Der lange Weg zur Diagnose – und das leere Ergebnis. Viele von typischen ADHS-Symptomen Betroffene suchen verzweifelt nach einer Erklärung. Begeben sich auf den Weg zur Diagnose. Doch das Ergebnis ist oftmals leer: Keine positive ADHS-Diagnose. Ich arbeite als Redakteurin und möchte genau dieses Problem sichtbar machen. Warum ist der Weg zur Diagnose oft so lang? Dafür würde ich gern mit Betroffenen sprechen, die am Ende doch nicht diagnostiziert wurden. Aber mit den Symptomen leben müssen. Ich würde mich total freuen über ein paar Rückmeldungen von euch - den Undiagnostizierten, um ein kurzes unverbindliches Gespräch zu führen. Mir ist bewusst, dass dies ein sensibles Thema ist, doch genau deshalb ist es mir wichtig, mit euch zu sprechen, um mehr darüber herauszufinden und (anonym) zu berichten.
Herzlichen Dank im Voraus!!
Guck mal hier, hier findest du vielleicht noch interessantes für deine Sendung. ![]()
Es wäre richtig cool, wenn sich Menschen unter diesem Posting melden würden <3
Ich bin ein Mensch.
Edit: Ahso du meintest glaube ich andere Menschen? ![]()
ich meine Menschen, die von dem Betroffen sind, was ich oben geschildert habe
warst oder bist du auf deinem weg zu einer diagnose gewesen, wurdest dann aber nicht diagnostiziert?
Ich bin Diagnostizierter Audhdler wollte nur das vom Psychologen Dreher Posten weil der in seiner Petition Gründe aufführt warum die Diagnose bei vielen Betroffenen nicht gestellt wird und Prangert das an. ![]()
Es wird halt Jahre lang an Betroffenen rumgedoktort statt erstmal die zugrunde liegende ADHS zu behandeln. ![]()
Verstehe! Danke dir für das Feedback. Meinst du, du kennst eine betroffene Person, die die Diagnose braucht, aber sie nicht erhält, weil die “Kriterien” nicht übereinstimmen?
Persönlich nicht aber im Forum melden sich immer wieder Leute die vergeblich auf die Diagnostik warten bzw. nicht mal einen Platz bekommen. Auch welche die die Diagnose erst nach mehreren Anläufen bekommen bzw. bekommen haben.
Das Problem einer unbehandelten ADHS ist unteranderem auch, dass es zu häufigen Therapieabbrüchen führen kann umso wichtiger ist es ja, dass die ADHS erkannt und Behandelt wird.
ja, genau auf dieses Problem möchte ich hinweisen. Weißt du, wo ich hier an potenziell diese Betroffenen stoße?
Die müssen sich schon selber Melden. ![]()
Ansonsten die Suche verwenden, vielleicht findest du passende Threads mit der Schlupe ![]()
Hey,
ich hoffe, es melden sich noch entsprechende Betroffene bei dir. Bei mir ist es leider eher umgekehrt. Die lieben ADHSler hier sehen bei mir wahlweise ADHS oder ASS, mir scheint das aber nicht so ganz wahrscheinlich oder plausibel. ![]()
Ansonsten ist der Tipp vom Schlingel richtig. Es gibt sehr viel Lesestoff hier und Erfahrungsberichte zum Thema „Mein Weg zur Diagnose.“ Da würde ich an deiner Stelle mal graben und ggf. die jeweiligen Schreibenden direkt drauf ansprechen. Darin steckt sehr viel Leidenschaft, die Leiden schafft. Allein schon der Bullshit-Bingo-Thread ist eine Fundgrube.
Besonders bei Frauen gibt es das Phänomen der Überkompensation. Sie haben so gut gelernt, ihr ADHS auszugleichen, z.B. mit Todo-Listen, Vorbereitung usw., dass in der Diagnostik gesagt wird: „Du kannst kein ADHS haben, du bist doch so gut sortiert und super vorbereitet.“ Irgendwo hier gab es einen Thread zum Thema „Vorbereiten auf die Diagnose oder nicht vorbereiten.“ Die Leute performen zu gut. Das Bild von ADHS ist oft noch „völlig ungezügelte laute Impulsivität“, bei anderen Behinderungen z.B. „völlige Hilflosigkeit.“ Es fällt allgemein schwer zu erkennen, dass es da viele Zwischenformen gibt.
