Bupropion und guanfacin in Kombination beim Erwachsenen

Hallöchen,

Bin neu hier und wollte mal eure Meinung hören.
Ich bin männlich, 36 und weiß erst seit ein ist Monaten dass adhs eine Möglichkeit für mein „leid“ sein könnte. Ich war zwar schon als Kind beim schulpsychologischem Dienst, der eine konzentrationsstörung feststellte aber niemand kann damals in den 90ern auf die Idee auf adhs zu testen, da ich nie „zappelig“ war, sondern sehr sehr ruhig.
Wie dem auch sei, nach langem leid mit Depressionen, Alkoholproblemen, Ängsten, Drogen etc. hab ich mir endlich Hilfe in Form von Psychologen und psychiater geholt… und beide sind sind recht sicher, dass es adhs ist. Eine offizielle Diagnose gibt es noch nicht, da die Wartelisten laaaaaang sind.
Jedenfalls ist mein psychiater prinzipiell absolut gegen stimmulanzen, weshalb ich zuerst bupropion bekommen habe. Das hilft zwar aber halt suboptimal. Deshalb habe ich jetzt guanfacin zusätzlich bekommen, bin aber ein bisschen ängstlich, es zu nehmen. Hat jemand Erfahrung mit der kombi?
Beste Grüße

Ich nicht.

Aber das sind eben Medikamente, die man einsetzt, wenn Stimulanzien, oder Stimulanzien allein, nicht helfen oder unakzeptable Nebenwirkungen haben.

Aber eben erst dann. Sorry, es ist einfach kein Argument, dass dein Psychiater „prinzipiell absolut gegen Stimulanzien“ ist. Wenn er sicher ist, dass es ADHS ist, warum setzt er nicht das ein was erwiesenermaßen am Besten hilft?

Er ist nur vorübergehend mein psychiater, bis ich einen festen gefunden habe (sehr schwer in meiner Gegend). Zu ihm bin ich gekommen, weil er ein Freund meiner hausärztin ist…

Und die gleiche frage hab ich ihn auch gestellt. Aber er ist absolut dagegen… er hat mir einfach ins Gesicht gesagt, dass er mir niemals stimmulanzien verschreiben wird. Ohne weitere Begründung. Er ist eigtl psychiater in einer Psychiatrie, sieht mich aber ausnahmsweise.

Was soll ich tun? Kann ihn ja nicht zwingen.

Aber vll hat jemand anderes erfahrung mit der Kombi?

Nein, zwingen kannst du ihn nicht. Da musst du wohl warten, bis du bei jemand anders dran kommst.

Du könntest ihn aber dennoch um einen Gefallen bitten - wenn er sicher ist, dass du ADHS hast, dann ist er vielleicht bereit dazu, schriftlich darzulegen warum. Das kann dir später bei einer anderen Ärztin (männliche mit gemeint) weiterhelfen bzw. Zeit sparen.

Und für deinen Psychologen gilt das Gleiche.

Was Bupropion und Guanfacin betrifft - da Guanfacin eigentlich für Kinder zugelassen ist, vermute ich, dass es nur Wenige in diesem Forum gibt, die Erfahrungen wiedergeben können.

Ein „ersuchen“ zur diagnostik habe ich schon bekommen.

Leider sind die 3 Stellen, die im einzugsgebiet liegen für die nächsten 3 Jahre voll. Die einzige Chance auf einen früheren Termin habe ich im Rahmen einer Studie an der Uniklinik. Dort ist es aber auch Glücksgsache, ob ein Teilnehmer abspringt.

Danke für den Tipp, ich werde ihn drauf ansprechen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es einer meiner Vergangenheit mit Alkohol und Drogen liegt (seit 2 Jahren trocken und nüchtern)

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Dann erstmal herzlichen Glückwunsch dazu! :adxs_friends:

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Das ist relativ üblich, das man ohne Diagnose keine ADHS-Medikamente bekommt meiner Erfahrung nach. ADHS-Symptome sind halt einfach auch bei vielen anderen Erkrankungen vorhanden (z.B. Posttraummatisches Stress Syndrom, Schilddrüsenüberfunktion etc.), außerdem muss man erst das Herz prüfen (EKG) weil sie gerade in der Einstellungsphase oft stark den Puls und Blutdruck steigern, Leberwerte etc.
Also ich denke gar nicht, das es so viel mit deiner Vorgeschichte zu tun hat, Drogen- und Alkoholprobleme sind ja bei ADHS auch keine Seltenheit.
Sämtliche in D zugelassene Methylphenidad Medikamente für Erwachsene (Ritalin Adult, Medikinet Adult, Concerta), das in der Regel zu erst verschrieben wird kann man auch eigentlich nicht wirklich missbrauchen, weil sie retardiert sind. Man kann sie nicht schnupfen, bzw. bringt das nichts und wenn man mehr davon nimmt als man sollte, fühlt man sich einfach nur scheisse.
Manche Psychiater sehen Amphetamin-basierte Präperate anders (z.B. Elvanse) und verschreiben die deshalb ungern. Aber bei Methylphenidad wäre das Blödsinn, das ist vielleicht bei dem Kinder-Ritalin (also unretardiert) noch eher der Fall.

Ich hab schlicht noch nie gehört, dass jemand ADHS-Medis ohne Diagnoe verschrieben bekommen hat, wenn doch, dann ist das sicher die Ausnahme.

Die Diagnose würde ich einfach als Selbstzahlerleistung machen, hab auch zwei Jahre vergeblich auf eine Kassendisgnose gewartet.
Am Ende hat es mich knapp 500 € mit vier Terminen und Gutachten bei einer Privatpraxis gekostet, das kann man sich schon mal leisten finde ich für etwas so grundlegend lebensveränderndes :blush:

Mit dem Gutachten hatte der Psychiater gar keine andere Wahl mehr, er muss ja verschreiben, was hilft.

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Hallo Tino und herzlich Willkommen :slight_smile:

Schau doch mal hier, vielleicht findest du ja doch einen zeitnaheren Termin zur Diagnostik / einen Psychiater, der sich mit ADHS auskennt:

https://adhs-forum.adxs.org/t/adressen-von-aerzten-therapeuten-fuer-ad-h-s/353

Hey, danke für die vielen Antworten. Ich habe mittlerweile durch Glück einen Termin bekommen (in nur 4 Monaten)

Ich habe jetzt auch angefangen, das guanfacin zusätzlich zum bupropion zu nehmen. Und ich muss sagen, es hilft - sehr!
Nur die Nebenwirkungen sind bisher schrecklich. Mir ist durchgehend übel und ich bin sehr unruhig. Einfach unwohl…Gar nicht, was ich erwartet habe.
Aber gut, der Arzt sagt, das geht in spätestens 4 Wochen weg. Juhuu :confused: Aber ich werde es durchhalten, denn die Verbesserung möchte ich jetzt schon nicht missen. Endlich mal längere gespräche führen zu können, ist es wert.