Chaos im Kopf und Chaos im Körper- warum ist die Suche nach passenden Medikamenten nur so mühsam?

Hallo zusammen!

Ich möchte diesen Rahmen hier nutzen um mich mal auszuheulen.
Gerade bin ich ziemlich überfordert und will am liebsten, dass dieser Zustand JETZT sofort aufhört.

Ich dachte eigentlich herausgefunden zu haben, dass Medikenet adult in Kombination mit meinem SSRI (Escitalopram 5mg) Beklemmungen und Angstzustände auslöst. Nach Absprache mit meinem Psychiater habe ich es ausgeschlichen.
Seit 1 Woche bin ich komplett ohne und nun ist seit Sonntag die dunkle Wolke wieder da. Ich bin traurig, niedergeschlagen, überfordert,verwirrt, hab Körper - und Kopfschmerzen.
Ist das nur die erste Zeit so oder kann es auch wieder besser werden?

Leider löst Medikenet adult weiterhin Beklemmungen aus, wenn ich es tgl. einnehme. Nicht mehr so schlimm, aber unangenehm. Wenn ich es in 3 Tägigen Abstand nehme, treten diese Zustände nicht auf, aber ich möchte es schon regelmäßig nehmen. Zumindest alle 2 Tage.

Wir wollten nun eigentlich auf Concerta umsteigen, aber leider ist es wahrscheinlich bis Ende des Jahres nicht lieferbar. Hab sämtliche Apotheken im Umkreis abtelefoniert.

Was ich ohne Probleme vertrage ist 10 mg Medikenet unretadiert . Aber antidepressiv wirkt es bei mir scheinbar nicht. Oder vielleicht braucht mein Gehirn noch bisserl Zeit um sich wieder umzustellen? Ohne das unretadierte MPH wäre ich jedenfalls momentan echt völlig lost und würde meinen Alltag nicht auf die Kette kriegen. Ich bin heute Früh schon völlig überfordert wach geworden. Ich habe Tools, die mir gut tun (Natur, Sport, Verbindung zu Mitmenschen) welche momentan nur leider nicht wirklich ( dauerhaft) hilfreich sind.
Medikenet hilt mir, mich überhaupt ausrichten zu können. Echt krass.

Ich hätte nicht gedacht, dass eine so geringe Dosis SSRI doch so viel Wirkung hat.
Positiv empfinde ich, dass ich mich selber nun wieder besser wahrnehmen kann und auch das Gefühl von Liebe spüre, aber muss es gleich so intensiv sein???
Was ohne Escitalopram leider auch wiedergekommen ist, sind meine körperlichen Schmerzen ( Fybromyalgie ). Die waren fast komplett weg und nun habe ich jeden Tag wieder etwas anderes :unamused:

Ich hatte gerade Termin beim Arzt und der meint, ich soll einfach unretardiertes MPH nehmen. Ritalin adult sei seiner Meinung nach nicht großartig anders. Und wenn die Niedergeschlagenheit nicht bis Ende Juli weg ist, soll ich Escitalopram „einfach“ wieder nehmen.

Dieses ewige experimentieren mit den Medis kann doch auch nicht so toll sein fürs Nervensystem?!
Ich stelle fest, dass ich auch echt keine Geduld habe, langfristig etwas auszuprobieren, wenn es nicht sofort gut und hilfreich ist ( Hallo Adhs🙄)

Und warum vertrage ich das unretadierte MPH so gut? Wie kann das sein?
Hat da jemand eine plausible Erklärung?
Es ist nur schade, dass es nicht so lange wirkt ( bei mir 2,5 Stunden) und ich bräuchte mindestens 4 Tabletten am Tag und 40 mg ist für meinen Körper zu viel.
Beim adult hatte ich mit 15 mg schon schwere Nebenwirkungen.
Durch meine ASS bin ich leider auch mega empfindlich.

Ach Menno, ich bin gerade einfach echt frustriert, hab irgendwie keine Kraft, ein neues Antidepressivum auszuprobieren und mag mich nur noch verkrümeln😔

Hat jemand eine Portion Hoffnung für mich?

