Verbreitet, kann man, muss man nicht, aber aus den richtigen Motiven. Wer den Eindruck hat, es geht mit Pausen besser, okay. Aber nicht wegen:
Oft? Gewöhnungseffekte sind selten. Es ist weniger wahrscheinlich, dass sie dich betreffen als dass sie dich nicht betreffen. Und erstens weißt du gar nicht, ob du sie hättest, und zweitens weißt du nicht, ob du sie durch tage- oder wochenendweise Pausen verhindern würdest.
Wenn du eine Gewöhnung bei dir feststellst, also dass du immer wieder steigern müsstest, kannst du immer noch schauen, was du dagegen tun könntest. Aber auf Verdacht, und damit wahrscheinlich unnötigerweise phasenweise auf die Medikamenwirkung verzichten?
Wie @Nelumba_Nucifera schon schrieb, ich nehme seit 2003 Methylphenidat und muss für die gleiche Wirkung keineswegs steigern.
Das geht von der Annahme aus, es gäbe Leute, die regelmäßig Medikamente nehmen, sie aber nicht mehr brauchen, das aber gar nicht bemerken.
Das erscheint mir schon in der Theorie realitätsfern - ich gehe davon aus, man würde es auch ohne Einnahmepause bemerken, und es ist auch nicht nach nur einem Jahr zu erwarten; und in der Praxis habe ich davon noch nichts gehört.
Hier berichten Leute, dass sie sich nach einer Weile gegen Medikamente entschlossen haben, weil sie andere Wege bevorzugen, mit ihrer ADHS fertig zu werden. Aber die ADHS selbst ist bei denen ja nicht weg.
Die Dinger (wie heißen sie nochmal) im Gehirn, die bei uns ADHS-lern im synaptischen Spalt das Dopamin wegnehmen, nähmen stark ab jenseits der 50, habe ich mal gelesen. Wäre nett, aber ich bin jetzt 60 und habe nichts davon festgestellt.