Hallo meine lieben Adhasen
Ich habe mich durch das Forum gesucht, doch keinen Beitrag gefunden, der meinem Problem ähnelt. Doch ich denke, dass ich nicht die einzige bin😕
Ich bin diagnostiziert, noch ohne Adhs Medis, habe rezidivierende Depressionen und eine Angststörung. Habe AD und seit 2 Monaten versuche ich eine HRT.
Schon vor den Wechseljahren hatte ich Probleme mit „freier Zeit“. Solange etwas läuft und ich Projekte habe geht es mir gut. Doch häufig endeten solche Phasen in Erschöpfung. Nun versuche ich die letzten 3 Jahren etwas ruhiger anzugehen und trotzdem falle ich bei Inaktivität immer wieder in eine Depression, ohne dass ich mich erschöpft habe. Mein Muster ist momentan 4-6 Wochen gut, dann 6-7 Wochen Depression. Das alles nagt stark an mir, da diese Tage wie aus dem Nichts auftauchen. Ich befürchte, dass ich seit den WJ schlechter mit Stimmungsschwankungen umgehen kann und bei der kleinsten Verstimmung mich dies stark triggert und ich Angst vor der nächsten depressiven Phase bekomme, in die ich durch negative Gedanken dann sowieso reinrutsche. Kennt dies jemand? Wie geht ihr damit um? Gerade um diese Jahrezeit mit dem Festagskoller? Akzeptanz und emotionale Regulation ist sicher wichtig, aber praktisch sehr schwer umzusetzten. Was macht ihr in solchen Momenten? Passiert mir übrigens auch im Urlaub, wenn ich endlich entspannen könnte😕 Vielen Dank für eure Erfahrungen, Ideen und Zusprüche🥰
Hallo.
Damit bist du nicht alleine. Das nennt sich Dysthemie bei Inaktivität.
Ein sehr bekanntes Phänomen bei ADHS wenn auf einmal ruhe einkehrt. Kaum auszuhalten.
Ich hab das auch. Wurde mit Medikinet besser. Aber sobald ich es nicht nehme ist es auch wieder da.
Danke für deine Antwort @Bine82 ! Fühlt es sich bei dir auch wie eine Depression an oder eher wie eine depressive Verstimmung?
… eine blöde Frage, weil du den Tipp bestimmt schon mehrfach gehört hast, aber hast du schon Sport probiert? Es hilft enorm. Ich weiß dass es schwer ist, Routinen und so, geht mir auch so. Aber wenn ich es schaffe, geht es mir damit sooooo viel besser. Pilates, Tanzen, Zumba,…
HRT ist super. Ich nehme Progesteron, DHEA und Pregnonlon, weil ich seit meinem Burnout ein hormonelles Chaos/ Zyklusstörungen/Erschöpfung hatte.
Außerdem auch an die anderen üblichen Verdächtigen denken, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12, Vitamin B Komplex, Vitamin C…
Das habe ich immer wieder. Durch Ritalin ist es viel besser, außer bei sehr hohem Stress. Ich versuche es auszuhalten und mir immer wieder zu sagen, dass das besser wird und ich bisschen Zeit brauche. Mir (!) hilft Alleinsein, draußen sein mit meiner Hündin, Yoga, Sport…. und immer wieder bewusst machen, dass das so auch ok ist.
@Alleinseinkeit danke für deine Tipps! Bei sportlichen Aktivitäten kommt mir oft die Antriebslosigkeit dazwischen.
Doch wenn es hilft, muss ich mich mal aufraffen und einen Versuch starten!
@Aurora-Dilara Danke für deine Antwort! Es tut gut zu lesen, dass man nicht alleine damit ist. Ich habe im März den Termin für Medikation. Vielleicht werden dann diese Phasen erträglicher🙏🏽
Ohja, das verstehe ich. Meine Erfahrung ist dass das schlimmste das Anfangen ist, typisch ADHS eben. Wenn ich mir sage, ich tanze nur zu einem einzigen Lied, dann bin ich oft so im Flow, dass ich nicht aufhöre oder sogar noch ein Workout nachschiebe. ![]()
Was dir hilft musst du ausprobieren. Ein paar Tipps
- Als feste Routine einplanen, wie Zähne putzen, auch mit Schieberegler oder App falls du so etwas in der Richtung nutzt. Beispiel: jeden Tag nach dem Abendessen 30 Minuten spazieren. Oder jedem Tag vor dem Frühstück 20 Minuten irgendein Workout.
- Gleich morgens zB was Sportliches anziehen, in Sportsachen fühlt man sich gleich fitter.
- Body doubling, bzw Verabredung, erst recht wenn du in einem depressiven Loch steckst. Auch wenn es nur einmal die Woche ein gemeinsamer Spaziergang ist.
