Appetitlosigkeit bei Medikinet - Wie geht ihr damit um?

Hallo zusammen,

ich nehme seit mittlerweile 4 Monaten Medikinet adult 30 mg. Es handelt sich hierbei um meine Erstbehandlung mit einem ADHS-Medikament. Dass die Einnahme schon maximal umständlich ist aufgrund der zwingenden Mahlzeiteinnahme ist bereits ein Minuspunkt, allerdings macht mir eine weitere Nebenwirkung mehr Sorgen: Sobald ich meine Dosis nehme, habe ich während das Medikament wirkt gar keinen Appetit mehr. Selbst das bloße Denken an manche Speisen ruft in mir einen Ekel hervor. Das hat mitunter dazu geführt, dass ich sichtbar abgenommen habe. Die Dosis zu verringern ist aber keine Option, da meine Symptome sonst zu stark sind.

Daher überlege ich auf Elvanse zu wechseln, allerdings bin ich mir nicht sicher wie es dort aussieht mit den Nebenwirkungen. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibt es eventuell wen der auch von Medikinet auf Elvanse gewechselt ist und berichten kann?

Danke und LG

Saho

Hallo Saho.

Da beschreibst Du eine bekannte Nebenwirkung von Medikinet: Die Appetitlosigkeit. Ich kenne viele Menschen, denen es ähnlich mit dem Präparat ging. Andere wiederum konnten ganz normal essen, wobei sich die ADHS Symptome deutlich verbessert haben.
Das ist leider das Kreuz, was wir schleppen müssen: Die eigene Wirkung des jeweiligen Medikaments auf unseren Körper beobachten und ggf. nachjustieren.
In meinem Fall habe ich z.B. 3 Monate Medikinet genommen (von 5mg bis zu 60mg). Und egal welche Dosis ich probiert habe, die Nebenwirkungen waren immer spürbar - besonders die Appetitlosigkeit. Bin dann auf Elvanse umgestiegen, hatte dort aber das gleiche Problem über die nächsten 3 Monate. Später habe ich Atomoxetin probiert, es dann aber nach einiger Zeit abgesetzt, weil mich andere Nebenwirkungen genervt haben.
Ich kann Dir nur empfehlen, ein Tagebuch über Deinen Wirkungen/Nebenwirkungen je Dosis zu führen und dies später mit Deinem Arzt zu besprechen. Es gibt ja noch viele andere Präparate.
Fun-Fact: Ich habe alle ADHS Medikamente nach 9 Monaten abgesetzt. Dann, 1 Jahr später, hat mein Arzt mit wegen einer depressiven Episode ein Antidepressivum verschrieben und zack…waren die Grübelschleifen weg und es ging mir deutlich besser.

Ganz ehrlich.

Solange ich nicht Gewicht xy unterschreite mache ich mir das nicht so wirklich Gedanken.
Ich achte aber drauf genug zu trinken. Dafür mache ich Pausen und stell mir überall Getränke hin.
Gerade in der Freizeit vergesse ich das nämlich sehr.

Und wenn ich Gewicht XY unterschreite, oder aber auch Probleme habe zur Einnahme zu essen… Ich hau mir einfach Shakes rein… Die kann man besser gegen diesen Unwillen, runter würgen.

Klappt bisher ganz gut. Bin noch immer im gesunden Gewichts/ Größen Verhältnis.

Ich bin da pragmatisch. Was braucht der Körper? Vor allem Proteine… Also werden die zugeführt… in der eben am besten zu ertragenden Form. Aktuell ist 40% Sahnequark und Nutella ne geile Kombi. Die Löffel ich einfach so zusammen. Oder eben auch Shakes, Proteeinriegel etc.

Wenn ich mir recht entsinne gibt es die Shakes doch jetzt auch in Clear??? Das könnte man allg. einfach seinen Getränken beimischen… Da komm ich doch glatt selber für mich auf die Idee. :face_with_monocle:

Bei mir ist es glücklicherweise so das ich aber Appetit bekomme sobald die Wirkung nachlässt.

Mit Elvanse ist die Appetitlosigkeit bei mir schlimmer geworden. Allerdings ist dieses nervige „Du musst jetzt aber was essen“ weg.
Ich hatte mich in der Vergangenheit mit Medikinet echt ausgenknockt weil ich nicht genug gegessen hatte. Und bin während der Arbeit auch ständig in Struggle geraten. Denn es war zu stressig. Ständig den Wecker verpasst zu essen und noch die 2. Dosis zu nehmen. Inkl. fürstlicher Rebounds mitten drin, während der Arbeit. Das war schon echt übel, ich musste mich stellenweise AU melden um keinen auf!s Ma… zu hauen… Bin Krankenschwester im Intensivbereich. Da ist derart schlechte Laune untragbar…
(Ich arbeite an einem geregelteren Job. Selbst das Aufgeben des Schichtdienstes war nicht ausreichend. Ich arbeite daran aus der Pflege auszusteigen)

Hat sich unter Elvanse deutlichst gebessert. Also diesbzgl. bin ich allg. sehr zufrieden. Hat mich aber auch echt 8Kg gekostet und ich kratze immer so 1-3kg über den Untergewicht. Also muß mich schon ran halten. Im Urlaub und längeren Frei hole ich das immer wieder auf. Bin bisher nie in einen negativen Bereich geraten. Vor 2 Jahren hatte ich noch 63kg und Hosengröße 38. Nun sind es immer so 57kg und Hosengröße 34. Mich nervt mehr das mir meine Hosen schlecht passen.

Allerdings merke ich manchmal eine „Kraftlosigkeit“ die mich erinnert zu trinken und zu essen. Hab leider schon immer Reaktive Hypoglykämien. Auch ohne Stimulanzien. Heute gerate ich da schneller rein. Das liegt aber am eher niedrigen BMI. Der Körper verpackt jetzt BZ Schwankungen noch schlechter. Ist schlichtweg nichts mehr in der Leber gespeichert, schnell mal was locker zu machen.
Und ich vertrage absolut keine Cola und Redbull mehr. Das beschleunigt die Reaktiven Hypoglykämien extrem. Dann bin ich über Stunden nur beschäftigt meinen BZ zu regulieren. Mit öffnen der Dose kann ich mich gleich Krank melden. Entsprechend fehlen mir auch diese Kcal… und das ist wirklich nicht zu verachten. Ich hatte in der Vergangenheit sicher 300-500 kcal nur aus Getränken zu mir genommen. Die Fehlen jetzt. Auch bei Süßigkeiten habe ich diesen Effekt, wenn auch bei weitem nicht so schlimm. Entsprechend meide ich jetzt auch Monosaccaride… schlicht die Üblichen Snacks die man sich so zwischen durch mal reingehauen hatte. Gummibärchen etc. auch diese ca. 500 kcal fehlen und führten eben zu dem Gewichtsverlust. Der aber wirklich zuverlässig bei 57kg stagniert.

Ich denke mein Gewichtsverlust resultiert aus den fehlenden 1000 kcal aus Veränderung der Essgewohnheiten.