Hi tamina,
das freut mich wirklich sehr, daß ich Dir mit meinen Erfahrungen helfen konnte. Ich fühle mit Dir. Und ich weiß ja auch, wie scheußlich sich diese Situation in der Arbeit anfühlt, wenn man Niemandem etwas Recht machen kann - ganz einfach weil man zwei verschiedene Sprachen spricht und das Gegenüber ja manchmal gar nicht verstehen kann warum wir halt nicht so „funktionieren“ wie „normale“ Menschen.
Seitdem ich die Diagnose habe. Seitdem ich gelernt habe, für meine Rechte aufzustehen - ganz einfach weil ich wirklich ALLES versucht hatte und wirklich nichts Anderes zuverlässig half. Seitdem wird es endlich besser.
Also begann ich als alter Handwerker das Handwerk "Wie bediene ich das Werkzeug ‚Gartenpirats neurodiverses Gehirn‘ " zu lernen.
Und einer der wichtigsten Lernsätze ist:
Lass sich keinen Ärger anstauen, sondern suche sofort eine Lösung. Streß tut Dir gar nicht gut. Also stell ihn ab.
Du hast nur eine Gesundheit also verteidige Sie mit Zähnen und Klauen.
Und Lass Dir gleichzeitig etwas einfallen wie Du dem Gegenüber helfen kannst, Dich zu verstehen. Und zu verstehen, wie sich das eigene Verhalten beim Gegenüber anfühlt. Weil oftmals wissen die es einfach nicht.
Ich habe mir zum Beispiel zusammen mit so einer dieser so geschmähten KIs eine Bedienungsanleitung für mich gebastelt und meiner Chefin für die Akten gegeben. Warte mal, ich such kurz…
Nein, sorry kanns grad nicht finden. Aber im Grunde waren es wie gesagt
- Die Bedienungsanleitung
- Eine Gegenüberstellung: Wie nimmt ein ADHSler war vs. Wie nimmt ein Normalo wahr.
- Und eine Liste, welche Vorzüge ein Neurodivergenter Mensch mitbringt, wenn man Ihn richtig zu bedienen weiß

Wie gesagt, ich bin Handwerker. Ein Werkzeug taugt nur was, wenn man richtig damit umgeht.
Und nochwas . Ich habe schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht, daß die Flucht nach Vorne gute Ergebnisse zeigte.
Zum Beispiel bei meiner Entscheidung zur Abstinenz. Oder als ich erst in der mündlichen Gärtnerprüfung wegen akkuter Prüfungsangst (war auch für mich eine Überraschung, weil mein Handwerk beherrsche ich eigentlich ziemlich gut) durchrasselte - und drei Jahre lang aus Angst, dieses Gefühl nochmal fühlen zu müssen, die Wiederholung der Prüfung vor mir herschob… Und dann doch schließlich noch einmal angriff und den Prüfern vorab von meiner offensichtlichen Prüfungsangst Bescheid gab. Und dann wurde Rücksicht genommen - und ich bestand.