Ausgelagerter Thread-Teil:
Ich hab schon drauf gewartet, dass @schlingelprinz mir wieder was mit „Schnono“ schreibt. ![]()
Ich frag mich schon, ob das nicht auch was Autistisches ist, dass Du mir so einen ganz speziellen „Kosenamen“ verpasst hast … ![]()
Das ist so ein ganz spezieller Humor…
Ich erkenne da so etwas von meinen Sohn wieder.
Eine gewisse liebenswerte „Kantigkeit“ ![]()
… muss man einfach mit klar kommen… wenn es nicht anders geht, dann fängt man auf einmal an, sich mit so einem witzigen Wortgebilde zu identifizieren ![]()
Bsp. „schliebig“, „schliebigkeit“ verwende ich ja gerne. Gibt viele Gründe warum ich sowas mache, welcher genau, muss ich drüber nachdenken. Neologismen find ich gut.
- Sprach-Stimming (vokale Stims): Manche mögen bestimmte Lautfolgen („sch“, „-igkeit“). Das Sagen fühlt sich „richtig“ an, beruhigt oder macht Spaß – ähnlich wie Fingerschnipsen oder Schaukeln, nur eben mit Sprache.
- Echolalie/Palilalie: Wiederholen, verlängern oder verändern von Wörtern (z. B. Silben anhängen) kann eine Form von automatischer Wiederholung sein – zum Regulieren von Aufmerksamkeit/Stress oder weil die Klangfolge reizvoll ist.
- Neologismen & Wortspiel: Eigene Wortschöpfungen („Schliebigkeit“) drücken Nuancen aus, die mit Standardsprache schwer zu treffen sind, oder sie sind einfach kreative Sprachspiele.
- Scripting/Routinesprache: Vertraute Muster geben Sicherheit. Ein Zusatz wie „sch-“ oder ein festes Suffix kann zu so einem persönlichen „Script“ gehören.
- Sensorische/phonästhetische Vorlieben: Bestimmte Konsonantencluster (wie „schl-“ in Deutsch) haben eine angenehme „Textur“. Dann tauchen sie häufiger auf, auch außerhalb der „normalen“ Grammatik.
- Exekutive Funktionen & Fokus: Wenn etwas im Kopf „hängen bleibt“, wird es weiter variiert (Perseveration). Sprache ist dann das Material, an dem gespielt wird.
chatgpt
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kommt unteranderem bei Schizophrenie und Autismus vor.
Mein Doc hatte sich mal „Rabaukig“ notiert als Zustandsbeschreibung nehme ich an… Ich nannte das so, meine Mum auch.
Sowas ähnliches hatte ich mir auch schon gedacht.
Was hast Du der KI denn für einen Prompt eingegeben, um Deine verschiedenen Punkte zu erhalten? Diese „Definitionen“ sozusagen in Deiner Auflistung da oben…
warum hängen manche autisten an wörter sowas wie "sch"liebe dran oder bilden wort gebilde w ie „schliebigkeit“.
Echolalie habe ich unter Stress, auch meine Mum. Sieht man uns aber nicht sofort an wenn wir gestresst sind. Dann wiederholt man halt was zum beruhigen oder um etwas auszudrücken, was man gerade nicht in Worte Fassen kann.
Bsp. Wir sind mal durch die Stadt gelaufen und hinter uns eine sehr „gruselige“ Frau, sie hatte selbst wohl gewisse Herausforderungen und verhielt sich sehr merkwürdig. Meine Mum fing dann an immer wieder das gleiche Wort zu wiederholen, was völliger Unsinn war, also das Wort, war auch noch Englisch. ![]()
Manche machen Stimming direkt im Kopf und wiederholen da. ![]()
edit: Selber merken ist auch nicht grad besonders gut ausgeprägt, den Stress.
"Begriffsdefinitionen nach ICD-10
Frühkindlicher Autismus: auch Kanner-Syndrom, infantiler Autismus, frühkindliche Psychose, autistische Störung oder Pervasive Development Disorder genannt; Beschwerdebild entwickelt sich vor dem dritten Lebensjahr, ausgeprägte Kontaktstörung (kein Blickkontakt, kein Lächeln), mangelnde Empathiefähigkeit, verlangsamte Sprachentwicklung, eigentümliches Sprechverhalten (Neologismen, Echolalie), reduzierter Intelligenzquotient.
Asperger-Syndrom: auch autistische Psychopathie, schizoide Störung des Kindesalters, Asperger-Autismus oder High-Functional-Autism genannt; erste Symptome im zweiten bis fünften Lebensjahr, rigides, zwanghaft-pedantisches, stereotypes Handlungsmuster, mangelnde Empathiefähigkeit, hoch entwickelte Sprache (geschraubte, affektierte Ausdrucksweise, Neologismen), Spezialinteressen (Inselbegabung).
Atypischer Autismus: Unterscheidet sich zum frühkindlichen Autismus hinsichtlich des Alters bei Krankheitsbeginn oder dadurch, dass diagnostische Kriterien nicht in allen Bereichen erfüllt werden; vor allem bei schwer retardierten Betroffenen beziehungsweise bei Menschen mit einer schwer rezeptiven Sprachentwicklungsstörung."
Also wir machen das auch ständig, neue Wortkonstruktionen etablieren. Das betrifft hauptsächlich praktische Bereiche wie Kochen oder Technik.
- Pfannanenkuchen: Pfannkuchen mit ein Teil der Milch durch pürierte Banane ersetzt
- Abendpresso: Entkoffeinierter Espresso gegen Abend
- Morgenlatte (nein, nicht was ihr denkt): Latte Machiato morgens nach dem Aufstehen
- Gieramisu, Quartsiki, Schmantakuchen …
- Gradelisieren: Softwareprojekte auf das Tool Gradle umstellen (sage ich zu anderen Entwicklern manchmal wirklich: „Ich hab dein Projekt gestern gradelisiert.“)
Die Gründe sind wahrscheinlich:
- Soziale: Schaffen von Gemeinsamkeit
- Spaß an Wortspielen, am Übertragen von Sprachregeln und am sich gegenseitig herausfordern
- Ökonomie und Effizienz im Sprachgebrauch
Also vermutlich ein bisschen anders als beim Autistischen, alleine würde ich es vielleicht seltener tun.
Manche Leute sind schnell überfordert mit so was oder brauchen erst Enthemmungsmittel, voll die Langweiler.
Mir macht das z.B. keine Mühe beim Verständnis, wenn jemand seinen eigenen Soziolekt erfindet. ![]()
Ich lese mich gerade warm… ich mache das gern beim Schreiben (habe ich euch bisher erspart, warum auch immer) Beispiele: snärft, ravshned, schliebdisch, manmanman
Was isses denn das was?
Ja wir haben auch viele Neologismen und Insiderbegriffe, die sich auch situativ ergeben…
Wenn Tiramisu total lecker ist? Weil mans so gierig gern isst ![]()
Im Grunde ist es ja nur ein winziges Indiz oder Puzzleteilchen, wenn man sowas häufiger macht, man ist ja nicht gleich Autist weil man Neologismen bildet.
Irgendwie ist das auch eine Form von effizienten Nutzen der Sprache, sofern man in der eigenen Verständnisblase ist? Man drückt etwas komplexeres, kurz aus.
Ist halt Schlautistisch ![]()
und manche erst auffällig unter Schnellvanse.
![]()
Ja natürlich ist das nichts völlig Autistisches.
Das machen wahrscheinlich viel mehr Leute zu Hause als man normalerweise mitbekommt.
Nur in bestimmten Details sehe ich kleine Nuancen und Unterschiede.
Keine Ahnung ob es mit Autismus oder ADHS zu tun hat, ich liebe auch Wortspiele und Sprachkunst allgemein - kennt ihr die Kolumne von Imre Grimm?
Und Anagramme - hier ein U-Bahn-Plan mit veränderten Stationsnamen von Hamburg:
Mehr am Phonologischen dran und weniger sprachtechnisch, oder? Das macht es besonders knuffig. ![]()
Ja so in etwa… ![]()