Artikel zu Stimulanzien und Alkohol

Hey,

ich bekomme seit Januar Medikinet adult und habe seither auf Alkohol verzichtet.

Nun ist es Sommer und die Gelegenheiten doch mal was zu trinken werden immer häufiger. Tatsächlich ist es mir dann letztens passiert, dass ich an einem Tag an dem ich Medikinet genommen habe etwas getrunken hab. Als mir das eingefallen ist, bin ich erstmal ein bisschen panisch geworden, weil einem (aus meiner Sicht) eine übertriebene Angst vor den möglichen Nebenwirkungen gemacht wird.

Ich habe dann gegoogelt, um mich nochmal zu vergewissern, dass ich jetzt nicht tot umfalle und bin daraufhin auf diesen Artikel gestoßen:

Springer Link ist ja eine sehr vertrauenswürdige Quelle, allerdings findet man sonst nur Weltuntergangsartikel zu dem Thema.

Hat eine Person mehr Ahnung über die Studienlage und die Aussagekraft dieses Artikels?

Liebe Grüße :slight_smile:

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Danke fürs Posten!

Interessant finde ich vor allem, dass die Ärztin eher dazu rät Jugendlichen, die vorhaben an einem Abend Alkohol zu konsumieren, eine zusätzliche Dosis an Stimulanzien zu verabreichen, da sie die eigentliche Gefahr in der Impulskontrollschwäche im Zusammenhang mit ADHS sieht. Somit soll vermieden werden, dass der/die Jugendliche impulsiv mehr Alkohol konsumiert und somit diese Impulsivität besser kontrolliert werden kann.

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Ob die Angst übertrieben ist, weißt du eben erst hinterher. Ich vertrage es nicht, und ich bin nicht böse drum.

Ich persönlich würde wohl auch vermeiden, Stimulanzien zum selben Zeitpunkt wie Alkohol zu mir zu nehmen. Nichts desto trotz ist der Artikel interessant.

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Ja, und der Artikel passt zu Kirsten Stollhoffs sonstigen sehr guten Artikeln zum Thema ADHS.

Wobei sie sich gar nicht explizit dazu äußert, ob sich Alkohol eventuell nicht mit Stimulanzien verträgt. Wenn es bei einem oder einer Jugendlichen so ist, merkt dieser es ja selbst. Sondern sie will nicht in die Falle geraten, der verlängerte pädagogische Arm der Eltern zu sein.

Eine Abdeckung durch die Medikation am Abend verhütet im besten Falle, sich aus Impulsivität die Kante zu geben.

Mein noch 11-jähriger ist weit davon entfernt, vernünftig zu sein, er wird sicher noch viele Dummheiten machen. Aber eins hat er schon als ganz Kleiner durch meine Arbeit mit Menschen, die ihr Leben durch Alkohol zerstört haben, eindrucksvoll mitgekriegt, einen starken Widerwillen gegen diese Substanz, der hoffentlich auch die Pubertät überdauert.

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Ok, das ist dann scheinbar individuell zu betrachten. Entschuldige, ich wollte es jetzt auch nicht klein reden.

Bei mir war eben die einzige Nebenwirkung, dass ich eine mini Panikattacke hatte, durch die ganzen Sachen die ich über das Mischen von Stimulanzien und Alkohol gelesen habe und hatte mich dann einfach geärgert, weil es mir ansonsten gut ging.

Ich habe bis letztes Jahr vor meiner Diagnose (leider erst mit 32 Jahren) regelmäßig und viel getrunken und dann von einem auf den anderen Tag nichts mehr. Das habe ich dann knapp sechs Monate durchgezogen und merke, dass ich es jetzt schaffe, zu seltenen Gelegenheiten etwas zu trinken, ohne komplett zu eskalieren und das ist schon ein sehr schönes Gefühl.

Da kam mir der Artikel natürlich recht gelegen, vor allem, weil der Gedanke der besseren Impulskontrolle für mich theoretisch Sinn macht.

Nichtsdestotrotz möchte ich es nicht zur Gewohnheit machen, an einem Tag an dem ich Medikinet genommen habe, noch Alkohol zu trinken. Aber ein differenzierteres Bild über die Sachlage, gerade weil es nicht so eindeutig zu sein scheint, würde ich mir schon wünschen, einfach um Overthinkern nicht sofort so eine Angst einzuflößen^^

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Ich persönlich halte es mit absolut 0.

Spätestens seit ich Medikamente nehme, habe ich absolut kein Interesse mehr daran.

Habe hier halt auch schon öfters mitbekommen, dass einzelne Personen von uns hier einen „Freischein“ wollten, dass sie sich mit Medikamenten gefahrlos „die Kante“ geben könnten.

Ob es das einzelne Individuum jetzt verträgt oder nicht…

Ich persönlich halte, außer Abstand, nicht wirklich was davon.

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Freut mich für dich, dass dein Verlangen nach Alkohol bei null ist!
Leider geht es mir nicht so.
Es geht auch nicht darum, sich einen Freifahrtschein zu holen, um sich die Kante zu geben, sondern um nicht in Panik zu verfallen, wenn man doch mal ein, zwei Bier trinkt.

Ich habe letzte Woche meine Psychiaterin darauf angesprochen und sie meinte, dass man grundsätzlich natürlich keine Medikamente in Kombination mit Alkohol mischen sollte. Wenn ich mich aber nicht unwoh/schlecht fühle und meine Strategien habe, nicht über die Strenge zu schlagen, ist es ab und zu kein Weltuntergang.
Man soll sich eben bewusst sein, dass es eine Doppelbelastung für den Körper ist.

Ich finde das eine zufriedenstellende Antwort, da ich mich dadurch nicht bevormundet fühle und eigenverantwortlich meinen Umgang damit finden kann, ohne in eine oppositionelle Position zu rutschen, die sich nichts sagen lassen will.
Genau genommen ist das die Art von Differenzierung, die ich mir wünsche.

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Das wichtigste ist, dass du dich mit deiner Ärztin da gut abstimmst und dich damit wohlfühlst.

Bin da von Natur aus sehr vorsichtig mit.

Finde es auch gut, dass du dir da der mehrfachem Belastung für den Körper bewusst bist.

Sei einfach nur vorsichtig mit dem was du machst.

Ich erinnere mich an meine Jugend, wo es hieß „geil, muss XYZ nehmen… Naja, wird der Abend in der Kneipe nicht so teuer“ (Gott war ich damals dämlich :person_facepalming:t2:)