Alltagsroutinen, medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien / Strategien

Hallo liebe Community :slight_smile: ,

der Titel bereits sagt, geht es um das Thema Alltagsroutinen. Mein ganzes Leben befasst sich mit diesem Thema, weil ich damit, seitdem ich denken kann, immer Probleme hatte.

Egal ob es interessant ist, gar Spaß macht, oder das komplette Gegenteil der Fall ist.

Ob es der Sport ist, Sprachen lernen, Geschäftsideen, Meditation und so vieles mehr. Die Interessen oder Notwendigkeiten (z.B. regelmäßiges Aufräumen) haben immer nur kurze Zeit funktioniert. Schnell waren die Intentionen dahin und es wurde wieder fallen gelassen, das war bei vielen Dingen der Fall. In kaum einem Fall habe ich es (wenn keine externen Motivatoren, wie Beruf oder etwas anderes dahinterstanden) hinbekommen, lange genug die eigene Motivation aufzubringen. Ich habe auch eine Zeit lang versucht außer bei Videospielen.

Ich bin mit 14 mit ADHS diagnostiziert worden und wurde fünf Jahre behandelt. Gerade, mit Mitte 30 habe ich (seit knapp 6 Wochen) die medikamentöse Therapie wieder aufgenommen. Aktuell nehme ich 30 mg MPH (Medikinet Aduld retard) ein und es wirkt nicht optimal. Bis 20 mg merke ich nichts und 30 mg lassen mich nur nervös machen. Ich habe vieles auf die Medikation gesetzt, wahrscheinlich zu viel und das finde ich gerade ziemlich frustrierend. Natürlich werde ich das mit meinem behandelnden Arzt besprechen, aber gerade komme ich mir einfach vor, als ob ich wieder an den Anfang zurückgeworfen wurde.

Aus der Frustration heraus sind mir folgende Fragen in den Kopf gekommen, und ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, dem es mit Alltagsroutinen so geht, wie oben beschrieben:

  • Nehmt Ihr Medikation und falls ja, wie hilft es Euch im Alltag / Wobei hilft es nicht?
  • Hattet Ihr ähnliche Erfahrungen Mit MPH (oder generell Medikinet Adult Retard) und seid auf alternative Medikation umgestiegn?
  • Nicht-medikamentöse Therapien / Strategien?

Ich freue mich auf den Austausch mit Euch :slight_smile:

Viele Grüße
Newby

Was bedeutet denn das du bei 20mg gar nichts fühlst?

Merkst du das das Medikinet anflutet? Wann ein Wirkeintritt einsetzt und wann ein Wirkende der Medikation einsetzt? Hattest du bei der Einnahme ein Hungergefühl?
Hast du bei 20mg schon ausreichend getrunken und gegessen?

Ißt du eine reichhaltige Mahlzeit vor der Medikamenteneinnahme??

Koffein läßt du konsequent weg?

Wie sah die Eindosierung aus?
Ich find in so kurzer Zeit bist du bei Medikinet ja für mein Gefühl recht hoch. Medikinet ist das einzige Methylfinidatmedikament was es als 5mg Kapseln gibt und schon ein Start mit 5mg retard gestartet werrden kann, aber gerade beim Steigern auch 5mg Zwischenschritte ermöglicht. Mir war das zu schnell zu stark anflutend, ich hatte zu deutlich die Übergangrebounds zwischen der sofortfreisetzende Dosis und der verzögert freisetzenden Dosis und die richtigen Rebounds am Ende waren mir auch zu extrem und was sie in mir ausgelöst haben…

Wie verlief denn der Alltag mit 20 mg Medikinet? Wir reden von Medikinet Adult als Retardmedikament/ verzögert freisetzende Wirkung oder? Oder nimmst du Medikinet als weiße Tablette die nur sofort freisetzend ist und keine zweite Phase mit weiterer Dosis hat?

Was hat denn in der Zeit dein Umfeld gesagt wie sie dich wahrgenommen haben? Hast du positiveres Feedback bekommen? Wie war deine Arbeitsleistung? Hattest du mehr geschafft? Ist dir die Arbeit und der Tagesablauf leichter gefallen? War der Tagesablauf angenehmer für dich? Hattest du weniger Fehler bei deiner Arbeit? Warst du nicht mehr so abgekämpft? Hast du ggf. deine Vorgaben geschafft? Warst du im Rückblick etwas geduldiger? Etwas besser gelaunt? Fühltest du dich morgens fitter nicht mehr so erschlagen? Hast du nicht mehr überreagier/gereizt reagiert/warst du mit Dingen nicht mehr so überfordert? Oder irgendwas was dir ungefähr beim nochmal in die Zeit mit 20 mg aufgefallen? Wie ist es außer dem nervös sein denn jetzt?

Guten Morgen und danke für die ausführliche Nachricht.

Ich merke bei 20mg nach der Einnahme keine signifikante Veränderung. Ich esse jeden Morgen ‘ne reichhaltige Mahlzeig aus ausreichend Proteinen, Kohlenhydraten und Omega 3 Fetten. Hungergefühl - Es geht. Musste mich dran gewöhnen, morgens wieder so früh(7 Uhr - Stunde vor der Arbeit) zu frühstücken, aber mittlerweile ist es Routine. Flüssigkeitszufuhr ist auch kein Problem. Trinke ca. 0,4 L Wasser, mit der Einnahme, bzw. mit dem kompletten Frühstück. Mittags und Abends (mit zwischendurch einer Hand voll Wallnüssen und nem Apfel) auch eine ausgewogene Mahlzeit und im allgemeinen eine Flüssigkeitszufuhr von knapp 3,0 L täglich. Daran kann es denke ich nicht liegen.

Kein Koffeein (weder Kaffee, Energydrinks etc.), kein Alkohol und keine anderen Aufputschmittel.

Es ist Medikinet Aduld Retard, verzögert freigesetzt, in Kapselform.

Ich sage es mal so: Bei meinem privaten Umfeld fällt es weder mir noch meiner Partnerin aktiv auf. Meine “Impulsivität” manchmal ist da gerade echt (sowohl für sie als auch für mich selbst) störend und auch ne Herausforderung für uns beide.

Mir fällt aktuell nichts siginifikant leichter. Meine Arbeit ist okay, aber mit einem großen Maß an Anstrengung verbunden. Meine Vorgaben (Ich bin aktuell in einer Ausbildung und in diesem Rahmen in einem Praktikum) schaffe ich zwar, aber mit Mühe und Not und es ist verdammt anstrengend. Mittags

Hab bitte Nachsicht, dass ich jetzt nicht auf alle Fragen eingehen werde.

Ich hatte von meinem Arzt die Freigabe, selbstständig, bis 40 mg hochzudosieren, in einem Zeitraum von ca. 4 Wochen. Ich bin aber selbst bei Medikationen vorsichtig und hab deshalb habe ich mir mit der hochdosierung auch zwei Wochen länger Zeit gelassen.

10 mg: Nach erster Einnahme kurze Euphorie (Vorfreude, dass man endlich was hat, was hilft) aber nach zweiter Einnahme nicht mehr spürbar

20 mg morgens : habe ich wie gesagt nichts signifikant gemerkt

30 mg morgens: leichte Nervosität (normaler Puls / Blutdruck)

Ich hatte es an einem Tag dann auch morgens mit 30 mg und am Mittag mit 10 mg probiert, bin da aber direkt wieder von weg, weil das definitiv zu viel war, am Nachmittag (Extreme Nervosität, Vergesslichkeit, Anspannung etc.).

im Grunde genommen bin ich etwas nervöser als sonst und niedergeschlagen. Hat auch noch was mit privaten Themen zu tun, aber ich werde das nochmal mit meinem Arzt abklären. Da habe ich, voraussichtlich kommende Woche, ein Gespräch. Ich bin und bleibe gespannt.

Vielen Dank für die vielen Fragen und Dein generelles Feedback.

Newby