Attentin gegen gelegentliches Wirkungsloch von Elvanse

Hi,

ich bin auch wieder da. Es war sehr ruhig um mich, weil es mir mit Elvanse sehr gut ging und ich mich nicht mehr so intensiv mit dem Thema auseinandersetzen wollte. Ich nehme es seit Mai 2019, erst 50mg und etwa 4 Monate später 70mg. Seitdem funktioniert das prima. Habe auch keine Nebenwirkungen.

Ich habe nun meinen Psychiater gebeten mir etwas Attentin für den Bedarf zu verschreiben, weil es gelegentlich vorkommt, dass die Wirkung von Elvanse nicht wie sonst nach 30-45 Minuten einsetzt, sondern erst nach 3 oder gar 4 Std. Also dann wenn der Plasmaspiegel am höchsten ist. Dadurch bin erst gut 2 Stunden später als sonst „betriebsbereit“. Das kommt etwa so 4x im Monat vor. Dieses Phänomen habe ich seit etwa 2 Monaten festgestellt.
Von Gewöhnungseffekt möchte ich auf keinen Fall sprechen, sondern eher davon, dass mein Körper halt an solchen Tagen Probleme damit hat, mir das Dexamphetamin aus Elvanse bereitzustellen. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb es dann am nächsten Tag wieder so zuverlässig wie sonst ja auch wirkt. So meine Theorie zumindest, weshalb ich gerne Attentin ausprobieren wollte, wenn ich mal wieder so einen Tag erwischt habe.

Einen zusammenhang mit der Ernährung kann ich ausschließen, da ich nicht frühstücke.

Habe erstmal nur um die 5mg Version gebeten.

Kennt jemand das Problem? Benutzt jemand hier Attentin, um schneller in den Tag reinzukommen? Wie würdet ihr das angehen?

Mein Plan war, wenn ich merke, dass die Wirkung von Elvanse so etwa nach 45-60min nicht einsetzt, ich dann 2,5mg Attentin nehme. Ich gehe mal davon aus, dass Attentin etwa 30min braucht, um zu wirken? Also etwas schneller als Elvanse. Und ich hoffe durch dieses Vorgehen wenigstens 1 - 1 1/2 Std zu retten und nicht ganz so schwer in den Tag komme.

Was meint ihr?

Bei mir wirkt Attentin schon nach ca 15 Minuten… und es wirkt ca 4,5 Stunden. Also nach 3,75 Stunden merke ich ein leichtes Abfallen und nehme nach ca. 4 Stunden schon mal die nächste Dosis nach…

Wenn du also frühestens erst nach einer Stunde sagen sagen kannst, dass heute wieder so ein Tag ist und dann das Attentin nimmst… dann bist du vielleicht eine gute Stunde oder noch länger überdosiert… je nachdem, wie lange Attentin bei dir dann wirkt…

Unretardiertes Methylphenidat wirkt ja kürzer, da würde ich wohl eher an sowas denken… ich weiß aber auch nicht, wie es sich so miteinander verträgt. Hier im Forum wurde zumindest schon über das nacheinander nehmen von LDX und AMP geschrieben, das das jemand macht.

Aber dieser Fall, das Elvanse nicht „antritt“… da einfach noch schnell etwas anderes dazu zu nehmen… das ist ja doch etwas heikel, den wer sagt dir, wann genau das Elvanse sich überlegt, anzufangen mit der Wirkung…

Also wenn man nach den Beipackzetteln geht dann ist Elvanse kaum langsamer als Attentin. Wir sprechen hier vom Maximum nach 3h vs. 4h. Es ist generell problematisch Amphetamin nach der Anflutgeschwindigkeit zu beurteilen weil du so eine Überdosierung riskierst.

Ich würde erstmal versuchen herauszufinden, woran die unterschiedliche Wirkweise liegen kann und mal eine Zeit So eine Art Tagebuch führen. Wie wäre es z.B. mit der Menge an Schlaf, die du vorher bekommst?

