Nun, ich habe mir mal überlegt, wie man das Thema nochmal neu und von vorne aufrollen könnte und auch einmal die Nebenwirkungen der gängigen Behandlungsmethoden alternativen Behandlungsmethoden gegenüberstellen könnte um das ganze Bild etwas zu komplettieren: Man könnte z.B. so anfangen:
Kann sich Ihr Sohn nicht auf Details konzentrieren oder lässt er sich leicht ablenken? Ist er unruhig und zappelig oder wirkt er hyperaktiv? Hat Ihre Tochter Schwierigkeiten, Anweisungen in der Schule oder zu Hause zu befolgen? Hört sie vielleicht gar nicht zu, selbst wenn man sie anspricht? Kennen Sie einen Erwachsenen mit diesen Symptomen? Diese Probleme können bei jedem gesunden Menschen auftreten, aber sie können auch Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sein. Wenn diese Probleme belastend werden, kann ein Arzt oder Lehrer empfehlen, dass Ihr Kind (oder Sie selbst, oder Ihr Partner/Ihre Partnerin) sich untersuchen und behandeln lässt. Sobald die Diagnose ADHS (früher nur ADS oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung genannt) gestellt ist, werden in der Regel Stimulanzien verschrieben, um dem Patienten/der Patientin zu helfen, sich zu konzentrieren. Obwohl Stimulanzien die Symptome lindern können, haben sie viele potenzielle Nebenwirkungen.
Laut WebMD.com kann eines der gängigsten Stimulanzienmedikamente gegen ADHS folgende Nebenwirkungen haben: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Mundtrockenheit, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Durchfall, Fieber, Unruhe, Stimmungsschwankungen, Depressionen, abnorme Gedanken, Ausbrüche von Worten oder Lauten, Brustschmerzen, Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, extreme Müdigkeit, verschwommenes Sehen, undeutliche Sprache, Verwirrtheit und allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen und Atemnot. Ganz schön beängstigend.
Es gibt auch „nicht-stimulierende“ Medikamente gegen ADHS, die aber scheinbar nicht viel sicherer sind. Die Nebenwirkungen auf WebMD.com umfassen unter anderem: Erbrechen, Verstopfung, Müdigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Gewichtsverlust, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Glücklicherweise leiden die meisten Kinder nicht unter schweren Nebenwirkungen von ADHS-Medikamenten. Manche kommen sogar recht gut zurecht und können zu Hause und in der Schule besser funktionieren. Aber sind diese Medikamente die beste Behandlungsmethode für ADHS? Niemand weiß es genau, aber ich bezweifle es.
Ich glaube, dass die beste Vorgehensweise bei den meisten Erkrankungen darin besteht, die zugrunde liegenden Ursachen zu suchen und zu behandeln. Im Fall von ADHS bin ich mir sicher, dass diese Erkrankung nicht durch einen Mangel an verschreibungspflichtigen Medikamenten – weder Stimulanzien noch anderen – verursacht wird. Laut MayoClinic.com kann ADHS durch verschiedene Faktoren bedingt sein, darunter: veränderte Gehirnfunktionen; genetische Veranlagung; frühere Belastung durch Umweltgifte, Tabak oder Drogen; oder Lebensmittelzusatzstoffe. Leider sind die meisten dieser potenziellen Ursachen, mit Ausnahme von Lebensmittelzusatzstoffen, nicht reversibel, und diese Theorien haben nicht zu neuen Behandlungsdurchbrüchen geführt.
Gleichzeitig ignorieren wir zwei häufige und behandelbare Erkrankungen, die wesentlich zu ADHS beitragen können: Eisenmangel und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Tatsächlich haben mehrere aktuelle Studien einen starken Zusammenhang zwischen niedrigem Eisenspiegel und ADHS gezeigt. Beispielsweise kamen Forscher in Indien, die Kinder mit neu diagnostiziertem ADHS untersuchten, zu dem Schluss: „Das Serumferritin (ein Maß für den Eisenspiegel) war bei Kindern mit ADHS signifikant niedriger.“
Eine weitere Studie, veröffentlicht in den Archives of Pediatric and Adolescent Medicine, kam zu dem Ergebnis: „…niedrige Eisenspeicher tragen zu ADHS bei, und Kinder mit ADHS könnten von einer Eisensupplementierung profitieren…“ Andere Studien bestätigten ähnliche Befunde und belegten eine starke Tendenz zu verminderten Eisenwerten bei Kindern mit ADHS. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass ein niedriger Eisenspiegel zumindest in einigen Fällen zu ADHS beiträgt.
