ADHS und Zwangsstörungen

<LINK_TEXT text=„https://www.healthline.com/health/menta … hd-defined“>ADHD and OCD: They Can Occur Together</LINK_TEXT>

Ich mutmaße, dass der Anteil an komorbidem ADHS unter den Patienten mit Zwangsstörungen deutlich höher ist als ca. 25%… aber wie viele genau, das sei mal dahin gestellt, wissenschaftliche Datenlage offensichtlich „inconsistent“

Die Hirnentwicklungsstörung ADHS mal wieder…

Auf Papier sind Zwangsstörungen deutlich verbreiteter als Adxs, die Hemmschwelle darüber zu sprechen leider auch größer.
Ich lese oft im Forum für Zwangsstörung, leider sehr rar belegt.
Würde mir mein Zwang nicht verbieten dort mich anzumelden und zu schreiben wäre ich schon längst aktiver Mitglied :lol: :jammer
Hm, vielleicht ist dies das Problem des Forums für Zwangsbeklagten.

Ich denke es kommt auch immer drauf an wie man Zwangsstörung definiert. Wenn man davon ausgeht, dass eine Zwangsstörung dafür sorgt, dass man etwas macht ohne, dass dies nötig ist und man sich dessen bewusst ist… Dann definitiv höher.
Letztens noch in der Schräge im bergischen geparkt… Nach ein paar Schritten überlegt, ob ich die Handbremse angezogen habe… Logischerweise muss ich das gemacht haben. Sonst wäre mein Auto ja an mir vorbei gerollt oder ich hätte es knallen gehört.
Ich kam nicht drum rum zurück zu gehen und es zu kontrollieren… 2x, weil ich es nach dem 1. mal kontrollieren ja vergessen hatte…
Denke das das kein Einzelfall ist und deutlich mehr als 1/4 aller AdxSkler

Ich selber habe mir eine Zwangsstörung diagnostiziert.
Für eine offizielle Diagnose hat es nicht gereicht, weil die meinten, ich verwende zu wenig Zeit für die Zwangshandlungen. Was in meinem Kopf abgeht, und wieviel Kraft das kostet, das konnten sie halt nicht sehen. Ich versuche halt sehr, mich den Ängsten zu stellen. Zum Beispiel meine grosse Angst vor Schimmel; ich versuche, etwas „kontaminiertes“ nicht noch einmal zu waschen. Ergo: kein zusätzlicher Zeitaufwand. Jedoch bleibt die Angst bestehen und wird auch mit der Zeit kaum kleiner, weil ich das Gefühl habe, der Schimmel könnte auch in 20 Jahren noch ausbrechen. Mir fehlt also die Erfahrung, dass „nichts passiert“ wenn ich mich der Angst stelle. Trotzdem halte ich es für den besseren Weg, als mich dem Zwang hinzugeben und ihm so noch mehr Raum zu geben. Aber der unsichtbare Kraftaufwand ist enorm und endet meistens irgendwann in einem schlimmen Wutanfall.

Entschuldigung; ich bin recht abgeschweifft:see_no_evil:

Da kommt mir noch in den Sinn: Das einzige, was diagnostiziert wurde, war Grübelzwang. Mittlerweile weiss ich, dass das wohl vom ADHS kommt.

Hab mal irgendwo ne Doku gesehen wo zwanghafte Sauberkeits Leute bei extrem schmutzigen Messies die Bude aufgeräumt haben um sich dem krankhaften Überekel zu stellen.
Vielleicht schaust du dir mal unabängig was man von so „MEssie“ Serien hält ein paar davon an.In was für Schimmel und Dreck manche Menschen über Jahre gelebt haben und es überlebt haben, da wundert man sich immer wieder zu was der Körper in der Lage ist.

Danke, das ist ein guter Tip!
Ich habe aber weniger Angst wegen der Gesundheit, als davor, dass alles ausser Kontrolle gerät. Sozusagen alles übersät ist.

Lustiges Thema, also das mit dem lustig meine ich natürlich in Bezug auf eigene Tics die ich im Laufe meines Lebens entwickelt habe. Dabei denke ich speziell an diese 2 bis 3 mal „nachkontrollieren“ Tics die ich fast täglich bei gewissen Dingen wiederhole. Da ich mit Adhs eben krankheitsbedingt an „Vergesslichkeit“ leide, habe ich mir solche Tics, heisst „Zwangshandlungen“ angewöhnt um für meine, oder auch die Sicherheit anderer, sowie dem Erhalt von Struktur in meinem Leben anhewöhnt. Ob dies dann bereits als „krankhafte“ Zwangsstörung gilt, würde mich echt interressieren. Mir ist zum Beispiel bekannt, das zwanghaftes Händewaschen eine „Zwangsstörung“ ist, dieses Beispiel liegt aber meiner Meinung nach weit höher in der Skala von 1-10 in der Zwangsstörungen, als das nachkontrollieren ob man die Haustüre wirklich abgeschlossen, oder das Licht gelöscht, die Herdplatte abgestellt hat.

Ich habe keine Zwangshandlungen mehr bzw. deutlich deutlich weniger.
Die Zwangsgedanken haben bei mir von 60 Sekunden ungelogen 45 Sekunden meinen Gedanken beeinflusst. Jetzt bin ich bei 20/40 angekommen.
Wenn man Zwänge hat, weiß man es. Diese beanspruchen leider mehr als die Hälfte des Tages. Und es ist einfach die Hölle.
Paar Ticks hin und wieder würde ich einfach als Gewohnheit abtun.

Sehr interessantes Thema. Habe letztens ein Interview mit Russel Barkley gesehen, wo er etwas auf das Thema Zwanserkrankung eingeht. Laut ihm würde die Chance an ADHS zu leiden bei Personen mit Zwangserkrankung bei 60% liegen. Insbesondere Menschen, bei denen die Zwangserkranung sehr früh angefangen hat sollen betroffen sein.

Hier das Video mit Zeitstempel: Women with ADHD | Dr. Russell Barkley Interview, Part 3 - YouTube

Was ich desweiteren gelesen habe ist, dass Menschen mit ADHS und Zwangserkrankung besonders unter sogenanntem „Tourettic OCD“ leiden, was an eine Tic-Störung erinnert. Der Lichtschalter wird dann beispielsweise nicht 20x betätigt, weil geglaubt wird, dass sonst etwas schlimmes passiert sondern, weil ein innerer Drang da ist es zu tun. Es wird dann solange getan bis es sich „einfach richtig“ anfühlt, oder bis man es irgendwie geschafft hat aufzuhören. Wenn man es nicht tut fühlt es sich nicht „richtig“ an und es ist schwer die Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken, da der Drang bestehen bleibt.

Für mich ist das Thema sehr interessant, da ich weitaus vor meiner ADHS Diagnose mit einer Zwangsstörung diagnostiziert wurde. Und auch wenn Angst bei mir eine Rolle gespielt hat, der Begriff „richtig anfühlen“ trifft bei mir perfekt zu. Wenn ich aus einer Flasche getrunken habe, habe ich diese nach dem verschließen mehrmals wieder geöffnet und verschlossen, bis es sich irgendwie richtig angefühlt hat (oder ich es irgendwann einfach gestoppt habe, weil es kein Ende gefunden hat). Ähnliches beim Kleidung zuammenlegen etc. Wenn ich mit anderen Personen zusammen war konnte ich diesen Drang aus Scham unterdrücken. Scheint meiner Meinung nach in eine andere Richtung zu gehen als die „klassische“ Zwangserkrankung, bei der Rituale vor irrationalen Ängsten schützen sollen.

Bei mir trifft beides zu, obwohl ich solche Handlung nicht mehr/ seltener tue bzw. unter Kontrolle habe.

Wann hast du deine entwickelt? Ich leide seit meiner Kindheit darunter, mit Phasen der Besserung und Verschlimmerung.

Auf jeden Fall seit meiner Kindheit. Richtig bemerkbar geworden ist es so mit 16. Hängt denke ich mal damit zusammen, dass das Leben da „ernster“ wurde. Mehr Selbstständigkeit, mehr Verantwortung etc. Aber hatte davor auch schon Symptome. Mittlerweile ist es deutlich besser, aber komplett weg ist es nicht.

:lol: :lol: :lol: