Aktive und passive Wirkdauer Elvanse

Hallihallo!

Ich befinde mich aktuell in der Eindosierung von Elvanse (erstes Medikament, keine Erfahrung mit Methylphenidat).
Angefangen bei 20mg habe ich mich irgendwann bei 50mg wiedergefunden und musste das nach wenigen Tagen abbrechen, da ich weder essen noch schlafen konnte. Ich hatte das Gefühl, die Elvanse wirkt einfach zu lang. Aber nicht aktiv, sodass ich die ganze Zeit eine Symptomlinderung gespürt habe, sondern eher passiv.
Ich bin dann nochmal einige Zeit zurück auf 30mg, bin dort verblieben, bis sich mein Schlaf normalisiert hat und ich einigermaßen essen konnte, dann dasselbe Spiel auf 40mg und jetzt bin ich wieder bei 50mg angelangt, kann einigermaßen essen und schlafen.
Mit 50mg fange ich jetzt langsam an, eine gewisse Wirkung zu spüren, kann die aber nicht so recht in Worte fassen. Ich bin einfach irgendwie klarer, nicht mehr hinter so einer Nebelwand. Auch ist durch die Einnahme mein Schlaf-Wach-Rhythmus viel stabiler (trotz anfänglicher schlimmer Schlafprobleme), da ich morgens gegen 6 die Elvanse nehme und dann (falls möglich) nochmal ein bisschen wegdöse und wenn ich dann aufwache, direkt recht klar im Kopf bin und tagsüber nicht mehr dazu neige, einzuschlafen. Sondern eben erst gegen 22/23 Uhr ins Bett gehe und bis dahin sozusagen gut durchhalte.

Da ich jetzt mit 50mg ganz vorsichtig eine Wirkung wahrnehme (leider hilft sie mir noch nicht bei meinem größten Problem: dem Prokrastinieren), kommt aber auch langsam der Verdacht auf, dass die Elvanse nur bis 13 Uhr wirkt und ich danach wieder total matschig und überreizt werde.

Meine Vermutung ist also, dass ich eine aktive Wirkung für 6-7 Stunden habe, aber gleichzeitig die passive Wirkung der Elvanse noch recht lange darüber hinaus. Wenn ich die Elvanse später nehme, dann habe ich Sorge, dass ich mir damit meinen Schlaf wieder komplett zerschieße. Selbes Spiel bei einer eventuellen zweiten Gabe von Elvanse über den Tag. Gleichzeitig hätte ich gern am Nachmittag/Abend ebenfalls eine Wirkung.

Kann denn jemand hier diese Beobachtung teilen, dass die aktive Wirkung zu kurz, die passive Wirkdauer aber zu lange ist?

Was heißt denn einige Zeit lang?

Damit wird es aber schwer was abzuschätzen, denn der Steady-state liegt bei 5 Tagen ~ 7 Tage das es sich vei mir stabil anfühlte und wenn man um die richtige Dosis liegt haben bei mir, aber wenn ich das hier richtig gelesen habe auch bei anderen 5 mg mehr viel ausgemacht.

Bei der passenden Dosis ist bei mir psychisch und in de Verfassung in weiteren 4 Wochen wöchtlich doch erstaunlich viel passiert aber nicht jetzt große Dinge die ich dick ausloten könnte weil plötzlich a ging, b super wurde und c voll krass war eher so stabildere Haltung, stabildere Abläufe etc. Prokrastinieren war bei mir zumindest in de Einzeldosis viel zu hoch, weshalb ich meine auf 3 Teile aufteilte (ich hab aber nen Magenbypass und andere Besonderheiten). Für mich hatte Elvanse am besten aufgelöst gewirkt durch den Magenbypass keine Kapsel aber auch kein genommenes Pulver.

