Deine passiv aggressive Idee gefällt mir
Die Frage ist, ob Feedback jeglicher Art überhaupt eine Wirkung hat.
Ich weiß von „unserer“ Klinik, dass die dort alle wahnsinnig überlastet sind. Dazu dann noch betriebsblind und außerdem auf dem hohen Ross der ärztlichen Überlegenheit.
Ich hatte mich im letzten Jahr sicherlich bei allen behandelnden Personen unbeliebt gemacht, weil ich Fragen gestellt und Informationen eingefordert habe, Dinge hinterfragt und als falsch ausgewiesen habe. Letztlich hat man mich hingehalten, am Ende eine Diagnose ausgestellt und fertig. Arbeiten am unteren Limit, aber eben gearbeitet.
Ich überlege noch, ob ich nach Abschluss aller Diagnostik (Also ASS bei einer anderen Stelle) irgendwelche Schritte einleite. Ein normaler Beschwerdebrief würde aber einfach verpuffen und ob wir als Familie die Kraft für offiziellere Prozesse haben wage ich zu bezweifeln.
Ich wüsste auch gar nicht, worauf ich den Schwerpunkt legen sollte. Dort klappte ja beinahe gar nichts.
Die Liste habe ich im Hinterkopf und werde bei Gelegenheit auch alles eintragen.
Und worin sind (oder werden) wir eigentlich Experten aus eigenem Leiden: überlastete Arbeitsgedächtnisse.
Würde passiv-aggressiv zu uns durchdringen? Nein, und Beschwerdebrief auch nicht. Hell, no.
Ich habe gestern ein gutes Video gesehen, dass von „should-allergy“ sprach. Muss vielleicht nicht mal Pathological Demand Avoidance-Ausmaße haben, sondern „should“ und Beschwerde-Ton funktionieren eben nicht. Ist falsche Sprit-Sorte. Ruiniert den Motor wie Diesel statt Super.
Ich denke immer mehr, dass das zur Superkraft ausgebildet werden könnte, übrigens: Filter zu sein für etwas, das noch durchdringt, in Zeiten überreizter TikTok-Gehirne und Überarbeitung, beides auf dem Vormarsch auch bei NTs.
Bitte nochmal um Entschuldigung für das Beispiel: Ein Adventskalender-Text, der spannend genug für ADHSler ohne Hyperfokus ist, den könnte man auch anderen überlasteten Gehirnen vorsetzen. Am Ende gilt es, SO zu kommunizieren, wenn man wahrgenommen werden möchte.
Für mich die zwingend logische Folge: Wir tanzen 2025 im Dezember zusammen einen Tiktok-Adventskalender mit Informationen wie „Bei Medikinet retard und adult hängt die Retardierung vom Verbleib im Verdauungstrakt ab. Wie cool ist das??“ Vielleicht so mit YMCA-Armbewegungen.
Für den Übergang und bis der Tanz-Kalender 2028 halb fertig ist: superselektiert und mit Textmarker-Highlights und keine Wut und keine Vorwürfe? So, dass wir es auch noch lesen könnten kurz vor dem Rebound?
Nach jahrelangem Drogenmissbrauch und einem extrem negativen Selbstbild wurde in der Klinik bei mir Hochbegabung festgestellt. Einerseits hat es mich gefreut, da ich mein Leben lang dachte, ich sei dumm, und für mein “Ego” war es eine Erleichterung zu wissen, dass dem nicht so ist. Andererseits verspürte ich den Druck und die Angst, beruflich noch etwas erreichen zu müssen.
Selbstbewusst und nüchtern verließ ich die Klinik. Zwei Weiterbildungen später erkenne ich, dass es nichts im Außen gibt, was die inneren Wunden und das Gefühl, anders zu sein, heilen kann. Kein Geld der Welt kann diesen Schmerz lindern. Ich gebe täglich mein Bestes und finde manchmal Frieden in der Meditation. Ich arbeite zu 50 %, da ich noch immer mit Depressionen kämpfe, und versuche, mir selbst die nötige Ruhe zu gönnen.
Ich frage mich, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich bereits in der Schule gefördert worden wäre. Falls deine Tochter hochbegabt ist, wünsche ich ihr von Herzen, dass sie dies früher erfährt als ich. Ich wünsche euch alles Gute.
willkommen bei uns und vielen Dank für deine offenen Worte!
Es tut mir sehr leid, dass du dich so lang „falsch“ gefühlt hast. Umso mehr freut es mich, dass du jetzt auf einem Weg der Heilung bist.
Die Vergangenheit können wir nicht änder, das ist wohl so. Aber verzeihen und lernen, anders damit umzugehen.
Ich habe lange gebraucht um das mit dem verzeihen hin zu bekommen. Gerade was meinen Vater betrifft. Inzwischen weiß ich, dass er wohl Asperger Autist gewesen sein muss und mein inneres Kind kann das gut begreifen. Jeder Mensch handelt nur so, wie er in der Situationen handeln kann. Hätte er damals mehr über sich gewusst, wäre er auch anders gewesen. Zu sich selbst und auch zu mir. Heute weiß ich das und konnte darin Trost finden.
Meine Tochter ist mit Sicherheit höher begabt als der Durchschnitt, ob Hochbegabt… ich halte von dem Wort gar nicht so viel. Dass man dabei einen IQ von 130 haben muss hat sich ja auch mal jemand ausgedacht bzw. verschieben sich die Grenzen ja auch immer wieder.
Ein Kind zu unterstützen und zu fördern, dass offensichtlich anders ist als andere, das ist nicht so einfach. Wir haben dafür keine Vorbilder, keine Blaupause. Dass unsere Tochter „anders“ ist, wissen wir schon immer. Dass sie Perfektionistin ist, sich selbst enorm viel Druck macht, keine Fehlertoleranz hat, das war auch schon immer so. Und alles gut zureden der Welt hat da nicht geholfen. Ihre Stärken zu fördern war unter diesem Gesichtspunkt auch nicht so einfach.
Ich denke, dass wir aktuell auf einem guten Weg sind, zumindest einem besseren als noch vor einem Jahr. Aber es ist von Tag zu Tag wieder eine Herausforderung. Man probiert etwas aus, man testen sich voran, man verwirft Strategien und Erklärungen, man beginnt von vorn.
Ich bin froh, dass ich hier Menschen habe, die ich um Rat fragen kann und die mir mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen zur Seite stehen.