine Angsstörung neben AD(H)S und komme aktuell mit Elvanse besser zurecht.

Hatte kürzlich einen Versuch mit Methylphenidat, hab das leider nicht integriert bekommen mit meinen Ängsten. Leider sag ich weil ich ähnlich wie du, die Wirkung gerne mag von MPH.

Gleichzeitig hab ich beim Wechsel auf Elvanse wieder deutlich gemerkt, dass es meine Psyche und v.a die Ängste deutlich stabilisiert, weßhalb ich dabei bleibe.

Ich würde an deiner Stelle noch ausprobieren 5mg nicht retadiertes Ritalin testen, wobei ich davon nicht so viel halte bei einer Angststörung, da es eben allein vom Wirkverlauf ein ganz schönes auf und ab ist.

Trotzdem musst du damit rechnen, dass der Umstieg auf Elvanse auch viel Geduld braucht und am besten während ruhigen Lebensumständen stattfinden sollte.

Mit einem Antidepressivum würde ich noch warten, kann sein dass du gut zurecht kommst wenn du eine passende Einstellung der adhs Medis gefunden hast. Ansonsten kannst du es später immernoch nehmen.

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Ich mache es Mal ganz kurz: ja, meiner Ansicht nach würde ich es auf jeden Fall ausprobieren, wenn du MPH bisher nicht gut vertragen hast.

Ich habe MPH auch nicht gut vertragen - und die Wirkung war wirklich egal bei welcher Dosierung und welcher Häufigkeit niemals auch nur annähernd so klar und „Clean“ wie mit Elvanse (LDX).

Die Nebenwirkungen und auch der Rebound waren dafür bei MPH richtig mies, im Vergleich zur geringen Wirkung (und wir reden wirklich sogar am Ende von High Dose Tritration).

Elvanse hat nicht ohne Grund innerhalb weniger Jahre von der fehlenden Zulassung für Erwachsene und Off-Label-Use samt Privatzahlung für Erwachsene es seit Zulassung für Erwachsene den Sprung zur Erstlinientherapie für Erwachsene geschafft - auch wenn das wirklich vor allem nur ADHS-Spezialierte Psychiater bereits wissen. Viele nutzen noch das alte Schema erstmal MPH zu probieren (was ja auch nicht pauschal falsch oder verboten ist).

Aber sobald ein Patient es ausprobieren möchte und Wirkung und/oder Nebenwirkungen von MPH nicht passen, sollte es eigentlich ein guter Psychiater gemeinsam ausprobieren auf Elvanse umzusteigen.

+1 mir geht es genauso :+1:

Das freut mich sehr für dich. Und im Allgemeinen komme ich ja (auch mit Angststörung/Angstkomponente) ebenso mit Elvanse deutlich besser zurecht.

Allerdings sorgt meine (notwendige) Elvanse Dosierung von 70mg schon für deutlichen Hyperarousel. Und ich habe meine Medikation und mein Leben erst im Griff und bin wieder richtig arbeitsfähig und beziehungsfähig, seit ich fest auf Elvanse 70mg + Benzo (regelmäßig + bei Bedarf) eingestellt bin. Aber bitte kein Vorbild nehmen und vorsichtig sein, meine Lebensumstände, mein Alter und meine Geschichte sind völlig individuell. Und diese Medikation habe ich nach viel rumprobieren selbst gewählt gemeinsam mit meinem Psychiater.

Ich denke es kommt auf die individuelle Form der Ängste und deren Ursache an.

Ich denke Elvanse oder MPH können bestimmte Formen von Ängsten die durch ADHS verursacht/gefördert werden lindern: z.B. die allgemeine Angst zu versagen, anzuecken und nicht zu genügen [aufgrund des ADHS].

Wenn man dann das Medikament nimmt, sein ADHS, seine Arbeit und sein Leben dadurch wieder im Griff hat und „funktioniert“ dann kann es ganz sicher diese mit ADHS-verbundenen Ängste der o.g. Art lindern.

Wenn man aber beispielsweise wie in meinem Fall durch bestimmte akute Traumata (kPTBS), die auch erst im mittleren Alter aufgetreten sind durch tatsächliche unglückliche Ursachen und real existierende Bedrohungen u. Verluste ein (k)PTBS hat dann ist das auch neurobiologisch etwas anders.

Beispielsweise sind Hypervigilanz u. Hyperarousal ein bekanntes häufiges Symptom bei konkreten kPTBS - weil tatsächlich im Gehirn das Adrenalin u. Noradrenalin durch das Trauma oft oder zeitweise durchgehend durch die Decke schießt.

Wenn man eine Stimulanz wie Lisdexamfetamin einnimmt, dann wird ja neben der für ADHS erwünschten Dopaminausschüttung auch Noradrenalin ausgeschüttet und der Sympathikus gibt Gas.

Daher sind ja Hyperarousal u. Angst laut Elvanse Packungsbeilage eine Nebenwirkung die in Studien bei mehr als 1 von 10 Patienten (also mehr als 10% der Anwender) aufgetreten ist.

