Animismus

Ich habe gerade auf Youtube einen Vortrag über ADHS und Trauma von Cordula Neuhaus gesehen.
Da fiel ein Satz über den ich sehr schmunzeln musste. Unzwar, dass ADHSler einen hang zum Animismus.

Während meiner Jugendzeit, wo ich bei meinen Freunden saß, habe ich sehr wenig mit denen interagiert, ich hab lieber Gedankenreisen unternommen.
Ich hab mich lieber mit Themen auseinander gesetzt wie;
Woher kommt eigentlich das Wasser auf der Erde?
Wie kann so ein großes Objekt wie der Mond von der Erde eingefangen werden?
Gibt es einen Gott? (Tatsächlich verfällt diese frage in meinem aufgebauten Weltbild, diese Frage existiert nicht mehr in meinem Kosmos…)

ich habe dann so meine eigenen Theorien aufgebaut und mir selber die Welt erklärt. Irgendwann habe ich mir ganz viele Dokus über das Universum angeschaut und dann das… alle meine Theorien einfach geklaut und verfilmt… :lol: …

Ich habe mir mein Weltbild soweit gesponnen, dass ich letztendlich voll bei dem Nihilismus gelandet bin (ich weiß vielleicht seit einem Jahr das es so etwas wie Nihilismus gibt.)
Dadurch ist in meinem Leben echt eine Sinnkrise entstanden. Ich hab alles als so Sinnlos betrachtet… Es gibt für mich keinen Sinn warum wir hier sind. Das wir hier sind ist einfach eine Fügung aus dem Reagenzglas des Universums.
Glücklicherweise ist der Nihilismus nur eine Philosophische Betrachtung die man sich so drehen und wenden kann wie man sie eben braucht.

Mir ist es auch wichtig mich nicht als Atheist zu sehen. Weil Atheisten sagen es gibt keinen Gott, aber ich schließe mich der Diskussion einfach nicht an ob es einen Gott gibt.
Denn wer bin ich denn schon, dass ich jemanden anderes absprechen kann, an was er glauben soll.

Würde mich über Anekdoten und dergleichen freuen. :smiley:

Ich fand das auch sehr interessant, was Frau Neuhaus da beobachtet hat, zumal es völlig auf mich zutrifft.

Animismus, also die Idee, dass Gegenstände beseelt bzw. lebendig seien, ist ja bei Kindern etwas ganz normales, sollte sich aber spätestens mit der Jugendzeit langsam verflüchtigen.

Bei mir ist das als Erwachsener mit einem halben Jahrhundert auf dem Buckel aber immer noch so. Immerhin hilft mir diese Erkenntnis, mir klarzumachen, dass es Blödsinn ist, dass Gegenstände gegen mich arbeiten und in Feindschaft zu mir stehen. :wink:

Das macht einiges leichter… :sunglasses:

Hallo @Rocco , ich bin inzwischen auch eine überzeugte Nihilistin. Es ist schwer an nichts zu glauben, aber man kann sich kein Glauben aufzwingen.
Für mich sind wir alle verbunden und ergeben schließlich ein großes sinnloses Nichts. Nur im Kreis kann jemand irgendein Sinn für sich finden.
Dazu bin ich leider ziemlich misanthropisch. Ich hasse keine einzelnen Menschen an sich, sondern die Menschheit an sich für ihre täglichen Verbrechen gegenüber der Natur und den Tieren. Für mich wäre das beste, wenn wir aussterben würden und die Natur in Ruhe lassen.
Es ist nur meine Überzeugung, will niemanden zu nahe treten. Ebenfalls verspotte ich Gewalt über alles und kann niemandem körperlich was antun.

Hi @allmighty

Auch wenn das manchmal ein wenig utopisch klingt möchte ich dir die beiden links weiterempfehlen.

Optimistischer Nihilismus - YouTube

Es gibt KEINEN Optimistischen Nihilismus (Kurzgesagt) - YouTube
(in dieser Reihenfolge auch abspielen, das zweite ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem ersten link)

Also ich muss sagen, ich beneide die Menschen die an einen Gott glauben. Ich schaue mir ganz gerne auf Youtube solche Interviews an mit gläubigen. Nonnen höre ich dabei besonders gerne zu, wie sie über ihren Glauben philosophieren. Da ist die Rede auch gar nicht von einem Gott im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr von Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit. Da wird von sehr weltoffenen Ansichten berichtet.