Einen Zusammenhang mit der Ernährung würde ich nicht grundsätzlich ausschließen: Nichts zu essen, ist nicht förderlich für die Wirkung. Koffein und Nikotin ebenfalls nicht.

Hallo Schwermut,

ob du es machst oder nicht wird ja dein Arzt entscheiden. Keine Ahnung ob es eine gute Idee ist, das Risiko ist vermutlich überschaubar wenn es bei 2,5 bis 5 mg bleibt, aber vorhanden. Jedenfalls wenn du so etwas ausprobierst, bitte in der Wirkzeit und danach nicht Auto fahren oder sonst etwas tun, wobei du dich oder Andere gefährden könntest.

Viermal im Monat ist ja nicht allzu häufig. Und wenn das Elvanse an solchen Tagen gewirkt hatte, dann genau so gut, nur später? Und haben diese Tage irgend etwas gemeinsam, was die spätere Wirkung verursacht haben könnte?

meine ernährung ist tatsächlich relativ schlicht und praktisch immer gleich. habe nämlich probleme mit laktose und fruktose. daher ist dies eh eingeschränkt

coffein und nikotin nehme ich gar nicht zu mir

echt schon nach 15min wirkt attentin? ja kenne plasmakurven nachdem attentin doppelt so schnell anflutet wie elvanse. das würde ja passen.

klar ich habe auch bedenken, wenn attentin nach 1,5std auf dem peak ist und sich dies mit dem elvanse peak überlappt, wie es mir dann in dem moment geht. deswegen meine überlegung mit einer microdosierung von 2,5mg (was ja 10% von 70mg elvanse entspricht). und meiner erfahrung nach bin ich aber was eine mögliche überdosierung angeht, recht tolerant. schon bei mph hatte ich eine art tolerierbare spannweite (von 20-30mg pro einnahme), dh manchmal war ein bisschen mehr optimaler und manchmal ein bisschen weniger, aber weder das eine noch das andere führte zu über- oder unterdosierungen. sondern nur zu einer optimaleren oder weniger optimalen symptomreduktion je nach tagesform halt.

hi,
ja elvanse wirkt an solchen tagen nach etwa 3 std wie immer, so für weitere 7 stunden ehe es abflaut. merke dann wie der verbimmelte schleier in dem moment fällt und ich angeknipst werde. nur halt dass ich nicht schon während des anflutens angeknipst werde. vom gefühl her würde ich sagen, dass ich an solchen tagen recht wenig empfänglich für den wirkstoff bin, die schwelle iwi höher liegt.

die zusammenhänge sind für mich schwierig zu verifizieren. denke das hängt eher mit dem subjektiv empfundenen stresslevel zusammen. wenn ich mit einer positiven grundstimmung in den tag gehe, dann wirkt elvanse wirklich sehr schnell.

Ich finde die Idee irgendwie nicht gut… eine Überdosierung in Kauf zu nehmen… was, wenn kurz nach der Einnahme des Unretardierten sich das Elvanse wirkt?

Und was soll genau eine Mikrodosierung bewirken? Wenn du zu wenig nimmst, bringt es doch gar nichts?

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Hi Schwermut, schön das du auch wieder dabei bist :slight_smile:

Mit 2,5mg Attentin ist die Gefahr einer Überdosierung sehr gering… wer durch eine minimale Therapeutische Breite eine ganz exakte Dosierung braucht kommt dadurch vielleicht leicht darüber, aber ‚Überdosierung‘ wäre selbst dafür ein starkes Wort. Und Schwermut hat da ja wie er sagt, einen gewissen Spielraum… :wink:

