Antidepressiva bei ADHS

Hallo zusammen,

Ich wurde vor ca. 3 Monaten mit ADHS diagnostiziert. Ich habe mir elvanse angefangen. Am Anfang habe ich eine Wirkung verspürt.
Allerdings nehme ich auch AD (venflaxin). Ich wollte es langsam ausschleichen. Aber habe das Gefühl das ich ohne Venflaxin nicht über den Tag komme. Meine Impulsivität kommt da wieder sehr stark zum Vorschein. Ich wünschte mir mal gelassener durchs Leben zu gehen.

Wie ist es bei euch? Nehmt ihr auch Antidepressiva? Ich habe total Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Gerade wenn Menschen anderen Meinungen haben oder sich nicht verhalten, wie ich es für richtig halte.
Mir steht adhs leider eher im Weg.

Ich nehme schon fast mein ganzes Leben ADs. Da sich mein Cipralex nicht so gut mit Stimulanzien vertragen soll, bin ich auf Venlafaxin umgestiegen. Zur Zeit 225 mg. Plus Focalin. Der Umstieg ging überraschend gut; ich hatte mich sehr davor gefürchtet. Ohne AD erde ich extrem impulsiv und aggressiv. Ich finde es interessant, dass du das mit der Impulsivität schilderst. Bis jetzt hat mir noch kein Arzt geglaubt, dass dies vom Absetzten des ADs komment, resp. hat es auf Absetzungssymptome geschoben. Bei mir hält das aber an, auch nach Wochen.
Für mich macht es aber durchaus Sinn, da Serotonin anscheinend mit Impulsivität zusammenhängt.

Soviel ich weiss, gibt es hier einige, die zusätzlich ein AD einnehmen. Und gerade Venlafaxin ist meinem Wissensstand nach eine gute Wahl bei ADHS.

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Danke für deine schnelle Antwort.
Ohne Venflaxin schaffe ich meinen Alltag nicht. Wie gesagt ich habe es mehrmals versucht auszuschleichen. Aber ich werde extrem nervös und auch mein Impulsivität steigt. Angstzustände werden stärker etc.
Mit dem adhs habe ich noch nicht so viel gemacht. Also ich habe die Diagnose erst vor paar Monaten bekommen. Ich weiß nicht so richtig, ob mir elvanse hilft?
Auch weiß ich nickt so wirklich wie ich jetzt mit dem Thema ADHS umgehen soll.
Meine jetzige Therapeutin meinte: adhs wird immer teils voreilig gestellt die Diagnose. Daher suche ich mir gerade einen Arzt der das mit adhs auch ernst nimmt.

Hallo Alexius

Ich nehme seit 3 Monaten Cipralex gegen meine Depressionen.
Seit letztem Donnerstag habe uch meine Adhs Diagnose.

Kommende Woche werde ich dann auch Medikamentös eingestellt.

Duch das Cipralex sind die Depressionen weg aber meine Konzentration müsste noch besser werden.
Ich bin monentan krank geschrieben, da ich so nicht arbeiten kann.

Habe die Hoffnung das sich das nach der medikamentösen Einstellung und einer Reha die ich beantrage geben wird

Und genau wegen solcher Verallgemeinerung wird es den Menschen erschwert ggf. die Diagnose zu erhalten.
Die Fachleute sollen endlich aufhören eine Meinung dazu zu haben sondern einfach eine Diagnostik nach den Richtlinien machen , weil dann hat man mehr Klarheit.

Ich habe mal versucht einen ADHS-Test in meinen ADHS Tendenzen so schwach wie möglich zu beantworten und es kam immer noch ADHS raus :lol:

Ja such dir jemanden der es ernst nimmt. es ist vergeudete Zeit wenn man auch noch wegen einer Diagnose mit seinem Therapeuten diskutieren muss. Die sollen einen behandeln auf das was man hat , damit man im Leben wieder klarkommt.

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Dieses Problem hatte ich leider auch. Meine Hausärtztin meinte nach 30 min. reden über meine Beschwerden „Du hast kein ADHS“ und meine Therapeutin „Du zeigst deutlich ADHS Symptome, aber ich halte solchte Labels für wenig hilfreich“. Dadurch habe ich das Thema für 2 Jahre aufgegeben, gelitten habe ich an den Symptomen natürlich trotzdem und mir eingeredet dass ich mir das nur einbilde, was meinem Selbstbild noch weiter geschadet hat.
Bis ich einen guten Psychiater gefunden habe, der mich diagnostiziert und mir Medikinet verschrieben hat. Der Unterschied mit Medikinet ist wie Tag und Nacht. Es macht mich so wütend.

Also bei mir hatten und haben die „Antidepressiva“ außer zahlreichen Nebenwirkungen nie* die gewünschte Wirkung gezeigt. Nicht die Trizyklika, mit denen ich in meiner Jugend bombardiert wurde (auf ADHS kam keiner), die wirken immer wie KO-Tropfen, Zombie für drei Tage. Klar, in diesem halb betäubten Zustand ist es einem egal, ob man Depression hat oder nicht.

Die neueren AD bringen mir persönlich gar nichts außer Nebenwirkungen. Die einzige Nebenwirkung, die ok ist, hätte ich gern in meinen 20er Jahre gehabt – die Dreiviertelstunde in der Kiste durchhalten :wink: – mit 60 hat man(n) da ja längst andere Techniken drauf. Ansonsten halfen die ganzen Duloxetins weder gegen mittelschwere Depression noch gegen chronische Schmerzen. Dafür zig Nebenwirkungen, vom übermäßigen schwitzen über chronischen Hörsturz, Sehstörungen bis hin zum Kreislaufkollaps war alles dabei.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Hersteller absichtlich solche unangenehmen Nebenwirkungen einbauen, damit keine Gewöhnung an die Medikamente entsteht – wenigstens auf Papier nicht, denn der Duloxetin-Entzugssyndrom war bei mir schrecklich. Grippesymptome mitten in der Corona-Zeit, Schüttelfrost, Schwindel, Lichtblitze, Stromschläge, Schweiß, Atemnot, Benommenheit, Angstzustände, gewertete Pupillen, Zittern … eine alte Freundin, die Erfahrung mit harten Drogen hatte, erzählte mir, dass sie genau solche Erlebnisse beim Entzug durchmachte. Trainspotting läßt grüßen. Von wegen nicht abhängig machend…

Ich werde diesen Mist nich mal bei Androhung einer Todesstrafe zu mir nehmen. Konsequenterweise habe ich die Verabreichung dieser Substanzen in meiner Patientenverfügung untersagt.

Ich nenne diese Dinger für mich „Prodepressiva“, weil sie mich erst recht noch viel tiefer verbuddeln als ich schon ohnehin war.

*es gab eine nennenswerte Ausnahme, Amineptin (Survector) wirkte gezielt und sofort stimmungsaufhellend. Das ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Dieses hilfreiche französische Medikament wurde leider schon vor fast 20 Jahren still und heimlich vom Markt genommen – weltweit. In Deutschland war es eh nie zugelassen (zum Glück aber im Nachbarland Frankreich…).

Aufgrund von Nebenerkrankungen die sich durch ADHS und schlechte Kindheit entwickelt haben, wie schlechte Konfliktbewältigung etc. habe ich Depressionen, Burn Out, Panik Attacken etc. bekommen. In den Kliniken Antidepressiva als auch Neuroleptika bekommen, oder Beruhigungsmittel.

Mit Citalopram Suizid Gedanken entwickelt unter extremer Anspannung, bei Cymbalta 48 Stunden durchgepennt, ging nix mehr. Quentiapin zum pennen, kurze Wirkdauer zu schnelle Anpassung, trotz Medikamentenempfindlichkeit. Atosil trotz extremer Müdigkeit kein einschlafen möglich. Nehme seit Jahren nix mehr davon. Es wirkt nicht und ist Kontraproduktiv, wenn man das Prinzip der Botenstoffe bei ADHS verstanden hat, und wie hier die Psychofarmaka ansetzen. Und ja bei ersten Tagen und extremen Nebenwirkungen das Zeug weg lassen, Bitte, Ihr macht Euch langfristig kaputt damit.

Was wirklich half, bei drohenden Impulskontrollverlust im Job durch Vorgesetzten Druck als Notfallmedikament half war Tilidin 50/4mg. Schottet gut ab, konnte trotzdem arbeiten, ohne zu Explodieren. Abhängig wurde ich davon nicht nur als Bedarf genommen.

Was hilft erstmal die Mängel beseitigen das gilt für Alle mit ADHS. Durch den schnellen Boten Stoffwechsel im Hirn in meinem Fall muss ich mit Supplementation von Vitamin D3, Magnesium, Vitamin K2, Vitamin B Komplex agieren. Damit hat man je nach Dosierung die Steuerung von Adrenalin, Dopamin, Noradrenalin, Serotonin, Melatonin indirekt selbst in der Hand.

Es gibt dazu einen sehr guten Artikel im Netz. Dadurch konnte ich auf Blutdrucksenker verzichten, die Depression ist im Hintergrund, die Konzentration mit Magnesium L Tryptophan deutlich besser, möglicherweise wieder einschlafen kann. Ritalin kann in der Theorie hier in geringer Dosis die letzten Feinheiten rausholen.

Ritalin anbei niemals ohne Supplementation verwenden. Erst beim Arzt auf Mängel abschecken. Hatte starken D3 und Vitamin B Mangel nicht untypisch bei ADHS.

Leider gibt zu wenig Fachärzte die den Zusammenhang verstehen, wie im Artikel. Bei Bedarf verlinke ich diesen. Mir hat er sehr geholfen.

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Hello :slight_smile: Ich nehme aktuell seit einigen Wochen Venlafaxin 75 mg aber aktuell merke ich noch nichts. Ich denke eine mögliche Wirkung würde sich dann in den weiteren Wochen zeigen (hoffentlich).

Bei mir ist es nicht akut, ich habe aber doch öfters mal Tiefs und wollte den AD gerne eine Chance geben und ausprobieren. Das sind auch meine ersten AD und wenn diese keine Wirkung zeigen habe ich momentan zumindest, nicht vor andere zu probieren aber das wird dann die Zeit zeigen

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Edit, hatte ja schon was geschrieben. :joy: