Depressionen durch Stimulanzien?

Hallo ihr Lieben.

Mir wird immer mehr bewusst wie mein Leben sich gewandelt hat seit ich Elvanse nehme. Ich denke dass ich ohne es zu realisieren wieder in eine Depression oder so gerutscht bin.
Ich habe das Interesse und den Spaß an den Dingen die ich vorher gern gemacht habe verloren. Meine Kreativität.
Ich zweifle alles an im Moment. Seit der Trennung fühle ich mich unfassbar einsam, und es scheint einfach alles weiter zusammen zu brechen. Ich weiß nicht wer ich bin, habe ich überhaupt ADHS? Hab ich mir die Vermutung mit dem Autismus doch nur eingeredet? Vielleicht habe ich doch Borderline wie mir in der Jugend mal gesagt wurde, oder habe ich nur das Bedürfnis zu manipulieren um nicht allein zu sein aufgrund von den unzähligen Malen in denen ich abgelehnt und verlassen wurde? Traumata? Dissoziationen?

Wer bin ich und warum bin ich so?
Ich wünsche mir schon länger immer wieder dass ich einfach nicht mit Elvanse angefangen hätte, am besten auch keine Diagnose. Es war auch absolut nicht schön vorher, aber ich hatte insgesamt mehr Lebensfreude und dachte wenn ich mich nur mehr anstrenge kann ich irgendwie irgendwann normal sein. Jetzt habe ich das nicht mehr und alles bricht zusammen, ich kann nicht mehr. Es kotzt mich an dass ich kämpfe und dann wird es nur schlimmer als es vorher war. Es hört einfach nicht mehr auf und ich will doch nur einfach mal den Pause-knopf drücken können…

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Moin @Tagträumerle

Es ist durchaus nicht unüblich dass, sobald ADHS Medikamente greifen, bspw Depressionen verstärkt durchbrechen.

Diese wurden vorher vom ADHS überlagert.
Und da der Körper nun sozusagen Kapazitäten frei hat, kann er dich darauf aufmerksam machen.

Du darfst / kannst also davon ausgehen, dass die vorher auch bereits da waren. Du hast es eben nur nicht so stark gemerkt.

Als ich mit Elvanse in der Klinik angefangen habe, sind die bei mir auch erstmal massiv stärker geworden.
Vor allem abends, wenn es Richtung wirkende zuging.

Hat ne ganze Zeit gedauert.

Da sind die immer noch. Und das nicht zu knapp.

Aber nicht mehr so extrem wie auf Station.

Und auch diese Selbstzweifel sind leider nicht so ungewöhnlich.

Hast du aktuell therapeutische Unterstützung?
Irgendjemand mit dem du offen und frei sprechen kannst?

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Könnte das Trennungsschmerz sein? Also, ja Depression, aber weil du Trennung verarbeitest und nicht aufgrund Elvanse und Adhs Disgnose?

Und vorher war es vielleicht besser, weil dein Freund da war und du nicht allein warst? Könnte es das sein?

Weil wenn ja, dann wird es vorbei gehen und dann wird dir das Medikament auch wieder helfen.

Wenn nein, dann wäre eine Depression Grund mit deinem Arzt mal zu sprechen. Vielleicht kann er an den Medis was umstellen oder dazu geben was dir hilft.

Du hattest in einem anderen Thread geschrieben dass dir deine Mutter sehr geholfen hat. Könnte sie dir jetzt auch beistehen? Dass du zu ihr kannst, dort bleibst erstmal?

Fühl dich lieb umarmt :adxs_trost:

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Mit Sicherheit kommt der Trennungsschmerz noch mal obendrauf. Aber all das von dem ich erzähle hat schon Anfang des Jahres begonnen, als ich Elvanse angefangen habe. Die Trennung ist ja erst etwas über einen Monat ungefähr her. Ich dachte die ganze Zeit dass ich einfach zu gestresst und beschäftigt bin mit anderen Sachen und dass ich eben ne Veränderung durchmache und so. Aber jetzt fällt mir das alles umso mehr auf. Die Zweifel am Elvanse bestehen schon lange.

Mit vorher war vor dem Elvanse gemeint. Aber ja, natürlich ging es mir vor der Trennung auch etwas besser. Da habe ich mich nicht ganz so einsam gefühlt.

Ich weiß nicht genau was du meinst. Nach der Trennung hatten wir ein gutes Gespräch was mir geholfen hat. Im Allgemeinen ist meine Mutter aber nicht wirklich eine Hilfe bei solchen Dingen, aus verschiedenen Gründen. Vor allem aber wohl weil ich mich seit Jahren danach sehne einfach gehalten zu werden, und das kann sie mir nicht geben. Außerdem ist sie im Moment auch zu sehr beschäftigt mit ihrem neuen Freund.

Ich liebe meine Mutter, sie ist die einzige die immer noch hier ist obwohl ich schwierig bin. Aber sie würde mich nicht bei sich aufnehmen, zumal sie eh bei ihrem Freund ist. Selbst als ich in der Beziehung mit häuslicher Gewalt war meinte sie dass das ein Rückschritt wäre wenn ich wieder bei ihr wohne. Auch wenn das mit jetzt nicht vergleichbar ist. Und meine Katzen kann ich weder mitnehmen, noch allein lassen.

Mach dich nicht verrückt zwecks ADHS oder Autismus oder Borderline. Da gibt es einfach einige Schnittmengen. Du musst dich jetzt erstmal kennenlernen und erfahren wer du bist. Gib dir dafür die Zeit.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, analysiere / hyperfokussiere lieber nicht zu viel mit diesen Diagnosen rum. Grübeln bringt dich nicht weiter. Das Gute ist: Mit der ADHS Diagnose hast du im Gegensatz zu den anderen Diagnosen die Möglichkeit Stimulanzien auszuprobieren. Sehe es mal so.

Übrigens hat mir eine Freundin, die Psychotherapeutin ist auch schon autistische und Borderline Verhaltensweisen bestätigt. Aber auch sie ist keine Expertin auf diesem Gebiet.

Ich denke ich bin nicht klassisch autistisch und habe nicht Klassischerweise Borderline, sondern weise je nach Situation (Überdorderung, Stress, Unsicherheit) solche Verhaltensweisen auf, ohne eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung zu haben.

Hoffe ich zumindest :see_no_evil:

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Ich sag es so: „Wir“ hier sind tendenziell Menschen die sich selbst hinterfragen, wissen wollen was mit uns nicht stimmt und wieso wir nicht so sind wie die „anderen" Menschen.

Diese anderen Menschen tun dies alles selbst kaum bis gar nicht. Oftmals bemerken sie gar nichts bei sich selbst. Das kann viele Gründe haben. Wenn man sie länger beobachtet hat und sich mit den psychologischen Sachen intensiver auseinandergesetzt hat, finde zumindest ich bei den Leuten einiges.

Das ganze Thema rund um den „Kopf“ ist komplex, viele Einzeldiagnosen sind mit anderen Aspekten stark vernetzt und man lernt immer wieder dazu, auch über sich. Dabei ist es wichtig den Fokus auf das eigene Leben und die Lebensqualität zu richten, das gezielt zu planen. Und sich nicht zu sehr auf den Kopf und die Diagnosen zu fixieren, sie sozusagen zum Leben zu machen.

Dann bin ich halt anders. Dann werden mich andere halt nicht so akzeptieren wie ich bin. Die anderen bemerken oft nicht wie sie sind. Und auch unter Neurotypischen herrscht „Krieg“. Nur kommen sie damit überwiegend besser klar oder verkopfen sich weniger.

Mein Beispiel: Mit den Medikamenten trat mein ADHS in den Hintergrund und meine autistische Komponente tretet mehr in den Vordergrund. Offizielle Diagnose? Vielleicht mach ich die irgendwann. Aber das wird wenig daran ändern.

Ich hatte kürzlich auch eine Phase des Drucks. Da musste ich irgendwie funktionieren. Als der Druck weg war, stürzte ich in eine Depression ab. Diese Depression war aber schon während des Drucks vorhanden weil es einfach viel auf einmal war, sie war nur unsichtbar.

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So geht es mir auch. Seit ich Elvanse nehme ist alles anders, aber eben nicht unbedingt besser. Mag sein dass eine Diagnose nichts ändert. Aber ich will irgendwie mein Leben zurück wie ich es vor dem Elvanse hatte. Ich weiß nur nicht ob das Absetzen mich wieder so machen würde wie ich vorher war und das macht mir Angst.

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Ich würde schon sagen, dass man bei Elvanse einfach einen kleinen Entzug hat, wenn man denn wirklich mal komplett pausiert. Hier nur von einem Rückkehren des „Alten Ichs“ zu sprechen, finde ich auch unzutreffend.

Ist auch irgendwie ganz logisch: Mit Elvanse wird der Körper rund um die Uhr mit Dopamin/Noradrenalin versorgt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich da bei manchen Menschen ausgeprägte depressive Symptome entwickeln, sobald das Medikament weg ist. Je nach Dosis dauert das ganze 1-2 Wochen, so meine Erfahrung. Man kann das Ganze deutlich abliefern in dem man einfach runter dosiert.

Beispiel: Ich nehme täglich 20mg Elvanse. Möchte ich mal 2 Wochen Pause davon machen, nehme ich 1 Woche nur 10 mg und erst dann springe ich auf 0.

Erfahrungsgemäß wirkt bei mir Methylphenidate auch erst wieder, wenn mein Elvanse „Entzug“ durch ist.

Ich habe Elvanse nicht abgesetzt. Es ging mir darum was wäre wenn. Hab nur zwischendrin mal ein oder zwei Tage Pause gemacht wenn ich krank war zum Beispiel.
Aber sollte ich mich dafür entscheiden es abzusetzen werde ich runterdosieren, danke!

Du kannst es mal pausieren, dann siehst du besser ob du durch Elvanse überhaupt einen Vorteil hast. Warum nicht?

2-3 Tage könntest du leichte Entzugsdymptome haben. Muss aber nicht.

Wie lange sollte ich dann pausieren?
Bei den 1-2 Tagen die ich bis jetzt pausiert habe konnte ich auf jeden Fall feststellen dass ich zappeliger war, so im Kleinen wie es sich bei mir meist äußert, also mit den Fingern zum Beispiel. Und ich bin an den Tagen schneller verspannt.
Das habe ich aber auch Abends wenn ich am Morgen Elvanse genommen habe.
Und dass ich vom Elvanse profitiere weiß ich, allerdings bin ich mir unsicher ob für mich nicht die negativen Punkte überwiegen, besonders auch weil ich im Endeffekt die Wirkung nur während der Arbeit spüre, und die Dosis aufzuteilen um länger zu profitieren hat bei mir auf Dauer leider nicht so gut funktioniert. Besonders wegen Schlafmangel.

Schwierige Frage. Vielleicht 1-2 Wochen?

Und dann dokumentieren was anders ist :thinking:

Keine Ahnung :woman_shrugging:t2:

Okay, ich schaue mal wann sich das am besten umsetzen lässt. Jetzt steht jedenfalls erstmal zu viel an, da traue ich es mich nicht. Mal sehen wie es jetzt am langen Wochenende wird, ich denke da kann ich noch mal sehen wie es für mich wirkt. Vorher war immer Stress und das letzte Wochenende habe ich ausgesetzt, bin erkältet. Und auf der Arbeit ist so viel los da kann mir garnichts auffallen.:joy:

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