Obwohl die Beweislage für einen Zusammenhang zwischen ADHS und Schilddrüsenunterfunktion nicht so eindeutig ist wie die für einen Zusammenhang mit niedrigem Eisenspiegel, ist sie dennoch überzeugend. Auf den ersten Blick mag dieser Zusammenhang unwahrscheinlich erscheinen, da eine Schilddrüsenunterfunktion bekanntermaßen zu Trägheit und Antriebslosigkeit führt. Einige der führenden Schilddrüsenexperten der Geschichte erkannten jedoch, dass eine Schilddrüsenunterfunktion auch Hyperaktivität verursachen kann. Bereits 1915 erklärte der „Vater der Endokrinologie“, Dr. Eugene Hertoghe, dass bei manchen Kindern mit Schilddrüsenunterfunktion „extreme Unruhe herrscht, verbunden mit der Tendenz, alles umzuwerfen und zu zerstören“ (The Practitioner, Januar 1915). Hertoghes „Unruhe“ ähnelt durchaus der heutigen Hyperaktivität. Dr. Borda Barnes, promovierter Arzt und Experte für Schilddrüsenphysiologie, beschrieb die von ihm so genannten „paradoxen“ Auswirkungen einer leichten Schilddrüsenunterfunktion auf Kinder noch deutlicher. In seinem Buch „Hypothyreose: Die unerkannte Krankheit“ schilderte Barnes zwei Jungen, die „hyperaktiv und unruhig“ waren, bis ihre Schilddrüsenunterfunktion behandelt wurde.
Natürliche Behandlungsmethoden für ADHS
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen zunehmend die Einsichten dieser Pioniere der Schilddrüsenforschung. Eine Studie aus dem Jahr 2007 im „Journal of Clinical Endocrinology“ berichtete über einen Zusammenhang zwischen niedrigen Schilddrüsenhormonwerten im Blut und ADHS-Symptomen. Noch kürzlich veröffentlichte Forschungsergebnisse im „Journal of Affective Disorders“ belegten einen Zusammenhang zwischen ADHS-bedingten Erkrankungen und einer leichten Schilddrüsenunterfunktion. Angesichts der medizinischen Vorgeschichte und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse bin ich der Ansicht, dass Ärzte vor der Verabreichung potenziell toxischer Medikamente an Patienten mit ADHS-Symptomen sorgfältig abwägen sollten.
Natürlich kann man das Ganze noch verfeinern und erweitern, aber das habe ich ja schon in den vorherigen Beiträgen getan.
Beste Grüße Stefan
P.S. Mich irritiert immer dies unbedingte Glaube an Studien. Und diese Deutsche Angst vor allem und jeden ist mir persönlich völlig fremd und nicht nachvollziehbar. Man muss sich eben auch die Syergieeffekte und Wirkungsweisen anschauen um zu verstehen ob etwas sich gegenseitig verstärken kann oder eben nicht. Meine Meinung ist eben, dass dürfte logisch sein, dass ein systematisches Optimieren gerade bei Hormonen einen deutlich größeren Effekt bringen sollte, als dieses sich zwanghaft fokusieren auf die eine kostengünstige „Miracle Drug“ die die Pharma uns allen „schenkt“ nur um uns kostengünstig alle glücklich und gesund zu machen. Mir persönlich ist eben ein eigenverantwortlicher Ansatz lieber als ein „bitte bitte“ liebe Pharma und lieber Herr Onkel Doktor mach mich wieder gesund zu sagen… Und das aus Erfahrungen von nicht tolerierbarer Nebenwirkungen.