- Sportkurse / Verein. Manche motiviert es wenn sie dafür zahlen.
- Belohnungen in Aussicht stellen “Schoki gibt es für mich nur wenn ich mich bewegt habe”
Wenn der Antrieb ein großes Problem für dich ist, dann unbedingt auch an Vitamin D denken. Ich werde beim Mangel extrem antriebslos und erschöpft.
Alles Gute
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das kommt drauf an wie lange ich das ins Land ziehen lasse.
Als ich aus der Tagesklinik ende 2024 raus gekommen bin war es so fürchterlich das ich wieder SSRI genommen habe. Dabei hatte ich sie doch in der Tagesklinik mühsam abgesetzt.
Ich kam einfach nicht mit Leerlauf klar. Mit der Schlaflosigkeit vom Bupropion war es dann noch schlimmer. Ich konnte die Zeit ja nichtmal weg schlafen.
Also zur Zeit wo ich noch im Langzeit Krank war und diese unfassbaren Schlafstörungen hatte war es für mich nicht auszuhalten. Und ich hab versucht die Zeit zu füllen. Schwimmen, 2 Ponys am Tag, Hütte aufräumen, Putzen etc. Iwann war die Stimmung dann so schlecht das ich mich dann auch wieder zu nichts aufraffen konnte. Also hing ich völlig in den Seilen auf der Couch. Und ich war so depressiv… wollte schon wieder zurück in die Klinik. Ich mußte damals noch 4 Monate überbrücken bis zur Reha.
Nun arbeite ich seit Monaten schon wieder. Bin gut ausgelastet. Jetzt hat der Tag schon wieder zu wenig stunden. Und mit Medikinet ist so einiges besser geworden.
Aber ab und zu spüre ich die Dysthemie noch. Im Urlaub kommt das schon wieder hoch. Da muß ich das Medikinet durch nehmen.
Danke @Bine82 Das gibt mir Hoffnung, dass ich den Dreh auch mal rauskriege…. auch mit Stimulanzien.
Ich habe genau das gleiche Problem , das es sich anfühlt wie eine Depression. Bin Medikamentös eingestellt , anfangs lief es super . War motiviert , fokussiert und keine Antriebslosigkeit. Entweder Elvanse wirkt nicht mehr gut oder bzw.nur kurz. Weiß mir echt keinen Rat mehr , wie lange das noch so weitergehen soll. Meine Psychiaterin weiß auch Bescheid und sie meinte ,vielleicht dass Bupropion 300 mg zu erhöhen . Ich will einfach nur meine Ruhe haben . Liebe Grüße an Alle
Ich kann dir so sehr nachfühlen. Das ständige hoch und tief braucht soviel Energie. Ich drück dich!
Seit zwei Jahren in Rente und trotz mehrerer begonnener Hobbys gerade jetzt im Jänner immer wieder vollkommen antriebslos. Wenn ich zu wenige Aufgaben habe, auf die ich mich mit Begeisterung fokussiere, empfinde ich alle Aufgaben als gleichwertig und kann mich auf keine davon einlassen. Da neige ich dann zur Verschieberitis. Ich brauche offensichtlich das Dopamin, den Kick, den mir wirklich interessante Herausforderungen geben.
Ich habe es eine Zeitlang mit Ehrenamt versucht, funktioniert eine Weile, ist aber nicht allzu nachhaltig, wenn es zur Routine wird.
Mir helfen immer wieder Reisen, Aktivitäten, die mich vollkommen aus meinem Alltag reißen wie ewa Segeln oder kreative Arbeiten, die mich im Hyperfokus halten.
Als ich noch arbeitete, achtete ich darauf, immer wieder die Routinen zu durchbrechen und Dinge vollkommen anders zu machen. Da reichte es manchmal, am Morgen einen anderen Anfahrtsweg zu nehmen oder die Pausen anders zu gestalten.
@babaluna11 Genau so empfinde ich es. Zum Glück bin ich sehr kreativ, so finde ich immer etwas zum Ausprobieren.
Durch meine Angsstörung ist es schwierig zu reisen, oder nur schon nach Draussen zu gehen. Das ist mein zusätzliches Problem. Diese tritt auf, wenn ich eben in diesem „Dopaminloch“ bin.
Ja, auch das kenne ich. Wenn ich in solchen Dopaminlöchern nicht aufpasse, kann ich mich auch wochenlang ohne Kontakt in meiner Klause einbunkern. Reisen braucht auch bei mir etwas Überwindung, wenn ich aber mal gebucht und mich dazu aufgemacht habe, blühe ich auf und frage mich, warum ich das nicht schon längst gemacht habe.
Der innere Schweinehund us halt a Hund….