Ehrlich gesagt ist der Blick auf eine Nichtdiagnose nach einem langen Weg der Diagnostik vielleicht zu eng gesteckt. Auch die, die am Ende eine Diagnose erhalten, gehen ja trotzdem durch die Schwierigkeiten, umständlichen Prozeduren, fehlende oder veraltete Fachkompetenz, zu wenig Therapie plätze (Wartelisten), diffuse und irrationale Vorbehalte gegenüber Stimulanzien. Dabei sind die unbehandelten ADHS-Symptome auch absolut keine Hilfe.
Ich befasse mich aufgrund meiner Behinderungen mit dem Thema Barrierefreiheit und komme immer wieder zu diesem Ergebnis:
Meistens sind es weniger spezielle auf eine Behinderung bezogene Probleme, sondern diese gruppen sind vulnerabel und bekommen es besonders schwer zu spüren, wenn bei uns gesellschaftlich und bei der Infrastruktur Dinge nicht rund laufen.
Schlechte Infrastruktur (Deutsche Bahn, Digitalisierung), oder Reizüberflutung, endloses Telefonieren mit schlechten Hotlines und Kundensupport bringen ja auch für dich Stolpersteine mit sich. Menschen mit Neurodivergenz wie z.B. ADHS oder Autismus, aber auch Körperbehinderte hängt so etwas aber komplett ab, das Ausgleichen (Kompensieren) ist deutlich schwerer. Der Weg zu Hilfe, Diagnose, Pflegegrad usw. wird dadurch zu einem immensen kraftakt. Die emotionale Impulsivität, die Fahrigkeit, das macht das Gehen eines langen steinigen Weges schwer.
Das Beispiel passt jetzt nicht so ganz zu ADHS, aber egal: Ich muss meine Blindheit regelmäßig von einem Arzt bescheinigen lassen, damit meine finanzielle Unterstützung weiter bestehen bleibt. Als ob ich plötzlich auf wundersame Weise wieder sehend werden könnte. Das ist einfach nur pietätlos und sinnlose Zeitverschwendung für alle Beteiligten.
ADHSler bekommen bzgl. der Medikamente oft Steine in den Weg gelegt, das Thema „Stimulanzien“ ist auch nach wie vor mit Stigmatisierung besetzt (Psst, dr*gen). Schon allein der Act mit dem BTMG … Wir sollen sogar hier im Forum darauf achten, nicht zu oft Formulierungen zu verwenden, die mit diesem anrüchigen Thema assoziiert werden könnten. Alkohol hingegen ist kulturell bei uns absolut normalisiert. Das verstehe, wer will.
Deswegen wäre zuverlässige Infrastruktur, ein funktionierendes Gesundheitssystem usw. viel wichtiger, eine zwingende Voraussetzung für gelingende Inklusion und auch für weniger leidvolle Diagnostik, und eben auch für mehr berechtigt vergebene Diagnosen. Dass es so wenige Kassenzulassungen für Therapieplätze gibt, ist einfach ein schlechter Witz. Die Abschätzung stammt noch aus den 90ern. Ausgebildete Psychotherapeuten gäbe es genug. Im Grunde sind wir gesellschaftlich von den Voraussetzungen her noch gar nicht bereit für dieses politische Idealkonzept von Inklusion.
Hey du, besten dank für deine Hinweise! Das ist schonmal sehr hilfreich. Eben, die angelernte, teils unbewusste Kompensation ist ein Problem, das es schwer macht, die Diagnose überhaupt in Klarheit zu haben. Ich denke, es geht hier um mehrere Dimensionen, einerseits das Kompensieren durch antrainierte Lebensstrategien und das deshalb schwer erkennbare Erkennen der Symptome, andererseits die Verzweiflung, die eintritt, sobald eine Kompensation reflektiert wird.
Hallo Marasan,
hast du beim Team dieses Forums nachgefragt, bevor du für dein Thema die Teilnehmer/innen kontaktierst?