Hallo,
ich habe gerade Deinen Beitrag gelesen und dachte „das kennst du doch irgendwoher“.
Ich hab auch eine Mischung aus ADHS und ASS und hatte lange Zeit (ca. 2,5 Jahre) Probleme das richtige Medikament zu finden. Nach mehreren Versuchen mit Medikinet adult, Elvanse, Atomoxetin, Kinecteen und Medikinet unretadiert (alles in verschiedensten Dosen und langsam eindosiert), bin ich auch bei Medikinet unretadiert geblieben, weil es die beste Wirkung bei den geringsten Nebenwirkungen bei mir hat. Retardierte Medikamente funktionieren bei mir zwar besser, haben aber eine reduzierte Wirkdauer (max. 4 Stunden), stärkere Nebenwirkungen und darüber hinaus merke ich den Rebound (bei mir: verstärkte ADHS Symptomatik und emotionaler Einbruch, teilweise auch Weinerlichkeit) sehr stark und sehr lange und ich muss immer noch eine kleine Menge unretardiertes Medikament nachlegen um den Rebound abzufangen. Das kann dann dazu führen, dass ich nachts Einschlafprobleme bekomme und dann wirken die Medikamente allgemein wieder weniger gut. Bei Medikinet adult haben sich im Rebound auch kleinste Schwankungen im Blutzuckerspiegel bei mir sehr stark bemerkbar gemacht, die ich sonst nicht so wahrgenommen habe. Das war auf die Dauer auch sehr unangenehm.
Aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung gibt es bei einer Mischform von ADHS und ASS keine 100% wirksame Lösung. Der „Anteil ADHS“ ist mit den verfügbaren Medikamenten sehr gut behandelbar, aber es gibt halt auch noch die „ASS-Seite“ und evtl. bestehende weitere Erkrankungen, auf die die Medikamente keinen nennenswerten Effekt haben, bzw. die durch die ADHS Medikamente erst richtig zum Vorschein treten, weil das ADHS eben gut behandelt ist und der Rest nun deutlicher erkennbar wird. Man ist halt eben nicht nur ADHSler/in, sondern auch Autist/in und Mensch. 
Ich würde dir dennoch empfehlen dem Ganzen noch etwas Zeit zu geben, fünf Monate sind eine sehr kurze Zeit. Der Körper muss sich erstmal an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und viele Wechsel hintereinander und ggf. der eigene Anspruch alles gleich richtig eingestellt bekommen zu müssen, können bei AuDHS auch zusätzlich für Stress sorgen, was dann wiederum dazu führen kann, dass die Medikamente wieder anders wirken. Oft hat man auch eine falsche Vorstellung, was das Medikament bewirken kann und soll und auf einige Dinge, die einem im Alltag mit AuDHS besondere Probleme bereiten haben Medikamente auch keinen Einfluss. Da braucht es vor allem auch Hilfe von außen und unterstützende Strukturen. AuDHS macht halt alles nochmal komplexer als es ohnehin schon ist, da gibt es leider keine Lösungsschablone im Sinne von „one size fits all“. Daher würde ich eher empfehlen bei der aktuell für dich besten Variante erstmal zu bleiben und dich parallel hier auf der Seite und im Forum und bei anderen Quellen zu informieren und evtl. auch noch einen anderen Arzt mit mehr Erfahrung zu suchen.
Zum Thema Probleme mit dem Tränenfilm der Augen kann ich sagen, seit ich ADHS Medikamente nehme, kann ich keine Kontaktlinsen mehr tragen. Das hat teilweise damit zu tun, dass ich wegen der Medikamente trockenere Augen habe und mehr trinken muss und das nicht immer hinbekomme, aber auch damit, dass ich unter den Medikamenten erst richtig merke wie unangenehm das Tragen von Kontaktlinsen grundsätzlich ist (Stichwort: verbesserte Körperwahrnehmung). Außerdem spielen bei mir auch Hormonschwankungen, sowie andere komorbide Erkrankungen teilweise eine große Rolle bei der Verträglichkeit (das ist aber nochmal ein anderes sehr umfangreiches Thema).
Das klingt vielleicht alles erstmal nicht so ermutigend, aber lass dich dadurch bitte nicht verunsichern. Es braucht alles seine Zeit und für mich klingt es so als bist du schon auf einem sehr guten Weg. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass du die für dich richtige Kombi findest. 