Durch deine ungenaue Aussage einzige Zeit ist es schwer zu sagen, ob es sich lohnt noch mal 2 bis 3 Wochen zu warten oder einfach mal 5 mg wenig zu probieren oder vergleichbares. Denn theoretisch könnten auch die berühmten 5 mg weniger plötzlich zumindest Prokrastinieren beseiten - aber auch das ist leider weder ein muß oder eine Garantie, da Körper und ihr Stoffwechsel und auch ihre Metabolisierung variieren, ich glaube aber das mit Geduld und dem Versuchen mit kleineren Einstellungen sich anzunähern wirklich viel bewegen können.

Du kannst auflösen du kannst aber auch z.B. 2 20mg Kapseln + 5 mg aufgelöst probieren oder wie auch immer, weil der Weg auf und für dich passen muß VORAUSGESETZT der Arzt ist damit einverstanden.

Wenn das alles dann nicht so den Erfolg bringt könntest du auch versuchen ob so 1,5 bis 2 std zeitversetzt eine Aufteilung dann das Problem ausräumt. Die bessere Frage ist, wie lange hält der von dir komische Zustand nach den 6/7 Std? 1 std, 2 std? bis du ins Bett gehst. und wie lange besteht dieses Gefühl schon? ? Weil auch da könnte Zeit eventuell eine Veränderung bringen.

Ich war mal zu Beginn für mich zu schnell mit Elvanse was es nicht einfacher für mich machte und mir die Erkenntnis brachte das vieles sich „einpendeln“ muß und zum Soforteffekt das ein oder andere Zeit bei mir brauchte

Isst und trinkst Du ausreichend und regelmäßig über den Tag verteilt? Gerade dieses „Matsch-Gefühl“ kenne ich, wenn ich zu lange nichts gegessen habe. Wenn ich dann was esse, ist das auch wieder weg. Die Stimulanzien ziehen Energie aus dem Körper - wenn da keine mehr ist, weil nicht genug Energie durch Nahrung zugeführt wurde, dann macht der Körper schlapp und Du wirst müde.

Wenn Du in dem Moment mehr Stimulanzien nachwirfst, hat das zwar gefühlt einen positiven Effekt (weil Du durch die Stimulanzien wieder wacher wirst) - macht das Problem aber eigentlich nur schlimmer - denn Dein Körper braucht Energie durch Nahrung, nicht noch mehr Stimulanzien, die noch mehr Energie ziehen.

Elvanse macht auch nicht alle Symptome weg und verpasst Dir auch keinen Arschtritt, damit Du was anfängst. Den Arsch hochbekommen, musst Du immer noch selbst. Mit Elvanse kannst Du dann aber besser dranbleiben.

Das ist der Grund, warum die Behandlungs-Empfehlung auch für Erwachsene immer noch lautet: Medis und Therapie. Viele Erwachsene sind durch die Medis in der Lage, ihr Verhalten zu reflektieren und selbst was zu ändern, damit es besser läuft. Wer das aber allein nicht packt, der braucht dafür eben therapeutische Unterstützung.

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Beim ersten Eindosierungsversuch habe ich die jeweiligen Dosen auch immer mindestens eine Woche genommen, habe aber trotz Nebenwirkungen auf meinen Schlaf und mein Essverhalten gesteigert, was der Fehler war. Das habe ich diesmal nicht gemacht, sondern habe geduldig gewartet, bis sich die Nebenwirkungen stabilisiert haben. Auch bin ich diesmal emotional ruhiger in die ganze Geschichte gestartet. Aktuell stehe ich da auch ärztlich etwas im Regen, das ändert sich hoffentlich nächstes Jahr nochmal. Mein Gefühl war, dass ich bei 20/30mg gar kein Wirkende spüren konnte, weil es auch keine Wirkung für mich gab. Ab 40mg spürte ich dann gerade in den ersten Stunden des Tages eine leichte Stabilisierung und ab 50mg spüre ich diese jetzt noch einmal deutlicher, aber dadurch auch deutlicher diese Vermutung, ein Wirkende zu spüren. Der matschige Zustand hält dann tatsächlich auch an, bis ich ins Bett gehe. Das betrifft auch stark meine Möglichkeiten, sozial zu interagieren. Bin ich in den ersten Stunden des Tages noch recht gesprächig, zieht es mir dann irgendwann einfach den Stecker und ich bin still bzw extrem überreizt, wenn ich mich weiterhin zwinge, sozial zu sein.
Mein Gefühl ist aber trotzdem aktuell nicht, dass 50mg zu viel sein könnten. Da bin ich jetzt übrigens in Woche 2 (und habe eine 90er Packung verschrieben bekommen, da bleib ich jetzt scheinbar also auch erstmal und hoffe auf mehr ‘Experimentierfreudigkeit’ beim neuen Arzt nächstes Jahr). Auf Koffein verzichte ich komplett.

