Hallo,
ich hatte ja schon geschrieben, dass ich mich in einer psychotherapeutischen Behandlung befinde, aufgrund einer
depressiven Episode. Es wurde ja dann ADHS vermutet, was ja dann auch von einem darauf spezialisierten Psychiater
diagnostiziert wurde. Nun hat ja mein Psychologe gesagt, dass ich stabil genug bin, um ohne psychologische
Therapie auszukommen, da ja eine Langzeittherapie nur bei posttraumatischen Belastungsstörungen nötig ist.
Ich selbst bin ja auch nicht sicher, ob mir eine Langzeittherapie so viel bringen würde.
Ich habe die Stunden
immer sehr genossen, weil es immer eine gute Unterhaltung war, ich hatte mich halt immer nur gefragt, was diese
Unterhaltungen an meiner Situation ändern können, mir war schon bewusst, dass ich durch diese Unterhaltung eingeschätzt
werden sollte, was ja auch so weit in Ordnung ist. Eigentlich hatte ich mich manchmal schon gefragt, wann geht
es denn richtig los mit der Therapie, entsprechend baff war ich dann natürlich auch, als ich erfuhr, dass die Therapie
jetzt vorbei sein soll. Aber ich hatte ja auch keinerlei Erfahrung, wie eine Therapie funktioniert.
Ursprünglich bin ich ja einmal dahin gekommen, weil ich mich völlig isoliert habe, gar keinen Antrieb habe, etwas
zu Unternehmen, und an nichts Freude habe. An dieser Situation hat sich ja bis heute nichts geändert. Durch meine
Verhaltensweisen, die mir selbst gar nicht so bewusst sind, (zum Beispiel: Hyperaktivität, reden ohne Punkt und Komma) bin ich
immer schon überall so angeeckt, dass es mir eigentlich niemals möglich war, echte, länger andauernde Freundschaften zu haben.
Nun bin ich ja schon 60 Jahre alt, und würde gern an dieser Situation etwas ändern, aber mittlerweile fehlt mir
jeglicher Antrieb, um überhaupt auf Menschen zuzugehen. Dazu kommen noch Schwerbehinderungen, die jegliche sportliche und
somit auch viele Freizeitaktivitäten nicht mehr möglich machen.
Ich mache mir auch sorgen, da ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe, und ich neben meinen Schwerbehinderungen
Auch ADHS und Depression in den Antrag aufgenommen habe, ob die DRV nicht sagt, ‚ja wenn sie stabil genug sind, um ohne
psychologische Therapie auszukommen, dann können Sie auch wieder arbeiten gehen‘. Naja, das aber nur am Rande. Fakt ist,
dass sich an meiner Situation nichts geändert hat, und ich einfach nicht weiß, wie ich jetzt weitermachen soll. Gibt es vielleicht
andere Therapieformen, die spezieller auf ADHS angepasst sind und mir eher helfen, vielleicht hat ja jemand von euch eine
Idee.
Tom