Ich erinnere mich genau, wie meine Eltern mich zum Eignungstest der Grundschule mitnahmen und mir dort solch Mengenlehreaufgaben vorgelegt wurden.
Mein Hirn war allerdings Waldorfkindergarten gewöhnt. Und als mich meine Eltern vor die Wahl stellten: Waldorfschule oder Staatsschule? War meine Antwort sonnenklar.
Du kommst hungrig von der Arbeit und willst Nudeln kochen. Du stellst einen Topf mit Wasser auf und gehst erst mal WhatsApp und so checken bis das kocht. Nach vielleicht 15 Minuten fällt dir das Wasser auch schon wieder ein und du flitzt mit den Nudeln los. Um festzustellen: der Herd war nicht an …
Mal wieder beruflich unterwegs, heute wie morgen in der gleichen Stadt. Vor Monaten also rechtzeitig ein Zimmer gebucht. Heute aber keine Nachricht vom Hotel…
Ich weiß aber heute schon wo ich in 365 Tagen mein Wochenende verbringe
Wenn du vier von 46 ausgeliehenen Büchern zwingend zurückbringen musst, weil das Maximum an Verlängerungen erreicht ist, aber du bisher nur 1 von 4 im Bücherregal gefunden hast.
… wenn du in der Küche anfängst, die Spülmaschine einzuräumen, wegläufst und im Wohnzimmer Zeug hoch räumst, damit der Robo heute endlich mal diese eine Ecke erreicht, du dann die Pflanzen vom Ofen erstmal auf den Esstisch stellst, damit der Ofen startklar ist, du endlich den Teppich zusammenlegst, der seit einem halben Jahr raus soll, du den Platz zu leer findest und den Esstisch samt Pflanzen und hoch geräumten Zeug verschiebst, dir einen Kaffee machst und dabei „entdeckst“, dass die Spülmaschine gar nicht läuft, der Robo dich ruft, weil der Sensor verschmutzt ist, du in dem fertigen Teil des Wohnzimmers das Bügelbrett aufklappst, damit endlich der Wäschekorb leer gebügelt wird und nicht wieder die eine Ecke blockiert, du völlig erschöpft den inzwischen lauwarmen Kaffee holst und deine Emails öffnest, weil du das immer so machst mit dem Kaffee, während der Robo endlich zur Station zurückfährt und du irgendwie denkst, dass du auch fertig für heute bist…
Achja… die Spülmaschine ist immer noch nicht fertig eingeräumt.
Der Wäschekorb steht wieder in der Ecke… gegessen wurde auf der Couch…
Wenn du mit deiner Therapeutin ein Ziel erarbeitet hast, dass Schlafzimmer aufzuräumen.
Gesagt getan, doch sobald ich aus dem Schlafzimmer heraustrete, „Ping“ , finde ich mich im Hof, Laub kehren, im Kinderzimmer, Schulbücher einbinden, in der Küche … Es ist magisch . Ein bisschen wie früher, zappen zwischen denProgrammen beim Fernsehen. Nur zappe ich mich selber durch To do - Programme.
Jedesmal muss ich mich zurückrufen.
Und dann denke ich darüber nach, dass es Menschen gibt, die haben Routinen, darüber denken sie nicht nach, das machen sie einfach und mit wenig Aufwand. Faszinierend.
Es gibt sogar Mensche, die denken nicht. Beängstigend.
Mach dir nichts draus.
Ich soll da im Rahmen der Therapie (inoffiziell, die ursprünglich genehmigten Stunden sind längst ausgeschöpft) ein Ziel erledigen bevor ich den nächsten Termin machen kann.
Aber die Arbeit knallt, andere Probleme kommen vermehrt zurück und dieses Ziel ist aktuell gefühlt unerreichbar - und hat auch in Moment keine Prio bei mir.
Ich fürchte, dann sehe ich den Therapeuten erst nächstes Jahr wieder
Wenn man dem Mann die Hölle heiß macht, weil er zu spät aufgehört hat zu arbeiten und man nun mit den Kindern zu spät zur feierlichen Eröffnung der heiß ersehnten Kirmes kommt. Nur um dann festzustellen, dass man ne ganze Stunde zu früh im Kopf hatte und noch maaaaaaaassssssig Zeit hat