Kennt ihr depressive Tage (oder halbe Tage) nach Überanstrengung? Steht das irgendwie mit ADHS in Zusammenhang?
Ich bin gestern sowohl körperlich als auch psychisch total gecrasht. War müde, schwach, hatte Kopfschmerzen und hab mich unfassbar depressiv gefühlt. Hab auch stundenlang geweint.
Ich bin am Abend vorher ziemlich über meine Grenze gegangen, körperlich und auch was kognitive/exekutive Leistungen angeht. Wollte ein Sache unbedingt abschließen und konnte vorher nicht stoppen.
Ich hab bisschen recherchiert und finde so Sachen wie Dopaminkater oder Hyperfokus-Crash, aber das klingt alles v.a. nach Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit usw. und nicht unbedingt nach verzweifelter Depressivität, stundenlangem Weinen etc. Oder könnte es doch einfach das sein?
Falls ihr dazu was wisst oder das auch kennt kann ich das vielleicht besser einordnen. Ist es einfach Dopaminmangel? Es ist auf jeden Fall ähnlich zu den Stimmungen, die ich abends als Rebound habe, wenn Medikinet nicht mehr wirkt (nehme das seit 5 Tagen). Es war nur schlimmer und mehr so den ganzen Tag lang, trotz Einnahme.
Ich kenne solche Crashs - da ich die auch nach besonders guten Tage habe, würde ich das tatsächlich aufs Dopamin zum Teil zurückführen
Da du sagst, dass du einen sehr anstrengenden Tag hattest, ist es in meinen Augen vollkommen normal, dass man danach so fertig ist. Das wäre glaube ich jeder, auch unabhänging von ADHS.
ADHS lässt das ganze aber vermutlich noch mal deutlicher reinhauen.
Weinen ist eine Reaktion des Körpers auf ein „zu viel von…“, wobei das sowohl positive als auch negative Dinge sein können. Deinem Neuronalensystem bzw. deinem Körper war das alles einfach zu viel - schließlich lief er davor auf Höchstleistung und musste eventuell über seine Grenzen gehen.
Gerade bei ADHS’lern besteht ja durch die Erkrankung eine Art „Reizoffenheit“, durch die die eigentlich auszuhaltende Schwelle permanent überschritten wird. Dann geht es quasi schneller für den Körper in den „Hauptsache funktionieren“-Modus. In dem warst du ja scheinbar.
Solche Emotionen-Crashes sind immer beunruhigend, da man sowohl mental als auch Körperlich oft nicht nur müde oder erschöpft, spndern komplett aufgelöst ist.
Boah das kommt mir sehr bekannt vor.
War fast 4tage hintereinander im hyperfokusBrombeerhecken zu roden. Konnte nicht mehr aufhören. Musste da richtig rausgerissen werden damit ich mal Pause mache, esse etc…Mein elvanse hat das vermutlich auch verstärkt. Das hat schom irgendwie gut getan, aber anderseits habe ich mich völlig überarbeitet.
Seit Freitag bin ich auch total antriebslos, niedergeschlagen und fühle mich irgendwie total scheiße ohne benennen zu können was mit mir los ist.
Dopaminkater triffts ganz gut.
Schaue wie es in den nächsten Tagen wird.
Mich beruhigt schon mal, deinen Beitrag gelesen zu haben, endlich habe ich eine schlüssige Erklärung für diesen zustand.
Glaub des muss ma aussitzen. Zukünftig werde ich meine hyperfokus bissl einteilen.
Kontrollierter hyperfokus sozusagen.
Vll zerhauts die Psyche nicht mehr ganz so sehr
Danke dir. Nach einem anstrengenden Tag k.o. zu sein, finde ich auch ganz normal und auch naheliegend, dass das durch ADHS verstärkt wird. Finde aber das Weinen in Verbindung mit depressiven Gedanken, Verzweiflung usw. ein bisschen „too much“ als Reaktion auf Erschöpfung, sodass ich mir da Gedanken gemacht habe bzw. nach einer extra Erklärung gesucht habe, um das einzuordnen.
Wie du sagst, das ist beunruhigender als „einfach nur“ müde und erschöpft zu sein.
„Hauptsache funktionieren“-Modus war genau der Zustand, in dem ich war. Das beschreibt es sehr gut.
Den Crash danach hatte ich schon länger nicht mehr in dieser Form. Kann aber auch sein, dass ich jetzt mit dem Medikinet noch mehr über meine Grenzen gehe als sonst. Das ist bisher mein Eindruck.
Boah, diesen Hyperfokus fühle ich. Das hab ich bei solchen größeren praktischen Aufgaben auch, z.B. als ich noch einen Garten hatte und im Frühjahr Beete machen dran war. Da musste dann von morgens bis abends durchgeackert werden bis das fertig war.
Finde auch beruhigend zu lesen, dass ich mit dem Zustand danach nicht alleine bin. Wenn ich eine Erklärung habe kann ich das besser aushalten bis es eben vorbei ist.
Drücke Daumen für Hyperfokus einteilen und hoffe das klappt und hilft!
man spricht erst nach 14 Tagen dauerhafte niedergeschlagen sein von einer Depression. Also die Symptome müssen über 14 Tage bestehen.
Niedergeschlagenheit und Müdigkeit etc. ist erstmal nichts ungewöhnliches.
Hatte vorhin auch einen Hyperfokus. Zum glück war die Arbeit dann aber fertig…
Natürlich bin ich dann zugspät bei der Arbeit weg, hatte vergessen das ich noch mit meiner Mutter verabredet war weil ich ihr noch ein Depot spritzen mußte…
Und nun bin ich so durch den tag gerast das ich eigentlich gar keine Lust aufs Pferd heute hab. Ich will ins Bett. Brauch auch kein Abendessen.
Hab aber noch das Pferd und den Hund zu versorgen.
Hallo!
Weiß ich natürlich, aber wenn ich mich nen Tag lang genau so fühle wie mitten in einer depressiven Episode nenn ich das halt so und ist für mich auch tatsächlich ungewöhnlich. Nen ganzen Tag lang nur weinen ist (außer natürlich wenn’s einen traurigen Anlass gibt) nicht unbedingt normal.
Puh, das klingt als hättest du ganz schön viele Aufgaben und zu versorgende Menschen und Tiere. Hoffe du kriegst das irgendwie noch gut hin und kannst dich dann ausruhen!
Ich hab das immer. Also immer dann, wenn mal ein Tag super läuft, gehe ich auch gleich über meine Grenzen. Irgendwie kann ich das dann auch nicht stoppen, müsste jemand anderes merken und mich rausholen, was aber vermutlich dann auch nicht so einfach ist. Jedenfalls habe ich immer nach solchen Super-Flow-Tagen einen richtig schlimmen Tag.
Ich habe mir da noch nie Gedanken gemacht. Für mich ist das eigentlich klar, dass ich dann einen Tag aussetzen muss.
Hallo @ein_pilz,
ich kenne solche Tage oder Wochenenden nach einer Arbeitswoche in der viel zu viel auf mich eingestürmt ist - besonders als Gegensatz zum „Heute steht GAR NICHTS auf meiner Agenda“.
Danke euch @Seven@connected für die Rückmeldung. Fühle mich damit mittlerweile jedenfalls nicht mehr alleine, sondern kann mich vllt. in Zukunft auch darauf einstellen, dass das einfach passiert und dazu gehört.