Wir haben für unsere 10 jährige Tochter seit 1,5 Jahren die Diagnose ADHS inkl. Anpassungsstörung. Längere Zeit bekam sie 27mg Concerta + 5mg Medikinet und kam damit gut zurecht. Vor ein paar Monaten, um Ostern herum, schien es, als ob die Medis fast gar keine Wirkung mehr hätten. Nach Rücksprache mit der Ärztin erhöhten wir auf 36mg.
Anfänglich schien es zu wirken, aber nach ca. 2 Wochen zeigten sich massive Nebenwirkungen, wie Depression, Antriebslosigkeit, Müdigkeit. Nach Rücksprache mit der Ärztin wieder zurück zur alten Dosierung.
Die Nebenwirkung verschwanden, aber die morgendliche und abendliche Unruhe war sehr extrem (hatten wir nie vorher) und die Konzentration in der Schule bleibt, lt. Tochter, fast aus. Somit eine kaum spürbare Wirkung.
Jetzt wurde von der Ärztin vorgeschlagen auf Elvanse umzusteigen. Tochter (und wir) ist verständlicherweise nach dem hin und her extrem skeptisch. Zudem steht derzeit noch die Diagnose Asperger im Raum (hier wird erst noch getestet, aber die Vermutung liegt schon nahe).
Habt ihr ähnliche Erfahrung gemacht und könnt berichten? Wie schaut die Wirksamkeit bei Elvanse aus, gerade mit zusätzlichem Asperger nach euren Erfahrungen?
Man sagt, dass MPH und LDX ~70% sehr ähnlich wirken bzw. gleiche Hirnareale ansprechen.
Aber einer der signifikantesten Unterschiede dürfte neben der deutlich längeren Halbwertzeit und Wirkdauer von LDX sein, dass LDX nicht nur NAT und DAT hemmt (wie MPH auch), sondern auch eine vermehrte Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin fördert.
„Erkläre die Unterschiede zwischen Methylphenidat und Lisdexamfetamin bezogen auf ihre Wirkweise“
Antwort vom ADxS KI-Bot
Methylphenidat (MPH) und Lisdexamfetamin haben unterschiedliche Wirkmechanismen, die sich in ihrer Anwendung bei der Behandlung von ADHS unterscheiden.
Methylphenidat wirkt primär als Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Es erhöht die Konzentration dieser Neurotransmitter im synaptischen Spalt, indem es ihre Wiederaufnahme in die präsynaptischen Neuronen blockiert. Dies führt zu einer Erhöhung der dopaminergen und noradrenergen Aktivität im Gehirn, was die Symptome von ADHS wie Unaufmerksamkeit und Impulsivität reduziert [3].
Lisdexamfetamin hingegen ist ein Prodrug, das im Körper zu Dextroamphetamin umgewandelt wird. Dextroamphetamin wirkt, indem es die Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin aus den präsynaptischen Neuronen fördert und gleichzeitig deren Wiederaufnahme hemmt. Diese doppelwirkende Mechanik führt zu einer erhöhten Verfügbarkeit und Wirkung dieser Neurotransmitter im Gehirn [2].
Ein weiterer Unterschied besteht in der Missbrauchsanfälligkeit: Lisdexamfetamin gilt als weniger missbrauchsanfällig im Vergleich zu Methylphenidat, da es erst im Körper zu seinem aktiven Wirkstoff umgewandelt wird, was eine sofortige Wirkung, die oft mit Missbrauch assoziiert wird, verhindert [9].
*schwubsdiwubs liefert es gleich die passenden Links zum tieferen Einlesen mit dazu.
Am Ende bleibt es aber wohl dabei, LDX einfach ausprobieren zu müssen, um einen Vergleich zu bekommen, da das Ergebnis bekanntlich individuell unterschiedlich ausfallen kann
Ich danke dir für deine Hilfe Wir haben jetzt tatsächlich noch die zusätzliche Diagnose Asperger erhalten. Ich denke in dem Zuge macht Elvanse zum ausprobieren noch mehr Sinn. Zumindest habe ich mir sagen lassen, dass Methylphenidat bei Kindern mit Autismus weniger wirksam sei.
Da ticken die neurobiologischen Uhren unterschiedlich.
Wenn es mit LDX aber gut funktioniert, dann wirkt es eben bei nur einer Einnahme am Morgen auch länger, gleichmäßiger und mit kaum oder milderem Rebound, was wiederum fürs Kind entspannter sein könnte