Antidepressivum oder MPH? 14jahrige

Hallo zusammen,

meine Tochter befindet sich aktuell in der TK. Die Diagnose Adhs hat sie bei einer niedergelassenen Psychiaterin bekommen.

Nun hat sie Tagesklinik sie 4 Wochen kennen gelernt und sagt, sie würden ein Antidepressiva empfehlen.

Mein Bauchgefühl sagt - MPH. Ich selber bin erst seit einiger Zeit „dabei“,meine Grosse (21 Jahre alt) hat ebenfalls die Diagnose Adhs erst im Erwachsenenalter bekommen.

Nun bin ich hin und hergerissen! Sollen wir die Depression behandeln (wobei ich nicht mal sicher bin das sie eine hat) oder zuvor MPH testen?
Habt ihr Ideen /Erfahrungen dazu?

Tja, das ist ein bisschen tricky.

Wie steht denn die TK zur Diagnose ADHS? Nehmen sie sie ernst? Und falls nicht, glaubst du, sie würden die Symptome fälschlicherweise einer Depression zuschreiben?

Falls deine Tochter aber eine tatsächlich eine Depression hat, so wäre nach Meinung der Fachleute tatsächlich erst eine Behandlung der Depression sinnvoll, bevor man die ADHS behandelt.

Letztlich wäre aus meiner Sicht aber die Voraussetzung, dass man sich in der Klinik mit beidem auskennt und es voneinander abgrenzen kann. Das solltest du herausfinden.

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Hi,

nur wenn die Depression die klar führende Störung ist, sollte man diese zuerst behandeln, d.h., bei schwerer Depression.
Sind neben den AD(H)S-Symptomen auch Depressionssymptome vorhanden, immer zuerst das AD(H)S behandeln, weil

  • Anhedonie und Dysphorie bei Inaktivität originäre AD(H)S-Symptome sind, die also unmittelbar auch aus einer AD(H)S folgen können

  • Viele Ärzte, die keine AD(H)S-Spezialisten sind, diese AD(H)S-Symptome mit einer Depression verwechseln.

Mehr dazu hier:
https://www.adxs.org/adhs-behandlung-therapie/leitfaden-adhs-behandlung/
https://www.adxs.org/diagnostik-von-adhs/differentialdiagnostik-bei-adhs/depression-und-dysphorie-bei-adhs/

Viele Grüße

UlBre

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Genau das gleiche wie bei mir in allen Kliniken wo ich war hat sich keiner, richtig um die ADHS gekümmert, immer nur sofort Diagnose ( Depression ) und Medikamente gegen dei Depression.
Dann habe ich mich belesen, und fest gestellt viele Therapeuten können einen ADHS ler garnicht therapieren weil sie sich in das Cjaos nicht herreinfühlen können und somit könnte ich mir vorstellen ist es leichter eine Depression zu behandeln. Ich habe in meiner Kindheit auch immer mal Stimmungsschwankungen gehabt ich brauchte diese aber auch um neue Kraft zu tanken und mich neu zu finden für neue Streiche :slight_smile: aber ich denke das war keine Depression. Es gibt nichts schlimmeres als einen ADHS ler duch ein Antidepressivum in seinem Wesen zu verändern ( sprich die zahlreichen nebenwirkungen) wenn dann sollte es ein verträgliches Medikament sein welches mit ADHS lern erprobt wurde, wobei ich davon abraten würde in jungen Jahren. Das MPH steigert die Leistung und kann auch so dann wieder aus einem Tief herrausholen je nachdem wo die Probleme deiner Tochter liegen dazu eine Verhaltenstherapie bei einem Therapeuten der auf die ADHS eingeht und ich denke das wäre das beste ich hätte mir damals soetwas gewünscht in jungen Jahren. LG Daniel

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Ich danke euch von Herzen für eure Erfahrungen :heart_eyes:

Im Grunde bestätigt ihr mein Bauchgefühl. Ich tendiere zu MPH, hier zuhause zeigt sie sich auch anders als in der Tk. Dort trägt sie ihre „Maske“ .

Ich werde das mal aufgreifen (auch die klare Abgrenzung zu ADHS) und nachhaken.

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Ich sehe, wir sind einer Meinung. :slightly_smiling_face:

Es kommt also darauf an, was die Ärzte in der Klinik zur Abgrenzung ADHS/Depression zu sagen haben.

Falls ihnen zu ADHS nicht viel einfällt: Mit dem Antidepressivum warten und auf eine Differentialdiagnostik drängen. Auch eine Rücksprache mit dem Arzt, der die ADHS-Diagnose gestellt hat, dürfte hilfreich sein.

Edit: @Lieschen_Müller war schneller

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Hallo Lieschen,

es ist schwer dir zu antworten, denn du erzählst nur wenig darüber, warum deine Tochter überhaupt in der Tagesklinik ist und welche Probleme sie aktuell hat. Denn es könnte einen speziellen Grund dafür geben, dass sie ein Antidepressivum bekommen soll.

Es könnte aber auch sein, dass die Klinik, die dein Kind besucht, zu denen gehört wo AD(H)S bagatellisiert wird.

Du schreibst:

Wie lange ist das her und warum hatte das nicht dazu geführt, dass die ambulante Psychiaterin ihr Medikamente verschrieben hat?

Sollen wir die Depression behandeln (wobei ich nicht mal sicher bin das sie eine hat) oder

Du bist nicht sicher ob sie eine hat - die Ärzte in der Klinik behaupten aber, dass sie eine hat?

Erkennen sie denn auch die ADHS an?

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Meine Frau wurde jahrzehntelang wegen Depressionen behandelt. Mit allen möglichen Medikamenten die sie aber immer komplett arbeitsunfähig gemacht haben. Keiner konnte sich erklären warum sie nicht richtig auf die Medikamente angesprochen hat.

Die Psychologen nannten das immer atypisch, haben aber immer lustig mit Antidepressiva und einer quälenden Therapie weitergemacht die immer wieder mit stationärer einweisung geendet hat.

Nun mit 44 Jahren hat sie die Diagnose ADHS. Durch Zufall weil es bei mir selbst aufgefallen ist…

Ab dem ersten Tag MPH war alles klar… „Depressionen“ weg und die unerwartet schlechte Wirkung der Antidepressiva war nun auch klar…

Sie hatte gar keine echte Depressionen. Es sah nur für dutzende Ärzte so aus, die auch bei dem nicht korrekt wirkenden Antidepressiva keine Zweifel an den Depressionen hatten.

Letztlich kann ich nur sagen, man muss es testen… Wenn adhs als Verdacht da steht würde ich heute immer zuerst versuchen dafür einen Arzt zu finden. Da mph eh schnell wirkt und auch schnell wieder nachlässt, kann man da deutlich schneller herausfinden ob es in die richtige Richtung geht.

Antidepressiva benötigen ja teils Wochen bis zu einer erkennbaren Änderung. Aber was wenn es doch adhs ist? Dann macht man möglicherweise damit alles schlimmer. Und MPH zeigt bei richtiger dosis die Wirkung schon nach ner halben Stunde…

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Da klar war das meine Tochter in die TK soll wg sozialen Ängsten und niedrigem Selbstbewusstsein, haben die Psychiaterin und ich entschieden, das die TK einmal mit drauf schaut bezüglich adhs. Die Diagnose hat sie erst seit Juli diesen Jahres.

Da sie, genau wie ich, meine älteste Tochter, meine Schwester der Subtyp Hypo ist, kann sie sehr gut kompensieren. Und maskieren. Ich werde Montag mit der Ärztin tel und ihr meine Argumente/Sichtweise darlegen.

Abgeneigt sind sie nicht, hätte ich Dussel von vorne rein auf stimulamzien bestanden, dann hätten sie das gemacht… Aber ich halt. Trau mich nicht meinen Standpunkt zu vertreten weil belächelt /nicht ernst genommen werden für Mütter in der Kjpsy „normal“ ist… Obwohl ich bei der Tk meiner Tochter grundsätzlich eingutes Gefühl habe.

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Hallo, vermutlich ist es nur die Medikamentenbezeichnung die Sie verunsichert. […]

Hallo,

von Selektiven Monoaminooxidase-Inhibitoren, bekannter unter der Bezeichnung MAO-Hemmern, war bisher in diesem Thread gar nicht die Rede! Dass Lieschens Tochter ein solches Medikament empfohlen wurde, ist eher unwahrscheinlich.

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Die Rede ist von SSRI, Escitalopram oder Strattera.

Achso, Entschuldigung! Ich hatte SSRI und NDRI fälschlicherweise zu den MAOI gezählt. Anscheinend muss ich mein Halbwissen etwas auffrischen…

Die Klinik hat am letzten Mittwoch mit einem Doppel-blind-versuch begonnen. Einige Tabletten sind 10mg unretardiertes Medikinet, einige Placebos. Niemand weiß, welche wann dran kommen.

Nachdem ich mich belesen habe scheint das ja etwas schwierig zu sein. Eigentlich muss die optimale Dosis ja erst gefunden werden. Nun ja, ich hoffe das meine Tochter bei 10 eine Wirkung verspürt und das es ausreicht. Und nicht nachher heisst „sie merkt ja nix, es wirkt nicht“.

Grundsätzlich finde ich halt interessant, das auf ein AD so „gepocht“ wird. Ob es stimmt das eine AD Therapie mehr Geld bringt? (wurde mir so zugetragen, bin aber grundsätzlich vorsichtig mit so „Mythen“ /Theorien.

So ein unüberlegtes Konzept.

Das liest sich sehr verdächtig danach an, dass die Klinik den „Beleg“ liefern will, dass MPH nichts bringt.

Bleib auf jeden Fall misstrauisch.

So ein unüberlegtes Konzept.

Das liest sich sehr verdächtig danach an, dass die Klinik den „Beleg“ liefern will, dass MPH nichts bringt.

Bleib auf jeden Fall misstrauisch

Ja ne?! So’n Gefühl beschleicht mich auch
… Ich dokumentieren alles und dann schau ich mal, was die Auswertung bringt. Ich werde auf alle Fälle (im Falle einer Ablehnung von MPH) kritisch nachfragen.

Gute Güte, was für ein Unfug…
Welche Klinik ist das denn ?

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@UlBre, das ist eine Lwl Tagesklinik für Kinder und Jugendliche. Von adhs haben sie (offensichtlich!) nicht viel Ahnung. Außer evtl von dem, was so „landläufig“ vom adhs bekannt ist…

Ich musste ganz schön arbeiten, das sie das überhaupt in Betracht ziehen…

Lwl? Ist das eine Außenstelle der Klinik, die mitten im Wald liegt?

@Lieschen_Müller
Könntest Du mir eine PN schicken, mit dem Namen der Klinik, für unsere Adressensammlung ?
Andere Betroffen sollten gewarnt sein. Einfach auf meinen Namen hier in der Nachrichtklicken, dann kannst Du mir dort eine Nachricht senden.

Danke Dir !

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