Bei mir war das auf jedenfall so mit Bupropion.
Ich hab bei Medikinet eben davon berichtet, dass sich vor allem die Dysphorie und die starken Stimmungschwankungen nicht verbessert haben und dann hat sie glaub ich so ziemlich genau das gesagt:
Dass Bupropion da ein Mittel sei, das eigentlich gegen Depression (oder eine leichte zumindest, die bei mir zwar nicht diagnostiziert aber mir durchaus gepasst hätte), aber ihm auch nachgesagt werde, dass es bei ADHS Symptomen hilft. Ich hatte genau das auch schon gelesen und war dem gegenüber auch offen.
Also von wegen „alles nur nach Leitfaden“ kann ich meiner Ärzten dann eigentlich auch nicht ganz so unterstellen.
Was für einen Unterschied macht das denn für den Arzt, wenn er kein BTM Rezept ausstellen muss?
Ist auch vielleicht unwichtig.
Ich hab mich halt gewundert, warum sie beim Bupropion so bereitwillig was etwas „off label“ auszuprobieren, der Vorschlag kam glaub ich sogar zuerst von ihr.
Und dann aber weder meine beschriebene Nebenwirkung damit ernst nahm und dann später, bei meinem Vorschlag als nächstes statt Atomoxetin Elvanse zu probieren, erstmal eher genervt war
Vielleicht lags ja nur daran, dass ich sagte ich hätte da sowohl von meiner Therapeutin als auch von anderen Betroffenen gehört, dass das auch gut gegen Dysphorie/Stimmungschwankungen bei ADHS wirken soll und hatte nichts mit dem Leitfaden zu tun.
Sie hats ja dann am Ende ja trotz genervt sein ohne Probleme verschrieben, also auch da nochmal: Ich hab da schon auch etwas harsch geurteilt über sie, die letzten Tage hier…
Naja, so wie ich das von dir verstanden hatte: Bupropion ist nicht zugelassen als Medikament gegen ADHS und wäre dementsprechend „Off-Label“, aber sie hat es als Medikament gegen die leichte Depression aufgeschrieben und kann das damit umgehen.
Wenn ich mich recht entsinne wars aber auch gar nicht die depressive Symptomatik, sondern vor allem die Anxiety, die mit Medikinet kein bisschen besser wurde und da meinte sie glaube ich dann, dass dagegen ja auch oft Antidepressiva helfen.
Ich war eben zu dem Schluss gekommen, dass ich vielleicht gar nicht wegen ADHS so unruhig bin, sondern wegen einer generalisierten Angststörung.
Und weil sie mir nicht erklären konnte, warum der Unruhezustand bei Medikinet auch nach Monaten eindosieren nicht besser geworden war.
War aber glaub ich eher ein Fehlschluss von mir (bin ja auch kein Arzt…), seit Elvanse ist die so gut wie weg.
Ich glaub ja manchmal, dass das letzten Endes auch nur eine Interpretation des Gehirns ist, das den dauerhaften Erregungszustand eben versucht irgendwo einzusortieren.
„Wenn ich in Alarmbereitschaft bin, heisst das wohl das Gefahr droht. Also mal schaun was alles eine Gefahr darstellen könnte…“
Und wenn dann durch Stimulanzien der Erregungsszustand auf ein Normalniveau fällt, gibts auch nix mehr zu interpretieren.
Meine Meinung, keine wissenschaftliche Behauptung…
Schreib ich jetzt einfach mal pauschal dazu.
Das frage ich mich auch, meine Psychologin tut immer so, als wär das Ausstellen eines BTM-Rezepts furchtbar schwierig und anstrengend für sie und ich müsste ein schlechtes Gewissen haben oder so.
Sie sagt auch immer explizit „BTM“ zu meinen ADHS Medikamenten, das macht mich echt wahnsinnig.
Da kann das Medikament doch nichts dafür, dass man es angeblich missbrauchen kann.
Es gibt auch viele Therapeuten die immer rum jammern, wenn es darum geht den nächsten Termin zu vergeben. Das hab ich dann immer stark auf mich bezogen. Meine jetzige Therapeutin macht das Gott sei Dank überhaupt nicht.
Meine Psychiaterin hat mir beim letzten Termin eine Info gegeben die mir einiges erklärt: Sie DARF kein BTM verschreiben. Scheinbar gibt es da Restriktionen wer das verschreiben darf. → Scheinbar nicht jeder Psychiater.
Ich dachte dass der Fakt, dass ich BTM bisher von einer zweiten Psychiaterin (ADHS/Aurismus-‚Koryphäe‘) bekommen hatte, darauf beruhte, dass sie die ADHS-Diagnose gestellt hatte und Expertin für ADHS ist.
Kommt drauf an. Wenn sie in einer Gemeinschaftspraxis nur angestellt ist und der Chef sagt, du darfst keine Betäubungsmittel verschreiben, dann wird sie sich daran halten, um ihren Job zu behalten.
Oder wenn sie sich die spezielle Arbeit vom Hals halten will mit Dokumentationspflichten, Aufbewahrung im Tresor usw. und deshalb bewusst keinen Betäubungsmittelblock besorgt hat, dann darf sie natürlich keine Betäubungsmittel verschreiben, solange sie diese Voraussetzungen nicht geschaffen hat.
D. h. sie darf in dem Moment tatsächlich nicht, aber in diese Situation hat sie sich selbst gebracht.
So wie ich nicht Auto fahren darf. Ich habe nämlich seit 2022 keines mehr, und solange ich keines kaufe, miete oder ausleihe, habe ich keine Möglichkeit zu fahren. Dabei habe ich mir 2023 sogar das neue EU-Chipkartendings für teures Geld ausstellen lassen.
Aber extra für mich hat Herr Wissing das Deutschlandticket erfunden, das muss ich nur dem Busfahrer zeigen und kann mich fühlen wie ein Ehrenbürger. Als Kind wollte ich nämlich immer Ehrenbürger sein, weil ein Ehrenbürger einer bestimmten Stadt kann die Busse und Straßenbahnen dort umsonst benutzen.
Ähm kann es sein, dass Du bei Deine „Psychiaterin“ bei Dir „nur“ Psychotherapie macht?
Ist die zweite Psychiaterin die Deine Diagnose gestellt hat und von der Du die Medikamente bekommen hast, in der selben Praxis?
Ich erinnere mich daran, dass Martin Winkler irgendwo
(ich glaube in diesem LinkedIn Text den UlBre(?) mal verlinkt hatte, in dem Martin über die gegensätzlichen Interessen/Probleme zwischen Psychiatern und Psychotherapeuten im Deutschen Gesundheitssystem bzgl. ADHS/Autismus)
geschrieben hatte, dass ein Psychiater der in einer Psychiatrischen Praxis lediglich als Psychotherapeut angestellt ist (und nicht als Arzt) tatsächlich selbst keinerlei Medikamente verschreiben darf, weil er/sie in dieser Praxis nur in der Rolle als Psychotherapeut angestellt ist und nicht in der Rolle als Arzt.
Dies ging oder geht ihm wohl genauso, da er wohl in der Praxis einer Kollegin nebenbei als Psychotherapeut arbeitet (oder gearbeitet hatte).
Das Problem ist, dass er selbst als Therapeut die Stimulanzien nicht verschreiben darf und den Patienten dafür zu seiner Kollegin/Chefin schicken muss, obwohl er approbierter Arzt (und erfahrener ADHS Experte) ist. Seine Chefin (Ärztin/Psychiaterin) hat aber nicht die Erfahrung mit ADHS und Stimulanzien.
Jetzt kann man natürlich sagen, dann soll er der Kollegin sagen was sie verordnen soll. Die verordnende Ärztin steht aber natürlich in der alleinigen Verantwortung und Haftung (insbesondere bei BTM).
Das ist ein seltsames Kuriosum im Deutschen Gesundheitswesen, dass die Behandlung von Menschen mit ADHS völlig unnötig erschwert.
Also ich weiß natürlich nicht ob es sich bei Deinen Psychiatern um ein solches Konstrukt handelt. Es liest sich zumindest so, dass da der im Pfeffer liegen könnte.
(Wenn dem so ist, frag ich mich warum man das nicht so erklären kann?)
Und dann wäre die Aussage richtig, dass diese Arztpraxis keine BtM verschreiben kann, weil sie die Voraussetzungen nicht schaffen, nicht aber, dass sie es nicht dürfen.