Ich brauche momentan eure Hilfe. Ich bin 30 Jahre und mache nun eine Umschulung bzw. Zweite Ausbildung zum Fachinformatiker. Ich merke momentan, dass ich nach und nach hinterher hänge. Ich schaff es nicht, gescheit zu lernen und mache in Klausuren so unfassbar dumme Flüchtigkeitsfehler jedes Mal und das obwohl ich mir schon Zeit lasse. Im Februar steht meine Zwischenprüfung oder auch Abschlussprüfung Teil 1 an und ich Versuche immer wieder mich motivieren zu lernen und mir einfach irgendwas an wissen reinzudrücken. Sobald ich die Motivation zum lernen habe ist mein Kopf einfach leer. Ich weiß nicht wie ich lernen kann unter all den Dingen. Ich bin eher der learning by doing Typ. Frontalunterricht und der dazugehörige Kram wie visuell oder Audio Sachen klappen einfach nicht. Mein Ausbilder kennt meine “Behinderung" aber ich weiß nicht wohin. Ich weiß nicht wie ich lernen kann zu lernen und ich verzweifel langsam daran. Wo gibt es Ansprechpartner? IHK geht nur ein Nachteilsausgleich, Schule kann mir wahrscheinlich damit nicht helfen, Ausbilder auch nicht weil der meine Erkrankung nicht versteht, Psychiater gibt mir halt nur die Medikamente und das wars. Ich kenne jeden 0815 Rat aber ich schaffe es einfach nicht. Ich fühle mich momentan sowas von Hilflos und Niedergeschlagen deshalb.
Alles was man sich so ergoogeln kann ist immer wieder im Bezug auf Kinder aber ich glaube mit 30 Jahren ist das schon etwas anders in meinen Augen…
Ich bin für jedes Feedback und jede Konstruktive Kritik offen.
Vielleicht gibt es ja jemand in deiner Nähe oder weiter weg dann online , der sich auf Erwachsene mit ADHS spezialisiert hat.
Ich hatte zur Endphase meines Studiums noch Ergo verschrieben bekommen. Gab nur keinen Platz weit und breit und der mit ADHS Expertise war leider zum nicht noch mal hingehen
Ja, Ergotherapie mit der Spezialisierung zum ADHS für Erwachsene gibt’s bei mir tatsächlich sogar. Die netten Leute sagten mir, dass Erwachsene sogar vorgezogen werden vor den Kindern aufgrund der Problematiken. Dennoch ist das jetzt schon nen Monat her mir konnte auch keiner beantworten wie lang in etwa die Wartezeit ist. Nen halbes Jahr oder Jahr hätte mir als Angabe ja gereicht
Das hört sich bei dir sehr anstrengend an. Ich hatte leider auch immer wieder das Problem, dass ich Mühe mit Lernen hatte. Zwar konnte ich mir den Stoff gut merken, aber ich konnte erst kurz vor Schluss richtig priorisieren. Hat zwar jeweils gereicht, aber die letzten paar Tage vor Tests waren immer extrem stressig und die Spannung obs noch reicht, alles überblickt zu haben wurde immer höher.
Ich habe tatsächlich dann Lerntipps für Jugendliche gelesen. Aber viel geändert hat sich auch nicht, da bei mir das Prokrastinieren und Verlieren in Details des Stoffs die grössten Probleme waren…
Aber wenn du Mühe hast mit dem Aufnehmen, könnte es vielleicht helfen, dass du dich mehr stimulierst. Je nach dem was dir hilft. Ich habe immer im Bett gelernt, weil ich das Gefühl der Decke liebe. Evtl. Hilft auch Hintergrundmusik.
Oder aber bewegtes Lernen. Vielleicht hast du auch jemanden, dem du beim Spazieren erklären kannst, was du lernen musst. Vielleicht merkst du so besser, wo du noch Schwierigkeiten hast und was schon ganz gut geht.
Vielleicht gibt es auch Dinge, die du gleich praktisch machen kannst?
Ich habe dieses Buch mal gelesen (war in der Bibliothek vorhanden). Ist zwar für Jugendliche, aber finde ich eigentlich ganz gut.
Aber ja, richtet sich schon mehr nach Kinder.
Auch das folgende Video, das eines von fünf Teilen ist, ist für Teenies gedacht, habe mir aber trotzdem alle als Erwachsene angeschaut.
Vielen Dank für deinen ausführlichen Rat! Und ja ich habe in den letzten Wochen schon Mal einen Weg eingeschlagen der mir helfen könnte. Da ich ja schon etwas älter bin werde ich unseren nachkommen an Azubis im Betrieb versuchen wissen zu vermitteln und Dokumentationen dazu schreiben. Das hilft mir bisher echt gut, Nachteil ist: Ich bin an Menschen gebunden und ich kann das am besten wenn diejenigen das auch wollen und zu schätzen wissen und das funktioniert leider auch nicht immer aber mit Ausbildungsdokumenten kann ich quasi 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen da ich mir persönlich den Weg als Coach oder Ausbilder sehr gut vorstellen kann