ADHS und Zöliakie/Glutenunverträglichkeit?

Hallo liebe Menschen! Ich wusste nicht genau, wo ich das Thema hier posten sollte, da ich keine „Komorbiditäten“-Ecke gefunden habe. Der Post darf gerne verschoben werden, wenn es eine passendere Stelle im Forum gibt.

Ich habe gelesen, dass ADHS und Zöliakie statistisch überrepräsentiert oft zusammen diagnostiziert werden. Ich wollte mal fragen, ob hier jemand mitliest, der ADHS und Zöliakie/Glutenunverträglichkeit hat und berichten kann, wie sich im eigenen Fall Gluten auf die Symptome auswirkt. Ich frage mich z.B. gerade sehr, wie sich glutenbedingter „brain fog“ anfühlt im Vergleich zu „normalem“ ADHS.

Ich hatte mich zuletzt mit dem Thema „oligoantigener Diät“ beschäftigt. Es gibt einige Studien dazu - scheinbar haben Nahrungsmittelunverträglichkeiten damit zu tun.
Die Studien wurden immer nur mit Kindern durchgeführt. Die Unverträglichkeiten sind sehr individuell, allerdings sind einige Nahrungsmittel deutlich stärker vertreten. Unter anderem Gluten und Milchprodukte.

Ich hatte die Diät nur zwei Wochen ausprobiert und hatte das Gefühl, deutlich weniger brainfog zu haben.
Das man in der Hinsicht sensibel auf Gluten reagiert heißt aber nicht, dass man Zöliakie haben muss.

Aktuell versuche ich Gluten, Milchprodukte und Zucker möglichst zu vermeiden.

Hallo @Justine , danke fuer deine Antwort! Den Begriff „oligoantigene Diaet“ kenne ich noch nicht, da muss ich mal lesen. Danke fuer den Anstoss!

Das stimmt. Ich habe auch gelesen, dass auch eine Weizenallergie oft initial fuer Zoeliakie/Glutenunvertraeglichkeit gehalten wird.

Fuer Zoeliakie muss man eine genetische Vorbedingung haben. Ich habe die leider, aber zum Glueck nur heterozygot. Und ich habe auch eine Neurodermitis-Diagnose, was die Entwicklung von Zoeliakie anscheinend massiv beguenstigt, wohl weil Neurodermitis nochmal mit einer eingeschraenkten Hautbarriere einhergeht.

Sehr interessant! Ich habe auch den Eindruck, dass mein Kopf ohne Gluten viel, viel klarer ist.

Ich habe inzwischen den Eindruck, dass ich Milchprodukte nur manchmal nicht vertrage. Das scheint dann so zu sein, wenn ich auch gerade Ausschlag habe. Ausschlag wiederum scheint ganz stark mit Glutenaufnahme zu korrelieren.

Soweit ich weiss, beeinflussen Blutzuckerschwankungen auch die Cortisolfreisetzung. Mir geht es mit einer low carb-Ernaehrung stimmungsmaessig viel besser.

Reicht es bei dir schon, die drei Faktoren einzuschraenken, oder war das „volle oligoantigene Programm“ einfach zu viel Aufwand fuer dich?

Das war eigentlich gar nicht viel Aufwand und ging besser als gedacht. Allerdings hatten wir dann für eine Woche Besuch bekommen - und dann wird’s schwierig wenn man mit anderen gemeinsam essen möchte.
Aktuell verzichte ich hauptsächlich auf Gluten, Milch, Zucker und Zusatzstoffe.

@dreeenia

Hallo, schade dass leider fast keine „hier Rufe“ stattgefunden haben. Ich würde mir mehr Leute wünschen die genau diese Kombination haben. :slightly_smiling_face:

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Hier:)

Hier. Zöliakie, Laktoseintoleranz UND ADHS

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Hi!

Ich habe seit meiner Jugend (bin 42) Histamin und Fructose Intoleranz. Hatte seit ich denken kann Magenprobleme. Ständig Magenschmerzen und Blähungen. Die letzten 10 Jahre massive Schlafstörungen, immerwieder Tabletten genommen. Angstzustände und Panikattacken auch seit dem Jugendalter. Ads wurde bei mir vor etwa 10 Jahren festgestellt.

Jetzt kommts:

Habe vor etwa einem Jahr mit dem Experiment begonnen keinen Weizen mehr zu essen. Hatte die ersten 2 Wochen starke Entzugserscheinungen, v.a. Angst und Panikattacken. Das hat mich motiviert weiter zu machen.
Ich merkte schon nach einem Monat dass es mir vom Magen her sehr viel besser geht.
Hab dann beschlossen komplett auf Gluten zu verzichten. Bin seit 7 Monaten glutenfrei und ein anderer Mensch.

  1. Nach ca 2 Monaten glutenverzicht schlafe ich durch. Und zwar jede Nacht. Das kannte ich nicht. Totaler Wahnsinn…
  2. Ich kann von Monat zu Monat mehr Gemüsesorten ( bin seit 5 Jahren vegetarisch) essen ( hab ich überhaupt nicht vertragen) und hab keine Magenschmerzen mehr und viel weniger Blähungen. Die Histaminintoleranz ist weniger geworden.
  3. Das wunderbarste daran ist, dass ich nicht mehr so paranoid und ängstlich bin. Endlich weiß ich wie sich normale Menschen fühlen.
    ( Muss dazu sagen dass ich zusätzlich sehr an mir arbeite, Achtsamkeit, Affirmationen, Yoga, aber das alleine hat mir nie soviel weitergeholfen)
  4. Kein brainfog mehr
  5. Keine Heißhungerattacken mehr
  6. 5 kg weniger, ohne Anstrengung
  7. Nicht mehr ständig diese bleierne Müdigkeit nach dem Essen

Ganz ehrlich. Gluten ist fur mich Gift.
Das rühr ich nicht mehr an.
Ab und zu ist es hart, wenn meine Mann und meine Kids neben mir Pizza essen, aber es hat so viele Vorteile, dass ich nicht mehr zurück möchte…

LG und alles Gute!

Manuficent

Ich bin gerade durch Zufall auf diesen Beitrag gestoßen. Ich habe auch Zöliakie und ADHS. Ich hätte bis eben nicht gedacht, dass das zusammenhängen kann. Habt ihr Studien etc. zu diesem Thema?

Huhu :slight_smile:

Schau mal ins grüne Kästchen unterm ersten Beitrag ganz oben.

Da gibts Links zu adxs.org passend zum Thema und da dann noch viel mehr.

Studien sind im Text und am Ende jedes Themas verlinkt.

Oder über die Suchfunktion mit „Zöliakie“.

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Hi, hab auch Zöliakie und ADHS und habe gelesen, dass Ritalin Weitenstärke enthält. Da Medikinet retard nur mit Nahrung eingenommen werden soll, möchte ich das Präparat wechseln, da ich das zumeist nicht gewährleisten kann. Hat hier jemand Erfahrung über den Zusammenhang ADHS Medikation und Zöliakie? Wäre dann neben Medikinet nur noch Elvanse (soll neben Medikinet auch glutenfrei sein) möglich?
Vielen Dank schon mal und liebe Grüße