Alkohol und Medikamente

Hallo!

ich bin neu hier und möchte mich zunächst bei euch vorstellen. Ich bin der Chris und bei mir wurde ADHS vor ca. 3 Jahren diagnostiziert. Zur Zeit der Diagnose befand ich mich im Studium und ich hatte starke Probleme mein Studium zu beenden (BA, Wiederholungsklausuren, Studienarbeiten etc.). Ich entschied mich damals zum Psychologen zu gehen (hatte leider wenig erfolg damit, viele der ausgewählten Psychologen sagten, dass Sie mir nicht helfen können… es fiel auch die Ausage „vielleicht ADHS“. Einige Zeit später fand ich schlussendlich eine Psychologin, die mir relativ schnell den Verdacht auf ADHS bestätigte. Es folgten einige Tests, bis ich schließlich die Diagnose bekam. Daraufhin bekam ich eine Verhaltenstherapie und in Absprache mit meinem Arzt (tatsächlich Hausartzt) Medikamente (Medikinet). Ich fühlte mich wie neu geboren und war in der Lage mein Studium gut zu absolvieren. Jedoch ist mir schon damals aufgefallen, dass meine Lust auf Alkohol gestiegen ist. Ich hatte im späteren Verlauf der Medikation zunehmend mehr Lust auf Alkohol, besonders dann, wenn die Wirkung der Medikamente (Medikinet )nachgelassen hat. Inzwischen nehme ich Elvanse und das Problem besteht weiterhin. Ich würde sogar fast sagen, dass mit Elvanse das Problem noch schlimmer geworden ist, da es keinen Rebound Effekt gibt wie bei Medikinet.

Ich möchte hier einen kleinen Cut machen, da ich mich frage, ob es anderen außer mir genauso geht. Tatsächlich mache ich mir Sorgen und habe Angst in einem Sumpf hängenzubleiben, aus dem ein Ausweg nur schwer zu bewältigen ist.

Sowohl meine Psychologin als auch mein Psychiater sind der Meinung, dass es an der Dosierung liegt. Ich zweifle derweil an der Diagnose ADHS.

Liebe Grüße und danke an jeden, der sich meinen Post durchliest.

Chris

Hallo und herzlich willkommen,

das lese ich zum ersten Mal.

Aber wie auch immer - es ist sehr wichtig, den Rebound abzufedern durch eine geringe Dosis am Ende. Und ein Stimulans ohne Rebound ist mir nicht bekannt. Vielleicht hat Elvanse scheinbar keinen Rebound - aber wenn du das Beschriebene nach dem Ende der Wirkung feststellst, dann hast du offensichtlich doch einen, was denn sonst?

Elvanse hat meiner Erfahrung nach in der richtigen Dosierung keinen spürbaren rebound.

Einfach weil es da aufgrund der langen Wirkdauer einen (zumindest für mich) spürbaren und einen nicht spürbaren Bereich gibt in dem es aber dennoch nachwirkt.

Mit anderen Worten: Die wirkkurve flacht ganz langsam ab und ab einem bestimmten Punkt merkst du nicht mehr wirklich was davon obwohl noch etwas nachwirkt…

Okay, wir müssen ja nicht über den Begriff Rebound streiten. Aber wenn ich @dontknow12 richtig verstehe, hat er sowohl mit Medikinet als auch mit Elvanse mit dem Nachlassen der Wirkung einen gefährlich verstärkten Wunsch nach Alkohol, den er so nicht hätte wenn er gar kein Medikament nähme. Habe ich das richtig verstanden?

Genau! Ich habe manchmal das Gefühl, dass mit dem Medikament eine Impulsivität überhandnimmt, die ich nicht kontrollieren kann. Heute z.B. habe ich bewusst keine Medikamente genommen und ich war bis eben auf einer Geburtstagsfeier. Ich hab zwar etwas getrunken, aber nur gemäßigt und wollte auch nicht mehr als zwei alkoholische Getränke zu mir nehmen. Mit den Medikamenten fällt es mir sehr schwer, mit dem Trinken aufzuhören. Wie schon im Eingangspost erwähnt, habe ich die Thematik oft bei Therapeuten angesprochen und das Problem scheint nicht bekannt zu sein. Es scheint wohl bei den meisten eher das Gegenteil einzutreffen, also verminderte Lust Alkohol zu sich zu nehmen.

Bei meiner ersten Kapsel Ritalin Adult war es genau so. Kein Verlangen mehr nach Alkohol. Auch außerhalb der Wirkung. Davor war’s eigentlich schon Suchtverhalten… Daher bin ich ganz froh drum.

Hi,

ich bin Mitte 30 Jahre und habe nach einer 15 jährigen Pause die Therapie fortgesetzt. Ich nehme Elvanse und MPH kombiniert. Morgens 50mg Elvanse und 30-40 mg MPH über den Tag verteilt. Ich vertrage die Kombination sehr gut.
Ich hatte vor den Beginn der Therapie ein bejandes Leben im Bezug auf den Konsum von Kokain (ca. 3-4g im Monat). Dieser ist sofort nach dem Start der Behandlung geendet. Jedoch kam dann relativ schnell das Verlangen nach Alkohol zum Abend hin. Je nach psychischer Verfassung trank ich ca. 2-4 Gläser Wein am Abend. Hierdurch fühlte ich mich etwas beruhigter und konnte ganz gut ins Bett gehen.

Ich verstehe deine Anliegen sehr gut. Mir geht/ging es ähnlich. Jedoch macht sich bei mir seit längerem meine Leber bemerkbar (ca. 5 Monate), weshalb ich ein Blutbild habe machen lassen. Die Werte waren leicht erhöht. Da MPH und Elvanse auch auf die Leber gehen, habe ich entschieden den Konsum weitestgehend einzudämmen. Ganz ohne geht es nicht aber ist besser geworden.

Hattest du in der Vergangenheit Drogen konsumiert?