Cannabis Missbrauch wird als destruktiv wahrgenommen - hilft eine Behandlung mit Stimulanzien?

Liebe Leute,

Eine Freundin von mir ist betroffen.
Sie wurde als Kind mit ADHS diagnostiziert, nimmt jedoch seit der Teenagerzeit keine Medikamente mehr.

Jetzt mit 26 in einem Teufelskreis. Vor allem das Kiffen macht ihr sehr zu schaffen - sie kann es nicht lassen, obwohl es ihr nicht gut tut. So empfindet sie das selbst.

Hat jemand Erfahrungen damit? Ich denke eine Behandlung mit Stimulanzien könnte da helfen.
Würde gerne wissen, wie es andere erlebt haben.

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In Fachliteratur und hier im Forum oft beschrieben: Cannabismissbrauch ist oft unbewusste Selbstmedikation und Stimulanzien verringern das Kiffbedürfnis.

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Hallo Justine,

ich bin sicher, ähnliche Geschichten gibt es sehr häufig.

Du kannst ihr Mut machen, aber auch schwierige Entscheidungen nicht abnehmen. Wozu gehört, Cannabis konsequent hinter sich zu lassen.

Denn es stimmt natürlich, mit medikamentöser Einstellung wird es ihr nicht nur leichter fallen, dem Teufelskreis des Kiffens zu entkommen, es hat auch viele andere Vorteile. Aber es ist sicher auch nicht wie ein Fingerschnippen, ADHS-Erwachsenen-Diagnose, Medikament, Kiffen vorbei.

Die Frage ist, warum wurde das Medikament abgesetzt? Glaubt deine Freundin selbst, nicht mehr an ADHS zu leiden, und findet sie das Absetzen nachträglich noch richtig?

Ich habe einige Erwachsene mit offensichtlichen Symptomen kennen gelernt, auch welche die als Kind behandelt wurden, die ADHS von sich weisen. Mehr als sie auf die mögliche Hilfe hinweisen kann man nicht, das ist schwer auszuhalten.

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Ich kann nur von mir sprechen, aber das Bedürfnis nach allem, was ich vorher für Dopamin oder Stimulation konsumiert habe, ist bei mir sehr stark gesunken seit dem ich Medikation bekommen.

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Liebe @Justine , ich selbst war und bin keine Kifferin, obwohl ich es in meiner Jugend auch mal probiert hatte, aber mir persönlich hat das Zeug einfach nichts gebracht als einen Brumm Schädel oder je nach dem schlimmstes Erbrechen, von daher eigentlich sehr ähnlich wie die Wirkung von Alkohol, welchen ich auch noch nie gut „vertragen“ habe.

Was bei mir persönlich aber tatsächlich anscheinend sehr gut auf mich gewirkt hatte war das Rauchen, nicht umsonst bin ich wahrscheinlich seit meinem ersten Versuch in der Jugend bis heute vom Nikotin abhängig.

Beim „Kiffen“ wird ja das Cannabis meistens sehr oft in Verbindung mit Tabak genossen, heisst im Grunde stellt sich dann die ehrliche Frage, ist es das Cannabis oder der Tabak wo süchtig macht.

Das Tabak süchtig macht ist unumstritten, wie es aussieht wenn man „nur“ Cannabis, also ohne Zugabe von Tabak konsumiert, dass weiss ich persönlich halt überhaupt nicht, ausserdem interessiert es mich ehrlich gesagt auch überhaupt nicht, da ich selbst wie gesagt NIE eine Kifferin war.

Wie auch immer, eigentlich schade wenn sich jemand wo bereits eine Diagnose hat nicht weiter mit sich selbst befassen möchte, aber man kann ja niemand zwingen, von daher, was willst oder kannst Du dann machen, höchstwahrscheinlich einfach nichts.

Hallo @Justine ,
Ich heisse Kristina und bin 31 Jahre alt.
Ich kenne diesen Teufelskreislauf . Ich war schwer Cannabis abhängig von ca 24 jahren - vor kurzem .
Ich musste irgendwann jeden Tag, von morgens bis abends rauchen, weil ich mich nüchtern mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht ertragen konnte. Ich habe etliche Entzüge durchgemacht und kam immer weniger klar. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht das ich Adhs habe . Sobald ich wieder geraucht habe, konnte ich mich wieder Konzentrieren und ich dachte so jetzt gehts mir doch wieder gut , dies hielt meistens nur ein paar tage oder max. 2 Wochen an, dann wirkte es sehr negativ auf mich . Ich kann sagen ich habe die Hölle erlebt und erst die Diagnostik und die Medikation haben mich rausgeholt. Ich hatte also knapp 6 Jahre lang , schwerste Adhs symptome .
Ich erinnere mich als ich anfing Cannabis zu rauchen, ich dachte : Wow ich wusste gar nicht, dass ich mein Gehirn so gut benutzen kann , es öffnete mir also eine neue Welt. Es hielt nicht lange. Einige Monate bis mein Gehirn den massiven Stoff an THC nicht mehr verkraften konnte und seit her übersprudelt, vorallem negativ, da ich sehr viele negative Erfahrungen gemacht habe bis vor kurzem.

So :slight_smile:
Kurzform .

Alles liebe Kristina

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Hallo Kristina,

herzlich willkommen und danke dass du deine Erfahrung mitteilst! :adxs_knuddel:

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Ahja wichtige Info : seit dem ich die Medizin nehme in meinem Fall Elvanse, habe ich keinen einzigen Tag das Verlangen danach , in der Vergangenheit immer impulsiv und süchtig .

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Vielen Dank für deine Antwort! :smiling_face_with_three_hearts:

Und durch die Stimulanzien ging es mit dem Entzug?

@Justine
Gerne :slight_smile:
Ich weiss nicht wie es ist, wenn man sofort nach Konsum mit den Medikamenten anfängt , wie sich das auswirkt auf einen selber , ich habe 2 monate vor der ersten Medikation aufgehört, weil es mir wieder mit konsum sehr schlecht ging und ich auch „frei“ von cannabis in die Diagnostik rein gehen wollte.
Also einmal habe ich noch scherzes halber vor ein paar wochen einen mini krümmel Cannabis geraucht, weil der auf einmal in meinem Zimmer lag ^^ und danach ging es mir nicht gut und auch die Medikamente konnten das nicht so wie sonst 100 % ausbaden .
Also denke ich, dass der Übergang von Cannabis zu Medikamente vielleicht einen Abstand brauch um wirklich erfolgreich eingreifen zu können.

Liebe Grüße Kristina:)

Wie geht es deiner Freundin gerade ? Erzählst du ihr von diesem Chat ?

Werde ich auf jeden Fall! Heute hab ich nur kurz gehört, dass sie mit ihrer Impulsivität zu kämpfen hat :sweat_smile::see_no_evil:

Werde mal fragen.

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:smiley: das kenne ich all zu gut .