Misanthropie hat bei mir immer etwas mit meiner Stimmungslage zu tun. Ich kriege immer sehr schlechte Laune, wenn ich sehe das Leute ihren Müll dort hinterlassen, wo sie sich vorher eine schöne Zeit gemacht haben. Als ob sie dort scheißen wo sie auch essen. Sowas macht mir immer schlechte Laune.
Allgemein sind meine Launen immer sehr damit verbunden wie andere Menschen mit mir oder anderen interagieren.

Es gibt Menschen, die mich immer mal wieder auf die Probe stellen. Ich kann noch nicht von mir sagen, dass ich keine Gewalt Gelüste habe, aber es ist eine Baustelle die ein Thema in Merlins lern- und zauberthread verdient hätte, denn wenn sich die Gewaltlosigkeit durchsetzt, hat es immer ein Zauber der in ihm wohnt. Bei Gewalt müssen immer beide Seiten eine Niederlage verbuchen.

Ich glaube Gewaltfähigkeit und Friedlichkeit ist beides in uns vorhanden und man entscheidet welcher „Seite“ man folgt oder wogegen man sich entscheidet.

Ich finde HarryPotter und StarWars sind immer wieder gute Beispiel wo sich zwischen Gut und Böse entschieden wird und eben auch das Böse scheinbar einen Reiz hat um dem zu folgen.

Gewalt Gelüste kenne ich ganz gut, wenn es aber darauf ankommt Gewalt anzuwenden, tue ich es nicht. Bin einfach nicht in der Lage.
Die Misantrophie kommt aus dem Weltschmerz, bei mir zumindest

Dazu fällt mir dann immer diese Geschichte ein, die ich sehr schön finde.

Die Impulskontrolle ist hier aber ein entscheidender Faktor. Der böse Wolf nimmt sich sein fressen und der gute Wolf muss gefüttert werden. Deswegen bin ich darin auch sehr ambivalent.

Ach du auch? Dann hast du wohl bei mir geklaut! :aufsmaul
Ich glaube, den Hang alles auseinanderzunehmen, aus der Welt ins Universum gedanklich herauszuzoomen und dann wieder zurück in irrsinniger Geschwindigkeit in den uns durch wissenschaftliche Errungenschaften bekannten (und sich stetig erweiternden) Mikrokosmos habe ich initial auch durch meinen Vater erlangt.
Als ich noch ein kleines Kind (vielleicht 4-5 Jahre jung) war, standen wir in sternenklaren Winternächten draußen und er erklärte mir Sternenbilder. Das einprägsamste aufgrund seiner Prominenz und stärkeren Luminenz als andere, war wohl der Orion, bzw. der Gürtel des Orion. Diese Sternenformation suche ich unterbewusst noch immer als erstes um mich zu orientieren.

Naja, zuweit abgeschweift… :rotwerd
Kurze Zeit später kam ich schon auf den Dinosauriertrip (gar zu DDR-Zeiten noch) und habe leidenschaftlich gern den Triceratops gezeichnet.
Mit der Fähigkeit zu lesen, nahm dann alles endgültig seinen Lauf. Dinobücher, Tierbücher, Sci-Fi Romane (alles ziemlich deckungsgleich mit meinem Vater) und die Karl May Romane habe ich in Rekordzeit verschlungen… Schon wieder abgeschweift…

Oftmals, allerdings weniger als früher, nehmen meine Gedanken nach wie vor den Weg der Sinnsuche, der Ergründung von allem und überhaupt (42, anyone?). Derzeit gibts zum Einschlafen auch wieder „Per Anhalter durch die Galaxis“ vorgelesen. Einfach köstlich! Diese Sprache, dieser Unfug und doch immer der Gedanke „Warum sollte es denn nicht so sein?“.
An alle Sternengucker und Weltendenker, die sich gerne auch metaphysische Fragen zum Leben und seinem Sinn oder der vermeintlichen Einzigartigkeit unserer Spezies/unseres Planeten stellen und versuchen zu beantworten, kann ich das Fermi-Paradoxon empfehlen.
Zudem insgesamt auch die gesamte Seite (genialer Artikel zu Prokrastination zB. ::sunglasses: ), auf der ich das erste Mal damit in Berührung kam: https://waitbutwhy.com/. Der Autor schreibt unglaublich gut und (für meine Begriffe) sehr verständlich und veranschaulichend.
Zum Fermi-Paradoxon: https://waitbutwhy.com/2014/05/fermi-paradox.html

Vielleicht interessiert es den Einen oder Anderen unter euch. Des Englischen sollte man mächtig sein, soviel sei gesagt. :rotwerd