Alles Neu und Elvanse + Studium

Hallo:)

Meinereins ist mittlerweile 35 und seit einem halben Jahr habe ich die Diagnose ADHS- mit ganz viel Glück ohne viel Warterei.
Nach einem total chaotischen Leben und langer Therapie scheint die Diagnose einen Großteil meiner ganzen Probleme auszumachen und ich versuche nun, mich in alles langsam einzulesen. Das dauert alles irgendwie zu lang;) auch weil ich grad am Ende meines BA-Studiums angekommen bin und endlich meine Abschlussarbeit angehen will- diese war übr der Grund weshalb ich mich nochmal mit der ADHS Thematik befasst habe, weil ich mein Studium endlich abschließen wollte, aber das Gefühl hatte ich kann nicht, weil mich irgendwas total beeinträchtigt.
Seit Ende November nun bekomme ich das Mittel Elvanse, 30mg. Zu Beginn war das der absolute Wahnsinn. Erst hatte ich Angst, ich sei nur euphorisch, habe dann aber bemerkt wie viel sich eigentlich zum positiven gewendet hat. Ich hatte keine ständigen negativen Gedanken mehr, war nicht mehr so extrem launisch. Beim kochen in unserer kleinen Küche ging mir mein Partner auf einmal nicht mehr so sehr auf die Nerven… Auch hatte ich das Gefühl, in sozialen Interaktionen besser „rüberzukommen“, konnte Themen die mich beschäftigten, ansprechen. Es fühlte sich so an, als würden sich die Gedanken im Kopf ordnen. Auf einmal konnte ich mich mit meiner Arbeit befassen, bei Themen vor denen ich Angst hatte schien es, als wäre eine Mauer in meinem Kopf eingerissen und ich könne endlich an die Gedanken dahinter kommen. Die Euphorie ist natürlich irgendwann vorbei gewesen.
Antrieb hatte ich auch, auf einmal musste ich nicht mehr jeden Tag Mittags schlafen- was für mich total wunderbar war. Dafür konnte ich Nachts total gut schlafen- wie seit vielen Jahren nicht mehr. Also fast alles perfekt. Der Hauptgrund für das Medikament war meine fehlende Konzentration/Aufnahmefähigkeit und Organisation. Ich konnte nur unter Zwang für die Uni lernen, Klausuren haben mich so gestresst, dass ich immer zu spät angefangen habe zu lernen. Wenn ich mich mal rechtzeitig drangesetzt habe, konnte ich wichtiges von umwichtigem nicht unterscheiden und bin in der ganzen Fülle an Inhalt untergegangen. Hier habe ich ein bisschen die Wirkung vermisst- alles andere war super. Nach zwei, zweieinhalb Wochen Einnahme hatte ich auch keine Kopfschmerzen mehr, keine Mundtrockenheit. Also habe ich mit meinem Psychiater gesprochen und um eine Erhöhung der Dosis gebeten. Er hatte mir dann 40mg verschrieben, die ich dann ab Ende Dezember eingenommen habe. Zu Beginn habe ich gar keinen Unterschied bemerkt, ich hatte eine stressige Zeit bis Silvester, weshalb mir erst gar nicht aufgefallen ist, wie es mir wirklich geht. Zunächst dachte ich, es wirkt auf einmal gar nicht mehr, war total traurig und dachte ich muss wieder erhöhen. Dann bemerkte ich, wie die Schlafstörungen, die schon seit der ersten Einnahme aufgetreten sind, schlimmer wurden. Letzte Woche von Mittwoch auf Donnerstag hatte ich dann den schlimmsten Tag- ich war motzig, genervt, so wie vor der Einnahme. Ich konnte nachts überhaupt nicht mehr schlafen- bin immer nur kurz weggenickt und sofort wieder wach geworden. Außerdem war ich super unruhig, und es ging mir irgendwie undefinierbar schlecht. Da dachte ich dann- ne, das ist nicht zu wenig, das könnte zu viel sein! Weil mir das Gefühl richtig Angst gemacht hat, habe ich am Donnerstag dann morgens gar nichts genommen. Erst im Laufe des Donnerstags habe ich bemerkt, wie mein Körper langsam runterkommt. Am Freitag habe ich dann wieder eine 30mg Tablette genommen, das ging dann auch wieder körperlich. Mit meiner Periode hatte es wohl auch nichts zu tun.
Nun habe ich auch hier im Forum ein bisschen lesen können und herausgefunden, dass man die Tabletten gut in Wasser auflösen kann. Das hab ich dann heute mal getan, und heute hoffentlich 32mg eingenommen (Mit Spritze rausgezogen, vorher natürlich aufgelöst). Das wollte ich dann mal auf 35mg erhöhen- und schauen wie das wirkt. 40mg sind ja anscheinend zu viel- habt ihr da evtl Erfahrungswerte?
Ich bin ein bisschen traurig und etwas demotiviert, weil es zu Beginn so toll war. Vielleicht ist es aber auch noch nicht das richtige Medikament oder ich muss einfach Geduld haben und schauen wie es mit der Dosierung klappt. Elvanse fand ich aber so schon richtig toll, da ich sehr körperempfindlich bin und Angst vor einem zu extremen Wirkungseintritt hatte. Vielleicht gibt es aber auch eine Wirkung, die ich nicht mehr spüre, die aber trotzdem da ist?
Ein wichtiger Faktor scheint auch die Ernährung zu sein- wenn ich morgens nicht frühstücke, geht es mir nicht so toll. Da ich seit vielen Monaten Intervallfasten gemacht habe, muss ich mich jetzt wieder umstellen, auch die Ernährung an sich muss ich auf gesünder umstellen. Wobei ich es toll finde endlich nicht mehr andauernd Hunger zu haben (habe eh etwas zu viel auf den Hüften).
Vielleicht gibt es ja hier LeidensgenossInnen- haben euch Medis beim Studium/Prüfungen allgemein helfen können? Muss man einfach ausprobieren bis man die richtige Dosierung für sich gefunden hat?
Am Donnerstag habe ich wieder einen Termin beim Psychiater- und wollte bis dahin schauen ob ich die 40 oder die 30mg brauche, ich hoffe es klappt auch wirklich gut mit dem Auflösen in Wasser.
Hachja, ich hoffe es wird.
So, vielen Dank fürs Lesen :slight_smile:

Viele Grüße,
Nynxe

Hi @nynxe , herzlich willkommen im Forum von meiner einer… bye

Auf jeden Fall, ausprobieren… auch wenn es hier und da nicht ganz so einfach ist, weil wie du schon selbst bemerkt hast auch andere Faktoren, wie zB die Ernährung, eine Rolle spielen können… da braucht es eine gute Portion Experimentierfreude und Fingerspitzengefühl, um ans Ziel zu kommen. Aber da deine ersten Erfahrungen schon so positiv waren, bin ich mir sehr sicher, dass du das hinbekommen wirst! Ich würde auch mal etwas weniger als 30mg probieren… wenn du 40er hast, einfach mal halbieren zum Beispiel. Versuch macht klug… wink

Auf einen guten Austausch und liebe Grüße,

Andreas bye2

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