Zum Thema Prokrastinieren: Verstehe ich das richtig, dass das bei dir unter Elvanse schlimmer geworden ist? Das ist ja interessant. Diesen Eindruck habe ich bei mir nicht, aber vielleicht habe ich eine ähnliche Beobachtung gemacht. Ich habe ein Gefühl des Hängenbleibens. Das kann positiv (oder fühlen sich so etwa neurotypische Menschen normal?!) wie auch negativ sein. Wenn ich in diesen ersten 6/7 Stunden etwas mache, dann mache ich es teilweise sehr ordentlich und vollständiger als früher. Das ist mir zum Beispiel beim Staubsaugen aufgefallen. Ich gehe dann wirklich gründlich in die Ecken rein und vielleicht auch noch ein zweites oder drittes Mal aus einem anderen Winkel, um auch wirklich alles zu erwischen, statt nur einmal schnell husch husch überall durchzusaugen und dann nach der Hälfte aufzuhören und den Staubsauger einfach im Weg stehen zu lassen. Kann aber umgekehrt auch passieren, dass ich mir nur schnell Musik im Bad anmachen will vorm Duschen und dann mit Handy auf dem Badezimmerboden festklebe. Dieses eher negative Beispiel fühlt sich aber trotzdem emotional nicht so auslaugend an wie diese krasse Lähmung, die ich teilweise verspüre, wenn ich eigentlich ganz dringend etwas machen möchte, aber einfach nicht anfangen kann und dann gar nichts mehr geht.

Und was ich jetzt auch noch herauslese: Die grundsätzlich positive Wirkung deiner Medikation hat sich nochmal etwas aufsummiert, weil sich mit der Zeit nochmal ein langfristigerer positiver Effekt gezeigt hat? Dann übe ich mich weiter in Geduld. Eigentlich ist das ja auch ganz logisch.

Grundsätzlich geht da noch mehr, wenn es um Essen und Trinken geht, ich achte da aber wirklich gut drauf. Nehme über den Tag 3-4 Mahlzeiten zu mir (Menge ist aktuell eher das Problem als Regelmäßigkeit) und gleiche an schlechteren Tagen auch mit Shakes aus. Ganz am Anfang habe ich auch versucht, vor der Einnahme schon zu frühstücken, um den Appetitverlust auszugleichen. Da hat mein Körper aber gestreikt und mittlerweile kann ich auch in den ersten Elvansestunden feste Nahrung zu mir nehmen. Mein Gewicht ist in der Elvansezeit auf jeden Fall stabil geblieben und ich habe nicht abgenommen. Auf genügend Flüssigkeit muss ich wirklich achten, da gibt es gute und schlechte Tage, aber durch die Elvanse bekomme ich das grundsätzlich schon besser strukturiert. Auch zwischendurch mal Obst zu essen klappt dank Elvanse endlich, weil ich nicht mehr vergesse, dass das Obst existiert, sondern mir morgens direkt einen Snackteller bereitmache.

Den Zustand der Stimulanzien, die ohne Energie in den Körper geworfen werden, kenne ich schon aus der ersten Eindosierung, als das mit Essen und Schlaf noch nicht funktioniert hat. Das war allerdings nicht positiv, sondern ich war gefühlt ein Zombie und habe dann auch erstmal eine Pause machen müssen.

Ach so und zum Thema Therapie: Ich bin schon ganz lange in Therapie, immer waren die Erfolge nur kurzfristig oder gar nicht vorhanden, was mit der ADHS-Diagnose endlich Sinn ergibt. Mit den Medis erhoffe ich mir jetzt, eine Basis zu schaffen, auf der dann alles weitere diesmal hoffentlich nachhaltig aufgebaut werden kann.

Oh man, das klingt doch sehr ähnlich zu meinen eignen Erfahrungen.
Bin seit September in der Eindosierung, zuletzt bei 50 mg, habe es aber nicht gut vertragen. Mittlerweile vermute ich, dass es meine Schuld war: zu wenig Schlaf in der Zeit (ich kann zwar immer schlafen, bin aber einfach nicht ins Bett gegangen, es ist einfach zu schön, dass ich mit der Auflösung des Burnouts wieder ausreichend Energie habe, um ohne Pause/Schläfchen über den Tag zu kommen), zu viel auf einmal wollen und der ein oder andere Kaffee/Espresso zum falschen Zeitpunkt.
Außerdem kannte ich zu Beginn nicht die coole Excel-Tabelle von hier und habe zu wenig dokumentiert.

Essen und Trinken habe ich auch schon mal vergessen, am meisten nervt mich aber der höhere Puls.
Normalerweise kann ich immer schlafen, aber mit nem 90er Puls nach dem Ins-Bett-gehen habe ich doch manchmal Probleme damit.

Heute habe ich mich, nach ein paar Tagen 30mg, was okay war (aber trotzdem bin ich mir total unsicher, wann die Wirkung tatsächlich nachlässt), wieder an die 50mg gewagt.
Eine Stunde später sitze ich mit 120 Puls am Esstisch. Das hat richtig genervt.
Auch meine Cardiofitness ist seit den 50mg im November deutlich abgesunken, und die war auch vorher nicht so dolle.

Bin aber gestern/vorgestern hier im Forum oder auf adxs.org selbst auf Infos zu Kontraindikationen bzw. Einflüsse auf die Wirkdauer gestoßen. Ich finde es natürlich nicht wieder.

Vielleicht fange ich noch mal von vorn an und dokumentiere alles und lasse den verd…ten, weißgeliebten Espresso weg.
Wäre der vielleicht okay, wenn ich nachmittags einen nähme, wenn ich wüsste, Elvanse hat sich quasi ausgeschlichen?
Ich habe noch einen Termin bei meiner Ärztin diese Woche, da werde ich das nochmal beratschlagen.

Zu wenig Schlaf und zu wenig Essen war definitiv ein riesiges Problem bei mir, es war einfach gar keine Energie da, weswegen auch die Elvanse nicht wirken konnte. Das ist das Paradoxe an der ganzen Sache. Elvanse braucht Nahrung und Schlaf und verhindert es gleichzeitig. Ich habe daraus definitiv gelernt und beim erneuten Steigern wirklich darauf geachtet und siehe da: Ich komme super klar.

Das Thema Koffein betrifft mich persönlich nicht wirklich, da ich sowieso keine Kaffeetrinkerin bin und auf Cola und schwarzen Tee kann ich gut verzichten. Was ich aber immer wieder gelesen habe: Kein Koffein, mindestens während der Eindosierung nicht. Wenn du dann später deine Dosis gefunden hast, dann kann man eventuell nochmal den Versuch starten, es gibt ja doch einige Leute, die trotz Stimulanzien auch mal Kaffee trinken. Aber eben nicht während der Eindosierung.

Bist du von 30mg direkt auf 50mg?