ADxS Typen veränderung

Hallo Schwarmintelligenz! :wave:

Als ich letzten so in meiner Wohnung saß, tat sich bei mir die Frage auf, ob sich der ADHS Typ ändern kann.

Zack. Ab ins Internet. Google angeworfen aber keine zufriedenstellende Antwort gefunden.

Meistens ist nur von den Symptomen die Rede.

Das einzige was ich gefunden habe war, das sich das H bei Kindern zum Erwachsenen „rauswachsen“ kann. Heißt das wenn ein Kind die Diagnose ADHS Typ H hat, als Erwachsener dann „nur noch“ ADHS Typ I ist?

Ist es möglich das sich der Typ im laufe der Zeit ändern kann oder hat jeder sein festgelegten typen?

Kann ein Erwachsener der mit 20 Jahren ADHS Typ I hat mit 40 ADHS Typ C sein?

Oder heißt das nur, das bei der Diagnose das H übersehen wurde und er hatte schon immer C wurde aber fälschlicherweise als I eingestuft was dann nach weiteren 20 Jahren rauskommt?

Danke!

„ADHS“ reagiert insbesondere auf die Umgebung. Und je nach dem welche Reize diese Umgebung hat, desto eher lernt man damit umzugehen. Diese Reize wirken auf ADHS viel stärker, weniger gefiltert als beim „NT“. Es ist also eine wechselseitige Beziehung zwischen Person und Umgebung.

Daher kann eine Veränderung der Umgebung auch Änderungen in der Erscheinung verursachen. War man es gewohnt in einer reizarmen Umgebung zu existieren und man ist auf einmal im Gegenteil, da kann der unaufmerksame Typus plötzlich sehr impulsiv sein wo auf einmal eine Tendenz zum C- oder H-Typus entstehen kann. Man liest ja doch oft, dass das ADHS im Erwachsenenalter erst wieder Thema wird wenn sich was verändert hat. Das können Kinder sein die man vorher nicht hatte, der Umzug in eine neue Stadt, ein neuer Job oder gar eine Beziehung.

Ich denke, dass die meisten der C-Typ sind mit einer Tendenz in eine Richtung. Es ist ein Spektrum.

Diese Subtypenbildung führte jedoch zu einer sehr großen Heterogenität innerhalb der einzelnen Gruppen und schien für die Behandlungsplanung nicht nützlich. Es zeigte sich auch, dass der individuelle Subtyp zeitlich nicht sehr beständig war und sich über die Lebenszeit oft änderte. So entwickelten sich z. B. Kinder mit hyperaktiv-impulsivem Typus zu Jugendlichen mit gemischtem Typus und wuchsen schließlich zu Erwachsenen mit rein unaufmerksamem Typus heran. Daher wurde in Frage gestellt, ob es sich dabei wirklich um unterschiedliche Arten von ADHS handele oder doch eher um vorübergehende Entwicklungsphasen.
Wegen dieser mangelnden wissenschaftlichen Absicherung der Subtypen spricht das DSM-5 nur noch von verschiedenen Erscheinungsbildern (presentations) . Nun werden das vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsbild, das vorwiegend hyperaktiv-impulsive Erscheinungsbild und das gemischte Erscheinungsbild unterschieden. Diese sprachliche Abschwächung soll hervorheben, dass es sich um eine Einschätzung eines momentanen Zustands handelt, der sich mit der Zeit ändern kann. (Quelle: Wikipedia)

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Also Einteilung in Schubladen mag ich sowieso nicht. Ja, im Laufe der Pubertät kann sich viel ändern.

Aber auch sonst im Leben. Wer als Single durch Zwanghaftigkeit kompensiert, hat vielleicht eine sehr ordentliche und saubere Bude und kommt überall pünktlich.

Aber wenn Partner und Kinder dazu kommen, gerät das bisherige Leben durchaus schon mal außer Kontrolle.

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Danke Pedro, das war genau das was ich wissen wollte :pray:

Das hat nichts mit Schubladen zu tun. Mir ging es rein um die Diagnose auf dem Papier.

Ja, das ist möglich.
Bestätigt auch Barklay in einem seiner Vorträge, die sich an Ärzte und Therapeuten richten.

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Danke wieder was gelernt. Thema kann geschlossen werden. Ich hab rausgefunden was ich wollte :slight_smile: