ADHS und Verkehrsunfälle

Ich weiß, es gibt Zufälle, aber inzwischen ist es schon seltsam.

Heute hatte ich wieder einen Unfall, dabei sind bei beiden Autos
die Spiegel vom Fahrer verloren gegangen.

Wäre nicht außergewöhnlich, wenn nicht vor 6 Monaten schon ein
Unfall war, wo einer aus der Seitenstraße am, dann 8 Monate davor
ich jemandem drauf, wieder 9 Monate davor einer mir drauf, weil
ich stark bremsen musste und einmal einer beim ausparken an einem
stehenden Auto.

Bislang habe ich das immer als Pech abgetan, aber wenn man sich
umhört, haben andere 1 maximal 2 Unfälle in der gesamten Zeit
von 30 Jahren.

Kann ADHS, vor allem so lange unbehandelt, mit den Unfällen
zusammen hängen?

Und könnte man das speziell bei der Arztsuche angeben, um
schneller dran zu kommen?

Weil man zweifelt ja immer mehr an sich selber und traut
sich bald nicht mehr zu fahren.

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Also ich bin, bis ich meine Diagnose bekommen habe, unfallfrei gefahren.
Bzw bin bisher komplett unfallfrei.

Daher würde ich es spontan nicht unbedingt auf ADHS schieben.

Adhs als Impulskontrollstörung und Reizfilterstörung ist definitiv mit dem erhöhten Risiko von Unfällen verknüpft.
Da gibt es diverse Artikel bei Google, wo du dich einlesen kannst, zB Unfallgefährdung bei Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung
Oder adhs zusammen mit anderen psychischen / psychiatrischen Erkrankungen: Erhöhtes Sterberisiko bei ADHS durch Suizide, Unfälle und andere...

Zitat:
"Nicht durchdachte und übereilte Reaktionen verleiten sie häufiger zu riskanten Verhaltensweisen, die sich schnell als Fehler herausstellen, manchmal mit fatalen Folgen. "

Ob du dadurch einen schnelleren Diagnosetermin bekommst, wage ich zu bezweifeln, denn das würde ja dann für alle Patienten gleichermaßen gelten.
Ich glaube eher, dass man dir raten wird, das Auto stehen zu lassen, um andere und dich selbst nicht zu gefährden (und auch den Versicherungsschutz nicht zu verlieren :wink:).

Ich merkte es beim Radeln auch, dass ich fast vor die Autos fahre, wenn ich nicht höllisch aufpasse, ich muss mich oft zwingen mich zu konzentrieren. Auf dem Radweg geht das noch , auf der Straße nicht. Da helfen mir die Medikamente aber sehr. Und meine Vorsicht :wink:

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück, auch wenn du auf den Termin warten musst, es lohnt sich, bleib dran :v:

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Absolut!!!

Die potentiell tödlichen Folgen unbehandelter AD(H)S werden drastisch unterschätzt.
Lies mal hier, unter Unfälle und Todesrate bei AD(H)S…:

Bitte fahr besonders vorsichtig, bis Du endlich Medis hast!
AD(H)S-Medis retten Leben - das von AD(H)Slern und das von denen, die ihnen entgegenkommen…

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Das gibt es durchaus. Nicht jeder Betroffene hat jedes Symptom.
Statistisch gesehen ist die Unfallquote (und daraus folgend die vorzeitige Sterblichkeit) bei schwerem unbehandeltem AD(H)S erheblich!

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Denke schon, dass das mit dem ADHS zusammen hängen kann. Habe selbst innerhalb von 12 Jahren, die ich jetzt fahre, zwei Auffahrunfälle verursacht (ist niemandem was passiert). Jeweils ohne Medikamente…

Hatte dazu gerade etwas in einem älteren thread gepostet ( nicht gesehen das der seit 3 oder 4 monaten inaktiv war… aber passt hier genauso :wink:
Ich wusste mit 18 jahren noch nicht das ich ADHS habe, also auch keine medikamente etc.
Ich bin 2x durch die praktische Prüfung gefallen. Weil ich abgelenkt war, nervös war, auf gut deutsch: ich habs „verzappelt“
Dann im ersten halben Jahr mit Führerschein 2 kleine Unfälle… einmal einem hinten drauf gefahren als der eine Vollbremsung gemacht hat, einmal von der Straße abgekommen nach einer Kurve weil ich im Rückspiegel etwas gesehen hatte… :see_no_evil:
Rückblickend kann ich es mir jetzt sehr viel besser erklären :wink:

Und zum Thema Unfälle:
"Patienten, die mit ADHS aufwachsen, sind im Vergleich zu
Gleichaltrigen fast doppelt so häufig gefährdet, in ihrer Kind-
heit bei Unfällen und mehr als viermal so häufig gefährdet im
mittlerem Lebensalter aufgrund von Unfällen, Missgeschicken
und sogar Selbstmord zu sterben.

Im Durchschnitt sind es neun bis 13 Jahre weniger.
Bei mindestens einem Drittel kann sogar von einer Reduktion
der Lebenserwartung von 20 Jahren ausgegangen werde"
Quelle: Barkley, Russel A., Ph. D. ADHS wirkt sich auch auf die Lebenserwartung aus

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Hey @AgainstTheStream123 das tut mir leid für Dich, hast Du genug Fahrpraxis?, dass meine ich nicht negativ, bitte verstehe mich nicht falsch, ich will Dich als Person oder Auto Fahrer, was auch immer, nicht im geringsten anzweifeln, oder gar in Frage stellen, ganz im Gegenteil, ich glaube das Du das Auto fahren wahrscheinlich besser beherrscht als Du es Dir vielleicht wirklich selbst zutraust?.
Wie auch immer, ich persönlich bin beim Auto fahren sehr konzentriert, regelrecht fokussiert, denn ich möchte alles richtig machen, und tatsächlich gelingt mir das dann tatsächlich so gut wie es mir in anderen Sachen, anderen Dingen des Lebens, selten gelingt, vielleicht hätte ich Lastwagen Fahrerin werden sollen?, was ich tatsächlich absolut ernst meine, denn wenn ich hinter dem Steuer sitze, dann bin ich sozusagen „eins“ mit dem Fahrzeug und mir.
Und weil ich dann so fokussiert bin, mache ich tatsächlich kaum Fehler, bin hellwach, immer darauf bedacht „gut“, „sicher“ und „voraus schauend“ zu fahren, verzichte gerne mal auf meine „Vorfahrt“, oder gebe anderen den „Vortritt“, Hauptsache mein Fahrgefühl gibt mir ein „gutes“, „sicheres“ Gefühl.
Jedenfalls hatte ich seit über 20 Jahren keinen Unfall mehr, weil ich bem Auto fahren so fokussiert bin, als würde ich auf die Jagt gehen, schwer zu beschreiben, jedenfalls bin ich stolz auf mich, dass ich so lange weder mir noch anderen Menschen Schaden zugefügt habe, was ich mir selbst nie verzeihen könnte, jedenfalls fahre ich wirklich sehr gerne Auto, auch wenn das vielleicht nicht dem Mainstream entspricht, aber das ist etwas was ich wirklich gut kann, deshalb „hänge“ ich irgendwie daran, und „selbstgesteuerte“ Autos durch KI, vergiss es: ohne mich, solange ich Herr meiner Sinne bin, und das bin ich beim Fahren, ohne mich.
P.s. leider wuchs ich in Zeiten auf in denen es als Frau in meiner Jugend „undenkbar“ war wenn ich gesagt hätte: „Lastwagen fahren?, finde ich geil, dass würde ich sehr gerne machen“.
Da hätte man mich ausgelacht, oder gesagt das ich wohl einen an der Waffel habe.
Deshalb habe ich zum Beispiel diese Berufstätigkeit nie in Betracht gezogen, obwohl es vielleicht eine echte Chance für mich gewesen wäre, wer weiss?.

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Ich fahre 15- bis gute 20.000km im Jahr, die Fahrpraxis ist also schon da. Meistens geht es gut - selten mal nicht so ganz. Bemühe mich inzwischen auch noch mehr, Abstand zu halten, vorausschauend zu fahren usw.

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Das Thema ADHS und Führerschein hatten wir in der Tat schon an anderer Stelle diskutiert und festgestellt, dass alles möglich ist: von ADHSlern, die Angst vorm Fahren haben und deshalb besser die Finger vom Lenkrad lassen sollten; über passable Fahrerinnen und Fahrer bis hin zu sicheren Vielfahrern, die beim Fahren im Hyperfokus sind und dabei entspannen.
Ich liebe Autofahren und fahre bereits mehrere Jahrzehnte unfallfrei.

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Also ich habe inzwischen echt irgendwie keine Lust mehr.

Weil wenn das nicht über die Eltern versichtert wäre und sie die Beiträge
leisten, wäre es astronomisch teuer.

ich fahre seit 5 Jahren, bin aber noch in der höchsten Stufe und einmal
wollte die Versicherung mich bzw. Eltern kündigen wegen der vielen Unfälle.

Weil wir alles bei denen versichert haben, hatten wir halt ein gutes Druckmittel.

Was kann man denn noch machen, damit das mal besser wird?

Naja, eben eine Behandlung anstreben und bis dann eben das Fahren vermeiden. Das ist je nach Lebensumständen hart, aber es gibt ja auch andere Leute, die aus gesundheitlichen Gründen nicht Auto fahren dürfen, z. B. wegen Epilepsie o. Ä.

Und ich bitte euch in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass Unfälle keineswegs nur im Straßenverkehr passieren, sondern (zahlenmäßig sogar viel häufiger) im Haushalt oder in der Freizeit oder beim Sport. Man fällt von der Leiter, gerät in die Kreissäge oder (gerade jetzt im Sommer) ertrinkt beim Baden. Und auch da sind die (unbehandelten) ADHS-ler natürlich vorneweg.

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Jemand hatte den schönen Hinweis auf Barkley gepostet:
„Die Lebenserwartung von AD(H)S-Betroffenen ist im Schnitt um 9 bis 13 Jahre verkürzt.“
(Barkley in Gastbeitrag im Ärzteblatt Rheinland-Pfalz 11/2019).

Er hat zwar nicht dazu gesagt, wie stark das ASD(H)S sein muss, damit das so ist, aber auch ohne diese Einschränkung ist es deutlich genug.

Und: Autounfälle ziehen oft genug Unbeteiligte mit rein.
Ich sag es mal ganz hart und rechtlich klar: Wer sein individuelles erhöhtes Unfallrisiko aufgrund seines AD(H)S kennt (nicht jeder AD(H)Sler hat eine erhöhte Autounfallquote), und weiter unbehandelt fährt, hat an einem verursachten Unfall einen bedingten Vorsatz (billigend in Kauf genommen). Das wird zivilrechtlich teuer und strafrechtlich relevant,
Und das ist jetzt keine Spekulation…

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