@Schwermut86 Wie nimmst du es denn ein? Ich hatte mal den Fall, dass ich morgens die Kapsel genommen habe und es ‚kam‘ irgendwie nix… und nach ca.2 Stunden hatte ich beim Schlucken so ein Fremdkörpergefühl im Hals, worauf ich mir mit dem Finger so ein wabbeliges Etwas aus den ‚Kiemen‘ gefischt habe welches sich dann als besagte Kapsel herausgestellt hat, die offensichtlich irgendwo zwischen Zäpfchen und Kehlkopf kleben geblieben war… :o [size=50]würg[/size]

Seitdem nehme ich es immer ohne Kapsel, in einem Glas O-Saft oder Wasser vermengt… das würde ich dir (falls du es nicht eh schon so machst) auch raten. Ich halte es auf jeden Fall für warscheinlicher, dass die Kapsel auf dem Weg zum Bestimmungsort irgendwo kleben bleibt… (diese Gelatinedinger können ganz schön ‚sticky‘ sein) als das dein Körper an 3 bis 4 Tagen im Monat Probleme hat, das Lysin abzuspalten. Was soll an den Tagen denn anders sein?

What ever… Willkommen zurück! :sunglasses:

Gruß, Andreas

Man muss ja bei Attentin gegenüber Elvanse einen Faktor von 2,5 rechnen, oder umgekehrt 0,4, und dann ist die Wirkdauer auch noch kürzer.

70 mg Elvanse entsprechen also 28 mg Attentin. Weil Elvanse länger wirkt, eher 2x 14 mg Attentin. D. h. wenn du, Schwermut, 2,5 mg nachnimmst, fügst du deiner 14-mg-Dosis 2,5 mg, also 17,86 % hinzu. Das klingt erstmal wenig, aber es heißt ja bei Amfetamin hat man eine geringe therapeutische Breite.

Aber wenn diese 2,5 mg nicht reichen und du nimmst 5 mg, wäre das ein Plus von 35,71 %, das ist dann schon kritischer.

Durch meinen Sohn weiß ich, dass 1,25 mg Attentin mehr oder weniger entscheidend sein können. Okay, er ist 7 und sicher nicht mal halb so schwer wie du.

Kann es denn Nicht auch sein das Attentin dann ebenso schlechter wirkt wenn Elvanse an diesen Tagen schlechter wirkt?

Ist doch bei MPH manchmal auch so, egal in welcher Form, es hilft einfach manchmal weniger oder schlechter.

Mein Therapeut sagte immer , das ich nicht vergessen soll, andere haben auch „Stimmungsschwankungen„ und diese normalen Schwankungen bleiben eben auch mit Medikationen bestehen.

Aber wenn die Möglichkeit besteht es mit Attentin abzupuffern wäre das natürlich gut wenn das gelingt.

ja das habe ich mir auch schon gedacht. vllt wirkt das elvanse an schlechten tagen deswegen erst nach 3 std weil ich bis dahin natürlich trotzdem einige dinge erledigt habe, mich ablenke und dadurch stress abbaue.

ich bin der dysphorische ads-typ, habe innerlich iwi immer stress. denke oft an negative erlebnisse und habe mit diversen ängsten zu kämpfen. schon immer, von klein auf. glaube ohne medikation wären meine ads-symptome wenn wirklich alles perfekt ist in dem moment (umgebung, stimmung, soziale beziehungen) 25-30% weniger stark ausgeprägt als an normalen tagen. an schlechten tagen hingegen auch mal gerne gefühlt noch mal 30% stärker… also bin wirklich einer der sehr empfindlich auf stimmungsschwankungen reagiert. ich meine damit die grundstimmung, die ich morgens habe. müsste tatsächlich mal ein tagebuch führen. wenn natürlich am tage unerwarteter stress von außen kommt, dann verarbeite ich das natürlich ohne medikation ganz schlecht, mit je nach dem sehr viel souveräner. manche situationen habe ich aber leider bis heute nicht gelernt angemessen meistern zu können, sodass ich mich hinterher nicht schlecht und unfähig fühle. glaube da bräuchte ich die ganze dose elvanse auf einmal, um die inneren und äußeren reize, die auf mich einschießen angemessen verarbeiten zu können. :lol: habe aber die letzten monate sehr daran gearbeitet und glaube, dass mich die nächste situation nicht schon wieder so austicken lässt (kommt allerdings nur in partnerschaftlichen beziehungen vor, bei eltern und freunden ist mir das alles „egal“ geworden seit elvanse)

