Hallo zusammen,
hoffe, ich bin in dieser Kategorie richtig. Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich aktuell überhaupt nicht weiter komme.
Vielleicht hat jemand von euch Tipps.
Ich hab ADS seit frühester Kindheit. Das Bewusstsein darüber ging zwischendrin irgendwie verloren, ich wurde damals nicht medikamentös eingestellt, weil es hieß, ich sei zu still und das würde bei mir nichts helfen. Das war 2002, 2005 und 2006. Es gibt verschiedene Arztbriefe, die die Diagnose immer wieder aufführen. Mit dem Teenageralter kamen bei mir dann Depressionen usw., niemand wusste aber, auch ich selbst nicht mehr, von dem ADS. Das kam erst vor kurzem heraus, als ich mitbekam, dass ein Freund betroffen ist und seine Diagnose in seiner Teenagerzeit auch “verschüttet” ging.
Als ich meine Unterlagen fand und zur Hausärztin brachte, überwies sie mich an eine Psychiaterin zwecks der medikamentösen Behandlung. Die Psychiaterin hat dann, auch nachdem sie meine Unterlagen gesichtet hat, von einer Trenddiagnose gesprochen und dass die Medikamente teuer seien. Das war mein erster Termin dort.
Beim zweiten hat sie gesagt, dass sie keine Medikamente für ADS in dieser Praxis verschreiben. Also landete ich wieder bei meiner Hausärztin. Als ich dort das Problem ansprach, sandte sie mich zur Neurologin. (Ich hatte eine Epilepsie in der Kindheit, ausgeheilt mit 12, meine HÄ wollte sicher gehen, dass kein Risiko eines Rückfalls besteht bei einer Behandlung mit Ritalin, falls sie es verschreiben würde…) Die Neuologin empfahl eine Behandlung mit diesem Medikament nicht.
Als ich bei meiner HÄ nach Elvanse fragte, lehnte sie auch eine Behandlung mit diesem Medikament ab. Sie hat Bedenken wegen einer Magersucht, die ich 2016/17 aufgrund von schwerem Mobbing hatte. Ich habe es ihr erklärt, aber es nützt nichts. Sie hat gesagt, wir müssen erstmal meine Depression behandeln.
Ich hab um einen Platz in einer Tagesklinik gebeten (teilstationär) und meine HÄ meinte, dass sie empfehlen würde, mich dort auf ein ADS-Medikament einzustellen, weil man mich dort besser med. überwachen könnte. Ich habe es versucht, aber die Klinik meint, dass sie mich nur vollstationär aufnehmen können. Ich kann aufgrund eines massiven Kliniktraumas aber nicht vollstationär gehen, der Trigger ist zu extrem für mich. Dann habe ich meine HÄ gebeten, etwas zu schreiben deswegen. Das reichte der Klinik nicht. Also habe ich die Psychiaterin gebeten, aber in ihrem Brief wird überhaupt nicht deutlich, was das Problem ist. Ich habe ihr noch mal geschrieben, aber es kam wieder das gleiche Schreiben. Dann habe ich bei der Klinik angerufen und das Problem erklärt, aber da hieß es nur, die Ärtzin müsste mit dem dortigen Chefarzt sprechen und versprechen können sie verständlicherweise nichts. Ich bin langsam echt am Ende.
Ich habe bei der Krankenkasse angerufen und um Hilfe bei der Suche nach einem Spezialisten für ADS gebeten. Es gibt nirgends freie Termine. Weder in der Ambulanz noch teilstationär, selbst die Selbsthilfegruppen bei uns sind alle voll.
Ich wundere mich, wie ich es so lange einigermaßen geschafft habe, durchzuhalten, denn im Alltag funktioniere ich aktuell überhaupt nicht mehr. Ich bin krank geschrieben und hab mehrfach den Job verloren. Einige Punkte sprechen im Nachhinein dafür, dass das am ADS lag. Jedenfalls gibts bei mir keinen normalen, produktiven Alltag mehr. Ein verzweifelter Versuch mit Antidepressiva war die Hölle- ich wurde extrem antriebslos und habe nur noch geschlafen.
Aktuell überlebe ich nur irgendwie.
Unterstützung im Umkreis lastet aktuell auf den Schultern einer Person- alles andere ist keine Option.
Bin für Ideen, Anregungen, Adressen dankbar. Falls jemand von euch etwas hat, gern her damit.
Und Danke fürs Lesen!