Wenn man jetzt - wie in meinem Fall - sowieso schon viel zu viel Noradrenalin ausschüttet und potenziell im Dauer-Alarmzustand ist dann potenziert sich das. Denn sobald ich Elvanse einnehme, dass ich gegen mein ADHS eben wirklich in 70mg Dosierung brauche um grundlegend zu funktionieren, potenziert sich mein ohnehin zu hohes kPTBS bedingte Noradrenalin-Level zusammen mit dem dazukommenden Noradrenalin-Ausstoß durch das 70mg Elvanse bzw. LDX.

Man muss jetzt kein Mathematiker sein um die Rechnung aufzumachen: massiv erhöhter Noradrenalin-Ausstoß (durch kPTBS) + massiv erhöhter Noradrenalin-Ausstoß durch hohe Dosis Elvanse (LDX) = superhohes Noradrenalin-Level = Unruhezustände (Hyperarousel).

Spannendes zu der Thematik (Hyperarousel/Hypervigilanz bei kPtBS) findet man übrigens von Herrn Dr. Ashwaganda - dessen spannende und tolle Videos hier im Forum öfter mal gepostet werden (er heißt nicht wirklich so, aber ähnlich, Name ist mir gerade entfallen und ich nenne ihn nur spaßhaft so - bitte korrigiert mich).

Danke für die ausführliche Antwort. Das ist tatsächlich auch einer der Gründe, warum ich mich gerade mit Elvanse beschäftige. Von vielen Leuten höre ich, dass die Wirkung als „sanfter“, „klarer“ oder „cleaner“ empfunden wird als bei Methylphenidat.

Bei mir ist es etwas komplizierter, weil ich schon lange vor jeder ADHS-Medikation Panikattacken und eine Angststörung hatte. Deshalb kann ich nicht eindeutig sagen, dass die Medikamente die Ursache sind. Ich habe aber schon das Gefühl, dass vor allem die retardierten Methylphenidat-Präparate meine innere Anspannung verstärken und Panikattacken leichter ausgelöst werden können.

Gleichzeitig funktioniert 10 mg unretardiertes Ritalin bei mir eigentlich recht gut. Die Wirkung selbst empfinde ich nicht als unangenehm. Mein Problem ist eher, dass die Wirkung relativ kurz anhält und ich deshalb nicht über den ganzen Tag davon profitiere. Deshalb denke ich mir manchmal, dass ich vielleicht einfach dabei bleiben und es gezielt dann nehmen sollte, wenn ich es wirklich brauche.

Ein weiterer Grund, warum ich gerade so viel über Medikamente nachdenke, ist meine Angststörung. Meine Psychiaterin hat schon öfter angesprochen, dass wir auch über Antidepressiva nachdenken könnten, weil die Panikattacken und die ständige innere Anspannung meinen Alltag mittlerweile doch ziemlich beeinflussen.

Ehrlich gesagt wünsche ich mir einfach, wieder ein möglichst normales Leben führen zu können, ohne ständig im Hintergrund gestresst oder angespannt zu sein und immer damit rechnen zu müssen, dass die nächste Panikattacke kommt. Deswegen denke ich momentan sowohl über Elvanse als auch über Antidepressiva nach.

Letztendlich werde ich das alles mit meiner Psychiaterin besprechen. Ich hoffe einfach, dass wir gemeinsam eine Medikation finden, die sowohl bei meinem ADHS als auch bei meiner Angststörung gut funktioniert und mit der ich mich langfristig wohlfühle. :blush:

Ich denke, letztendlich kann man sowieso nicht vorhersagen, wie ein Medikament bei einer bestimmten Person wirken wird. Man kann Erfahrungsberichte lesen und sich informieren, aber am Ende muss man es selbst ausprobieren, um zu wissen, ob es passt oder nicht.

Deshalb werde ich das mit meiner Psychiaterin besprechen und es wahrscheinlich einfach ausprobieren. Dann sehe ich ja, wie ich darauf reagiere und ob es für mich eine bessere Alternative ist. :blush:

Danke für deine Antwort.

Es freut mich wirklich zu hören, dass Sertralin dir so gut hilft. Solche Erfahrungen geben mir ehrlich gesagt Hoffnung, weil ich schon länger mit Angststörung und Panikattacken zu kämpfen habe.

Das bestärkt mich auch ein bisschen darin, Antidepressiva zumindest einmal auszuprobieren und zu schauen, wie sie bei mir wirken. Am Ende ist ja jeder Mensch anders, aber es ist schön zu hören, dass andere dadurch wieder mehr Lebensqualität bekommen haben.

Sertralin war meine Rettung. Ich hatte 2020 Mal eine mehrmonatige Pause eingelegt, aber schließlich wieder angefangen. Durch das ADHS neige ich ja eh schon zu Gedankenschleifen, Selbstzweifeln und Grübelmarathon. Aber ohne Antidepressiva potenziert sich das ins Extreme. Ich bekomme auf der Autobahn Panikattacken und kann keine Tunnels mehr fahren, weil die zusätzliche Reizüberflutung mein eh schon überfordertes Nervensystem ins TILT treibt.

Mit Antidepressiva kann ich sogar ungerechtfertigte Kritik am Arbeitsplatz verkraften. Die trifft zwar trotzdem schmerzhaft, aber ich kann nach etwa einer Stunde meinen Frieden mit der Situation machen und das Thema für mich abschließend berwerten - und dann aus meinen Gedanken verbannen. Anstatt von schlaflosen Nächten, vergrübelten Tagen und saurem Magen geplagt zu werden.