daher hoffe ich dass es das vllt ist und es weniger an elvanse selber liegt. weil wie anders schon sagte, warum sollte es an den schlechten tagen anders als sonst abgebaut werden, zumal es ja nach 3std doch noch wirkt (wenn der plasmaspiegel am höchsten ist).

aber ob dieser zusätzliche seelische stress, der meine aufmerksamkeitsspanne quasi auf null reduziert, mit mehr amphetamin aufgefangen werden kann ist natürlich eine gute frage, oder ob andere entspannende verfahren hier besser wären. eine pille ist natürlich verführerisch, weil ich mich halt in solchen momenten auch zu nix in der lage fühle außer für einfachste tätigkeiten wie aufräumen, körperpflege oder dinge auf gitarre spielen, die ich schon sicher kann. alles andere, und sei es nur meine post bearbeiten oder einen kumpel anzurufen, scheitern an meiner unsortiertheit und den drang aus der situation flüchten zu wollen.

@falschparker
hab gerade gelesen dass 1,25mg die übliche intialdosis bei attentin ist. vllt probiere ich es erstmal damit. dachte 2,5mg wären schon wenig. ich frage mich ob es nicht auch sinn macht, elvanse und attentin gleichzeitig zu nehmen um meine therapeutische breite (danke anders, das wort habe ich gesucht. :smiley: ) noch mal zu überprüfen.

@ anders
danke für die willkommensgrüße :slight_smile:

hm klingt ja eklig was die da mit der kapsel schon passiert ist. mir ist das noch nie passiert, schlucke sie immer direkt nach dem aufstehen zusammen mit einem guten schluck aus einer wasserflasche. und wie gesagt, nach 3std wirkt das elvanse ja.

hatte aber auch nie probleme damit kapseln oder medikamente zu schlucken (und da waren schon richtig trockene, raue tabletten bei). es gab zeiten da habe ich 5 tabletten auf einmal schlucken müssen. bis jetzt habe ich noch alles runtergekriegt. :smiley: aber gut dass die zeiten vorbei sind seit elvanse. ich nehme nur noch dieses eine medi und komme größtenteils super klar. auch überhaupt keine nebenwirkungen, außer dass ich bewusst auf coffein verzichte (eine cola wäre aber trotzdem kein problem).

ich erinnere mich, dass du elvanse schon sehr lange nimmst und ich oft skeptisch war. ich kannte bis dahin aber auch kein dexamphetamin sondern immer nur die gemische.
bei welcher dosierung bist du denn letztlich gelandet? ich weiß noch wie enttäuscht ich von 25mg war, aber wie begeistert von 50mg. was so 4 monate gut klar ging und dann musste ich aber noch mal auf 70mg hoch und seitdem (also seit 8 monaten und hoffentlich bleibt das auch so) fühle ich mich eingestellt. und dieses morgendliche wirkungsloch (-tief wie auch immer) habe ich aber schon immer gehabt, aber seit 3 monaten nehme ich es bewusster war (weil es mich stört, da ich durch elvanse sehr viel mehr soziale kontakte habe, 2 jobs und genügend aufgaben für die uni erledigen muss, vor elvanse habe ich 1 jahr mehr oder weniger gechillt und dahinvegitiert).

ach und wie viel mg dexamphetaminhemisulfat entsprechen reines dexamphetamin?

konnte aus der packungsbeilage nur vernehmen, dass in einer attentintablette 5mg dexamphetaminhemisulfat drin stecken.