Dein Post ist schon 2 Wochen her, aber ich melde mich trotzdem als ebenfalls Betroffene. Ich bin 39, seit 2 Jahren PMDS-diagnostiziert und seit knapp 1 Jahr ADHS.
Mich hat tatsächlich die Diagnose PMDS zur Therapie gebracht, und nach einem Jahr diagnostizierte die Therapeutin dann ADHS. Nun, wo beides medikamentös angegangen wird, geht es mir so so so viel besser als vorher.
Das Gefühl nicht mehr existieren zu wollen kenne ich leider nur zu gut. Ich habe früher jeden Monat wahlweise oder gleichzeitig mich scheiden lassen wollen, völlig unnötige Streits vom Zaun gebrochen (ich stand wie neben mir und dachte - warum sage ich das jetzt, das ist totaler Quatsch und das meine ich nicht so - aber ich konnte nicht anders), wollte mir was antun oder nach Thailand abhauen und mich hier einfach in Luft auflösen. Ich bin noch nie in Thailand gewesen, also keine Ahnung, warum ich gerade darauf komme. Dazu elende Schlafstörungen und jeden Morgen um 4 Uhr wach. Dann bekam ich meine Tage, ich hab einmal 10-12 Stunden durchgeschlafen und danach war alles wunderbar. Ab Zyklustag 16 wieder von vorn. Horror.
Nun nehme ich 20mg Escitalopram (durchgehend) und bin gerade dabei, Elvanse einzudosieren. Dazu verschiedenste Vitamine etc. Es ist nicht ideal mit dem SSRI, ich habe verschiedene Nebenwirkungen und hoffe, dass ich es reduzieren oder vielleicht sogar in der Follikelphase ausschleichen kann, wenn die Stimulanzien gut eingestellt sein werden.
Aber es geht mir Lichtjahre besser als die Hölle, die ich vorher zuverlässig jeden Monat durchlebt habe. Die Lutealphase ist trotzdem anstrengend und ich bin weniger produktiv, kann mich schlechter konzentrieren und so weiter. Aber ich habe schon seit Monaten nicht mehr über Scheidung fantasiert, mein soziales Umfeld torpediert und auch keine Selbstmordgedanken mehr, was eine unendliche Erleichterung ist.
Daher, wenn es dir so schlimm dreckig geht, vielleicht kannst du mal mit deinem Arzt/Ärztin sprechen? Man muss das nicht aushalten. Es gibt Möglichkeiten, die schlimmsten Täler abzufangen. Alles Gute dir.
ich bin irgendwie total selten hier im Forum, weil ich nun meist im Forum Wohnzimmer Neurodivers unterwegs bin und dort nun auch Vereinsmitglied bin. Und jetzt merke ich gerade, wieviele PMDS-Leidensgenossinnen sich hier auf meinen Post gemeldet haben in den letzten Monaten.
Hättet ihr bzw. die ein oder andere von euch vielleicht Lust, sich in einer PMDS-ADHS-WhatsApp-Gruppe zusammenzutun? Um sich in den schlimmen Phasen auch mal auskotzen und “gemeinsam leiden” zu können und um sich gegenseitig zu ermutigen und Kraft zu geben, Tipps auszutauschen usw.?
Ich hab jetzt einfach mal eine WhatsApp Gruppe gegründet, die noch leer ist, aber vielleicht finden sich ja ein paar von uns zusammen und fühlen sich dann nicht mehr so allein mit dem Leiden.
Du sprichst mir aus der Seele. Ich will mich auch 1 mal im Monat scheiden lassen und alles hinter mir lassen. Einfach verschwinden. Wenn die Menstruation dann einsetzt bin ich wieder ein “normaler” Mensch. Mein Mann meinte: Eine Woche im Monat bist du normal.
Es ist unfassbar was Hormone mit einem machen. Das ist so anstrengend. Habe Escitalopram genommen und 4 Monate lang “zwischengeblutet”. Na danke.
Ich hatte sehr lange sehr starke Probleme, sehr unregelmäßiger Zyklus und starkes pmds v.a. in den letzten Zyklustagen. Escitalopram nehme ich schon länger, hatte aber in den letzten Zyklustagen nicht ausgereicht. Meine Frauenärztin hatte mir zyklisch Progesteron verschrieben wegen der starken Zyklusunregelmäßigkeiten und Schmierblutungen. Danach war es für die Tage nach absetzen von Progesteron die Hölle bis einsetzen der Menstruation.
Deswegen bin ich auf folgendes Schema gesetzt worden: durchgängig geringe Dosis Progesteron und nach dem Eisprung eine höhere Dosis Progesteron bis die Menstruation einsetzt (vorher war es erst progesteron absetzen und auf den Zyklus warten).
Es ist der Hammer, ich hatte jetzt erst einen Zyklus in der Form. Aber mir geht’s genial! Ich hatte kein bisschen Pmds. Der Weg dahin war schwer, ich habe so viel ausprobiert und bin immer wieder verzweifelt.
Ich hoffe, das war jetzt nicht nur eine einmalige Besserung, wollte euch aber Mut zusprechen weiter auszuprobieren, Rückschläge einzuplanen und nicht aufzugeben. Das rein intermittierende war bei mir ein riesen Rückschlag, aber eben auch ein Schritt in die richtige Richtung. es ist so individuell- da den richtigen Behandlungsansatz zu finden geht nur über Trial and Error, so schlimm das auch ist.
und auch Elvanse hat jetzt durchgängig besser gewirkt. Es gibt schon noch Schwankungen zwischen den Zyklusphasen, aber deutlich weniger ausgeprägt als vorher.