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Ich vertrage auch überhaupt keine retardiertes MPH und bekomme da sehr unangenehme Nebenwirkungen. Ich nehme an, es liegt an den Retardierungen.

Wenn Du mit dem unretardiertem MPH klar kommst wäre es vielleicht sinnvoll da nochmal etwas rumzuprobieren. Vielleicht müssen es ja nicht 4x 10mg sein und es reicht bei den späteren Einnahmen auch eine niedrigere Dosis.

Hattest Du die 4x 10mg am Tag schon ausprobiert und es wahr zuviel oder nimmst Du das nur an, weil 15mg adult problematisch waren?

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@Taav Danke für deinen Beitrag! Ja, mein Doc hat gerade auch gemeint, ich solle einfach bei dem unretadierten Medikenet bleiben.:woman_shrugging:
Aber da kommt der Rebound ja auch und es hält halt nicht lang. Alle 2Stunden Medis zu nehmen, ist auch nervig. Aber wahrscheinlich wird mir nichts anderes übrig bleiben, bis Concerta wieder lieferbar ist.

Ich werde wohl bisserl ausprobieren müssen wegen der Dosierung.
Also 7.5 mg brauche ich definitiv, damit ich überhaupt etwas spüre.
Ich nehme nur 10 mg, weil es eigentlich ausreicht und ja, weil Medikenet adult 15 mg gar nicht ging von den Nebenwirkungen her.

Was hattest du für unangenehme Nebenwirkungen unter adult? Wie lässt sich das mit der Retardierung genau erklären?

Sei lieb gegrüßt

Ich nehme seit einiger Zeit neben MPH die geringste Dosis Venlafaxin (37,5mg) dazu. Es bringt mir deutlich Stabilität. Ich denke auch nicht, dass es Placebo ist. Mehr vertrage ich jedenfalls nicht. Ab 75 mg wurde nur wieder „alles“ schlechter (diese Erfahrung hatte ich vor meiner Diagnose mit Sertralin auch gemacht.)

Soll es denn umbedingt das Original Concerta sein? Ansonsten haben wir bei unserem Sohn mit dem Generikum von Neuraxpharm keine Lieferschwierigkeiten. Kintecteen gäb’s neben weiteren Generika ja auch noch.

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Merci für deinen Beitrag @bernard !

Venlafaxin ist eigentlich keine Option. Hatte darunter null Libido und das geht für mich auf Dauer nicht. :pensive:Unter Escitalopram ging es gut mit der Libido. Wahrscheinlich muss ich abwarten und dann abwägen.
Der momentane Zustand ist tatsächlich schwer auszuhalten. Aber bis Ende Juli will ich durchhalten!

Diese Optionen hat mein Doc nicht genannt und auch die Apotheke meinte, es gäbe nichts Vergleichbares.:woman_shrugging:
Sind denn Neuraxpharm und Kinecteen für Erwachsene zugelassen?
Bei Kinecteen hab ich aber gestern bei meinen Recherchen auch etwas von Lieferschwierigkeiten gelesen🤔

Aber danke dennoch für die wertvolle Info! Werde meinem Psychiater ne Mail schreiben🙂

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Ich war extrem niedergeschlagen, dysphorisch, stand fast schon neben mir und war nicht wirklich handlungsfähig. Insgesamt einfach total unangenehm.
Wie sich das erklären lässt weiß ich auch nicht. Es ist aber sowohl bei Ritalin adult als auch Medikinet adult, mit ja unterschiedlichen Retardierungen der Fall. Andere retardierte Medikamente wollte ich dann auch nicht testen.

Ich vermute die Retardierung klappt nicht und entweder wird die 2. Teildosis zu spät oder zu früh freigesetzte und dann entstehen durch Über- oder Unterdosierung unangenehme Nebenwirkungen (ich habe sowieso nie verstanden, wann genau die 2. Teildosis freigesetzt wird).
Ich bin auch Autistin, viellicht gibt es auch da Zusammenhänge?

Ich komme mit 2 Einnahmen von unretardiertem MPH über den Tag. Alle 2 Stunden was zu nehmen ist bestimmt nervig (und ich würde es bestimmt auch häufiger vergessen), aber wenn es gut klappt würde ich das auch dann noch nehmen.

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Hallo Tav,

darf ich fragen wie sich bei dir das Nicht-Vertragen äußert? Also was bekommst du für Nebenwirkungen, die du bei unretadiertem MPH nicht hast? Und bei welchen konkreten retadierten Medikamenten?

@Lanafee1 Entschuldige, dass ich in deinem Thread da jetzt quer reinfrage.

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@Lanafee1 Sorry für das Missverständnis, es sollte keine Empfehlung für Venlafaxin werden sondern ich wollte dich damit bestärken, dass geringe Dosen SSRI auch irgendwie eine Wirkung zeigen können :slight_smile:

Kinecteen ist seit einiger Zeit für Erwachsene zugelassen, ja. Neuraxpharm bekommen hier auch einige (Erwachsene), da es eben anhand der Rabattverträge oft ausgehändigt wird. Eine explizite Zulassung ist mir nicht bekannt - konnte aber noch nichts negatives lesen. Der Austausch geschieht ja durch die Rabattverträge sozusagen automatisch. Falls dein Arzt es schaffen würde Concerta ohne! aut idem aufzuschreiben, wirst du je nach Krankenkasse eh ein Generika bekommen. Wenn du die Dosierung weißt, kannst du dir bzw. wir :wink: die PZN der Generika raussuchen und du die Apotheken vorher mal telefonisch abklappern. Es wird dir jedenfalls Diskussionen mit dem Arzt ersparen wenn er einfach Concerta aufschreibt und es dann mit Hilfe der Apotheke geklärt wird, was dann letztendlich aufgrund der Lieferbarkeit und Krankenkasse (Rabattvertrag) ausgehändigt werden kann.

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@Einfach_Ich Ich glaube wir haben gerade gleichzeitig geschrieben. Ich hatte eben schon bisschen was dazu geantwortet.

Ich hatte ungefähr 1,5 bis 2 Stunden eine gute Wirkung bei Ritalin adult und Medikinet adult und dann kam diese unangenehme Niedergeschlagenheit auch mit starker Müdigkeit und Gereiztheit. Ab da an war dann auch keine Wirkung mehr da. Auch eine Änderung der Dosis hat dabei nichts bewirkt.

Mit unretardiertem MPH hatte ich nur ganz am Anfang etwa eine Woche lang etwas Kopfschmerzen und einen trockenen Mund. Inzwischen habe ich bis auf weniger Appetit gar keine Nebenwirkungen mehr und eine angenehme Wirkung.

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Ritalin Adult könnte trotzdem ein Versuch wert sein. Es gibt so einige die beides unterschiedlich vertragen oder beides gut vertragen und beides nehmen.

Ich komme z. B. Mit Medikinet Adult besser klar

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Mein Sohn hat auch ein Concerta Generikum:
„Methylphenidat Mepha Depotabs“
(wir wohnen in der Schweiz)

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Vor einer Weile hat sich jemand die Mühe gemacht und Übersichten der MPH Präparate inkl. der Generika (Deutschland) erstellt :slight_smile:

Würde mir den ersten Beitrag vielleicht als Lesezeichen setzen. Da wird es nach und nach dann aktualisiert, falls neue Präparate dazukommen.

Eine Übersicht für Lisdexamfetamin (Elvanse + Generika) folgt in Kürze.

Drück mich mal bitte ganz doll

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Lieber @bernard
Vielen herzlichen Dank für die wertvollen Informationen! Ich schreibe meinem Arzt gleich eine Mail und bitte um Kinecteen. Dann schauen wir mal was passiert😉

Es ist schönzu wissen, dass sich hier so viele nette Menschen mit Ahnung tummeln :star_struck:

Alles gut. Ja, dass hatte ich wohl wirklich falsch verstanden :slightly_smiling_face:

Gar kein Problem @Einfach_Ich :slightly_smiling_face:

Oh wie toll🤩 Ganz herzlichen Dank @SneedleDeeDoo

Danke für deine Erfahrungen @Nelumba_Nucifera !
Mein Arzt scheint das nicht so zu sehen🤷‍♀️
Ich befürchte aber tatsächlich, dass ich die Retardierung nicht vertrage. War bei Medikenet adult, Methylphenidat AL und Elvanse so.
Ich möchte Concerta nochmal ausprobieren und wenn es da auch so wirkt, dass es mir schlechter geht, dann bleib ich einfach bei unretadiertem Medikenet.

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Ich nehme seit 12 Jahren Medikinet und Venlafaxin. Und habe immer noch Probleme, die ich versuche mit Therapie besser in den Griff zu bekommen. Bei einigen reichen Medikamente, einige müssen lernen damit umzuhehen. Es tut mir leid, wenn du zu letzteren gehörst.

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Danke für dein Feedback @Jesse67 !

Therapie mache ich schon sehr lange und das wird auch noch ne zeitlang so bleiben. Die Medis unterstützen mich im Alltag schon, aber wenn die Nebenwirkungen zu stark sind, macht es ja auch keinen Sinn.

Ohne AD fühle ich MICH mehr, aber diese Medaille hat hslt einfach 2 Seiten.
Ich denke, nichts geschieht ohne Grund. Und wenn es nicht mit den Stimulanzien klappen sollte, dann wird es schon seine Richtigkeit haben.
Ich übe mich in Vertrauen :slightly_smiling_face:

Hallo @Lanafee1,

ich kann deine Problematik so gut nachempfinden. :no_mouth:
Mir ging es auch sehr lange so, und ich war auch mega frustriert…

Hatte auch keinen Ausweg mehr gesehen bzw. hab mich etwas hilflos gefühlt.

Nun hab ich Medikamente abgesetzt. Und von den Absetzsymptomen die du beschrieben hast kann ich nur sagen, so geht es mir teilweise auch. Ich bin jetzt in der zweiten Woche.

Laut Internet und Ärztin dauert aber so eine Umstellung für das Gehirn ungefähr 6 Wochen.

Vielleicht probierst du es so wie ich aus, ich will jetzt erstmal wieder auf Null gehen.
Alles absetzen und dann evtl. nochmal einen Start versuchen.

Das mit dem Rumexperimentieren kenne ich nur zu gut…ich glaube das führt nur zu mehr Chaos im Kopf.

VG
Chris

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Hey @crizzledizzle !

Schön dich zu lesen , danke für deinen Beitrag!
Habe deinen Thread heute auch entdeckt und kann sehr mitfühlen.

Ich habe ja von Januar bis 1.5. eine Medikamentenpause eingelegt. Bei mir verlief es nicht so doll, wesewegen ich dann nochmal neu startete.
Anfang des Jahres war ich ein Wrack und nix ging mehr. Elvanse werde ich auch nie wieder anrühren :see_no_evil:
Und so müssen wir alle unsere Erfahrungen sammeln.

Absolut! Interessanterweise sind nach dem Absetzen des Antidepressivas auch meine Schmerzen zurückgekommen😒
Ich warte bis Ende des Monats ab und entscheide dann, wie es weitergeht und ob ich nochmal ein Antidepressiva ausprobiere.
Bis dahin nehme ich bei Bedarf unretadiertes Medikenet und gehe in 2 Wochen zu einer Ärztin, die auf Fybromyalgie spezialisiert ist.
Auf Dauer krieg ich so meinen Alltag als alleinerziehende, berufstätige Mama nicht gewuppt.

Ich wünsch dir weiterhin ganz viel Kraft. TRotz der unschönen Situation tut es gut, nicht alleine mit der Problematik zu sein.:slightly_smiling_face: